Chaos im Keim ersticken – der „Broken Window“-Effekt

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Der „Broken Window“-Effekt ist eigentlich recht einfach erklärt: Wo Unordnung ist, da entsteht viel schneller Chaos. Wo aber Ordnung herrscht, da ist die Chance, dass Chaos entsteht, weit geringer. In diesem Artikel beleuchten wir, wie du den „Broken Window“-Effekt dazu nutzen kannst, dein Zeit- und Selbstmanagement zu verbessern.


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Zwei wissenschaftliche Studien zum „Broken Window“-Effekt

Bevor wir aber zum Nutzen des „Broken Window“-Effekts kommen, müssen wir uns zunächst einmal ansehen, was das genau ist. Dazu will ich dir zwei Experimente vorstellen:

Das Auto-Experiment

Dieses Experiment wurde von Psychologie-Professor Philip Zimbardo durchgeführt. Dazu hat er sich ein altes Auto gekauft und es in der Bronx in New York geparkt. Damit es so aussieht, als wäre das Auto verlassen, hat er das Kennzeichen abmontiert und die Motorhaube leicht angehoben. Von der anderen Straßenseite aus filmte er das Geschehen.

Es dauerte nicht mal zehn Minuten, bis die ersten Teile des Autos abmontiert wurden. Nachdem das Auto nichts mehr Brauchbares in sich hatte, wurde es mutwillig zerstört. Insgesamt 23 Vandalenakte zählte Zimbardo binnen 24 Stunden.

Nun kann man natürlich sagen, dass die Bronx alles andere als einen guten Ruf hat und dort Verbrechen an der Tagesordnung sind. Also wiederholte Zimbardo das Experiment in Palo Alto, einer der teuersten Gegenden der USA und die Heimat der Stanford University sowie von Firmen wie Apple, Facebook und Google.

Wieder parkte Zimbardo einen alten Wagen, montierte die Nummerntafeln ab und hob die Motorhaube an. Ganze fünf Tage lang passierte gar nichts. Also nahm Zimbardo einen Vorschlaghammer und zertrümmerte den Wagen. Er erhöhte also das Chaos. Wenige Stunden später war der Wagen, ähnlich wie in der Bronx, vollkommen ausgeräumt.

Das Briefkasten-Experiment

Professor Kees Keizer von der Universität Groningen hat sich ein ähnliches Experiment ausgedacht. Er ließ einen Brief aus dem Postkasten hängen, aus dem ein Geldschein herausstand. Was würden die Passanten tun? Den Brief in den Postkasten stecken oder das Geld einfach einstecken?

Hier die Fakten:

  • Briefkasten in sauberer Umgebung: 13 % klauten den Brief
  • Briefkasten, vor dem Müll lag: 25 % klauten den Brief
  • Briefkasten mit Graffiti besprüht und Müll drumherum: 27 % klauten den Brief

In einer chaotischen Umgebung klauten also doppelt so viele Menschen den Brief wie in einer sauberen.

Woher stammt der „Broken Window“-Effekt?

Er stammt aus einem Artikel des Kriminologen George Kelling und des Politikwissenschafters James Wilson, den sie in der US-Zeitschrift „Atlantic Monthly“ veröffentlicht haben. Ähnlich wie in den beiden oben erwähnten Experimenten folgten sie der Theorie, dass scheinbar harmlose Schäden (wie etwa eine zerbrochene Fensterscheibe) Menschen dazu animieren, weitere Schäden hinzuzufügen.

Je mehr Chaos in der Umgebung herrscht, umso mehr sind Menschen dazu bereit. Je weniger Chaos, umso disziplinierter sind die Menschen.

Broken Window Effekt
Anne-Onyme / Pixabay

Der „Broken Window“-Effekt und mein Selbstmanagement

Als ich mich näher mit dem „Broken Window“-Effekt beschäftigt habe, fiel er mir an zwei Stellen in meiner Wohnung auf. Ich bin im Prinzip jemand, der ordentlich ist, aber es gibt Bereiche in meiner Wohnung, an denen doch Chaos herrscht. Im Vergleich zur restlichen Wohnung sogar sehr viel Chaos.

Einerseits handelt es sich dabei um die Ablagefläche in meinem Vorzimmer. Dort wird alles erstmal abgelegt, wenn ich die Wohnung betrete. Daher ist dort auch meistens Chaos. Und nicht nur das, auch Dinge, die eigentlich in den Papierkorb gehören, liegen dann da oft rum.

Zweiter Problembereich in meiner Wohnung ist der Wohnzimmertisch. Auch da lagern oft Dinge, die nicht das Geringste dort verloren haben. Warum? Weil schlicht und einfach der „Broken Window“-Effekt zugeschlagen hat. An die Sessel im Wohnzimmer hänge ich getragene Kleidung, die ich die nächsten Tage noch mal anziehen will. Daher ist dort Chaos und dieses breitet sich dann von den Sesseln auf den Tisch aus.

Seit ich an diesen beiden Orten aber besonders darauf achte, dass es ordentlich und sauber ist, bleiben diese Orte auch ganz automatisch von Chaos befreit.

Wie kannst du vom „Broken Window“-Effekt profitieren?

In meinen Seminaren, Workshops und Trainings stelle ich den „Broken Window“-Effekt auch sehr oft bei Klienten fest. Hierzu ein Experiment mit ein paar Fragen, die du dir selbst stellen kannst. Nimm eine Skala von 1 bis 10 her und vergleiche die folgenden Orte, ob sie chaotisch (1) oder ordentlich (10) sind.

  • Büro
  • Dateiablage
  • Desktop
  • Notizablage
  • Aufgaben-Manager
  • Kalender
  • Finanzen
  • Usw.

Sorge im am stärksten von Chaos betroffenen Gebiet für Ordnung und du wirst sehen, diese Ordnung bleibt, ähnlich wie in den Experimenten, viel länger bestehen. Du verhinderst dadurch den „Broken Window“-Effekt.

Fazit für dein Selbstmanagement

Nutze den „Broken Window“-Effekt zu deinen Gunsten. Wenn du Chaos vermeiden willst, dann nimm dir die Zeit und räume zusammen, entrümple und reorganisiere (die Mitglieder meiner Academy können das schnell, einfach und effizient mit dem Kurs „Büro-Gerümpel-Challenge“ tun). Oder schaffe die entsprechenden Rituale. Ein Beispiel dafür wäre meine „Büro-verlassen-Routine“.

Wenn du das tust, wirst du auf alle Fälle langfristig davon profitieren!

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Liebe Grüße

Thomas

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Thomas Mangold, Autor, Podcaster, Keynote-Speaker

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