Heute werde ich dir fünf Begebenheiten aus meinem Leben erzählen, die mich gelehrt haben, die Dinge locker zu nehmen. Teilweise sind das recht lustige Vorfälle, die mich noch heute daran erinnern, die Dinge nicht so ernst zu nehmen, sondern einfach „Is ma blunzn“ zu sagen. Und dafür gibt es gute Gründe!

Ach ja, wenn du nicht gerade aus Wien kommst, wirst du mit „Is ma blunzn“ vermutlich nicht viel anfangen können. Übersetzt ins Hochdeutsche heißt das nichts anderes als: Das interessiert mich nicht, das ist mir egal.


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Grund 1: Du verhinderst Perfektionismus

Mein Podcast-Debüt

Bevor ich selbst einen Podcast startete, hörte ich natürlich Podcasts verschiedener Menschen und war beeindruckt, wie perfekt einige davon waren. Da gab es keine Versprecher, keine Aaahhhs, Ääähhhmms oder Hmmmms. Ich war von einigen sehr begeistert, also sollte auch mein Podcast so perfekt werden.

Ich nahm also die erste Podcast-Folge auf und fing an, sie zu bearbeiten. Da ich mit dem Schnittprogramm noch nicht so gut umgehen konnte, dauerte das natürlich erheblich länger. Als ich nach intensiver Arbeit auf die Uhr sah, war eine Stunde vergangen und ich hatte noch nicht einmal 20 % der Folge geschnitten.

Also sagte ich: „Is ma blunzn“, hab den Podcast unbearbeitet hochgeladen und fertig. Auch die weiteren 136 Podcasts wurden vollkommen unbearbeitet hochgeladen.

Die Folge: Ich bekomme immer wieder E-Mails, wie toll mein Dialekt und meine authentische Art sind. Außerdem gab es keine einzige negative Rezension wegen meiner Versprecher oder Aussetzer.

Das Lustige daran: Zu einem viel späteren Zeitpunkt erzählten mir zwei Mitglieder meiner damaligen Mastermind-Gruppe, dass sie 5 bis 8 Stunden an einer Podcast-Folge arbeiten, um sie perfekt zu gestalten und um alle Schnitzer herauszuschneiden.

Im Moment habe ich 137 Podcast-Folgen online und somit im Durchschnitt geschätzte 1000 Stunden meines Lebens zum Glück nicht für so eine unnötige Arbeit vergeudet. Meine „Is ma blunzn“-Mentalität hat mich also vor zu viel Perfektionismus bewahrt.

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Grund 2: Du verhinderst Stress

Die fast bezahlte Abmahnung

Wie es als Blogger und Autor so ist, von einer Abmahnung bleibt man eben nicht verschont. Zum Glück passierte mir das nur ein einziges Mal. Ich hatte vergessen, die Urheberrechte eines Bildes zu vermerken und bekam eine Abmahnung von 500 € von einem Fotografen zugesendet.

Im ersten Moment natürlich ein Schock, aber ich dachte, ich rufe den Fotografen mal an und rede nett mit ihm. Er verhielt sich aber ignorant und beharrte auf den 500 €.

Welche Wahl hatte ich also:

Ich könnte die Abmahnung bekämpfen, müsste dazu zu einem Anwalt gehen, mich rechtfertigen, vielleicht sogar zu Gericht erscheinen und am Ende trotz Zeitinvestition und damit verbundenem Stress vielleicht trotzdem zahlen.

Die zweite Möglichkeit wäre, „Is ma blunzn“ zu sagen, zu bezahlen, es abzuhaken und schnell zu vergessen. Für diese Variante habe ich mich auch entschieden.

Über ein Jahr später kam ich, wie auch immer, in einen Ordner in meinem Online-Banking, der „gespeicherte Aufträge“ hieß. Diesen Ordner hatte ich noch nie gesehen, da ich normalerweise meine Aufträge immer gleich unterzeichne und noch nie einen abgespeichert habe. Der einzige Auftrag, der sich in diesem Ordner befand, war die Abmahngebühr von diesem Fotografen. Ich hatte die Überweisung niemals losgeschickt. Genüsslich löschte ich den Auftrag und bis jetzt hat sich der Fotograf nicht mehr gemeldet. Vermutlich wollte auch er keinen Stress und hat einfach nur mal probiert, ob ich bezahle.

Grund 3: Du verhinderst negatives Denken

Die 1-Stern-Rezensionen bei Amazon

Meine Bücher bekamen in der Regel 4- oder 5-Stern-Rezensionen. Plötzlich kamen aber in relativ kurzer Zeit einige 1-Stern-Rezensionen dazu und vermiesten mir nicht nur einen, sondern mehrere Tage. Warum auf einmal? Ich hab doch nichts geändert?

Außerdem waren die Rezensionen sehr eigenartig geschrieben, als hätten die betreffenden Personen mein Evernote-Buch nie gelesen. Bis ich merkte, dass genau zu der Zeit ein anderes Buch zu Evernote auf den Markt gekommen war, und plötzlich war mir auch klar, woher diese negativen Rezensionen kommen mussten.

Ich schmiedete schon Rachepläne. Wollte alle meine Freunde dazu verdonnern, dieses Buch ebenfalls mit einem Stern zu bewerten und herunterzumachen. Aber diese Rachegelüste machten meine Stimmung nicht besser, im Gegenteil: Ich dachte plötzlich nur noch negativ.

Bis ich mich dazu entschloss, „Is ma blunzn“ zu sagen. Meine Stimmung besserte sich schlagartig und auch meine Verkaufszahlen stiegen trotz der negativen Bewertungen weiter. Sechs Monate später stolperte ich durch Zufall wieder auf dieses Konkurrenzbuch und stellte fest, dass es nicht mal mehr in den Charts vertreten war, sondern mittlerweile auf einen Verkaufsrang jenseits der einen Million gerutscht ist.

Was aber noch viel wichtiger war, anstatt Rachepläne zu schmieden, hatte ich einfach meinen Seelenfrieden. So konnte ich positiv fokussiert an meinen zukünftigen Projekten arbeiten.

Grund 4: Du lebst entspannter

Das verlorene Parkplatz-Duell

Es war kurz vor Weihnachten und mein Fitnesscenter war zum damaligen Zeitpunkt in einem Gewerbepark untergebracht. Wie du dir vorstellen kannst, waren die Parkplätze extrem rar. Endlich parkte eine alte Dame mühsam aus einer Parklücke aus. Ich blinkte und wartete, bis sie sich aus dem Parkplatz gequält hatte. Da sie in meine Richtung ausparkte, konnte ich nicht gleichzeitig einparken, und so nutzte ein anderer Fahrer die Situation aus, um mir den Parkplatz zu „stehlen“.

Im ersten Moment stieg in mir der Zorn hoch. Ich sah mich schon dabei auszusteigen und dem guten Herrn ein paar feste Watschen (Wienerisch für Ohrfeigen) herunterzuhauen. Kurz bevor ich jedoch meine Tür öffnete, kam mir mein „Is ma blunzn“-Spruch in den Sinn. Ich lächelte, begnadigte ihn und fuhr weiter, um einen anderen Parkplatz zu suchen.

So ersparte ich mir einen Krach, vielleicht sogar eine Anzeige und auf jeden Fall schlechte Laune bei meinem Fitnesstraining.

Als ich vom Fitnesscenter zurückkam, war die Polizei vor Ort. Ein Lastwagen hatte beim Abbiegen das Heck meines Parkplatzdiebes mitgenommen. Er selbst diskutierte ziemlich genervt mit der Polizei und dem Lkw-Fahrer. Als ich vorbeifuhr, konnte ich es mir nicht verkneifen, laut zu lachen, was meinem Kontrahenten die Zornesröte ins Gesicht trieb. Eigentlich wollte ich es gar nicht, aber ich konnte es nicht verhindern.

Grund 5: Es macht Spaß

„Is ma blunzn“ zu sagen macht Spaß. In letzter Zeit nutze ich auch die Worte „Ich begnadige dich“, sowohl wenn ich einem anderen als auch mir selbst verzeihe. Irgendwie muss ich dann immer lachen, was unter Menschen manchmal zu komischen Reaktionen führen kann. Immer wieder höre ich Aussagen wie „Wie kannst du da nur lachen?“ Aber genau das ist es! Ich habe Spaß am Leben, auch wenn’s mal nicht so läuft. Und was das Wichtigste ist, ich bleibe meist positiv.

Das funktioniert natürlich nur, wenn man es schafft, auch in schwierigen Situationen locker zu bleiben.

Fazit für dein Selbstmanagement

Sag auch immer wieder „Is ma blunzn“. Glaube mir, es wird dein Leben positiv bereichern und wesentlich entspannter gestalten.

Hast du auch lustige Erfahrungen gemacht oder Situationen erlebt, in denen es sich gelohnt hat, locker zu bleiben? Wie ist dein Ausdruck dafür, die Dinge locker zu sehen? Hinterlasse doch einen Kommentar, ich bin gespannt auf deine Erlebnisse.

Genieße deinen Tag!

Liebe Grüße,

Thomas

P.S.: Weitere Informationen zu diesem Thema findest du auch auf meiner Membership-Plattform SelbstmanagementRocks und in meinem Newsletter.

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