Der glückliche Unternehmer Jochen Metzger

Jochen ist Unternehmer-Coach und Vater von 5 Kindern. Gemeinsam plaudern wir über Klarheit, Mindset, zur Ruhe kommen und den Alpha-Modus. Außerdem erzählt Jochen wie er seinen Tag so strukturiert und er gibt geniale Buch- und Tooltipps. Also hör unbedingt rein in dieses spannende Interview!


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Transkript des Interviews:

Thomas: Hallo Jochen, herzlich willkommen bei meinem Podcast. Bitte stelle dich meinen Hörerinnen und Hörern kurz vor, wer du so bist, was du so machst und was du sonst noch so alles hier in der Einleitung erzählen willst.

Jochen: Ich bin Jochen Metzger, ich bin in erster Linie Vater von fünf Kindern, und das ist es, was ich einfach ganz faszinierend und wichtig finde, denn die Familie spielt bei mir eine sehr große und wichtige Rolle. Von Hause aus komme ich eigentlich aus der IT, das heißt, ich habe viele Projekte für Unternehmen in Deutschland gemacht, und seit einigen Jahren ist meine Leidenschaft erwacht, Unternehmer zu coachen und sie weiterzubringen. Und der Fokus liegt bei mir einfach auf dem Thema Klarheit und dem richtigen Mindset.  

Thomas: Das ist sehr spannend, darauf werden wir sicherlich im Laufe des Interviews noch zu sprechen kommen. Jetzt würde mich interessieren, du hast die Leidenschaft bereits angesprochen, wie genau hast du deine Leidenschaft gefunden? Wie bist du zu dem gekommen, was du jetzt tust, und was empfiehlst du Menschen, die das noch nicht geschafft haben?

Jochen: Es ist ein bisschen ein zweischneidiges Schwert. Ich kann durchaus sagen, dass ich zu meiner Leidenschaft gekommen bin. Es ist natürlich so, dass ich auch jemand bin, der sehr viele Leidenschaften hat, und dass meine Leidenschaft meist auch dort ist, wo meine Begeisterung ist. Das hat mir sehr geholfen, diese Erkenntnis zu gewinnen, und das habe ich letztendlich bei meinem Hypnotherapeuten herausgefunden. Wie ich dazu gekommen bin? Eigentlich haben mich Unternehmer schon mein ganzes Leben lang fasziniert. Ich habe neulich mit meinem Sohn zusammengesessen, und er sagte zu mir, „du weißt immer, welcher Unternehmer wann was gemacht hat!“ Mich interessiert das einfach, so, wie andere Leute gern einen guten Roman lesen, so lese ich gerne Biographien. Mich interessiert besonders, wie es dazu kommt, wie kann ich den nächsten Schritt gehen, was ist da im Weg, wie hat derjenige das gemacht? Und das kann man natürlich sehr gut an anderen sehen, und ich kann das, was ich dort lerne, auch für meine Coachees entsprechend nutzen.  

Thomas: Sehr, sehr spannend. Du hast vorhin von „Klarheit und Mindset“ gesprochen. Wie findet man Klarheit, wie findet man das richtige Mindset? Kannst du uns ein paar Tipps dazu geben?

Jochen: Ich sage mal so, ich finde, das richtige Mindset zu finden, das ist ein bisschen so wie beim Sport. Du bist der Fußballtrainer, du hast auch jahrelang als Trainer gearbeitet. Und was mache ich, wenn ich anfangen will Fußball zu spielen oder wenn ich ein erfolgreicher Fußballer werden will? Ich fange an, zu spielen, ich fange an, leichte Kicks mit dem Ball zu machen und probiere ein paar Sachen aus. Ich merke das sehr schön an meiner Tochter, sie ist auch ein großer Fußballfan. Sie ist nicht im Verein, aber sie ist fast acht Jahre alt, und man merkt, wie sie sich verbessert. Sie hat ständig einen Ball in der Hand, und früher wirkte das noch so ein bisschen ungelenk, aber plötzlich wirft sie richtig gut. Ich selbst bin eine totale Niete, was Fußball betrifft, und meine Tochter trifft jetzt immer den Ball und wirft ihn hoch und so, und das finde ich total faszinierend.

Und genauso ist es mit dem Mind und dem Mindset. In erster Linie haben wir als Menschen, und das finde ich eigentlich sehr schön, oftmals eine Art große Sucht, und diese Sucht ist das Denken. Letztendlich müssen wir uns diese Sucht ein bisschen abtrainieren. Und Klarheit heißt in erster Linie für mich auch, zur Ruhe zu kommen. Dafür gibt es Techniken, die ich Menschen vermittle, die sie anwenden können, um sich erst einmal zu entstressen, um zur Ruhe zu kommen und um im Idealfall regelmäßig oder ständig in einem Alpha-Modus zu sein. Das ist der ideale Modus, in dem man sein kann. Und das ist wie ein Muskel, den man trainiert, das ist das Eine. Und das Zweite ist, die richtigen Partner zu haben. Das kann beispielsweise in der Mastermindgruppe sein, wo man sich regelmäßig einmal die Woche trifft, per Skype oder persönlich, um an bestimmten Themen zu arbeiten. Denn wenn man keine Klarheit, keinen Fokus hat, dann liegt das meist daran, dass einem Informationen fehlen. Denn oftmals braucht man die entsprechend richtigen Informationen, auch von außen, die richtigen Fragen, damit man dann eine klare Entscheidung treffen kann und auch Klarheit im Kopf bekommt.

Thomas: Da gebe ich dir vollkommen Recht, das kann ich zu hundert Prozent unterstreichen. Aber das ist jetzt auch nicht verwunderlich! (Lacht)

Jochen: (Lacht) Nein, natürlich nicht!

Thomas: Jetzt hast du schon ein bisschen davon gesprochen, zur Ruhe zu kommen. Dazu passt die nächste Frage, die ich an dich habe, eigentlich ganz gut: Gibt es irgendwelche Lifehacks, so nenne ich es jetzt mal, die du empfehlen kannst, die du selbst vielleicht auch nutzt, irgendwelche Tricks, Kniffe, wie man zur Ruhe kommen kann? Gibt es irgendetwas aus deinem Leben, was du weiterempfehlen kannst? Etwas, von dem du sagst, dass es bei dir super funktioniert und was du mit gutem Gewissen weiterempfehlen kannst? 

Jochen: Ich kann tatsächlich etwas weiterempfehlen. Ich habe heute einem Video von Eckhart Tolle gelauscht, der eben diese Methode zum Besten gegeben hat. Und im Grunde genommen ist es ganz, ganz einfach. Wenn ich nicht zur Ruhe komme, dann bin ich meist sehr in mir drin, sehr in meinem Innern, und ich kann eine Änderung relativ rasch bewirken, indem ich ins Außen gehe. Man ist oft in seinen Gedanken drin, und ich habe zum Beispiel diese besondere Fähigkeit besessen, dass ich sehr viele Zwangsgedanken hatte. Dieser Punkt, wo sich alles im Kreis dreht, man denkt immer das Gleiche, immer wieder und immer wieder und immer wieder. Aber da herauszukommen, ist relativ einfach. Man geht raus in die Natur oder in Wien einfach vor die Tür, und dann nimmt man wahr. Und man guckt sich einfach den Himmel an und sagt, „ah, guck mal, der Himmel, da sind die Wolken, ach guck mal, da ist der Baum. Ach, hier hinten, schau mal, das Auto“, aber ich stelle mir keine Fragen darüber. Ich sage mir nicht, „welche Farbe hat denn das Auto?“, sondern ich nehme einfach nur wahr. Und wenn ich noch mehr Probleme habe, das zu tun, wenn es dann immer noch nicht klappt, dann habe ich noch die Möglichkeit, es zu intensivieren. Das heißt, ich kann bestimmte Dinge hernehmen. Wenn ich laufe, kann ich zum Beispiel sagen, „wie fühlt sich denn der Boden unter meinen Füßen an?“ Oder „wie hört sich meine Umgebung gerade an, was höre ich denn da?“ Oder „was sehe ich gerade?“ Mit dieser Methode spricht man verschiedene Sinne an. Oder „was fühle ich jetzt gerade, wenn ich in diesem Moment hier entlanglaufe?“ Und so kann ich die Geschichte unterbrechen, dass ich in meinem Innern bin und mich dann sozusagen wieder ins Äußere begebe. Und in dem Moment, wo ich wahrnehme, wo ich im Außen bin, hören dann plötzlich auch die Gedanken auf, denn ich kann nicht beides auf einmal. Ich kann nicht hundertprozentig präsent sein, hundertprozentig wahrnehmen und in der gleichen Zeit ganz wilde Gedanken denken, Gedankenmuster, Gedankenspiralen, das ist gar nicht möglich.  

Thomas: Das ist super, dass du das sagst, ich habe es erst unlängst einem Spieler von mir im Sportmentaltraining empfohlen, der von einem anderen Verein gescoutet und beobachtet wurde. Er hat sich große Sorgen gemacht, „ich muss daran denken, die sitzen auf der Bühne und schauen auf mich“, und so weiter, und da habe ich ihm genau dieselbe Übung empfohlen.

Jochen: Interessant, sehr gut!

Thomas: Das hat auch gut funktioniert, hat er mir rückgemeldet, das ist wirklich eine tolle Übung.

Jochen: Das hört sich gut an, genau, wunderbar.  

Thomas: Danke für den tollen Tipp, der ist sicher sehr, sehr wertvoll für jeden da draußen. Ich möchte jetzt auf dein Selbstmanagement zu sprechen kommen. Du hast es schon erwähnt, du bist Unternehmer und Vater von fünf Kindern. Das stelle ich mir nicht ganz so einfach vor, wie organisierst du dein jetziges Leben, deinen Tagesablauf? Wie sieht das bei dir so aus? Erzähl mal ein bisschen!

Jochen: Ich merke immer, dass Klarheit einfach sehr wichtig ist. Wenn man am Tag zuvor schon weiß, was man am nächsten Tag machen möchte, dann ist das von Vorteil. Vom Prinzip her ist es bei mir so, dass ich meine Ziele ein bisschen unterteile und sage, was will ich gerade erreichen, und was will ich in der nächsten Woche erreichen? Ich bin nicht der Mensch, der gleich das ganze Jahr durchplant. Und dann mache ich mir ein Konzept und überlege, was ich heute erreichen möchte. Und es ist natürlich so, dass ich von mir selbst weiß, dass ich bestimmte Zeiten habe, wo ich gut funktioniere. Alles so ab 06:00 Uhr bis 15:00, 16:00 Uhr ist gut, danach wird es dann bei mir schwierig. Abends habe ich einfach keine Motivation und keine Lust mehr, und deswegen sehe ich einfach zu, dass ich die Sachen morgens und am Vormittag mache. Und wenn ich Dinge einfach machen muss, dann blocke ich mir die Zeit im Kalender, und dann sorge ich dafür, dass ich in dieser Zeit auch keine Unterbrechungen habe. Mir ist sehr wichtig, diesen Schritt gegangen zu sein, dass ich angefangen habe, mit einer Assistentin zu arbeiten, einer virtuellen Assistentin, die in den USA sitzt, und Schritt für Schritt angefangen habe, alles abzugeben, was mich stresst. Mich stresst zum Beispiel alles, was mit Buchhaltung zu tun hat, und mich stresst alles, was mit Administration zu tun hat. Mich stresst Kleinkram. Ich habe beispielsweise jetzt ein Projekt gemacht, und es ist einfach ganz toll, dass ich dann zu meiner Assistentin sagen kann, „kümmere dich um den Rest, kümmere dich darum, dass die Rechnung vom Lieferanten xy stimmt, dass die Bezahlung läuft“. Wir arbeiten sehr viel international, es müssen sehr viele Sachen erst einmal koordiniert werden, und ich weiß, sie kümmert sich darum. 

Und ich habe dann quasi damit begonnen, die fünfte Stufe des Delegierens zu lernen (lacht). Die fünfte Stufe des Delegierens, das ist gewissermaßen das Abgeben. Ein sehr großer Aha-Effekt war für mich, als ich die Buchhaltung abgegeben habe. Ich habe meiner Assistentin gesagt, dass ich eine Bilanz machen muss. Das kann ich nicht selbst, und das kann sie auch nicht, das muss eine Bilanzbuchhalterin machen. Und dann bin ich hingegangen und habe gesagt, „das ist dein Verantwortungsbereich, du machst das, und wenn es irgendwelche Fragen gibt oder wenn irgendwelche Sachen zu klären sind, dann klärst du das mit mir. Wenn es nicht geht, wenn es zu schwierig wird, wenn es Stille Post ist, dann machen wir ein Dreier-Meeting“. Es hat bisher nie ein Dreier-Meeting stattgefunden, weil alles geklärt werden konnte. Und für mich als Unternehmer ist es so, dass es das Wichtigste ist, dass ich immer mehr dorthin komme, an meinem Unternehmen zu arbeiten. Und wie erreiche ich das? Indem ich mehr und mehr die Sachen, die im Weg sind, so organisiere, dass sie mich nicht mehr stressen oder dass ich damit gar nichts mehr zu tun habe. Und das ist für mich tagtäglich etwas, wo ich kaizenmäßig einfach immer besser werden will und wo ich auch immer besser werde und Schritt für Schritt meinen Weg gehe.

Thomas: Sehr genial. Ich habe vorhin lachen müssen, weil ich heute den Quartalsabschluss von meiner Buchhaltung gemacht habe und mir das auch wahnsinnig auf die Nerven geht. Ich bin mit einer normalen Einnahmen-Ausgaben-Rechnung schon schwer frustriert (lacht).

Jochen: Ich muss dazu sagen, bei mir hat dieser Prozess drei, vier Jahre gedauert. Ich habe dann erst einmal strukturiert, ich habe angefangen, dass meine Post nicht mehr zu mir kommt, sondern zu meinem Bürodienstleister, wo die Sachen eingescannt werden oder erst einmal in ein E-Mail-Postfach gehen. Dann haben wir ein Programm entwickelt, dass sie alle in ein bestimmtes System hineingehen, und jetzt aus diesem System heraus werden sie dann vorab eingegeben mit Betrag und Datum. Das geht an meine Assistentin, und dann geht es an die Buchhaltung. Das hat schon eine Weile gedauert. Und ich bin der festen Überzeugung, dass man, wenn man an seinem Unternehmen arbeiten will, aber in der Rolle ist, dass man sehr stark Fachkraft ist, dass man also sehr stark jemand ist, der die Sachen selbst macht, dann ist es wichtig zu begreifen, dass es Schritt für Schritt gehen muss. Bei manchen geht es schneller, bei anderen dauert es einfach länger, und es hat eben dort auch viel mit dem Mindset zu tun. Das heißt, wie bin ich in der Lage, mich selbst als jemand zu verstehen, der das nicht mehr selbst macht, und wie bin ich in der Lage, mich als jemand zu verstehen, dem es gut damit geht? Der nicht sagt, dass er faul ist, nur, weil er es nicht selbst machen möchte, sondern der sagt, dass es nicht seine Aufgabe ist.

Thomas: Absolut, das kann ich nur unterstreichen. Da muss ich noch ein bisschen an mir arbeiten, auch an diesen restlichen Dingen. Es sind nicht mehr viele, aber die muss ich auch noch abgeben (lacht).

Jochen: Ja genau, das ist einfach ein Prozess.

Thomas: Genauso ist es. Jetzt bist du als Unternehmer auch sicher sehr viel vor dem Computer, nehme ich an. Gibt es irgendwelche Tools, Programme oder Apps, die du für dein Selbstmanagement und für deine Organisation nutzt? Und falls ja, welche sind das, und welche kannst du uns empfehlen?

Jochen: Da ich sehr, sehr intensiv mit Teams arbeite und es immer um irgendwelche Zugänge geht, bin ich ein sehr großer Fan von LastPass. Das ist eine Software, mit der ich meine ganzen Zugangsdaten verteilen kann. Das heißt, ich trage sie dort ein, und dann kann ich sie mit meiner Assistentin entsprechend teilen. Denn ich finde es ganz schlimm, wenn mich jemand fragt, „kannst du mir nochmal die Zugangsdaten schicken?“, und ich sagen muss, „ich habe sie dir schon gegeben“! (Lacht)

Thomas: (Lacht) Das kommt mir irgendwie bekannt vor!  

Jochen: Da kriege ich so einen Hals! Und ich habe ein bisschen ein Problem gehabt bei einem meiner Söhne, der auch bei mir mitarbeitet und bei noch einer anderen Mitarbeiterin, weil die es nicht genutzt haben. Und dann war eben genau diese Situation. Ich habe ihnen erklärt, „genau das ist der Grund, warum es mir wichtig ist, dass ihr es verwendet, denn dann müsst ihr nicht mehr nachfragen. Die Daten sind da, und ihr könnt darauf zugreifen.“ Das Einzige, was ich dann machen muss, das ist, die Daten von meinem Handy aus zu teilen. Das ist möglich, wenn ich die kostenpflichtige Variante des Tools habe. Und das finde ich ganz, ganz fantastisch, das ist so das eine Tool. Ein anderes Tool, was ich verwende und was ich sehr wichtig finde, das ist Netmemo Plus. Das ist ein Tool, das es für Android gibt. Es gibt auch eine Version, die etwas anders heißt, die auch für das iPhone funktioniert. Und da ist für mich wichtig, dass ich die Möglichkeit habe, Sachen in mein Handy hinein zu diktieren. Als Nächstes wird diese Aufnahme dann an meine Assistentin geschickt, und dafür verwende ich ein Ticketsystem. Und zwar gibt es das von der Firma Plan.io, und man kann es so einrichten, dass Aufgaben automatisch in dieses System hineingehen und der Assistentin zugewiesen werden. Inzwischen brauchen wir es nicht mehr, weil ich, wie gesagt, bereits weg bin von Delegieren Stufe 1 bis 3, hin zum Abgeben, das heißt, ich kontrolliere auch nicht mehr. Ich kontrolliere nicht, ob die Aufgabe erledigt ist, weil ich einfach weiß, dass es gemacht wird. Und das ist natürlich etwas, was ich herausragend finde, Mitarbeiter zu gewinnen, denen man vertraut und wo man weiß, es passiert, ohne, dass man kontrollieren muss. Das sind die beiden anderen Tools, die ich verwende.

Thomas: Sehr cool, ich glaube, für das iPhone heißt es „4Memo“.

Jochen: Okay.

Thomas: Das verwende ich auch.  

Jochen: Genau, das ist einfach genial. Ich habe eine Zeitlang meine Tochter zur Schule gebracht, und auf dem Rückweg, als ich im Stau stand, habe ich einfach ein paar Sachen diktiert. Und man darf dabei nicht vergessen: 20 Minuten sind 20 Minuten, und wenn ich vier Aufgaben habe, für die ich 20 Minuten brauche, diese vier Aufgaben aber in fünf Minuten erledigen kann, dann habe ich bereits eine Stunde gespart.  

Thomas: So ist es.  

Jochen: Und wenn es zehn Aufgaben sind, dann sind es zwei Stunden, in der Woche summiert es sich auf zehn, und im Monat sind das 40 Stunden, die der Unternehmer getrost sozusagen abgeben kann und stattdessen diese Zeit genießen und sich um andere Dinge kümmern muss. Es gibt auch Selbständige, die abends oder am Wochenende noch am Schreibtisch hocken, weil sie eben ihre Abschlüsse machen müssen, und das, sage ich ganz ehrlich, muss nicht sein.  

Thomas: Das sehe ich genauso, dafür gibt es diesen Podcast und vieles andere. Sehr gut, sehr gut. Jochen, sehr, sehr spannend bisher, und ich bin schon gespannt auf deine Antwort auf die nächste Frage. Und zwar, was sind für dich die wichtigsten Komponenten, wenn du am Ende des Tages im Bett liegst, dass du sagen kannst, „wow, das war heute wirklich ein produktiver Tag“, was muss dieser Tag gehabt haben?

Jochen: Für mich ist es so, dass ich die Tage liebe, die sanft dahinfließen. Der Tag ist schon mal ganz cool, wenn ich aufgestanden bin und bereits Geld verdient habe. Das ist schon mal ganz prima, das finde ich fantastisch. Das klappt manchmal bei mir, aber nicht immer. Dann finde ich es ganz gut, wenn ich die Dinge ganz in Ruhe und ganz entspannt machen konnte. Wenn ich die Dinge einfach vorangebracht habe und trotzdem am Ende des Tages weiß, dass ich alles in Ruhe gemacht und gutes Geld verdient habe. Das ist für mich ein optimaler Tag. Und interessanterweise habe ich festgestellt, dass ich diese Tage liebe, die relativ unspektakulär sind, wo ich so meine vier, fünf Aufgaben mache, dann noch ein bisschen draußen bin, spazieren gehe, nachmittags mit meiner Familie zusammen bin, auch entspannt bin, und dass ich auch mit Situationen, die vielleicht ein bisschen herausfordernder sind, gut umgehen kann. Und wenn ich am Ende des Tages immer noch entspannt bin, das ist eigentlich für mich ein perfekter Tag.

Thomas: Super, geniale Definition! Wir sind schon fast am Ende des Interviews. Zwei Fragen habe ich noch. Ich weiß nicht, ob du ein Buchleser bist? Mich würde interessieren, welches Buch, das du bisher gelesen hast, hat dich am meisten inspiriert, und warum war das so?

Jochen: Ich lese sehr viel, ja, das ist richtig. Für mich war ein sehr inspirierendes Buch „The Slight Edge“, und zwar geht es darum, dass man ganz regelmäßig kleine Dinge tut. Dass man nicht denkt, man müsste ganz viel machen und ganz doll ackern, um irgendetwas zu erreichen, sondern wenn ich jeden Tag eine Stunde schreibe, und das sind jeden Tag 100 oder 200 Wörter, dann habe ich in 100 Tagen schon 20.000 Wörter geschrieben. Und das ist etwas, was mich total fasziniert hat. Ein anderes Buch, was mir jetzt gerade spontan einfällt, das ist von Jay Abraham, „Getting everything you can out of all you’ve you got“, weil ich einfach ein großer Fan von Marketing bin, und ich glaube, dass viele Sachen anders funktionieren könnten, wenn wir anstatt eines Tunnelblicks einen – er nennt das – „Funnelblick“ hätten, also mal über den Tellerrand hinausschauen würden. Und das finde ich einfach total spannend. Die meisten gucken, was das betrifft, zu ihren Konkurrenten und fragen sich, wie die es machen. Aber es ist viel interessanter, dort zu schauen, wo keiner hinguckt und von den anderen zu lernen. Zu schauen, wo gibt es Synergieeffekte, die ich benutzen kann, die ich verwenden kann, um zum Ziel zu kommen? Und das finde ich sehr faszinierend. Wer sich mit Marketing beschäftigt, sollte sich nicht nur mit dem klassischen Marketing beschäftigen, sozusagen, „ich mache x, dann mache ich y und danach z“, sondern eben auch mit Jay Abraham. Ich habe seine Videos rauf und runter geschaut und bin ein großer Fan von ihm. Wer sich mit Marketing beschäftigt, sollte auf jeden Fall Jay Abraham zu den fünf wichtigsten Menschen machen, mit denen er zu tun hat, auch wenn es nur virtuell ist.

Thomas: Sehr gut. Die Links hauen wir natürlich alle in die Show Notes hinein, keine Frage. Jetzt noch eine sehr persönliche Frage, wie wird dein Leben in zehn Jahren aussehen? Was sind deine Ziele, wo wirst du sein?

Jochen: In zehn Jahren sitze ich in meinem Haus am See, an dem ich jetzt schon ab Ende Juli sitze. In dem Fall ist es nicht mein Haus am See, sondern wir wohnen tatsächlich in einem Haus am See zur Miete. Aber für mich ist das so, dass ich in zehn Jahren ein gut funktionierendes Team von Spezialisten habe, die eigenverantwortlich ihre Aufgaben erledigen, die gut aufeinander eingespielt sind, eine tolle Assistentin in der Yvonne, die heute schon für mich arbeitet und ich in der Lage bin, Ideen, die ich habe, so zu kommunizieren, dass sie passieren, ohne dass ich die Dinge selbst machen muss. Und dass ich einfach davon lebe, zu podcasten, das ist für mich ein großer Wunsch. Für mich ist es so, dass ich dann jemand sein werde, der noch mehr als heute Menschen inspiriert und begeistert, und dass die Menschen es einfach lieben, Dinge, Produkte, Dienstleistungen von mir zu hören, zu bekommen, um sozusagen in ihrem Leben als Unternehmer weiterzukommen und noch mehr zu wachsen.

Thomas: Super, sehr, sehr spannend, da bin ich schon gespannt, ob das in zehn Jahren so sein wird. Dann hören wir uns vielleicht wieder in einem Podcast-Interview.

Jochen: Ja, das wird definitiv so sein.

Thomas: Vielen Dank für diese spannenden Worte, da war echt viel Neues auch für mich wieder dabei. Abschlussfrage: Wo kann man mehr über dich erfahren, wo findet man dich im Netz?

Jochen: Eine Sache ist, natürlich finde ich es immer schön, wenn man als Hörer noch etwas bekommt, und spezielle für deine Hörer habe ich noch etwas zusammengestellt, die wichtigsten Punkte, die wichtigsten Schritte, die man machen kann, um als Unternehmer glücklich zu sein. Oder auch zukünftig, wenn man noch kein Unternehmer ist, glücklich zu sein. Das findet ihr einfach unter unternehmer.link/mangold. Natürlich findet man mich unter der-glueckliche-unternehmer.de, und eines, was ich jedem noch ans Herz legen möchte, das ist, an seinem Mindset zu arbeiten und an seinen Zielen zu arbeiten. Ich habe das mit einem tollen Programm gemacht, das „Mindstore“ heißt, und das findet ihr unter unternehmer.link/mindstore.  

Thomas: Super. Die werden wir alle in die Show Notes hineinnehmen, ich schreibe noch schnell mit. So, alles erledigt! Vielen Dank Jochen, für das sehr, sehr spannende Interview.

Jochen: Sehr gerne.

Thomas: Danke für die tollen Tipps und natürlich auch für den Bonus, das freut mich ganz besonders. Ich freue mich, wenn wir uns vielleicht in ein, zwei Jahren wiederhören.

Jochen: Definitiv!  

Thomas: Dann hören wir, wie es weitergegangen ist. Bis dahin, vielen Dank und alles Liebe!

Jochen: Danke, dass ich bei dir sein durfte.

Thomas: Sehr gerne, ciao.

2018-05-11T16:25:33+00:00 0 Comments

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