Wenn du nach dem Erfolgsrezept eines Unternehmers beziehungsweise einer Unternehmerin gefragt wirst, antwortest du vermutlich mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen wie Disziplin und Durchhaltevermögen oder auch mit der richtigen Geschäftsidee. Die eine richtige Antwort gibt es auch nicht, denn viele Faktoren spielen eine Rolle dabei, ob du in der Selbstständigkeit erfolgreich wirst oder eben nicht. Mit dazu gehört auch die Kleidung. Jeder Unternehmer repräsentiert schließlich automatisch seine Marke gegenüber (potenziellen) Kunden, Geschäftspartnern, Mitarbeitern & Co. „Kleider machen Leute“, heißt nicht ohne Grund ein berühmtes Sprichwort basierend auf der weltbekannten Novelle von Gottfried Keller. Du kannst also im wahrsten Sinne des Wortes den Erfolg anziehen. Aber wie?

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Der erste Eindruck zählt auch im Berufsleben

Insgeheim wünschen sich die meisten Menschen eine Welt, die weniger oberflächlich ist. Eine Welt, in der Dinge wie Sympathie oder eben auch Erfolg anhand von inneren Werten entschieden werden und nicht zu großen Teilen aufgrund von Äußerlichkeiten. Dabei handelt es sich aber um Utopie. Denn in Realität ist jede Person ein Stück weit oberflächlich, auch ich und auch du. Dieser Mechanismus, einen Fremden oder etwas Fremdes erst einmal anhand von Äußerlichkeiten zu bewerten, ist fest im menschlichen Gehirn verankert.

Besonders anschaulich lässt sich das anhand von einem Beispiel erläutern: Nehmen wir an, du triffst einen Bewerber zum Vorstellungsgespräch. Noch bevor ihr ein Wort miteinander wechseln werdet, wirst du diese Person bereits beim Betreten des Raums sehen und genau in diesem Moment macht sich dein Gehirn ein Bild von diesem Menschen. Er wird sozusagen in eine Schublade gesteckt und zwar anhand seines Erscheinungsbildes, seiner Gestik, Mimik und Körperhaltung. Der erste Eindruck ist also immer oberflächlich. Er ist aber bekanntlich auch bleibend, sprich diesen Eindruck später noch zu verändern, ist schwierig bis unmöglich. Woran liegt das?

Auch hieran ist das menschliche Gehirn schuld, welches dir einen Streich spielt: Hast du dir einmal von einer Person einen Eindruck gemacht, sie sozusagen in einer Schublade eingeordnet, wirst du automatisch und völlig unbewusst alles versuchen, um diesen Eindruck immer wieder zu bestätigen. Denn kein Mensch gibt gerne zu, dass er sich geirrt hat. Du suchst also unwillkürlich nach Dingen wie Verhaltensweisen, Fehlern oder Talenten bei dieser Person, welche dein anfängliches, positives oder negatives Bild bestätigen. Andere Beobachtungen, welche diesem widersprechen, werden hingegen gekonnt ignoriert. Zudem entwickelt sich die berühmte selbsterfüllende Prophezeiung. Du trittst ihm oder ihr also mit einer gewissen Erwartungshaltung entgegen und lenkst die Geschehnisse dadurch unbewusst in die angedachte Richtung. Du förderst zum Beispiel den Mitarbeiter, welchen du für fähig hältst, nicht aber jenen mit scheinbar wenig Durchhaltevermögen. Kein Wunder also, dass Letzterer irgendwann kündigt und prompt wurde dein anfänglicher Eindruck bestätigt, ebenso beim geförderten Mitarbeiter, welchen du ja von Anfang an für fähiger gehalten hast. Du hast es doch gewusst.

Kleidung ist nicht alles, aber ein guter Anfang

Der ironische Unterton ist an dieser Stelle bewusst gewählt. Denn das Beispiel macht deutlich, wie sehr wir Menschen dazu neigen, unsere eigene Wirklichkeit zu verzerren. Dieser kleine Exkurs war notwendig, um zu verstehen, wie wichtig Kleidung für den Erfolg als Unternehmer(in) ist. Kannst du auf den ersten Blick nicht überzeugen, wirst du vermutlich gar nicht erst die Chance bekommen, dich zu beweisen, also den Investoren deine Geschäftsidee vorzustellen oder die Kunden dazu zu bewegen, dein Produkt beziehungsweise deine Dienstleistung zu testen.

Fakt ist also: Kleidung alleine kann dich nicht erfolgreich machen. Aber sie kann deinen Erfolg beschleunigen oder vergrößern, wenn die anderen Faktoren stimmen. Sie entscheidet zu großen Teilen darüber, wie du und damit deine Marke wahrgenommen werden. Mit der richtigen Kleidung kannst du viele Türen öffnen. Eine Grundregel im Leben als Unternehmer(in) lautet daher: Kleide dich nicht als der Mensch, welcher du bereits bist, sondern als jener, der du sein möchtest. Wenn dein Ziel also erfolgreiche Unternehmerin beziehungsweise erfolgreicher Unternehmer lautet, solltest du dich auch so anziehen. Es ist daher an der Zeit, die Wahl der „richtigen“ Kleidung in deine Morgenroutine aufzunehmen.

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Tipps: „Erfolgreiche“ Business-Kleidung für…

Es gibt nicht die eine richtige oder falsche Kleidung. Für dich als Unternehmer(in) kommt die Kleiderwahl stattdessen auf viele verschiedene Faktoren an, wie zum Beispiel die Branche, das Image deines Unternehmens sowie auch deine Persönlichkeit. Dennoch existieren einige Grundregeln, an welchen du dich ausrichten kannst. Ich verrate dir in Kürze, welche das sind:

…Unternehmerinnen

Frauen genießen deutlich mehr Auswahl, wenn es um die Frage der Kleidung geht. Sie können nicht nur Hosen in verschiedenen Längen, Schnitten und Stoffen auswählen, sondern auch auf Kleider oder Röcke zurückgreifen. Das macht die Wahl der Klamotten aber nicht unbedingt einfacher. Ein guter Anhaltspunkt, welche Kleidung im beruflichen Kontext angemessen ist, stellt erst einmal deine Branche dar. Bewegst du dich beispielsweise in der Kreativbranche, darf und sollte dein Outfit gerne extravagant und bunt sein. Ein klassischer Look zeugt dann nicht gerade von Innovationskraft oder kreativen Ideen. Bist du hingegen in einem seriösen Business wie dem Bankwesen unterwegs, liegst du mit solchen Klassikern wie einem Kostüm richtig.

Langweilig sollte dein Outfit dennoch niemals sein. Auch, wenn du also auf klassische Schnitte setzt, darfst du gerne etwas Farbe ins Spiel bringen. Eine Unternehmerin sollte auffallen, aber bitte im positiven Sinne. Marken mit ausgefallenen Mustern und fröhlichen Farben sind durchaus gerne gesehen. Die Bundeskanzlerin mit ihren bunten Kostümen ist dafür wohl das prominenteste Beispiel. Dieses Beispiel macht auch deutlich, wie sehr ein solcher „Signature Look“ dein Image beeinflussen kann. Du selbst wirst also zu einer Art Marke und diese steuert wiederum, wie dein Unternehmen wahrgenommen wird. Sei dir also bewusst, dass du dein Unternehmen repräsentierst und deine Kleidung, dein Auftreten, deine Marketing-Maßnahmen & Co daher ein stimmiges Gesamtbild erzeugen sollten. Für Frauen gilt zudem natürlich: Bitte niemals zu freizügig unterwegs sein.

…Unternehmer

Viele der genannten Grundregeln gelten ebenso für dich als Mann. Auch du repräsentiert als Unternehmer also dein Unternehmen und solltest dein Outfit dementsprechend sowohl der Branche als auch dem Image deiner Firma anpassen. Außerdem fungierst du als Vorbild für deine Mitarbeiter. Auch diese werden sich also bei der Wahl ihrer Kleidung an deinem Look orientieren und dadurch zu Markenbotschaftern. Dennoch geht es bei den Herren meist dezenter und weniger bunt zu. In vielen Branchen herrscht der klassische Anzug in gedeckten Farben vor. Wo es legerer sein darf, liegst du mit einem Hemd und einer Hose richtig. Hast du hingegen ein Image als „kreativer Kopf“ oder versuchst dich als Modedesigner, sind deiner künstlerischen Freiheit beim Auswählen und Kombinieren deiner Kleidung natürlich kaum Grenzen gesetzt.

Auch hier gilt also: Finde deinen eigenen „Signature Style“, welcher dich und dein Unternehmen optimal repräsentiert. Hol dir dafür gerne Meinungen aus deinem sozialen Umfeld ein, wie du mit der Kleidung auf dein Gegenüber wirkst. Ein positiver (erster) Eindruck, das sollte dein erklärtes Ziel sein. Zudem ist natürlich wichtig, dass du dich in deiner Haut auch wohlfühlst, denn nur so kannst du selbstbewusst und authentisch auftreten.

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Fazit zum „perfekten“ Outfit für Unternehmer(innen)

Egal, ob du ein Mann oder eine Frau bist: Für die Wahl deiner Kleidung brauchst du etwas Fingerspitzengefühl. Hast du dafür so überhaupt kein Händchen, holst du dir also besser einen Berater an die Seite, welcher mit dir einen „Signature Look“ entwickelt, der zu dir und deinem Unternehmen passt. Ziel ist es, positiv aufzufallen, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen und den Menschen im Gedächtnis zu bleiben. Du wirst selbst merken, wie du den Erfolg dann sozusagen „anziehst“. Dennoch ist Kleidung, wie bereits erwähnt, natürlich nicht die einzige Zutat für dein persönliches Erfolgsrezept. Aber das richtige Outfit ist zumindest schon einmal ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.