Die LMAA-Plädoyers – ein Interview mit Cordula Nussbaum

Cordula Nussbaum hat vor kurzem ihr neues Buch „LMAA – Mini-Plädoyers für mehr Mut, Leichtigkeit und Gelassenheit“ herausgebracht. Im Interview erzählt sie was es in diesem Buch alles zu lesen gibt, was ihre Lieblings-Plädoyers sind und wie sie so organisierst, denn immerhin ist das ihr mittlerweile 16. Buch das sie geschrieben hat.


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Transkript dieser Podcast-Folge:

Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für dein Selbstmanagement. Damit du endlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben hast.  #00:00:17-8#

Hallo und ein herzliches Willkommen zur 262. Podcastfolge. Mein Name ist Thomas Mangold, und ich freue mich sehr, dass du mir auch heute wieder dein Ohr leihst. Ich habe eine spannende Interviewpartnerin für dich, nämlich Cordula Nussbaum. Cordula ist im selben Bereich wie ich tätig: Selbstmanagement, Zeitmanagement und Produktivität. Aber sie geht die ganze Sache aus einem vollkommen anderen Blickwinkel an. Und warum plaudern hier heute miteinander? Sie war bereits in Podcastfolge 170 zu Gast und hat ihr Buch „Organisieren Sie noch oder leben Sie schon?“ vorgestellt. Heute sprechen wir über ihr neues Buch, in dem es um „66 Mini-Plädoyers für mehr Mut, Leichtigkeit und Gelassenheit“ geht. Wir reden über einzelne Plädoyers, die in diesem Buch vorkommen, und wir plaudern über das Schreiben generell. Und Cordula hat auch noch eine Leseprobe und viele spannende Tipps mitgebracht. Deswegen: Vorhang auf für das Interview mit Cordula Nussbaum. #00:01:29-8#

Thomas: Hallo Cordula, es freut mich sehr, dass du wieder einmal Zeit hast, um in meinen Podcast zu kommen. Du warst bereits in Folge 170 zu Gast, darauf kommen wir noch zu sprechen. Für die, die dich vielleicht noch nicht kennen, sei doch bitte so lieb und stell dich kurz vor. Wer bist du, und was machst du? #00:01:46-7#

Cordula: Sehr gerne, Thomas. Erstmal herzlichen Dank für die erneute Einladung. Ich freue mich total, dass wir beide wieder miteinander sprechen können. Für deine Hörerinnen und Hörer habe ich einige Tipps dabei. Ich bin Cordula Nussbaum und lebe in der Nähe von München in Bayern. Das hört man vielleicht am Zungenschlag. Ich bin mittlerweile bekannt als die Zeitmanagerin für kreative Chaoten, sprich, für all die Menschen, die am klassischen Zeitmanagement scheitern, denen es in der Praxis nur schwer gelingt, Listen zu erstellen und Prioritäten zu vergeben. Ich habe einen Ansatz entwickelt, wie die kreativen Chaoten sich und ihre Aufgaben so organisieren können, dass sie schaffen, was sie schaffen wollen. Und ich habe das Ganze etwas weiter gefasst, nicht nur die Zeit zu managen, sondern auch mal zu schauen, wie man als kreativer Chaot durchs Leben gehen will und was einen glücklich macht. #00:02:39-9#

Und auch hier unterscheiden wir uns sehr stark von den systematischen Menschen, die einen Lebensplan haben und bereits heute wissen, was sie bis zur Rente machen. Aber das kann man auch ein bisschen anders machen, und das ist mein Steckenpferd und meine Leidenschaft. Dazu spreche ich, coache ich, gebe Seminare und schreibe Bücher. #00:02:54-8#

Thomas: Und der Grund, warum wir beide heute plaudern ist dein neues Buch. Es heißt „LMAA…“ (lacht), jetzt habe ich eine Idee, was das heißen könnte, aber ich weiß nicht, ob ich das im Podcast sagen darf. Aber ich gehe mal davon aus, dass es etwas Anderes heißt. #00:03:05-6#

Cordula: (Lacht) Du liegst schon ganz richtig. Tatsächlich hat meine Generation bei „LMAA“ ein ganz klares Bild, nämlich „leck mich am…“ Von der Bedeutung her ist das auch ein bisschen so gemeint, aber auf eine liebevoll charmante Art und Weise. „LMAA“ ist in meinem Buch nicht aggressiv gemeint, sondern im Sinne von „loslassen macht alles anders“. Das ist die Kernbotschaft des Buches. Das heißt, lass mal los, was dich bremst, was dich klein macht, wo du dich selbst stresst. Lass mal los, wo du denkst, dass du nur noch funktionierst und lediglich die Erwartungen anderer Menschen erfüllst. Es geht darum, eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln und wieder mehr Leichtigkeit in unser Leben hineinzubringen.  #00:04:02-8#

Thomas: Eine sehr spannende Sache, die sicher viele Menschen gut gebrauchen können. In deinem neuen Buch lieferst du 66 Mini-Plädoyers für mehr Mut, Leichtigkeit und Gelassenheit. Wie bist du ausgerechnet auf die 66 gekommen? #00:04:14-5#

Cordula: Die 66 war ein Prozess. Darüber, wie ein solches Buch entsteht, können wir uns gerne später noch unterhalten. Aber wie sind diese Plädoyers entstanden? Ich habe festgestellt, dass ich im Leben oft Impulse bekommen oder Erfahrungen gemacht und Lektionen gelernt habe, die sehr wehgetan haben. Ich bin gescheitert, ich habe mich aufgerieben und musste lernen, mit Problemen umzugehen. Jetzt bin ich neunundvierzig Jahre alt, und rückblickend merke ich, dass sich diese Lektionen wiederholen. Und das passiert nicht nur mir, sondern vielen anderen Leuten auch.  #00:05:00-6#

In meinen Vorträgen und Seminaren erzähle ich Geschichten von mir selbst. Ich erzähle darüber, wie ich mit Herausforderungen umgegangen bin. Und immer wieder ist es mir passiert, dass mich Leute nach den Vorträgen ansprechen und sagen, dass sie jetzt endlich verstehen, in welchen Situationen sie sich immer selbst im Weg gestanden haben. Und das fand ich so schön zu sehen, dass meine Erfahrungen weiterhelfen, auch wenn sie nicht wertvoller sind als die von anderen. Offensichtlich setzen wir, wenn wir über unsere Erfahrungen reden, in anderen Menschen einen Lern- und Erkenntnisprozess in Gang. Und das ist grandios. #00:05:56-5#

Das heißt, die 66 Mini-Plädoyers sind ganz viele von diesen Geschichten, die ich selbst erlebt habe. Es sind Fabeln, die ich selbst gelesen habe und die bei im Hirn einen Schalter umgelegt haben, weg von „quäl dich, stress dich“ hin zu mehr Leichtigkeit, Mut und Gelassenheit. Und die teile ich sehr gerne in der Hoffnung, dass die eine oder andere Geschichte, das eine oder andere Plädoyer auf einen fruchtbaren Boden fällt und dadurch auslöst, dass die Leserinnen und Leser etwas an ihrem Leben verändern möchte.  #00:06:27-3#

Thomas: Das ist das Schöne an Geschichten und Metaphern, wenn man sie erzählt, bleibt viel mehr von der Botschaft hängen als wenn man irgendetwas langweilig herunterschreibt. Ich habe bereits erzählt, dass wir vor einem Jahr in der Folge 170 zusammen geplaudert haben. Damals hast du das Buch „Organisieren Sie noch oder leben Sie schon?“ herausgebracht. Dabei geht es größtenteils um Zeitmanagement. In deinem neuen Buch geht es sehr stark in Richtung Motivation und glückliches Leben. #00:07:02-4#

Cordula: Letztes Jahr haben wir über die dritte Auflage von „Organisieren Sie noch oder leben Sie schon?“ gesprochen. Die Erstauflage war 2008. Das Thema beschäftigt mich im Moment sehr, herauszukommen aus dem Organisieren und hinein ins Leben. Wo ist der gedankliche Link zum LMAA? Ich habe von Anfang an in meinen Seminaren ganz stark den Eindruck gehabt, dass wir eigentlich alle Tipps bereits kennen. Das ist bei dir im Zeit- und Selbstmanagement sicher genauso. Wir kennen die Produktivitätstipps, wir wissen, wie wir unsere Aufgaben eigentlich organisieren sollten. Wir wissen, dass wir uns ausklinken und die Tür hinter uns zumachen sollten. In der Theorie wissen wir das alles gut. Der spannende Punkt kommt jetzt: Wenn du das alles weißt, warum machst du es dann nicht? #00:07:56-8#

In meinen Coachings und Seminaren, aber auch aus eigener Erfahrung habe ich gelernt, dass es um folgende Gründe geht. Wenn ich sage, ich mache die Tür zu, um ungestört arbeiten zu können, dann habe ich vielleicht ein schlechtes Gewissen. Die anderen könnten denken, „boah, der Thomas, jetzt zickt er aber rum. Er will nicht gestört werden und ist plötzlich nicht mehr nett.“ Oder „warum ist Cordula auf einmal so komisch? Sonst war sie doch immer so hilfsbereit und hatte eine Politik der offenen Tür.“ In unserem Kopf läuft ein Film ab, wir wollen, dass die anderen uns mögen. Wir wollen nicht, dass sie denken, wir seien komisch. Und das ist der Punkt, dieser innere Film, warum wir nicht das tun, was wir eigentlich tun wollen. Im LMAA schaue ich mir dieses „eigentlich“ intensiver an. Ich ermutige die Leser, den Finger dort hineinzulegen, wo man sich selbst im Weg steht und dann herauszukommen aus diesen Mustern, in denen wir gefangen sind. #00:08:55-9#

Das LMAA geht tiefer in die Persönlichkeit hinein. Es soll uns helfen, uns zu befähigen, die Tipps aus dem Zeit- und Selbstmanagement, die alle gut sind und ihre Daseinsberechtigung haben, mit vollem Herzen und einem super guten Gewissen anzuwenden.  #00:09:17-7#

Thomas: Das kann ich voll und ganz unterstreichen. Du hast den Spotlight-Effekt beschrieben, den viele leider nicht kennen. Man stellt sich immer vor, dass alle Scheinwerfer auf einen selbst gerichtet sind, dabei nimmt uns das Umfeld meist gar nicht so wahr. Das vielleicht noch als kleine Ergänzung. Du hast 66 Mini-Plädoyers, und ich habe 101 Produktivitätstipps. Einer davon ist mein Lieblingsproduktivitätstipp. Welches deiner 66 Plädoyers ist dein persönliches Lieblingsplädoyer? #00:09:55-4#

Cordula: Es gibt einige, die mir besonders am Herzen liegen. Beispielsweise der Tipp, den wir gerade besprochen haben, dass man sich mit ruhigem Gewissen abschotten soll.  #00:10:14-7#

Thomas: Das ist auch meiner! (Lacht) #00:10:15-2#

Cordula: Den finde ich sehr wichtig. Bei der permanenten Erreichbarkeit können wir heute vierundzwanzig Stunden auf Sendung und permanent für die anderen da sein. So schön diese Technik ist, aber wir haben leider nie gelernt, damit umzugehen. Und ich plädiere zum Beispiel dafür, dass in den Schulen gelehrt wird, wie man mit dieser ständigen Erreichbarkeit umgeht. Es reicht nicht zu wissen, dass man mit dem Smartphone rund um die Uhr und rund um den Globus kommunizieren kann, sondern wie schafft man es, Zeiten der Nichterreichtbarkeit für sich selbst einzurichten? In dem Zusammenhang bin ich auf eine Studie der Uni Freiburg gestoßen, die erforschten, ob Berufstätige wissen, wie erreichbar sie sein müssen.  #00:11:16-1#

Dabei kam heraus, dass achtunddreißig Prozent der Teilnehmer überhaupt nicht wissen, ob ihre Vorgesetzten eine Reaktion auf Anrufe, Mails und Nachrichten erwarten, die außerhalb der Arbeitszeit versandt werden. Das heißt, diese Menschen waren permanent erreichbar, auch während des Feierabends, an den Wochenenden und im Urlaub. Aber es ist doch verrückt, dass man immer in einer angespannten Hab-Acht-Stellung ist. Du musst dann auch asap reagieren und sofort darauf anspringen, wenn etwas kommt. Die Lösung lautet: besprecht es! Das klingt eigentlich total banal, aber offensichtlich sind die banalsten Dinge dann doch nicht so einfach. Man muss darüber reden und im Team klären, „wie ist das, Chef, Chefin, Wochenende – ja/nein? Und wenn ja, unter welchen Umständen?“ Da muss eine klare Kommunikation gefunden werden.  #00:12:22-0#

Das ist eines meiner Lieblingsplädoyers, das mir sehr am Herzen liegt. Ich erkenne immer wieder aufs Neue, wie die Leute in die Knie gehen, weil sie einfach nicht mehr können, weil sie permanent auf Sendung sind. Wahre Erholung, auch mal im Hirn abschalten, das findet überhaupt nicht mehr statt.  #00:12:47-4#

Thomas: Das finde ich schade. Wenn ich Führungskräfte in Unternehmen schule, dann frage ich immer, ob es dort einen Kommunikationsführerschein gibt, wo genau solche Themen behandelt werden. Was wird erwartet, von – bis? Wie schnell muss ich auf Mails antworten, wie schnell auf WhatsApp? Das sollte eigentlich in einem guten Unternehmen klar kommuniziert sein. Leider ist es das selten. #00:13:06-4#

Cordula: Ganz genau. Und deswegen benötigt man Impulse von dir, von mir und von anderen, um dieses Bewusstsein zu schärfen: Denkt mal dran und tut was! Dieses „Tun“ in dem Sinne, dass man herausfindet, wo man selbst Dinge gestalten kann. Das ist auch eines meiner Lieblingsplädoyers. Es gibt beispielsweise ein Plädoyer, bei dem es darum geht, dass jeder von uns ein gewisses Interesse hat. Ich möchte ein Buch schreiben, ich möchte in Ruhe arbeiten, ich möchte Zeit für mich haben oder ein Unternehmen gründen. Wir haben ein Interesse, und jetzt ist die Frage, welchen Einfluss wir auf dieses Interesse haben. Manchmal merke ich, dass sich Menschen an Themen abarbeiten, auf die sie überhaupt keinen Einfluss haben. Dann besteht die Gefahr, dass man in eine Opferrolle fällt und denkt, dass man daran nichts ändern könnte. Das heißt, man sollte schauen, welchen Einfluss man hat, um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und es zu gestalten. #00:14:08-8#

Das heißt nicht, dass wir alles tun können, was wir wollen. Es gibt viele Dinge, die funktionieren einfach nicht, aber man sollte etwas mehr Mut haben um zu erkennen, wo man eingreifen kann, damit die Dinge zumindest ein bisschen besser werden. Gerade für kreative Chaoten ist es wichtig zu erkennen, dass richtige Lösungen nicht immer die sind, die „man“ für richtig hält. Plädoyer Nummer 6 heißt „suche nicht den roten Faden“. Wir denken, wir müssten einen roten Faden für unsere Lebensplanung haben. Wir sollen bereits früh wissen, was wir bis zur Rente machen. Das ist ein Tipp, der ist für systematische Menschen super gut geeignet. Die wissen auch genau, dass sie mit dreiundsechzig in Frühpension gehen und haben ihre Finanzplanung bis zu diesem Zeitpunkt bereits in trockenen Tüchern.  #00:15:06-0#

Der kreative Chaot mag so etwas nicht und verzweifelt häufig daran, dass er keinen roten Faden hat. Er denkt, er sei ein bunter Vogel, weil er mal dies und mal jenes gemacht hat. Diese Menschen ermutige ich, sich die bunten Flecken in ihrem Leben anzuschauen und dann einen bunten Faden daraus zu weben.  #00:15:23-9#

Thomas: Das finde ich eine großartige Sache. Bis zur Pension vorplanen, das ist absolut sinnlos. Was jetzt alles mit der digitalen Revolution auf uns zukommt, wird viele Pläne umwerfen. Cordula, man kann auch schon einen Blick in dein Buch werfen, und es gibt auch ein umfangreiches Workbook. Magst du dazu noch ein bisschen was erzählen? #00:15:49-9#

Cordula: In den Online-Buchhandlungen kann man einen Blick in das Buch werfen. Ich habe auch eine Landing Page zum Buch gemacht, die du sicher in die Show Notes packst. Und die, die das Buch gekauft haben, finden in einem geschützten Bonusbereich ein Workbook, wo ich zu jedem der 66 Impulse weitere Fragen stelle. Nicht unbedingt, weil ich die 66 Impulse als Arbeitsbuch betrachte, sondern es sind Mini-Plädoyers, die du kreuz- und querlesen kannst. Mir haben Leser geschrieben, dass sie das Buch auf dem Nachttisch liegen haben und vor dem Schlafengehen einen der Impulse lesen. Sie picken sich heraus, was ihnen gerade auf der Seele brennt. Nichtsdestotrotz wollen viele Kunden wissen, was sie aus den Impulsen für sich selbst herausziehen können. Dafür gibt es das Workbook. Es ist gratis für alle, die das Buch gekauft haben. Deswegen habe ich das Workbook gratis erstellt für alle, die das Buch kaufen. Dort können sie zum Beispiel zum Thema „roter Faden“ erarbeiten, was das für sie persönlich genau bedeutet und wie sie das Thema vertiefen können.  #00:17:07-8#

Thomas: Ich selbst arbeite sehr gerne mit Workbooks und finde dein Angebot super. Vor unserem Interview habe ich deine Bücher gezählt. Ich selbst komme mittlerweile auf sechs Bücher im Bereich Selbstmanagement gekommen und auf drei im Bereich Fußball. Aber du bist schon bei deinem sechzehnten Buch angelangt. Wie machst du das? Du scheinst deinem Beruf als Zeitmanagementexpertin mehr als gerecht zu werden. Wie schafft man es, sechzehn Bücher zu schreiben? Überspitzt formuliert würde ich sagen, du hast schon mehr Bücher geschrieben, als viele Menschen in ihrem Leben gelesen haben. #00:17:47-9#

Cordula: Oh, das hoffe ich nicht! Aber du könntest recht haben. Ich erinnere mich an eine Studie, die untersucht hat, wie viel die Leute im Durchschnitt lesen. Wie mache ich das? Zum einen muss ich sagen, dass mein allererstes Buch 2004 erschienen ist. Das heißt, das ist schon vierzehn Jahre her. Gut, das ist im Schnitt immer noch mehr als ein Buch pro Jahr. Das habe ich mir noch gar nicht bewusst gemacht. Meine Bücher sind bereits vor dem Schreiben in meinem Kopf und in meinem Herzen fertig. Mein erstes Buch war ein Zeitmanagementratgeber für den privaten Alltag. Vorher hatte ich bereits Zeitmanagementseminare gegeben, das heißt, ich hatte die Techniken. Und ich hatte zwei kleine Kinder. In einem familiären Alltag musst du deine To-do-Listen schreiben, du musst Plan A und Plan B erstellen und die Kinderbetreuung organisieren. Das war in der Theorie alles super lustig und interessant, aber die Praxis sah leider völlig anders aus.  #00:19:13-3#

Ich hatte einen Termin als Rednerin auf einem Seminar in Wien, die Kinderbetreuung war organisiert und ich hatte alles unter Kontrolle, doch am Morgen bekam ich einen Anruf, dass der Sohn der Kinderbetreuung krank ist und sie nicht kommen kann, um nach meinem Kind zu sehen. Die Oma ist auch nicht da, die Freundin kann auch nicht, und dein Mann kann spontan keinen Urlaub nehmen. Dann stehst du da! Das heißt, ich habe das, was ich aus dem Business Context kannte auf die Familie übertragen.  #00:19:39-5#

Später ist ein Verlag auf mich zugekommen. In einem meiner Zeitmanagementseminare saß eine Redakteurin von Gräfe und Unzer, und die hat mich gefragt, ob ich das, was ich im Business Context gemacht habe, für den familiären Alltag schreiben könnte. Und da habe ich natürlich gleich gesagt, „na klar, das kann ich!“ Innerhalb von zwei Wochen hatte ich das Konzept geschrieben, und eine Woche später war der Vertrag da. Dann habe ich drei bis vier Monate gebraucht, um das Buch zu schreiben. Das ging so schnell, weil das Thema bereits in meinen Gedanken verankert war. Ähnlich war es auch bei meinen anderen Büchern. Ich gehe teilweise sehr lange schwanger mit meinen Ideen. Bei „Das geht ja doch!: Wie Sie mit fünf Fragen Ihr Leben verändern“ ist 2015 erschienen. Darin stecken Methoden, Ansätze und Wissen, die ich im Kopf habe, seitdem ich in meinem Bereich arbeite.  #00:20:31-6#

Die Initialzündung zu diesem Buch war, dass ich mit meiner Familie vier Monate nach Hawaii gegangen bin. Alle haben mir damals gesagt, „das geht doch nicht, du kannst doch nicht vier Monate lang deine Kinder aus der Schule nehmen und aussteigen!“ Aber wir haben bewiesen, „das geht ja doch!“ Das wäre auch ein Tipp für alle, die ebenfalls Lust hätten, ein Buch zu schreiben, wenn es in den Sachbuchbereich hineingeht, dann sollte man vorher viel Erfahrung durch eigenes Tun sammeln. Dadurch bringt man die persönliche Komponente hinein, das Buch ist gedanklich bereits fertig, und dann geht es relativ schnell. #00:21:08-0#

Thomas: Sehr spannend. Und wenn du in die Umsetzung gehst, hast du dann einen speziellen Workflow? Schreibst du das Buch dann in zwei, drei Tagen oder nimmst du dir jeden Tag einige Stunden Zeit dafür? #00:21:18-4#

Cordula: Vom Workflow her hat sich bei mir gezeigt, dass ich nur gut funktioniere, wenn ich einen Vertrag habe. Wir haben in Europa viele Verlage, die sehr unterschiedliche Programme haben. Mein Tipp: Sucht euch zunächst das Thema aus, dass ihr bereits im Kopf habt und überlegt, zu welchem Verlag es gut passen würde. Schaut euch an, wie dieser Verlag arbeitet und wie seine Bücher gemacht sind. Ich habe beispielsweise viel bei Campus publiziert, und die sind sehr wirtschaftslastig. In deren Konzept würde ein LMAA-Buch überhaupt nicht hineinpassen. Das heißt, schau dir an, welcher Verlag macht was? Und dann such dir aus, zu welchem Verlag dein Buch gut passen könnte. Dann schreibe ein Konzept und schicke es dem Verlag. Das Konzept muss schon relativ viel Fleisch haben. Der Lektor, der es auf den Tisch bekommt, muss gut erkennen können, worum es in dem Buch gehen wird. Das muss noch nicht geschrieben sein, aber die Kernidee und der Nutzen für den Leser, auch die Abgrenzung zu anderen Büchern, das muss einfach sehr klar sein. #00:22:34-7#

Und wenn der Lektor dann Zucker geschleckt hat, dann kann man immer noch ein bisschen am Inhalt tunen. Meiner Erfahrung nach sind Lektoren immer sehr dankbar, wenn sie selbst ein bisschen dazu beitragen können. Nicht, dass sie sich den Inhalt des Buches für dich überlegen, aber sie haben gerne einen Gestaltungsspielraum. Und dann machst du einen Vertrag mit einer Deadline. Das ist der für mich wichtige Punkt, ich benötige diese Deadline, um ins Tun zu kommen. Schau dir den heutigen Tag an, wir haben wunderbaren Sonnenschein, und wenn ich nicht bald eine Deadline für meine Manuskriptabgabe hätte, dann würde ich nach unserem Gespräch lieber eine Runde laufen oder Fahrrad fahren als schreiben. Das heißt, diese Deadline ist für mich ganz wichtig. #00:23:27-1#

Und vom Workflow her funktioniert es bei mir gut. Ich klinke mich dann aus und nehme keine Termine für die Zeit an, in der ich schreibe. Ich habe keine Seminare und nur wenig Reisetätigkeit. Ich muss dann am Stück schreiben, und innerhalb von zwei bis vier Monaten bin ich normalerweise fertig.  #00:23:47-1#

Thomas: Bei mir ist es ähnlich. Termin mit Lektorat wird ausgemacht, und dann ist alles klar und man muss nicht lange diskutieren. Vielen Dank, Cordula, das waren viele gute Tipps. Als letzte Frage noch, wo im Netz können die Menschen mehr über dich erfahren? #00:24:05-8#

Cordula: Meine Hauptwebseite ist www.kreative-chaoten.com. Dort gibt es einen gratis Selbstcheck, mit dem man herausfinden kann, ob man Chaot oder Systematiker ist. Es gibt einen weiteren Selbstcheck mit Soforttipps zum Zeitmanagement und einen Check zum Thema „Karriere/Lebensmodell“. Und die Infos zum Buch, die gibt es unter www.gehtjadoch.com/lmaa. #00:24:31-3#

Thomas: Beides werden wir in den Show Notes verlinken. Cordula, das war wie immer ein spannendes Interview. Wir sehen uns hoffentlich in achtzig oder neunzig Folgen wieder! #00:24:44-7#

Cordula: (Lacht) Genau. Das nächste Buch ist in Arbeit. Es wird also nicht langweilig.  #00:24:52-1#

Thomas: Dann haben wir auch wieder ein neues Thema. Vielen Dank für die ganzen tollen Infos, und das letzte Wort in diesem Podcast gehört dir. Es war ein wertvolles Interview und hat extrem viel Spaß gemacht. #00:25:01-2#

Cordula: Das freut mich. Und ich wünsche dir und all deinen Hörerinnen und Hörern eine gesunde Portion LMAA, genießt das Leben und bringt mehr Mut, Leichtigkeit und Gelassenheit hinein. Es lohnt sich! #00:25:14-7#

Vielen lieben Dank, Cordula, für dieses wirklich spannende, interessante und humorvolle Interview. Wenn du mehr über Cordula erfahren willst, und wenn du die ganzen Links, zu ihrem Buch, zu ihrer Webseite und zum Blog wissen möchtest, dann wechsle jetzt bitte auf selbst-management.biz/262. Da findest du alle Links. #00:25:50-4#

Das soll es für den heutigen Podcast wieder gewesen sein. Ich freue mich sehr, wenn wir uns nächste Woche wiederhören. In diesem Sinne, machs gut und genieße deinen Tag. #00:26:00-0#

Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für dein Selbstmanagement. Damit du endlich wieder mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben hast.  #00:26:18-1#

LMAA

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2018-12-05T07:56:54+00:000 Kommentare

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