Clustern / Clustering – Brainstorming trifft Improtheater

Der Begriff „Clustern“ war mir bisher völlig unbekannt und daher bin ich froh, dass mir Mark Oswald angeboten hat ein Gastartikel zu diesem Thema zu schreiben. Und damit möchte ich auch schon gar nicht mehr Worte zur Einleitung verlieren und das Wort an Oswald übergeben:

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Vor einigen Wochen saß ich an meinem Schreibtisch und wollte die Inhaltsplanung für mein neues Seminar zusammenstellen. Ich saß da, spielte mit meinem Kulli und war irgendwie frustriert. Mir kamen nicht die zündenden Ideen, die ich mir für den Inhalt gewünscht hätte. Mir waren zwar ein paar grobe Themen schon klar, aber was würde noch gut zum Gesamtkonzept passen? Wie mach ich es besonders? Und gerade als ich anfing, meine Kreativität durch das surfen in Facebook und das lesen von belanglosen Mails zu pushen (nicht), kam mir die rettende Idee:

Ich könnte doch einfach Clustern!

Was ist Clustern?

Clustern oder original Clustering (Ich finde den Begriff Clustern einfach griffiger, er birgt aber auch Verwechslungsgefahr) ist eine kreative Brainstorming-Methode, die auf dem Bilden von Assoziationsketten basiert. Ursprünglich ist es eine Methode um Inhalt und Ideen für Bücher und Texte zu generieren, sie lässt sich aber auch exzellent zur Ideenfindung, zum Lernen und zum Brainstorming einsetzen.

Was bringt mir Clustern?

Mit Clustern kannst du in sehr hoher Geschwindigkeit Ideen, Impulse und gedankliche Verknüpfungen generieren. Wenn mir Beispielsweise zu einem Thema nichts neues einfällt, ich nicht weiß wie eine Geschichte oder ein Verkaufstext weiter gehen soll, oder ich einfach eine Informationseinheit fester in mein Unterbewusstsein installieren will, ist Clustering eine gute Methode.

Wie funktioniert Clustering? (2 Variationen)

Erste Variation

Schritt 1: Schreib den Begriff, um den sich deine Suche dreht, in die Mitte eines Blattes und zieh einen kleinen Kreis darum. Diese Blase ist der Ausgangspunkt deiner Suche.

Schritt 2: Jetzt prüfst du was der erste Begriff ist, der du zu dem Ausgangsbegriff einfällt. Diesen schreibst du direkt neben die Blase und verknüpfst die beiden mit einem Strich.

Schritt 3: Jetzt hörst du, welcher Begriff dir zu dem gerade geschriebenen Begriff einfällt (Assoziation), schreibst auch diesen auf und verbindest ihn mit dem vorigem.

Schritt 4: Das machst du so lange wieder und wieder, bis dein Pool an Assoziationen ausgeschöpft ist oder die Assoziationen zu weit vom Thema entfernt sind.

Schritt 5: Jetzt liest du wieder das Ausgangswort und schaust, welche Assoziation dir als nächstes kommt und startest damit die nächste Kette.

Dieses Spiel geht so lange, bis dein Papier voll ist oder dir nichts mehr einfallen mag. Ich benutze dafür am liebsten A3-Papier, damit ich auch genügend Platz für alles hab.

Zweite Variation:

In der zweiten Variation überlegst du dir direkt einige Themen, die mit deinem Kernthema zusammenhängen. Wenn dein Kernthema dein Business ist, könnten die Unterpunkte Marketing, Mitarbeiter, CI, etc. sein. Du schreibst nun den Kernbegriff in die Mitte und die Unterpunkte um den Begriff rum und baust dann für jeden Unterpunkt eine eigene Assoziationskette.

Assoziationsketten sind übrigens ein beliebtes Spiel aus dem Improtheater. Einer sagt einen Begriff, der nächste sagt ohne nachzudenken das erste, was ihm dazu einfällt, wobei sich kein Wort Wiederholen sollte. So kommen mit der Zeit echt lusige Verknüpfungen zusammen, schnelles, impulsives und kreatives Denken wird angeregt und es macht einen Heidenspaß.

Anwendungstipps:

  • Schreib deine Assoziationen ohne Wertung auf. Es gibt dabei kein gut oder schlecht, schreib einfach auf was dir kommt. Besonders wenn du ein starker Kopfmensch bist, trainierst du damit so nebenher deine Spontanität.
  • Clustere viel! Als ich die Methode kennen gelernt hab, habe ich erstmal alles Geclustert was mir eingefallen ist, egal obs auf den ersten Blick sinnvoll war oder nicht. Damit hab ich nicht nur schnelles denken trainiert, sondern auch eine ganze Menge neuer Impulse generiert, vor allem für mein Geschäft.
  • Clustere im Team: Versuch mal ein Clustering in Gruppen. Da kommen Impulse auf, die dir allein nicht eingefallen wären.
  • Mach dir einen Spaß draus. Besonders schön ist kreative Arbeit, wenn sie Spaß macht – selbst wenn das Thema trocken sein mag. Mach dir also einen Spaß und scheu dich nicht, Farbe und Humor in deinen Prozess zu bringen.

Anwendungsbeispiele aus meinem Alltag:

  • Ich gestalte ein neues Seminar und mache mir Gedanken über die Inhalte.
  • Ich scheibe einen Werbetext und überlege, welche Punkte alle enthalten sein sollten
  • Ich lerne Anatomie und baue über Clustering Wissensnetze um die Fachbegriffe
  • Ich suche neue Aktivitäten für meine Beziehung
  • Ich suche neue Werbemöglichkeiten
  • Ich will meine CI definieren
  • Ich plane Inhalte für ein Buch

Hintergrund:

Clustering wurde erstmals von Gabriele Rico in ihrem Buch „Garantiert schreiben lernen“ veröffentlicht. Sie hatte diese Methode entwickelt um konstant neue Ideen für kreative Inhalte zu konzipieren. Heute verbreitet sie sich immer stärker im Business-Kontext, wo neue Ideen für Produkte, Strategien und Kooperationen sehr wertvoll sein können.

Ich sitze da also und Clustere mein Seminar und Zack! Erste Idee, Zack!, Zweite Idee und Zack, Zack, Zack ist die erste A3-Seite voll und mein Bild von einem guten Training deutlich klarer.

Clustern hat mittlerweile seinen Weg in meinen Alltag gefunden und dient mir regelmäßig, wenn es darum geht, Ideen zu finden. Ich kann diese gleichermaßen einfach wie geniale Methode nur wärmstens empfehlen, besonders wegen des Nebeneffekts, dass es die Intuition und Spontanität schult.

Probiere es am besten heute noch aus und prüfe, auf welche Art und Weise es dir am meisten bringt!

Viel Spaß,

Mark Oswald

Über den Autor:

Kennst du das, wenn dein Akku leer ist, die ganze Welt an dir zerrt und keine Kraft mehr für ein neues Projekt oder einfach für ein glückliches Leben übrig hast? Genau auf dieses Problem habe ich, Mark Oswald „Der Kraftcoach“ mich spezialisiert. Ich biete Hypnose und Coaching an, um mit Herzlichkeit, Leichtigkeit und viel Kraft erst die Akkus wieder zu füllen und dann das eigene Leben noch großartiger zu machen. Außerdem biete ich moderne Soft-Skills Seminare mit E-Learning kombiniert an, die nachhaltigen Erfolg versprechen.

Nebenher blogge ich. Über 100 Artikel zur Persönlichkeitsentwicklung findest du unter www.livetheadventure.de

2017-09-29T11:05:48+00:00 2 Comments

2 Comments

  1. Mark Oswald 8. Dezember 2015 at 16:53 - Reply

    Danke fürs teilen Thomas!

    Liebe Leser:
    Wo werdet ihr Clustern ausprobieren? Teilt mir doch eure Erfahrungen hier mit!

    • Thomas 8. Dezember 2015 at 18:59 - Reply

      Spannende Frage! Bin schon gespannt auf die Antworten!

      lG Thomas

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