Damit du deine Finanzen rockst, statt verbockst – ein Interview mit Jörg Roos

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Ich gebe es offen und ehrlich zu, auch ich beschäftige mich nicht immer gerne mit meinen Finanzen, aber es muss halt sein. Jemand der für dieses Thema eine absolute Leidenschaft hat, ist Jörg Roos. Und daher habe ich mit Jörg im Interview zunächst einmal darüber gesprochen wie man seine privaten Finanzen im Blick und im Griff behalten kann und im Anschluss auch darüber was Selbstständige und Unternehmer tun müssen, um finanzielle Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Und wenn du jetzt denkst, uff Finanzen, das wird eine langweilige Angelegenheit, dann hast du Jörg Roos noch nicht kennengelernt. Ich kenne niemanden der an dieses Thema mit mehr Einfachheit, Leidenschaft und Humor rangeht. Reinhören lohnt sich definitiv!


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Transkript dieser Podcast-Folge

Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für ein besseres Selbstmanagement. Das Ziel: mehr Zeit für dich und für die wirklich wichtigen Dinge in deinem Leben. Weil deine Zeit wertvoll ist!  #00:00:19-3#

Hallo und herzlich willkommen zu dieser Podcastfolge. Mein Name ist Thomas Mangold, und ich freue mich, dass du wieder mit dabei bist. Mit meinem Gast Jörg Roos spreche ich heute über das Thema Finanzen. Wir wollen uns sowohl den privaten Bereich als auch die Finanzen von Selbständigen und Geschäftsführern kleiner Unternehmen anschauen. Jörg Roos und ich, wir kennen uns schon länger. Unsere Internet-Unternehmen sind fast zeitgleich an den Start gegangen, und auch Jörg veröffentlicht einen Podcast. Kürzlich haben wir uns in Wien zum ersten Mal persönlich getroffen.  #00:01:25-1#

Wenn es um das Thema Finanzen geht, fängt Jörg an, zu sprühen und zu sprudeln. Genauso auch heute in unserem Podcast. Er erklärt uns, wie man seine Finanzen im Griff behält, welche Schmerzen die private Haushaltsführung auslösen kann, wie viel man sich zur Seite legen sollte und wie viel Zeit man in die Verwaltung investieren sollte. Im zweiten Teil besprechen wir, warum Unternehmen in die Pleite schlittern und wie man am besten budgetiert und Liquidität herstellt. Außerdem gibt uns Jörg Tipps und Tools an die Hand, die sowohl für Unternehmer als auch für Privatpersonen geeignet sind, und er stellt uns seine Akademie vor. Das alles wird extrem spannend, aber bevor wir mit dem Interview starten, habe ich dir noch einen Tipp mitgebracht, für den es jetzt allerhöchste Zeit wird.  #00:02:23-4#

Partner dieser Podcastfolge ist Braineffect, und heute gilt es, ganz besonders aufmerksam zu sein, denn es gibt zwei super Specials von Braineffect. Special Nummer 1: der Braineffect Adventkalender, den ich dir bereits in den vergangenen Podcastfolgen vorgestellt habe. Damit der Kalender nicht so schnell ausverkauft ist wie im letzten Jahr, stellt Braineffect diesmal die doppelte Menge zur Verfügung.  #00:02:51-4#

Wenn du diesen Podcast hörst, ist es allerdings schon höchste Eisenbahn, den Adventkalender zu bestellen. Er besteht aus täglich einer tollen Überraschung aus dem Braineffect Bestseller-Produktsortiment. Das umfasst sowohl vorhandene Produkte als auch exklusive neue Produkte. Deswegen macht es besonderen Spaß, täglich ein Türchen des Adventkalenders zu öffnen.  #00:03:16-6#

Braineffect wird dich mit einem guten Gefühl und einem glücklichen Mind durch den Winter bringen und dir den bestmöglichen Start ins Jahr 2022 bescheren. Der Gesamtwert dieses Adventkalenders beträgt 150,- Euro. Und jetzt bietet dir Braineffect eine ganz besondere Möglichkeit, nämlich das Special Nummer 2: Die Brain-Week! Ab heute, dem 21.11.2021 bis zum 05.12.2021 gibt es satte 25 Prozent auf alles, sowohl auf Bundles als auch auf den Adentkalender und auf alle Einzelprodukte. Mit dem Code THOMASBW kannst du dir diese 25 Prozent sichern. Das hat es noch nie gegeben, und wer weiß, ob es diesen Rabatt jemals wieder geben wird. Ich werde dieses Angebot auf alle Fälle nutzen, um auch meinen Vorrat an Braineffect-Produkten aufzufüllen.  #00:04:17-0#

Alle weiteren Infos, den Link zum Adventkalender, zum Rabattcode und vieles mehr findest du natürlich auch in den Show Notes. Ich nutze Braineffect sehr gerne und kann dir die Produkte sehr ans Herz legen.  #00:04:32-1#

Thomas: Hallo Jörg, es freut mich sehr, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Ich habe im Intro schon etwas über dich erzählt, aber stell dich doch bitte selbst noch einmal vor. Wer bist du, und was machst du?  #00:04:37-1#

Jörg: Schönen guten Morgen, lieber Thomas. Ich freue mich, dass ich dabei sein darf und nehme mir sehr gerne Zeit dafür. Mein Name ist Jörg Roos, ich bin 48 Jahre alt und wohne in Haltern am See. Das liegt im nördlichen Ruhrgebiet zwischen Bochum und Münster. Ich bin Personal CFO, ein Chief Financial Officer für Selbständige und Geschäftsführer kleinerer Unternehmen. Meinen Kunden helfe ich, ihre Finanzen in den Griff zu bekommen können. Dadurch vermeiden sie Geldprobleme, und ihr Unternehmen wächst auf eine gesunde Art und Weise. Das Schöne ist, dass sie dadurch nicht zu den 90 Prozent der Neugründungen gehören, die innerhalb von zehn Jahre pleite gehen, sondern sie profitieren dauerhaft von ihrem Business und von ihrer Leidenschaft.  #00:05:29-4#

Thomas: Als CFO nimmst du sicher auch vieles in den Privatbereich mit hinein. Unsere beiden Themen Finanzen und Selbstmanagement haben einige Gemeinsamkeiten. Oft beschäftigt man sich erst mit ihnen, wenn es schon fast zu spät ist. Hast du einige Tipps für uns, wie man rechtzeitig die Kurve kriegt?  #00:06:01-5#

Jörg: Du hast recht, Finanzen und Selbstmanagement sind Bereiche, die zusammengehören. Probleme tauchen oft deshalb auf, weil wir den Umgang mit diesen Themen nicht beigebracht bekommen haben und sie deshalb oft verdrängen. In der Schule lernen wir quadratische Gleichungen, aber nichts über Finanzen. Leider liegt es in der Natur des Menschen, dass seine Ausgaben steigen, je mehr er einnimmt. Von diesem Phänomen leitet sich das Parkinsonsche Gesetz ab. Und das führt dazu, dass viele Menschen kein Gefühl für den Umgang mit Geld entwickeln und dass sie den westlichen Werten folgen, die uns weismachen wollen, dass wir Statussymbole brauchen, um Leute, die wir nicht mögen, mit Dingen zu beeindrucken, die wir nicht benötigen.  #00:07:28-3#

Vermutlich hat jeder bereits vom so genannten Kontensystem gehört. Für mich persönlich war diese Methode ein echter Game Changer. Ich habe sie bei meinen Kindern bereits im jugendlichen Alter angewandt. Natürlich habe ich nicht ihr Taschengeld auf fünf verschiedene Konten verteilt, sondern ich habe ihnen gezeigt, wie man eine einfache Excel-Tabelle erstellt.  #00:08:33-2#

Meinen Kindern habe ich zunächst erklärt, was Einnahmen und was Ausgaben sind. Gleichzeitig lernten sie, Geld für langfristige Wünsche anzusparen, zum Beispiel für den Führerschein oder für die erste eigene Wohnung. Dafür legten sie einen gewissen Teil ihres Taschengeldes zurück und trugen diesen Betrag in ihre Tabellen ein. Die Kinder lernten früh, dass es besser ist, nicht all das Geld, was man einnimmt, zu verprassen. Diese Form der finanziellen Erziehung hat hervorragend funktioniert. Natürlich ist man als Elternteil in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass der Plan eingehalten wird. Ich habe mir ihre Tabellen regelmäßig zeigen lassen und sie immer wieder erläutert.  #00:09:42-4#

Hat dieses System von vorneherein funktioniert? Nein, natürlich nicht! Aber im Laufe der Zeit haben meine Kinder die Vorteile erkannt. Sie haben verstanden, dass sie sich auch größere Wünsche erfüllen können, wenn sie die Disziplin aufbringen, zu sparen. Gleichzeitig haben sie sich mit ihren Freunden verglichen und waren stolz darauf, bereits einen Betrag auf der Seite liegen zu haben. Das hat ihnen ein gutes Gefühl gegeben.  #00:10:07-9#

Mein Sohn hat sich mit dieser Strategie einen Betrag zusammengespart, der es ihm ermöglicht, nach dem Abitur mehrere Monate durch Europa zu reisen. Diesen Luxus kann er sich leisten. Er ist nicht davon abhängig, arbeiten zu müssen, und er sagt, dass das ein wirklich cooles Gefühl sei. Lange Rede, kurzer Sinn, ein solches Konten- oder Tabellensystem ist ein echter Augenöffner.  #00:11:00-0#

Thomas: Absolut, das kann ich unterstreichen. Auch mein Urlaubskonto ist in den letzten zwei Jahren, in denen man nicht verreisen konnte, gewachsen. Hand aufs Herz, lieber Jörg, was würdest du als CFO sagen, wie viel Prozent deiner Einnahmen landen auf den diversen Konten? Welchen Betrag sollte man deiner Empfehlung nach auf die Seite zu legen?  #00:11:32-3#

Jörg: Ich empfehle, mindestens 10 Prozent zu sparen, um sich langfristig ein Vermögen aufzubauen. Diesen Betrag sollte man niemals angreifen. Die Sparquote von 10 Prozent habe ich mir auch selbst auf die Fahnen geschrieben und halte sie konsequent ein. Außerdem lege ich weitere 10 Prozent als Notgroschen beiseite, für den Fall, dass beispielsweise die Waschmaschine kaputt geht. Dieser Prozentsatz hängt natürlich von der individuellen Situation ab. Nicht jedes System funktioniert bei jedem Menschen gleich gut. Ich habe ein großes Budget für die täglichen Ausgaben, weil unsere Familie vier erwachsene Menschen umfasst. Außerdem haben wir ein Haus, das wir noch abbezahlen.  #00:12:47-0#

Weitere 10 Prozent packe ich auf ein Spaßkonto, mit dem Ziel, dieses Geld tatsächlich regelmäßig auszugeben. Während der Corona-Pandemie war es nicht leicht, dieses Ziel umzusetzen. Aber es ist eine psychologisch wichtige Motivation, sich etwas gönnen zu können. Diese Form der Belohnung mag ich persönlich sehr gerne. Außerdem habe ich ein Konto, das immer wieder den Bezug wechselt. Zum Beispiel sparen wir gerade für eine neue Küche. Das wird ein größerer Umbau, und dafür benötigen wir eine gewisse Summe. Man muss flexibel bleiben.  #00:13:30-8#

Thomas: Mir persönlich ist mein Fortbildungskonto sehr wichtig, das ich für die Finanzierung von Workshops, Seminare und Memberships heranziehe.  #00:13:45-2#

Jörg: Ausgaben für Weiterbildung verbuche ich in meinem System als Teil der unternehmerischen Tätigkeit. Ein ganz wichtiger Tipp lautet, private und geschäftliche Ausgaben zu trennen.  #00:14:17-2#

Thomas: Super, Jörg, das waren schon einige spannende Ratschläge. Vielleicht noch eine letzte Frage zum privaten Umgang mit Geld. Was würdest du empfehlen, wie viel Zeit man sich pro Monat für seine Finanzen nehmen sollte? Was ist deiner Meinung nach angemessen?  #00:14:33-7#

Jörg: Das lässt sich nicht pauschal festlegen, aber mein Tipp ist, einmal täglich in das Konto hineinzuschauen. Das geht schnell und ist ein wichtiger Baustein, um die Übersicht zu behalten. Ich persönlich mag es, meine Verwaltung mit nur einer einzigen Software zu erledigen. Ich wähle mich ein und sehe alle Kontostände und Kontenbewegungen auf einen Blick. Ich bin ein Mac-Fan und nutze die App „MoneyMoney“. Diese Anwendung ist einfach in der Handhabung und bietet die Möglichkeit, vieles zu automatisieren. Obwohl die Finanzen mein Spezialthema sind, habe ich keine Lust, mich stundenlang mit ihnen zu beschäftigen, denn es gibt spannendere Dinge in meinem Leben. Deshalb ist mir eine gute Übersicht wichtig. Wenn ich morgens meinen Computer hochfahre, aktualisiere ich zunächst MoneyMoney, schaue mir die Kontenbewegungen an und prüfe, ob es irgendetwas zu erledigen gibt.  #00:15:58-3#

Thomas: Danke für diesen Tipp. Lass uns zu den kleineren Unternehmen und Selbständigen übergehen. Wie du bereits sagtest, wird der Umgang mit Geld nicht in der Schule gelehrt, und auch aus meinem Bekanntenkreis weiß ich, dass es nicht immer einfach ist, mit Geld umzugehen. Das Gleiche gilt für das Selbst- und Zeitmanagement sowie für das Lernen selbst. Leider haben wir ein echtes Bildungsproblem. Welche Fehler drohen, wenn man sich selbständig macht? Welche Baustellen tauchen bei deinen Klienten auf? Erzähl mal ein bisschen aus der Schatulle.  #00:16:46-8#

Jörg: Egal ob Einzelkämpfer oder Firmen, die Ursache Nummer 1, warum Unternehmen scheitern liegt darin begründet, dass irgendwann eine große Rechnung eintrifft, die nicht bezahlt werden kann. Dazu gibt es erschreckende Statistiken. Ganze 80 Prozent der neu gegründeten Unternehmen gehen innerhalb der ersten fünf Jahre pleite. Innerhalb der ersten zehn Jahre sind es sogar 96 Prozent. Grund ist meist die fehlende Liquidität. Die beiden größten Fehler sind, dass sich Neugründer nicht die nötige Hilfe holen und dass sie Steuerzahlungen unterschätzen.  #00:18:04-1#

Besonders an der Steuer scheitern viele Gründer. In Deutschland wird die erste Jahressteuererklärung am Ende des zweiten Jahres gemacht, und dann wird eine Nachzahlung fällig. Das Finanzamt fordert nicht nur seinen Tribut für das vergangene Jahr, sondern schickt aufgrund dieser Berechnungen gleich noch eine Aufforderung hinterher, Vorauszahlungen für das kommende Jahr zu leisten. Dann kommt auf einmal eine Zahlung von zweieinhalb Jahren Steuer auf den Neugründer zu. Dabei kann es sich um Summen handeln, die das Unternehmen in die Pleite treiben.  #00:19:06-7#

Wer die Steuer vergisst, arbeitet mit Geld, das einem nicht gehört. Als Unternehmer verwalten wir Steuern lediglich. Wir nehmen sie nicht ein, sondern müssen sie abführen. Hier kommt das Kontensystem wieder ins Spiel. Auch für die Steuern kann man sich ein eigenes Konto einrichten, auf dem das Geld geparkt wird. Und wer sich überhaupt nicht mit Steuern auskennt, der bewegt sich auf der sicheren Seite, wenn er zunächst 50 Prozent aller Einnahmen auf das Steuerkonto umbucht. In der Regel ist das zu viel, aber besser so, als nachzahlen zu müssen. Und bleibt etwas übrig, dann kann man sich über einen extra Bonus freuen.  #00:19:36-2#

Thomas: Das erinnert mich an mein erstes Gespräch mit meiner Steuerberaterin, die mir den gleichen Ratschlag gegeben hat. In Österreich kommt für Selbständige noch die Sozialversicherung hinzu, und es ist nicht leicht, die Übersicht zu behalten. Die Steuerberaterin sagte mir, „wenn Sie immer 50 Prozent beiseite legen, ist alles gut.“  #00:19:58-5#

Jörg: Genau. In den allermeisten Fällen klappt das prima. Natürlich muss man hier und da nachjustieren, wenn es ein bisschen komplexer wird. Macht es euch einfach so einfach wie möglich, aber macht es! Das ist eine der Kernbotschaften, die ich euch mitgeben möchte. Verliert euch nicht in unnötigen Details, denn dann wird es kompliziert.  #00:20:32-4#

Thomas: Das Schöne ist, dass sich auch in diesem komplexen Bereich einfache Faustregeln anwenden lassen. Nutzt du die App MoneyMoney nur für deine privaten Finanzen, und hast du auch einen Tipp für ein Programm für den unternehmerischen Bereich?   #00:20:46-9#

Jörg: Für die Kontenverwaltung meines Unternehmens nutze ich ebenfalls MoneyMoney. Soweit mir bekannt ist, gibt es noch keine technische Lösung, um die monatlichen Umbuchungen in Abhängigkeit von den Einnahmen, die bei uns Unternehmern schwanken können, automatisch auszuführen. Ich kann einen Abbuchungsauftrag für einen monatlichen Betrag hinterlegen, aber ich kann nicht festlegen, dass zum Beispiel 30 Prozent aller Umsätze umgebucht werden. Das ist technisch leider nicht möglich. 

Ansonsten gibt es natürlich viele Tools, die dabei helfen, die Zahlenwüsten für den Steuerberater vorzubereiten. Ich arbeite sehr gerne mit CANEI.digital, und das nicht nur, weil ich Partner des Unternehmens bin. Dieses Programm ist allerdings für Unternehmen geeignet, die schon ein bisschen weiter sind. Solo-Selbständigen, die noch ganz am Anfang stehen, würde ich dieses System nicht empfehlen. Wenn du bereits einen „Proof of Concept“ hast, dein Business gut läuft und du vielleicht sogar schon Mitarbeiter einstellst, dann kann CANEI.digital eine gute Variante sein. Für die Buchhaltung sind Tools wie lexoffice empfehlenswert.  #00:22:29-0#

Auf gar keinen Fall sollte man seine Rechnungen mit Word und Excel erstellen. Es gibt immer noch genügend Steuerberater, die das befürworten, obwohl es ganz klar verboten ist. Es gibt eine Verordnung mit dem Namen GoBD, die besagt, dass ein sachverständiger Dritter nachvollziehen können muss, dass die Rechnung im Nachgang nicht verändert wurde. Und das ist mit handelsüblichen, mit Word erstellten PDF-Dokumenten nicht der Fall, denn die lassen sich immer wieder ändern. Insofern kann man zwar die Rechnung mit Word schreiben, aber man darf auf keinen Fall etwas abspeichern. Das heißt, dass man die eigentliche Rechnung neu abtippen muss. Die Verfahrensdokumentation nach GoBD ist für jeden Unternehmer ab 17.000,- EUR Jahresumsatz verpflichtend. GoBD ist die Abkürzung für die deutsche Verordnung „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“.  #00:23:11-4#

Deshalb empfehle ich Programme wie lexoffice. Die benötigen wenig Zeitaufwand und bieten die Möglichkeit, vieles zu automatisieren. Jeder Solo-Selbständige kann sich dadurch täglich einen guten Überblick über die eigene finanzielle Lage verschaffen. Und wenn er sich angewöhnt, alle Rechnungen zeitgleich zu bezahlen und die entsprechende Vorkontierung durchzuführen, dann sieht er täglich, wie viel Gewinn übrig bleibt. Und das ist genial.  #00:24:07-2#

Thomas: Ich selbst stecke noch tief im Excel-Universum drin, aber meine Rechnungen erstelle ich mit sevDesk. #00:24:13-6#

Jörg: Das ist ebenfalls ein empfehlenswertes Programm, denn die GoBD gilt bei euch in Österreich sicher ebenfalls.  #00:24:16-0#

Thomas: Finanzen sind ein Thema, mit dem sich viele nicht gerne beschäftigen. Welchen Zeitaufwand empfiehlst du Unternehmern? Es reicht sicher nicht, nur einmal am Tag in die MoneyMoney App hineinzuschauen. Du hast bereits erklärt, dass es ratsam ist, sich diese Aufgaben zur Gewohnheit zu machen.  #00:25:09-1#

Jörg: Das hängt natürlich von der Größe des Unternehmens ab. Dem Solo-Selbständigen reichen womöglich wenige Minuten pro Tag, aber ein größeres Unternehmen benötigt viel mehr Zeit. Das ist klar. Wen ich mich täglich etwa 15 bis 30 Minuten mit meinen Zahlen beschäftige, dann habe ich eine gute Basis. Ich erkenne dann automatisch, womit ich die meiste Zeit verbringe und kann nach Lösungen suchen, um Prozesse zu optimieren, zum Beispiel, indem ich eine neue Software nutze. An dieser Stelle möchte ich noch das lexoffice-Programm GetMyInvoices nennen, das sehr einfach in der Handhabung ist und sich ebenfalls sehr gut für die Rechnungserstellung eignet.  #00:26:01-5#

Ich selbst benötige pro Tag etwa ein bis zwei Minuten für meine Buchhaltung. Einmal pro Monat brauche ich zusätzlich eine Viertelstunde, und jedes Quartal nehme ich mir weitere zwei Stunden Zeit. Jeder Unternehmer sollte einen guten Finanzplan haben, den er als strategisches Instrument nutzen kann. Diese Finanzpläne sind eines meiner Steckenpferde. Den eigenen Plan sollte man mehrmals pro Jahr überprüfen, um zu analysieren, inwieweit die Vorgaben eingehalten wurden. Natürlich kann immer etwas dazwischenkommen. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass es eine Corona-Pandemie geben wird? Wenn jedoch alles in normalen Bahnen läuft, dann kann man mit einem Finanzplan sehr gut arbeiten, denn er gibt dem Unternehmer Sicherheit.   #00:27:14-3#

Die Budgetplanung hilft uns, Annahmen zu treffen. Ob sich diese bestätigen oder nicht, zeigt uns anschließend die Realität. Dadurch werden wir Step by Step immer besser, das heißt, der Finanzplan bringt uns auch noch einen Lerneffekt. Und je mehr wir lernen und umsetzen, desto mehr Spaß macht uns der eigene Finanzplan.  #00:27:25-9#

Thomas: Hier erkenne ich wieder eine Parallele zum Selbstmanagement. Ich lerne, Zeiten für die Erledigung einer Aufgabe einzuschätzen, indem ich sie plane und analysiere. Genauso ist es im Finanzbereich. Lieber Jörg, wir könnten fast ein Gemeinschaftsunternehmen gründen. #00:27:39-3#

Jörg: Lass uns einen Zusammenschluss auf die Beine stellen! (Lacht)  #00:27:45-3#

Thomas: Du bist jederzeit herzlich willkommen. Für mich sind die Monate zum Jahresende immer die spannendste Zeit für meine Finanzen. Im Dezember plane und budgetiere ich das kommende Jahr. Hast du im Rahmen der vorausschauenden Finanzplanung noch weitere Tipps für uns?  #00:28:06-5#

Jörg: Die Finanzplanung ist ein sehr wichtiger strategischer Punkt. Ich empfehle, einmal im Jahr eine ein- bis zweitägige Strategiesession durchzuführen und sich in dieser Zeit komplett aus dem Alltag herauszunehmen, um Ablenkungen zu vermeiden. Viele fahren an einen schönen Ort, tun sich etwas Gutes und lassen dem Denken freien Lauf. Mit meinen Kunden beginne ich diese Strategie, indem wir gemeinsam das vergangene Jahr analysieren. Dafür ist es hilfreich, ein regelmäßiges Journal zu schreiben. Wer regelmäßig seine Quartalszahlen prüft, hat auch am Jahresende eine gute Übersicht.   #00:29:06-2#

Was passiert bei dieser Analyse? Wir stellen die Erwartungen und Annahmen dem erreichten Ergebnis gegenüber. Dann analysieren wir, was tatsächlich passiert ist, und welche Gründe ausschlaggebend waren. Man muss sich bewusst machen, welchen Anteil man selbst am Ergebnis hat. 

Der nächste Schritt ist die Zielfindung. Dabei stelle ich mir einen Leuchtturm vor. Auf hoher See gibt es 1.000 verschiedene Wege, zum Leuchtturm zu gelangen, und es gilt herauszufinden, welcher Weg der für dich richtige ist. Gilt der eine Weg noch, den du dir am Anfang des Jahres ausgesucht hast, und welche Milestones möchtest du als Nächstes erreichen? Wir erstellen einen Ausblick auf das nächste Jahr und breche die Ziele auf kleine Teilaufgaben herunter.  #00:29:49-1#

An diese Stelle macht so mancher Unternehmer nicht mehr weiter. Er denkt, es wäre ausreichend, ein Jahresziel festzulegen. Aber dem ist nicht so, denn wenn dein Finanzplan in der Schublade verschwindet, ist er bis zum Februar wieder vergessen. Der entscheidende Schritt beginnt nach der Erstellung des Plans, nämlich dann, wenn ermittelt wird, welche Projekte umzusetzen sind, um das Jahresziel zu erreichen. Bis zu welchem Zeitpunkt müssen die Aufgaben erledigt sein, heruntergebrochen auf die einzelnen Quartale? Und welche To-do’s sind pro Monat, pro Woche und pro Tag zu erledigen? Nur, wenn man diese Verbindungen knüpfen kann, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man dranbleibt.  #00:30:33-1#

Wir wissen aus dem Selbstmanagement, dass uns große Aufgaben abschrecken und dass wir sie leichter bewältigen, wenn wir sie in kleine Einheiten aufteilen. Wir bemühen uns, das tägliche Pensum zu schaffen. Wenn du dich regelmäßig daran erinnerst, wohin du möchtest, dann ist es wahrscheinlich, dass du dein Ziel erreichst. Irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man beginnt, sich zu fragen, wie man sein Ziel in Zahlen umsetzt. 

Zunächst überlege ich mir, welche Zahlen messbar sind. Ich suche mir drei bis fünf Kennzahlen heraus, und mit diesen führe ich eine Hochrechnung aufs Jahr durch. Ich nutze diese Werte als eine Art Kundschafter oder Botschafter. Solche Indikatoren könnten beispielsweise die Anzahl der Kunden-Calls im Verhältnis zum Budget sein.  #00:31:30-5#

Die Zahlen zeigen mir, ob im Alltag Dinge passieren, die mich zum unternehmerischen Ziel führen. Die abstrakten Zahlen werden real und gehen in den Bereich über, den jeder Unternehmer sowieso im Griff hat, weil sie zum Alltagsgeschäft gehören. Das ist genau die Verbindung, die am Ende die Magie ausmacht, und die erarbeitet man sich in einer ein bis zwei Tage dauernden Strategie-Session. Je größer das Unternehmen, desto länger kann sie dauern, aber diese Planung ist sehr wichtig.   #00:32:09-1#

Thomas: Das gilt auch für andere messbare Ziele wie zum Beispiel die Key Performance Indikatoren. Ich erkenne immer mehr Parallelen zwischen deiner und meiner Arbeit. Doch jetzt lass uns zu deinen Angeboten kommen, zum Podcast und zu deiner Akademie, die du mit Leidenschaft und Begeisterung betreibst. Was kann man bei dir lernen?  #00:32:46-1#

Jörg: Mein Podcast trägt den Titel Roosartig und richtet sich an Unternehmer, die ihr Business auf stabile Beine stellen wollen. Ich bringe das Thema Finanzen locker-flockig auf den Punkt und unterstütze mit meinen Informationen den unternehmerischen Erfolg kleiner Unternehmen. Mein Podcast soll Freude machen und Begeisterung wecken. „Roosartig“ findet man auf allen gängigen Kanälen.  #00:33:22-6#

Meine Jörg Roos Academy bietet ein Programm speziell für Selbständige und kleine Unternehmen beziehungsweise für Geschäftsführer, die noch ganz am Anfang ihrer kaufmännischen Entwicklung stehen. Das heißt, ich bringe ihnen den Prozess näher, der nötig ist, um eine Geschäftsidee in ein gesundes Unternehmen zu verwandeln. Ich stelle über 18 Stunden Videomaterial und viele Templates für die tägliche Arbeit zur Verfügung. Regelmäßig biete ich Live-Calls an, und als Teilnehmer hast du die Möglichkeit, mir jederzeit WhatsApp Nachrichten zu schreiben. Wir haben auch einen eigenen Telegram-Kanal. Außerdem gibt es die Möglichkeit, mich 1:1 zu buchen. Einmal pro Jahr veranstalten wir ein Treffen, um Gemeinsamkeiten zu finden und uns auszutauschen.   #00:34:40-5#

Die meisten Unternehmen hängen an den gleichen Stellen fest, und es ist schön, wenn ein Experte einspringen und weiterhelfen kann. Noch besser ist es jedoch, wenn sich Unternehmer gegenseitig helfen. Diese wunderbare Atmosphäre findet man bei unseren Treffen. Das Schöne ist, dass meine Teilnehmer ganz nebenbei lernen, dass Finanzen Spaß machen können. Ich versuche, das Thema einfach und leicht anzugehen. Darum geht es in meiner Academy, die für viele da draußen einen wertvollen Beitrag leisten kann.  #00:35:24-8#

Thomas: Alle deine Infos werden wir in den Show Notes verlinken. In meinem Podcast gehört das letzte Wort immer dem Gast. Wenn du jetzt noch ein kurzes Shout Out hast, dann sehr gerne her damit. Vielen lieben Dank für deine Zeit, ich durfte viel von dir lernen. Vielleicht machen wir demnächst ein Update, um noch weiter in die Tiefe zu gehen. Ich würde mich freuen.  #00:36:11-5#

Jörg: Vielen Dank für die Einladung, es hat mir großen Spaß gemacht. Gerne stehe ich für ein Update zur Verfügung. Mein letzter Impuls lautet: Liebe Zuhörerin, lieber Zuhörer, hör auf, dir die Geschichte zu erzählen, dass Zahlen nichts für dich sind, dass du alles anders machst und dass es reicht, wenn du dich auf deine Kunden und auf deine Umsätze konzentrierst. Du denkst vielleicht, es sei genug, dein Business besonders gut zu machen. Das, was dich bis zum jetzigen Punkt gebracht hat, das ist dein Bauchgefühl. Das ist gut und wichtig, denn dein Bauchgefühl macht dein Business einzigartig. Aber deine Finanzen und deine Zahlen, die halten dein Geschäft am Leben. Deshalb liegt es in deiner Verantwortung, Prozesse aufzusetzen, die es dir ermöglichen, deine Finanzen mit wenig Zeitaufwand im Griff zu haben. Lebe deine Zahlen auf eine gesunde Art und Weise, und dein Unternehmen wird wachsen.  #00:37:13-4#

Thomas: Das waren weise Worte. Wenn du mehr wissen willst über Jörg und seine Angebote sowie über die Tools, die er empfohlen hat, dann schau einfach in die Links in den Show Notes. Dort habe ich dir alle Informationen zusammengefasst. Vielen lieben Dank fürs Zuhören, machs gut und genieße deinen Tag.  #00:38:01-1#

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Thomas

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Thomas Mangold, Autor, Podcaster, Keynote-Speaker

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