10.000-Stunden-Regel: Macht Übung tatsächlich den Meister?

Die 10.000-Stunden-Regel besagt, dass man ca. 10.000 Stunden üben muss, um Perfektion nahe zu kommen und ein Meister seines Fachs zu werden. Keine Sorge, ich will dich in diesem Artikel nicht dazu verdonnern, 10.000 Stunden an deinem Selbstmanagement zu arbeiten, aber ich will dir zeigen, welche Komponenten wichtig sind, um Erfolg im Leben zu haben.


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Die 10.000-Stunden-Regel

Die 10.000-Stunden-Regel besagt zumindest schon mal, dass Talent alleine nicht ausschlaggebend ist, ob man Erfolg im Leben hat oder nicht.

Sehen wir uns diese 10.000-Stunden-Regel aber mal ein wenig genauer an. 10.000 Stunden sind ca. 416 Tage bzw. 1 Jahr und 55 Tage. So viel Zeit musst du laut Erfolgsforscher Anders Ericsson investieren, um Perfektion erreichen zu können. Beispiele dafür kommen aus dem Sport, der Musik und dem Schauspiel.

Für mich, ich nehme da kein Blatt vor den Mund, ist diese 10.000-Stunden-Regel nur ein Puzzleteil von vielen, um ein erfolgreiches Leben zu führen. Und jeder, der mich kennt, weiß, dass ich alles andere als Perfektionist bin.

Für mich sind noch ganz andere Dinge ausschlaggebend, um ein erfolgreiches Leben zu führen.

Die 8 Zutaten für ein erfolgreiches Leben

Ich möchte hier keine Wertung abgeben, welche dieser Zutaten wichtiger oder weniger wichtig ist. Daher ist die Reihenfolge rein zufällig! Wovon ich aber 100%ig überzeugt bin, ist, dass man alle diese Zutaten braucht. Fehlt eine davon, wird man sicherlich nie jenen Erfolg erreichen, der andernfalls möglich gewesen wäre.

Zutat 1: Fähigkeit und Talent

Was bringst du von Geburt an oder seit früher Kindheit mit? Hast du genetisch eine super Veranlagung für das, was du tust? Bringst du viele der motorischen, technischen und mentalen Fähigkeiten mit, die nötig sind, um auf deinem Gebiet erfolgreich zu sein?

Falls ja, dann herzlichen Glückwunsch. Falls nein, ist das auch kein Beinbruch (mit der kleinen Einschränkung, dass du nicht vollkommen untalentiert sein solltest).

Fakt ist:

Wer talentierter ist, wird sich wesentlich leichter tun. Allerdings reicht Talent alleine mit Sicherheit nicht aus, um Weltklasse zu werden.

Zutat 2: Möglichkeiten

Auch hier ist die Kindheit ein entscheidender Faktor! Welche Möglichkeiten hat dir dein Umfeld (Familie, Lehrer, Freunde …) geboten? Leider spielt die gesellschaftliche Schicht eine große Rolle. Klar gibt es Menschen, die wie der Phönix aus der Asche aus untersten gesellschaftlichen Schichten aufgestiegen sind, allerdings ist das die Ausnahme und nicht die Regel.

Fakt ist:

Je höher der gesellschaftliche Status des Umfeldes, umso eher ist ein Fundament gebaut, auf dem Erfolg beruht.

Zutat 3: Zufall/Glück

Hier ein paar Beispiele:

  • Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein.
  • Zum richtigen Zeitpunkt geboren zu sein.
  • Sich nicht in einer entscheidenden Phase zu verletzen oder gesundheitlich eingeschränkt zu sein.
  • Die richtigen Mentoren und Förderer zu kennen.

All diese Fakten spielen eine Rolle, wenn es um Erfolg geht.

Fakt ist:

Ohne das nötige Glück ist es zwar nicht unmöglich, erfolgreich zu werden, aber der Weg ist wesentlich steiniger und schmerzvoller.

Zutat 4: Fleiß

„Ohne Fleiß kein Preis“ mögen einige zwar als Glaubenssatz bezeichnen, für mich kommt es hier aber sehr auf den Zusammenhang an. Abkürzungen und Shortcuts zum Erfolg mag es zwar geben, aber sie sind schwer aufzuspüren, rar und werden meistens eher zufällig gefunden.

Fakt ist:

Wer fleißig ist, erhöht die Chancen, erfolgreich zu werden.

Zutat 5: Disziplin

Selbstdisziplin ist eine extrem wichtige Eigenschaft, wenn es darum geht, erfolgreich zu werden. Ohne die nötige Selbstdisziplin wäre auch die 10.000-Stunden-Regel nicht umsetzbar.

Beim Üben muss man an die körperlichen und mentalen Grenzen gehen. Man muss sich überwinden, Grenzen überschreiten und viel Zeit außerhalb der Komfortzone verbringen. All das ist ohne Selbstdisziplin wohl kaum möglich.

Fakt ist:

Ohne Disziplin wirst du vielleicht ganz gut, aber niemals perfekt.

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Zutat 6: Ausdauer

Nehmen wir uns hier nochmals die 10.000-Stunden-Regel zur Hand. Wenn du diese Regel über 10 Jahre aufteilst, sind das 1.000 Stunden, die du jährlich üben musst. Wenn du jeden Tag des Jahres übst, sind das stolze 2,73 Stunden pro Tag.

Selbst wenn du den Zeitraum auf 15 Jahre ausdehnst, musst du trotzdem noch 1,82 Stunden pro Tag mit Üben verbringen.

Fakt ist:

Nur wer dranbleibt, in guten wie in schlechten Zeiten, wird erfolgreich sein und der Perfektion sehr nahe kommen.

Zutat 7: Mentale Stärke

Mentale Stärke ist ein weiterer ausschlaggebender Punkt, wenn es darum geht, erfolgreich zu werden. Höchstleistungen unter hoher mentaler Anspannung zu bringen, das schaffen nur sehr wenige Menschen.

Fakt ist:

Wenn du perfekte Ergebnisse bringen willst, dann wirst du um das Training der mentalen Stärke nicht herumkommen.

Zutat 8: Genuss/Leidenschaft

Nur wer sein Leben genießen kann, wird die nötige Energie dazu haben, seine Ziele zu erreichen. Nur wer das, was er tut, aus Leidenschaft tut, wird es nahezu perfekt machen können. Achte also genau darauf, in welchem Bereich du erfolgreich werden willst.

Fakt ist:

Nur wer sein Leben genießen kann und seine Leidenschaft zum Beruf macht, wird den Ehrgeiz aufbringen können, an hohen Zielen zu arbeiten.

skeeze / Pixabay

Meine Einstellung

Wer mich hier auf meinem Blog, auf Facebook oder auf YouTube schon länger verfolgt, der wird wissen, dass ich alles andere als eine perfektionistische Einstellung habe. Aber ich habe all diese acht Zutaten verwendet, um in meinem Business so weit zu kommen, wie ich jetzt bin.

Hier ein paar Beispiele:

Fähigkeit und Talent:

Es gibt mit Sicherheit talentiertere Blogger, Podcaster und YouTuber als mich. Was ich aber gut kann, ist, komplexe Sachverhalte in einen Zusammenhang zu bringen, einfach zu erklären und duplizierbare Systeme und Anleitungen zu entwickeln. Genau diese Stärke kommt vor allem meinen Selbstmanagement-RockerInnen auf SelbstmanagementRocks zugute.

Möglichkeiten:

Ich bin nicht in der Oberschicht groß geworden, aber meine Eltern haben mir stets alle Möglichkeiten offen gehalten und mich gefördert und unterstützt, wo es nur ging. Ohne sie wäre ich jetzt mit Sicherheit nicht da, wo ich bin.

Zufall/Glück:

Dass ich überhaupt zum Bloggen gekommen bin, war Zufall. Hätte ich mich damals nicht bereit erklärt, die Webseite meines Fußballvereins zu basteln, wäre ich vermutlich nicht auf die Idee gekommen, mich mit dem Thema näher zu beschäftigen.

Fleiß:

Ich war mit Sicherheit nie der Fleißigste, aber ebenso wenig war ich der Faulste. Ich habe, und mache das heute noch so, schlicht und einfach immer das Nötigste gemacht, um ein respektables Ergebnis zu erzielen.

Im Gegensatz zu meiner Jugend bin ich heute aber um Ecken fleißiger und meine Ansprüche sind weit höher als früher. Wäre dem nicht so, hätte ich SelbstmanagementRocks mit Sicherheit nicht so schnell aus dem Boden gestampft.

Disziplin:

Ich habe ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Das hat mich der Sport gelehrt und ich bin sehr froh darüber. Deadlines sind bei mir keine Empfehlungen, sondern tatsächliche Deadlines. Und wenn es mal eine oder mehrere Nachtschichten benötigt, dann lege ich diese auch ein.

Dank gutem Selbstmanagement war dies in den letzten Jahren aber kaum der Fall. 😉

Ausdauer:

Das ist mit Sicherheit eine große Stärke von mir. Wenn ich Dinge angehe, dann ordentlich. Und ich bleibe auch am Ball, wenn es mal nicht so läuft. Dieser Blog läuft seit mehreren Jahren ohne Unterbrechung. Ich habe auch viele Tiefs durchlaufen und ich hatte mit einigen großen Problemen zu kämpfen. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben wie viele andere, die mit oder sogar vor mir gestartet sind.

Mentale Stärke:

Gut, als Sport-Mentaltrainer sollte man die haben. Schließlich kennt man viele Methoden und Strategien, um mental stärker zu werden. Zum Glück bin ich ein extrem positiver Mensch, der sich relativ flexibel den Gegebenheiten anpassen kann.

Genuss/Leidenschaft:

Meine Leidenschaft habe ich gefunden, ebenso wie ich mein Leben genieße, wie du auf Instagram sehen kannst. Auch wenn ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht habe, es gibt außerhalb davon noch viele andere Dinge, die mich interessieren und faszinieren.

Fazit für dein Selbstmanagement

Garantien dafür, erfolgreich zu werden, gibt es keine. Aber mit der richtigen Einstellung und diesen acht Zutaten kannst du die Wahrscheinlichkeit dafür sehr nach oben schrauben.

Vielleicht hast du ja den einen oder anderen Schwachpunkt unter diesen acht Zutaten. Falls ja, dann setze da den Hebel an, um dich weiter zu verbessern. Dabei wünsche ich dir viel Erfolg.

Deine Meinung

Was ist deine Meinung zu diesem Thema? Was sind die Zutaten für deinen Erfolg? Ich freue mich über dein Feedback und deine Meinung zur 10.000-Stunden-Regel.

Genieße deinen Tag!

Liebe Grüße

Thomas

PS: Weitere Informationen zu diesem Thema findest du auch auf meiner Membership-Plattform SelbstmanagementRocks und in meinem Newsletter.

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2017-09-29T11:05:44+00:008 Comments

8 Comments

  1. Philipp Tessin 30. Oktober 2016 at 07:58 - Reply

    Die 10.000h-Regel steht ja auch nicht im Widerspruch zu deinen angeführten Argumenten. Denn Fleiß und die sozialen Gegebenheiten bestimmen ganz klar darüber, ob ich bereit bin, über viele Jahre mehrere Stunden täglich zu üben.
    Was diese Forschung allerdings widerlegt hat, sind ganz klar genetische Voraussetzungen. Diese scheinen nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Bestes Beispiel dafür sind die Opernsänger aus dem asiatischen Raum. Dort ist es eine absolute Ehre in Deutschland Oper zu singen. Dort werden Kinder von klein auf darauf getrimmt, Oper zu singen, und zwar in europäischen Sprachen. Und es fragt keiner nach Talent oder Interesse. Ergebnis ist, du hast perfekt ausgebildete Tenöre, die toll singen können, aber keinen Hauch Deutsch oder Italienisch können. Aber hier greift die 10.000h-Regel.
    Ansonsten: schöner Artikel!
    Gruß
    Philipp

    • Thomas 30. Oktober 2016 at 08:46 - Reply

      Hallo Philipp!

      Danke für dein Feedback und das super Beispiel.

      lG Thomas

  2. Jan 2. November 2016 at 23:13 - Reply

    Hey Thomas,

    Interessante Sichtweise! Das meiste sehe ich auch so.

    Mit der 10.000 Stunden-Regel hatte ich mich vor einer Weile mal ziemlich ausführlich beschäftigt. Was gerne übersehen wird: Die 10.000 Stunden-Regel geht nicht von „normalem“ Üben aus, sondern von „deliberate practise“, was eine besondere Art von Üben ist, die man auf eigene Faust ohne Trainer/Coach nur sehr schwer hinbekommt. Wer 10.000 Stunden auf dem Bolzplatz verbringt, wird nicht so gut werden, wie ein Fussballer, der die gleiche Anzahl von Stunden gezielt trainiert wird.

    Viele Grüße,
    Jan

    • Thomas 3. November 2016 at 08:04 - Reply

      Hallo Jan!

      Da gebe ich dir vollkommen recht.

      lG Thomas

  3. Beat K. 3. November 2016 at 04:09 - Reply

    An der 10.000 Stunden-Regel kam man in den letzten Jahren kaum vorbei, so präsent war sie bei vielen Coaches etc.
    Ich finde deine 8 Zutaten viel treffender! Natürlich braucht es Fleiß, aber auch Glück und Leidenschaft.

    Habe mich auch in vielen Punkten wiederfinden können, was mir zeigt, dass ich hoffentlich auf dem richtigen Weg bin 🙂

    • Thomas 3. November 2016 at 08:05 - Reply

      Hallo Beat!

      Ich wünsche dir viel Erfolg. 🙂

      lG Thomas

  4. Martin Feigenwinter 16. November 2016 at 10:21 - Reply

    Hallo Thomas

    Deine Ausseinandersetztung mit diesem Thema gefällt mir gut. Das mit dem Talent ist so eine Sache. Ich habe viele Talente versauern sehen und sogenannte Anti-Talente mit Weltklasseleistungen erlebt. Nur mit reiner Arbeit / guten Voraussetzungen ist es nicht getan.

    Die 10’000 Stunden Regel ist mittlerweile überholt.

    Ein Forscherteam um Brooke Macnamara haben sich diesem Thema gewidmet. In ihrer Meta-Analyse haben sie herausgefunden, dass es durchaus einen Zusammenhang zwischen Training und Leistung gibt. Nur ist der viel geringer als bisher angenommen wurde.

    Die 10’000 Stunden Regel haben sie über den Haufen geworfen. Manche Athleten / Berufsleute sind mit weniger Stunden top, andere brauchen länger. Das ist fast wie beim Bloggen. Oder?

    Für mich trifft es die Formel „Wollen x Können x Möglichkeiten = Leistung“ sehr gut. Natürlich muss man es auch tun.

    Lieber Gruss

    Martin

    • Thomas 16. November 2016 at 10:55 - Reply

      Hallo Martin!

      Deine Formel trifft es gut und auch beim Bloggen ist es so.

      Liebe Grüße,
      Thomas

  5. Chuck 26. Oktober 2017 at 17:59 - Reply

    10000 Stunden ist schon eine ziemlich prägnante Schnapszahl.
    Es kann allein aus dem Grund nicht stimmen, weil sich Fachgebiete aus unterschiedlichen
    Teilbereichen zusammensetzen, es also mehrere Dinge bis zur Erschöpfung zu meistern
    gilt.
    Ich kann mit der Gitarre höchstens acht Wechselschläge in der Sekunde durchführen
    und werde auch niemals mehr können. Tonleitern zu üben ist auf Dauer ziemlich langweilig,
    also versuche ich bloß noch zu harmonisieren. Aber da kommt trotzdem nichts Neues mehr
    dabei heraus. Warum muß man der Beste sein? Denkt euch mal einen IQ-Test mit 100 gleich schweren
    Aufgaben. Der Durchschnitt löst in der Zeit 75 gleich schwere Aufgaben und irgendwer meinetwegen 78 und
    erreicht dadurch einen Prozentrang von 98, ist nach der Normung also hochbegabt.
    Für irgendeinen Beruf wäre er aber nicht bezeichnend tauglicher. So ist das wohl in der Realität mit
    den „Genies“ und „Wunderkindern“.

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