3 Simple Produktivitäts-Hacks der Stoischen Philosophen

In diesem Artikel findest du mal eine ganz andere Sichtweise auf das Thema Selbstmanagement und Produktivität. Ein extrem spannender Ansatz wie ich meine, deshalb freue ich mich besonders, dass Pascal mir diesen Gastartikel gesendet hat. 

Hi mein Name ist Pascal und ich bin anonymer Prokrastinator. Das war schon immer so, in der Schule, später in der Uni und dann auch in der Selbständigkeit.

Das ging lange Zeit gut, hat mir aber mit der Zeit immer mehr Probleme bereitet. Denn als ich mich als Werbetexter selbständig gemacht habe, war eines meiner größten Probleme nicht „Wo kriege ich meine Kunden her?“ (das war natürlich auch ein Problem), sondern viel mehr: „Wie schaffe ich es, nicht den ganzen Tag zu verplempern ohne Abends auch nur irgendetwas auf die Reihe gekriegt zu haben!“

Das ging irgendwann soweit, dass ich ständig Nachts bis in die frühen Morgenstunden rein gearbeitet habe, um überhaupt noch meine Deadlines einhalten zu können.

Mir wurde irgendwann klar, so geht das einfach nicht weiter. Deshalb habe ich mir alles zum Thema Zeitmanagement & Produktivität reingezogen, was ich in die Finger gekriegt habe.

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Dabei bin ich über eine Sache gestoßen, über die im deutschsprachigen Raum nur wenig geredet wird. Dabei ist diese Sache unheimlich wirkungsvoll und inzwischen eine der wichtigsten Bestandteile in meinem Waffenarsenal.

Es handelt sich dabei um die Stoische Philosophie.

Die Stoiker haben bereits vor tausenden von Jahren ein philosophisches System entworfen, das dermaßen wirkungsvoll ist, dass sogar milliardenschwere CEOs aus dem Silicon Valley heute darauf schwören.

Gebracht hat mich darauf übrigens Tim Ferriss, der selber Anhänger dieser Philosophie ist und der nach eigener Angabe Senecas „Briefe an Lucilius“ (mehr dazu später in diesem Artikel) mehrmals pro Jahr liest, um sich einen „Mentalen Reboot“ zu verpassen.

Mehr dazu findest du übrigens hier:

Die drei wirkungsvollsten Produktivitäts-Hacks der stoischen Philosophen möchte ich dir heute vorstellen.

Stoische Philosophie

Ich will dich jetzt nicht mit einem langen Aufsatz über Stoizismus langweilen. Statt dessen gebe ich dir einen kurzen Abriss über die Herkunft dieser Philosophie. Anschließend geht es gleich weiter an die praktischen Methoden, die du als Unternehmer und Selbständiger für dein eigenes Leben anwenden kannst.

Der Stoizismus wurde vom griechischen Philosophen Zeno von Citium gegründet, kurz nach dem Tod von Aristoteles im Jahr 322 vor Christus. Zeno ist allerdings heute nur wenig bekannt, eine viel wichtigere Rolle spielen stoische Philosophen wie Epiktet, Seneca der Jüngere und der Kaiser Marcus Aurelius.

Von den letzten beiden stammen auch die Produktivitäts-Methoden, die ich dir heute vorstellen möchte. Obwohl die Gedanken und Methoden der Stoiker schon tausende von Jahren auf dem Buckel haben, sind sie trotzdem auch heute noch brandaktuell.

Der Stoizismus beschäftig sich damit, wie wir als Menschen im Einklang mit unserer Umwelt und vor allem mit unserer menschlichen Natur leben können. Die Stoiker glauben, dass das ganze Universum einem bestimmten Design folgt und die Natur die höchste Form der Perfektion darstellt.

Dein Ziel sollte nach Ansicht der Stoiker also immer sein, im Einklang mit deiner menschlichen Natur zu leben. Das bedeutet, du solltest deine Fähigkeit zum rationalen Denken einsetzen und immer nach Weisheit und dem Verständnis der Dinge streben.

So weit so gut. Doch was bringt dir das jetzt als Unternehmer und Selbständiger, wenn du produktiv sein und gleichzeitig eine hohe Lebensqualität genießen möchtest? Stoiker waren sehr praktische Denker und es geht hier nicht um pure Theorie. Statt dessen stelle ich dir 3 wirkungsvolle Methoden vor, mit denen du produktiver sein kannst und gleichzeitig deine Lebensqualität verbessern kannst.

#1 Negative Visualisierungen

Den Zusammenhang zwischen Aufschieberitis und Perfektionismus hat Thomas ja schon in seinem Podcast beleuchtet. Perfektionisten wollen immer alles perfekt machen. Sie wollen am liebsten nie einen Fehler machen.

Ich kenne das gut, denn ich gehöre selber zu dieser merkwürdigen Gattung.

Das Problem ist dabei, dass so eine ständige Aufschieberitis entsteht. Dahinter steckt häufig nichts anderes, als Angst. Angst Fehler zu machen oder nicht „perfekt“ zu sein. Das ist natürlich Blödsinn, denn niemand ist perfekt und jeder macht Fehler.

Die Stoiker haben für Perfektionisten eine echte Geheimwaffe im Arsenal.

Negative Visualisierungen.

In vielen Hippie-Guru-Selbsthilfezirkeln ist alles negative ja absolut Tabu. Immer nur positiv denken, so lautet die Devise. Damit öffnest du deine Chakren und das Universum überschüttet dich mit sämtlichen Reichtümern, die du dir jemals gewünscht hast.

So oder so ähnlich lautet zumindest der Käse, der uns aus der Esoterik-Ecke regelmäßig aufgetischt wird.

Die Stoiker haben da einen ganz anderen Ansatz. Seneca predigte seinen Schülern eine Technik, die auch als „negative Visualisierung“ bezeichnet werden kann. Seine Schüler sollten sich regelmäßig vorstellen, ihre schlimmsten Befürchtungen wären eingetroffen. Dass sie zum Beispiel ihr komplettes Vermögen verloren hätten oder Ihre Liebsten frühzeitig gestorben wären. Das sollte ihnen eine ganz neue Wertschätzung für die Dinge geben, die sie vielleicht schon als selbstverständlich ansahen.

Diese Technik kannst du auch einsetzen, um dich deinen Ängsten zu stellen. Wenn du zum Beispiel Angst hast, dein eigenes Unternehmen zu gründen, dich selbständig zu machen oder auch einfach nur eine neue Richtung in deinem Leben einzuschlagen… dann probier die folgende Technik.

Schreib auf einem Blatt Papier ganz genau auf, was das schlimmste wäre was dir passieren kann, wenn du deinen neuen Plan in die Tat umsetzt und damit scheiterst. Mach das ganze so detailliert wie möglich.

Dann schreibst du auf, was du tun könntest, um wieder in dein altes Leben zurückzukehren, wenn deine Pläne alle absolut scheitern sollten.

Diese Technik hat mir schon unzählige Male geholfen, über meinen eigenen Schatten zu springen.

Als ich mich zum Beispiel entschieden habe, in Deutschland meine Zelte abzubrechen und nach Südostasien zu ziehen, da hatte ich auch Angst.

Also habe ich mir die Frage gestellt: „Was wäre das schlimmste was passieren könnte?

Das schlimmste wäre, dass ich pleite gehe, all meine Ersparnisse verheize und nach einem Jahr pleite wieder zurück in der Heimat ankomme.

„Was könnte ich tun, um in diesem Fall wieder in mein altes Leben zurückzukehren?“

Ich könnte nach Deutschland zurückkehren, mir eine neue Arbeit suchen und wieder von Vorne anfangen. Ich hätte zwar etwas Zeit und Geld verloren, dafür hätte ich aber auch geile Erfahrungen gemacht, die mich mein Leben lang begleiten würden.

Kurz gesagt, es wäre nicht das Ende der Welt. An diesem Punkt war die Entscheidung für mich klar! Und bis heute habe ich es noch nicht bereut.

Diese Technik ist deshalb so wirkungsvoll, weil du damit deine Ängste beleuchtest und nicht nur immer auf dein Ziel fokussiert bist.

Wenn du deine Angst ganz klar definiert, dann verliert sie ihre Wirkung über dich. Oder du entscheidest dich halt, dass dir das Risiko doch zu groß ist und du es bleiben lässt.

So oder so, du kannst den nächsten Schritt machen und drehst dich nicht mehr im Kreis.

#2 Vorbilder und Mentoren visualisieren

Die zweite Technik stammt ebenfalls von Seneca und sie kann Wunder wirken, dir ein Feuer unterm Hintern zu entfachen und deine Produktivität anzukurbeln.

Über den Wert von Vorbildern und Mentoren brauche ich dir ja nicht viel zu erzählen. Sie können dich dazu motivieren, höhere Ziele anzustreben und natürlich deine Lernkurve dramatisch verkürzen.

Du kannst aber nicht nur von diesen Vorbildern lernen. Du kannst sie auch als Wegweiser und „Richtschnur“ einsetzen, um dein eigenes Handeln auf Kurs zu halten. Dazu empfiehlt Seneca, das Gesicht deines Vorbildes zu visualisieren und dich zu fragen „Was würde er in dieser Lage tun?“

Wir sollten uns einen sittlich hochstehenden Menschen ausersehen und ihn immer vor Augen haben. Dann werden wir so leben, als sähe er uns zu, und so handeln, als geschähe alles vor seinen Augen. […]

Wähle dir einen, dessen Wort und dessen Lebenswandel dir Achtung gebietet, dessen hohe Gesinnung sich schon in seinen Gesichtszügen ausprägt. Ihn halte dir immer als Schirmherrn und als Beispiel vor Augen. Wir müssen jemand haben, nach dem wir unsere moralische Lebenshaltung ausrichten können. Ohne eine Richtschnur kann man Fehler nicht korrigieren. – Seneca

Wenn du also faul auf der Couch liegst und die Arbeit auf den nächsten Tag aufschieben möchtest, dann denke einfach an deinen Mentor oder dein großes Vorbild. Was würde diese Person an deiner Stelle tun? Würde er faul auf der Couch liegen? Oder würde er Gas geben und tun, was getan werden muss?

Das gleiche gilt, wenn du vor einer Entscheidung Angst hast oder bestimmte Dinge immer weiter aufschiebst. Stell dir vor, wie dein Mentor in dieser Situation handeln würde. Würde er zögern und nichts tun? Oder würde er das Problem frontal und entschlossen angehen?

Durch diese Technik hast du immer eine „Richtschnur“, die dich auf Kurs hält. Denn große Erfolge sind immer das Ergebnis von Taten und Handlungen. Wenn du dich in deinen Handlungen an deinen Vorbildern orientierst, dann wirst auch du diese Erfolge haben.

#3 Praktiziere Dankbarkeit

Zum Schluss noch eine Technik, mit der du nicht nur produktiver bist, sondern auch noch glücklicher sein wirst. Diese Technik wird von Seneca und Marcus Aurelius vorgeschlagen und ist denkbar simpel.

Sie beide empfehlen, regelmäßig Dankbarkeit zu praktizieren

Wenn du am Morgen erwachst, denke daran, was für ein köstlicher Schatz es ist, zu leben, zu atmen und sich freuen zu können.- Marcus Aurelius

Sei dankbar für das, was du hast; warte auf das übrige und sei froh, daß du noch nicht alles hast; es ist auch ein Vergnügen, noch auf etwas zu hoffen.– Seneca

Verschiedene psychologische Studien haben inzwischen bewiesen, was die Stoiker schon vor tausenden vor Jahren wussten: Dankbarkeit zu praktizieren, macht dich glücklicher, zufriedener und erfolgreicher.

Wer regelmäßig Dankbarkeit praktiziert, steigert sein Wohlbefinden. Und wer sich gut fühlt, der ist produktiver und hat mehr Erfolg im Leben.

Was heute also als bahnbrechende Erkenntnis moderner Psychologie verkauft wird, ist tatsächlich schon ein alter Hut. Die Stoiker haben das schon vor tausenden von Jahren gepredigt.

Als Unternehmer wirst du zwangsläufig früher oder später Rückschläge einstecken müssen oder auch mal schwere Zeiten durchleben. Nicht alles läuft immer so, wie du es dir vorstellst.

In solchen Zeiten kann es wahre Wunder wirken, wenn du Dankbarkeit übst für die Dinge, die du bereits in deinem Leben hast. Am besten machst du daraus eine tägliche Übung. Ich habe zum Beispiel ein Dankbarkeits-Journal, in dem ich regelmäßig neue Dinge eintrage.

Fazit

Ich habe dir jetzt drei Techniken der stoischen Philosophen vorgestellt, mit denen du produktiver sein, leichter Entscheidungen treffen und sogar glücklicher werden kannst.

Aber denk dran: Die Prinzipien und Techniken der stoischen Philosophie sind nichts, was du einmal liest und danach fliegen dir die gebratenen Tauben in den Mund. Diese Prinzipien und Methoden wollen regelmäßig praktiziert werden.

Dich deinen inneren Ängsten zu stellen, deine Handlungen nach deinen großen Vorbildern auszurichten und regelmäßig Dankbarkeit zu praktizieren… all das ist nicht einfach. Aber wenn du diese Methoden übst, kannst du damit dein Leben grundlegend verändern.

Falls du dich mehr mit dieser Art der Philosophie auseinander setzen möchtest, solltest du dir unbedingt die folgenden Bücher anschauen:

Und natürlich kannst du auch auf meinen kostenlosen Newsletter vorbeischauen: www.freelanceformula.de

Dort zeige ich Freelancern und Selbständigen nicht nur Produktivitäts-Tipps, sondern auch wie sie mehr Geld verdienen und bessere Kunden gewinnen können.

Viel Erfolg

Pascal

passfoto

2017-09-29T11:05:46+00:003 Comments

3 Comments

  1. Maren 6. Juni 2016 at 22:41 - Reply

    Mich würde interessieren, in wie vielen Hippi-Guru-Selbsthilfezirkeln du schon vorbeigeschaut hast? Ich finde das Faszinierende an den verschiedenen Traditionen der Weisheit ist, dass sie eigentlich alle immer wieder etwas Ähnliches sagen, sei es Seneca, die wissenschaftliche Psychologie, Buddha oder irgendwelche selbsternannten Gurus. „Chakren öffnen“ und „sich vom Universum mit sämtlichen Reichtümern überschütten zu lassen“, bedeutet im Prinzip auch nichts Anderes als „Ängste überwinden“ und „Dankbarkeit praktizieren“. Nur in ein anderes „Sprachgewandt gekleidet“. Und da kann sich ein jeder und eine jede in unserer vielfältigen Welt hoffentlich möglichst frei den „passenden Kleiderschrank“ aussuchen 🙂

  2. Max 1. Juli 2016 at 10:18 - Reply

    Ein schöner Beitrag! Die Techniken 2 und 3 praktiziere ich selbst regelmäßig erfolgreich zur Bekämpfung von Prokrastination. Technik 1 klingt interessant und werde ich in mein Repertoire aufnehmen. Leider fehlen in dem Beitrag die Buchtipps am Ende, es wäre schön, wenn diese noch ergänzt würden.
    Weiteres sehr hilfreiches Mittel gegen Prokrastination ist übrigens die Technik Instant Influence. Darüber könntest du auch einmal einen Artikel verfassen, Thomas.

    • Thomas 1. Juli 2016 at 10:23 - Reply

      Hi Max!
      Links sind am Ende des Artikels eingefügt.
      Instant Influence kommt in die Ideensammlung 😉
      lG Thomas

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