Der 9-Schritte-Plan gegen Aufschieberitis

Gerade jetzt, im November, solltest du dir einen Plan gegen Aufschieberitis zurechtlegen, denn der erste Jänner kommt schneller, als du denkst. Der Start ins neue Jahr ist gleichzeitig auch der Startschuss zur größten Prokrastinations-Welle des Jahres.

Die meisten beginnen den 1. Jänner nicht nur mit Neujahrsvorsätzen, sie beginnen auch gleich mit dem Aufschieben. Damit es dir heuer nicht so geht wie die vielen Jahre davor, gebe ich dir in diesem Artikel einen Plan gegen Aufschieberitis mit auf den Weg.


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Dein Plan gegen Aufschieberitis

Wenn du nicht wieder an deinen Neujahrsvorsätzen scheitern willst, dann solltest du schon jetzt beginnen, dir einen Plan zurechtzulegen. Eigentlich ist es gar nicht so schwer, seine Wünsche in die Tat umzusetzen, wenn man die folgenden 9 Schritte beherzigt.

Schritt 1: Identifiziere Wünsche, die du aufschiebst

Zunächst einmal solltest du dir bewusst werden, welche Wünsche du schon lange vor dir herschiebst. Idealerweise machst du das im nüchternen Zustand und mit klarem Kopf (also nicht am 01.01. um 00:01 Uhr). Nimm dir die nötige Zeit, aber auch die nötige Ruhe, um über deine Wünsche, deine Ziele und deine Visionen nachzudenken:

  • Willst du dein Selbstmanagement verbessern?
  • An deinem Ausstieg aus dem Hamsterrad arbeiten?
  • Dich gesünder ernähren?
  • Mehr Sport treiben?
  • Mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben haben?

Was auch immer deine Wünsche sind, nimm dir in den nächsten paar Tagen immer wieder mal Zeit, um darüber nachzudenken, und liste sie alle auf einem Blatt Papier (oder in Evernote) auf. Ich blocke mir dazu an vier Tagen jeweils 30 Minuten im Kalender. So verhindere ich, dass meine Wünsche von aktuellen Ereignissen oder meiner Tagesverfassung beeinflusst werden.

Schritt 2: Setze dir EIN EINZIGES Ziel

Nun nimmst du diese Liste und liest dir die einzelnen Punkte darauf durch. Auch dazu nimm dir bitte unbedingt wieder die nötige Zeit und Ruhe. Mit der Liste in der Hand stellst du dir nun die folgenden Fragen:

  1. Welches Ziel auf dieser Liste ist das Wichtigste für mich?
  2. Welches Ziel hat die größte Priorität?
  3. Kann ich dieses Ziel, realistisch betrachtet, erreichen?

Erst wenn du für die beiden ersten Fragen einen klaren Favoriten auserkoren hast und die dritte Frage mit einem klaren „ja“ beantworten kannst, steht dein Sieger fest.

Es mag zwar schön und gut sein, dass mit dem Rauchen aufzuhören dein wichtigstes Ziel ist, aber wenn du schon sieben Mal damit gescheitert bist, wird die Wahrscheinlichkeit hoch sein, dass du auch ein achtes Mal damit scheiterst.

In diesem Fall solltest du dir ein Ziel suchen, das du auch erreichen kannst, und dir so das Selbstvertrauen für schwierigere Ziele holen.

Wenn du ein Sieger-Ziel bestimmt hast, dann schreibe es in großen Buchstaben auf ein Blatt Papier und hänge es gut sichtbar auf. Außerdem solltest du dein Ziel veröffentlichen, damit so viele Menschen wie möglich davon erfahren. So setzt du dich selbst ein wenig unter Druck, denn niemand steht gerne als Verlierer da, oder?

Wenn du Angst davor hast, das Ziel zu veröffentlichen, dann solltest du Frage drei nochmal ganz genau überdenken!

Erst wenn dieses eine Ziel erreicht ist, darfst du dich um das nächste auf der Liste kümmern.

Schritt 3: Erstelle einen Plan

Dieser Plan beinhaltet, bis wann du das Ziel erreicht haben willst und wie du das Ziel erreichen willst. Außerdem unterteilst du in diesem Schritt den Weg zum Ziel in Meilensteine.

Wenn dein Ziel also lautet, dass du mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben haben willst, dann könnte dein Plan wie folgt aussehen:

  • Meilenstein 1 / sofort / Mitglied von SelbstmanagementRocks werden 😉
  • Meilenstein 2 / 01.02. / 4 Stunden mehr freie Zeit pro Monat generieren
  • Meilenstein 3 / 01.03. / 10 Stunden mehr freie Zeit im Monat generieren
  • Meilenstein 4 / 01.04. / 16 Stunden mehr freie Zeit im Monat generieren
  • Usw.

Wie du dein Ziel erreichen kannst, würde dir in diesem Beispiel die SelbstmanagementRocks-Plattform beantworten.

Auch diesen Plan solltest du unbedingt veröffentlichen und so vielen Menschen wie möglich zeigen.

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Schritt 4: Brich die Meilensteine in Wochenziele herunter

Der vierte Schritt in unserem Plan gegen Aufschieberitis klingt möglicherweise ein wenig unscheinbar, ist aber sehr wichtig. Nun unterteilst du nämlich die Meilensteine in kleine, überschaubare Wochenziele.

Meilenstein 1:

  • Woche 1: 15 Minuten Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben nehmen
  • Woche 2: 30 Minuten Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben nehmen
  • Woche 3: 45 Minuten Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben nehmen
  • Woche 4: 60 Minuten Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben nehmen

Schritt 5: Lege einen Zeitplan fest

Jetzt steht unser Plan gegen Aufschieberitis schon fast. Was aber noch fehlt, ist, Zeiten zu definieren, wann du an der Umsetzung arbeiten wirst. Um bei unserem Beispiel zu bleiben, könntest du nun festlegen, dass du jeden Samstag von 08:00 Uhr bis 09:00 Uhr Videokurse auf SelbstmanagementRocks ansiehst und auch gleich die Umsetzung planst (was mit den ganzen Worksheets und Vorlagen ganz einfach ist).

Ja, es ist leider so! Anfangs musst du Zeit investieren, um im Anschluss Zeit generieren zu können. Aber nach nur 4 Wochen hast du die Zeit, die du zum Sehen der Videokurse benötigst, schon wieder herinnen.

Nimm dir in diesem Schritt also deinen Kalender zur Hand und blockiere die entsprechenden Termine. Wenn dein großes Ziel „Mehr Sport treiben“ lautet, dann solltest du deine Sporttermine im Kalender blockieren.

Schritt 6: Identifiziere Hindernisse, Ängste und Probleme

Stell dir dazu ein paar Fragen:

  • Wo könnte es zu Problemen kommen?
  • Wo lauern Hindernisse?
  • Welche Fallen könnten am Weg zum Ziel auftreten?
  • Wovor habe ich Angst oder großen Respekt?

Je ehrlicher du in diesen Fragen zu dir selbst bist, umso besser wirst du vorbereitet sein. Überlege dir zu allen Antworten, die du zu diesen Fragen notierst, die entsprechenden Gegenstrategien.

In unserem Beispiel kann es vorkommen, dass dein Samstag-Termin zum Sehen der Videos, aus welchen Gründen auch immer, ausfallen muss. Eine Gegenstrategie dafür könnte sein, dass du dir einen Ersatztermin im Kalender blockierst und diesen nutzt, sobald der Samstag-Termin ausfällt.

Plan gegen Aufschieberitis

bernswaelz / Pixabay

Schritt 7: Visualisiere dein Ziel

Zumindest zweimal täglich, idealerweise nach dem Aufstehen und vor dem Schlafengehen, solltest du dein Ziel visualisieren. Das bedeutet nichts anderes, als dir in Gedanken vorzustellen, wie es sich anfühlt, wenn du dein Ziel erreicht hast.

Schritt 8: Motiviert bleiben

Gerade bei Vorhaben, die sich über mehrere Wochen oder Monate erstrecken, ist es nicht immer einfach, motiviert zu bleiben. Daher solltest du im Vorfeld schon die Weichen so stellen, dass du auch aus Tiefs wieder herauskommst.

Dazu gibt es zum Beispiel die folgenden Möglichkeiten:

  • Suche dir einen Partner: Zu zweit an einem Ziel zu arbeiten ist immer einfacher, als wenn man es alleine tut. Außerdem kann man sich gegenseitig motivieren und unterstützen.
  • Suche dir einen Mentor: Also jemanden, der jenes Ziel, das du erreichen willst, schon erreicht hat. Er kann dir wertvolle Tipps geben und dich durch Tiefs manövrieren.
  • Suche dir einen Ziel-Überwacher: Das wäre jemand, der ständig überprüft, ob du ordentlich an deinem Ziel arbeitest und am richtigen Weg bist. Er kann dich warnen, aber auch motivieren.

Schritt 9: Starte

Der letzte Schritt in unserem Plan gegen Aufschieberitis ist zu starten. Du bist nun gut vorbereitet und kannst dich getrost auf den Weg zum Ziel machen.

Fazit für dein Selbstmanagement

Hast du diesen Plan gegen Aufschieberitis einmal fertig erstellt, wird es ein Leichtes sein zu starten. Außerdem wirst du auf dem Weg zum Ziel viel geradliniger und motivierter gehen, weil du weißt, dass du einen guten Plan hast, der dir bei Problemen helfen wird.

Plan gegen Aufschieberitis – der Kurs

Dieser 9-Schritte-Plan gegen Aufschieberitis ist übrigens ein kleiner Ausschnitt aus dem Kurs „Nie mehr Aufschieben“, den du auf SelbstmanagementRocks findest. Darin ist jeder dieser 9 Schritte ganz detailliert erklärt. Außerdem findest du darin Worksheets und Vorlagen, die dir die Arbeit wesentlich erleichtern.

Was ist dein großes Ziel für das kommende Jahr oder den kommenden Lebensabschnitt? Es muss ja nicht immer der Jahreswechsel anstehen, um große Pläne zu schmieden. Ich würde mich freuen, dein Feedback zu diesem Artikel und deine Pläne für die kommenden Monate in den Kommentaren zu lesen.

Genieße deinen Tag!

Liebe Grüße

Thomas

P.S.: Weitere Informationen zu diesem Thema findest du auch auf meiner Membership-Plattform SelbstmanagementRocks und in meinem Newsletter.

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2017-09-29T11:05:43+00:00 6 Comments

6 Comments

  1. Paul 13. November 2016 at 08:28 - Reply

    Moin Thomas!

    Vielen Dank für diesen Artikel. Ich will in den nächsten 3 Monaten mit dem Hausbau starten. Diese 9 Schritte werden mir dabei sicher helfen. Geplant ist es ja schon seit ein paar Jahren, aber jetzt wird durchgestartet.

    Viele Grüße,
    Paul

    • Thomas 13. November 2016 at 08:29 - Reply

      Hallo Paul!

      Wow coole Sache. Viel Erfolg dabei 😉

      lG Thomas

  2. Maria Özelt 15. November 2016 at 12:26 - Reply

    Interessanter Artikel, aber es fehlt ein Teil, den man nicht planen kann. Wenn ich mich an die Uni Zeit zurückerinnere, habe ich einen Lernplan für die Prüfung gemacht. Zwar nicht so ausgefeilt, wie hier beschrieben aber doch. ABER, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, um mit dem Lernen zu beginnen, musste ich noch schnell die Küche putzen, die Pflanzen giessen, etc, Alles, nur damit ich nicht anfangen muss. Studienkollegen haben es auch so gemacht.
    Das ist das wirkliche Problem mit der Prokrastination.

  3. Lenka 25. November 2016 at 14:45 - Reply

    Mir geffält dierser Artikel. Mein Ziel in kommenden 3 Monaten ist Deutsch verbessern. Ich höre deine Podscasts, lese Artikel und lerne Wörter. Deine Podcasts machen mir wirklich Spaß. Viel Erfolg 🙂

    • Thomas 25. November 2016 at 14:56 - Reply

      Hallo Lenka!

      Super Sache. Freut mich, dass du das mit meinem Blog und meinem Podcast tust.

      Viel Erfolg dabei.

      lG Thomas

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