Digitales Lernen – ein Interview mit Katrin Friedrich

Share on whatsapp
WhatsApp
Share on facebook
Facebook
Share on pinterest
Pinterest
Share on twitter
Twitter

Katrin ist Lehrerin an einer Schule in Bonn und hat dort das Digital-Labor in den Unterricht implementiert in dem es um digitales Lernen geht. Dort werden Schüler geschult die digitalen Medien richtig zu nutzen und zu ihrem Vorteil einzusetzen. Katrin erzählt wie der Unterricht abläuft, welche Tools, Apps und Programme sie nutzen und was Eltern oder Lehrer tun können, um ihre Schützlinge im digitalen Lernen zu unterstützen. Diese Podcastfolge richtet sich an Lehrer, Eltern, Betreuungspersonen und Schüler die sich für das digitale Lernen interessieren.


Der Podcast zum Artikel:

Hier findest du alle weiteren Infos zum Podcast sowie eine Übersicht aller Folgen!

Podcast kostenlos abonnieren via iTunes (Apple), Google (Andriod)Spotify oder RSS Feed!

Täglich einen neuen Selbstmanagement-Tipp findest du in meinem Alexa Flash Briefing!


Links dieser Podcast-Folge:

.

Transkript dieser Podcast-Folge:

Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für dein Selbstmanagement. Damit du endlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben hast.  #00:00:17-0#

Hallo und ein herzliches Willkommen zur 335. Podcastfolge. Mein Name ist Thomas Mangold, und ich freue mich sehr, dass du mir auch heute wieder dein Ohr leihst. Digitales Lernen, darum geht es im heutigen Interview. Ich habe Kathrin Friedrich zu Gast, eine Lehrerin an einer Schule in Bonn. Sie wird noch genau erzählen, welche Schule das ist und was dort alles gemacht wird. Die Schule hat eine digitale Lernwerkstatt implementiert, wo die Kids lernen können, mit digitalen Medien umzugehen, digitale Inhalte zu erstellen und vieles mehr.  #00:00:55-5#

Ich habe mit Kathrin darüber geplaudert, wie man die Kinder zum digitalen Lernen motivieren kann und wie der Unterricht an der Schule abläuft, sowohl im Regelunterricht als auch in der Digitalwerkstatt. Wir erfahren, welche Tools, Apps und Programme sie verwenden und was Lehrer und Eltern tun können, deren Schulen noch nicht so weit sind und solche Programme noch nicht anbieten. Es gibt Buchempfehlungen, und wir sprechen über die Zukunft des digitalen Lernens. Es gibt also viele spannende Informationen, die vor allem dann für dich spannend sind, wenn du Kids in deinem Umfeld hast, wenn du selbst Kinder hast, aber auch, wenn du dich für das digitale Lernen interessierst. Dann kann ich dir nur raten, jetzt ganz genau zuzuhören. Also rein ins Interview mit Kathrin Friedrich. #00:01:49-0#

Thomas: Hallo Kathrin, freut mich sehr, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Ich habe im Intro schon ein bisschen über dich erzählt, aber sei doch so lieb und stell dich kurz vor. Wer bist du, und was machst du? #00:02:01-8#

Kathrin: Hi Thomas, vielen Dank, dass wir uns hier in deinem Podcast über mein Lieblingsthema, das digitale Lernen, austauschen können. Ich bin seit elf Jahren Berufsschullehrerin an einem Berufskolleg in Bonn in Nordrhein-Westfalen. Die Schule ist ein kaufmännisches Berufskolleg, und dort unterrichte ich die Fächer Betriebswirtschaftslehre und Informationswirtschaft. Das heißt, ich habe einen Bezug zur IT. Vor knapp zwei Jahren habe ich zusammen mit einem die Digitalwerkstatt an unserer Schule gegründet, und seitdem ist sie mein Herzensprojekt.  #00:02:56-9#

Die Digitalwerkstatt ist eine schulweite Projektgruppe, in der wir mit den Schülern mit und über digitale Medien lernen. Das heißt erstellen zum Beispiel Erklärvideos oder Podcasts zu verschiedenen Themen. Wir haben einen eigenen Blog, bei dem es um Phänomene der Digitalisierung oder auch um andere Themen geht, die für das spätere Leben wichtig sind, zum Beispiel Finanzen. Die Digitalwerkstatt gibt es bei uns an der Schule als Differenzierungskurs, worauf wir sehr stolz sind. Das ist unser „Baby“, würde ich sagen.  #00:03:37-2#

Thomas: Ich folge dir auf Instagram, und dort postest du viele spannende Storys über die Digitalwerkstatt. Mein Neffe ist 14 Jahre alt und super am Smartphone unterwegs. Wenn es um YouTube, Snapchat und Co. geht, kann ich sogar noch von ihm lernen, aber natürlich nur, wenn es um das Konsumieren geht! Wie vermittelt ihr das digitale Lernen an der Schule, oder anders gefragt, wie vermittelst du deinen Schülern, dass man in diesem Bereich viel bewegen kann? Welche Tipps und Tricks hast du uns mitgebracht? #00:04:10-2#

Kathrin: Du hast es gerade gesagt: Im Konsumieren ist dein Neffe super. Und genauso ist das natürlich auch bei meinen Schülerinnen und Schülern. Die können im privaten Bereich super mit dem Handy umgehen und haben keine Berührungsängste. Aber wenn es an berufliche Anwendungen geht, sieht es ein bisschen anders aus. Ich nenne dir ein konkretes Beispiel aus meinem Unterricht. Wir unterrichten an der Schule auch SAP, und sehr oft bekomme ich Aussagen zu hören, wie „Frau Friedrich, ist das hier jetzt richtig? Ich habe Angst, etwas falsch zu machen, wenn ich hier klicke.“  #00:04:53-9#

Da sieht man, dass die digitale Kompetenz auf den privaten Bereich und das Konsumieren begrenzt ist. Wenn es in den beruflichen Bereich hineingeht, wird es etwas schwieriger mit der Offenheit. Die Frage ist, was muss ein junger Mensch denn überhaupt können, um sich später in der digitalen Welt zurechtzufinden? Und da gibt es drei große Bereiche. Zunächst muss jeder, der die Schule verlässt, fit in der Anwendung von Standard-Software sein, in Office 365 und Systemen wie SAP und Bildbearbeitung. Aber leider wird das noch sehr unterschiedlich gehandhabt. Manche Schulen sind Vorreiter und vermitteln ganz großartige Dinge, und anderen Schulen fehlen ganz viele Informatiklehrerstunden. Dann kann man nur eine grobe Basis an Dingen vermitteln, und das ist schade.  #00:06:06-1#

Um sich später in Welt zurechtzufinden gehört natürlich auch, dass man Informationen beurteilen können muss. Es reicht nicht, ein schönes YouTube Video anzuschauen, sondern ich muss die Medien gewinnbringend für mich einsetzen können. Hier auch wieder ein kleines Beispiel aus meinem Unterricht. Eine Schülerin hat massive Probleme in Buchführung, und sie wusste nicht, wie das auffangen soll. Ich habe ihr empfohlen, sich bei YouTube entsprechende Videos anzuschauen, denn dort gibt es unbegrenzte Mengen an Erklärvideos, gerade im Bereich Buchführung oder auch Mathe. Darauf erwiderte sie, dass sie gar nicht wüsste, wo sie anfangen solle.  #00:07:04-2#

Und genau das ist oft das Problem, der Umgang mit der großen Anzahl an Informationen, der fällt jungen Leuten oft schwer. Und den müssen wir ihnen in der Schule viel mehr vermitteln.  #00:07:21-1#

Thomas: Und nicht nur den jungen Leuten, denn auch viele Erwachsene haben Probleme mit dem Daten-Overload. Es ist sehr wichtig, den Umgang damit zu lernen. Es gibt Studien, die erklären, dass sich bis zum Jahr 2025 das Wissen im Internet täglich verdoppeln wird. Das wird ein großes Datenvolumen sein!  #00:07:43-6#

Digitales Lernen

Kathrin: Das ist genau das, worum du dich kümmerst, Thomas, nämlich um Zeitmanagement, Produktivität und den Umgang mit Informationen. Die große Herausforderung unserer Zeit ist es, diese vielen Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen und die vielen Informationen, die wir zur Verfügung haben, zu ordnen und zu strukturieren.  #00:08:03-3#

Thomas: Auf alle Fälle! Das ist wirklich spannend. Wie läuft eine Unterrichtsstunde bei dir ab, wenn es um das digitale Lernen geht? #00:08:14-6#

Kathrin: Das kann ich gerne erklären. Man muss zwischen dem unterscheiden, was ich in der Digitalwerkstatt mache und dem, was ich im normalen Unterricht mache. In der Digitalwerkstatt haben wir keinen Lehrplan. Das ist schön, denn so können wir uns ganz den Themen widmen, die uns interessieren. Wenn jemand ein neues Handy hat und zum Beispiel all seine Programme darauf installieren möchte, dann schauen wir uns an, wie das funktioniert. Wir können ein Erklärvideo dazu machen, was man für die erste eigene Wohnung benötigt und was man tun kann, wenn man kein eigenes Einkommen hat.  #00:09:00-4#

In der Digitalwerkstatt arbeiten wir projektorientiert, das heißt, wir arbeiten in einzelnen Projektgruppen. Die Schüler legen sich ihr Ziel, also den Inhalt dessen, was sie bearbeiten wollen, selbst fest. Sie entscheiden, welches Medium sie nehmen wollen, also Podcast oder Erklärvideos. Mittlerweile läuft es meist auf Erklärvideos heraus. Die Gestaltung planen sie selbständig. Das bedeutet, sie recherchieren die inhaltlichen Informationen, die sie benötigen. Dann schreiben sie dazu ein Drehbuch. Danach werden die einzelnen Szenen abgefilmt, und zum Schluss geht es an die Nachbearbeitung. Die Szenen werden zurechtgeschnitten und einzelne Animationen eingefügt. Zum Schluss wird das Video mit einem Vorspann und einem Abspann vervollständigt.   #00:09:54-6#

Und in diesem Zusammenhang treten ganz viele Fragen auf, die sehr wichtig sind, beispielsweise bezüglich des Urheberrechts. Was muss ich beachten, wenn ich ein Bild aus dem Internet benutze? Darf ich es überhaupt von der Google Suche herunterziehen, und welche Lizenzen gibt es dabei zu beachten?  #00:10:18-0#

Aber ich möchte auf deine Ausgangsfrage zurückzukommen, wie ich all das im Unterricht umsetze. Wenn ich zum Beispiel eine typische SAP-Stunde habe, dann arbeite ich häufig mit Online-Materialen arbeite, die das Fachwissen vermitteln. Die Schüler erarbeiten es sich selbständig und erhalten eine Anwendungsaufgabe, die sie selbst am SAP-System umsetzen müssen, zum Beispiel, ein bestimmtes Produkt einzukaufen. Jede Stunde läuft von der Thematik her gleich ab. Zu Beginn tragen wir mithilfe des Beamers kurz zusammen, was in der letzten Stunde gelaufen ist und an welchem Punkt wir stehen. Somit sind wir alle auf einem gemeinsamen Level. Dann arbeiten die Schüler weitestgehend selbständig weiter. Und zum Schluss tragen wir wieder zusammen, wie der Stand der Dinge ist. Welche Schwierigkeiten gab es in der heutigen Stunde, und wie haben wir sie gelöst?  #00:11:18-2#

Diese Vorgehensweise gibt mir als Lehrerin die Möglichkeit, während der Stunde Zeit für die Beantwortung individueller Fragen zu haben. Aber die Schüler helfen sich auch untereinander. Es gibt natürlich Schüler, die schneller als andere sind, weil sie mit dieser selbständigen Arbeitsform besser zurechtkommen. Die halte ich dazu an, andere zu unterstützen. Das ist für mich eine riesengroße Entlastung. Und die Schüler lernen noch etwas dabei. Schüler untereinander können sich Dinge einfacher und besser erklären, als ich das im Rahmen des Frontalunterrichts für alle gleichzeitig machen kann.  #00:11:59-3#

Thomas: Absolut. Das ist ein super spannender Ansatz. Es gibt wahrscheinlich nicht viele Schulen, die das auf diese Art machen. Vor allen Dingen ist es cool, digitales Lernen auf dem Lehrplan zu haben. Kathrin, erzähl uns, mit welchen Tools ihr arbeitet. Tools, Apps und Programme gibt es wie Sand am Meer. Welche kannst du empfehlen beziehungsweise, welche nutzt ihr im Unterricht? #00:12:23-0#

Kathrin: Eigentlich braucht man keine großartige Ausstattung. Das ist oft ein Thema an Schulen, dass sie kein WLAN haben und nicht digital unterrichten können. Natürlich ist es schön, wenn man WLAN hat, denn dann kann man viele Ideen umsetzen. Aber ich kann auch digital arbeiten, indem ich zum Beispiel damit anfange, einen QR-Code auf ein Arbeitsblatt zu packen und den Schülern die Hausaufgabe gebe, damit Online-Lehrmaterialien anzuschauen. Seit diesem Schuljahr habe ich einen YouTube Channel ausprobiert, wo ich die erste Lerneinheit zum Thema Präsentationsgestaltung veröffentlicht habe. Den Zugang habe ich über einen QR-Code geregelt.  #00:13:22-5#

Wenn es um Tools geht, gefallen mir die Cloud-Lösungen sehr gut. Ich möchte keine Werbung machen, aber ich finde One Drive und One Note super. Damit kann ich unabhängig von Ort und Gerät an meinen Materialien arbeiten. Außerdem kann ich sie mit meinen Kollegen teilen. One Note hat ein großartiges Feature, mit dem man im Nachhinein die einzelnen Entstehungsschritte ablaufen lassen kann, zum Beispiel bei einer Zeichnung oder einer Notiz. Das nutze ich in den Unterrichtsstunden oft, um im Nachhinein ein kurzes Screencast-Video zu machen, so dass die Schüler sehen, wie das finale Tafelbild entstanden ist.  #00:14:12-5#

Das kann man archivieren und Schülern zur Verfügung stellen, die an diesem Tag krank waren oder die den Stoff nochmal für eine Klassenarbeit wiederholen möchten. Und als Lernplattform finde ich moodle super, denn das ist kostenlos und bietet eine große Anzahl an Tools. Ich glaube, viele Schulen benutzen es. Zum Beispiel kann ich Tests erstellen und Wikis anlegen. Die Schüler können Aufgaben abgeben. Wenn ich als Lehrer krank oder auf einer Fortbildung bin, dann kann ich die Unterrichtsmaterialien über diese Lernplattform bereitstellen. Die Schüler können dann an ihren Aufgaben weiterarbeiten, und der Vertretungslehrer muss eigentlich nichts Anderes machen, als die Klasse zu beaufsichtigen.  #00:15:05-5#

Und dann gibt es natürlich viele kleinere Tools, die wir benutzen. Das sind webbasierte Dinge wie beispielsweise Padlet oder auch Cahoot. Padlet, das ist eine Online-Pinwand, die ich benutzen kann. Damit kann ich den Schülern Links oder einen QR-Code freigeben. Die Schüler loggen sich in Padlet ein, und darüber sammle ich Ideen. Das finde ich ganz schön. Und die Schüler benötigen keinen Zugang dazu. Das ist in der Schule auch immer ein großes Thema, denn wir müssen natürlich den Datenschutz beachten. Streng genommen darf ich keine Schüler dazu anhalten, sich bei irgendeinem Webanbieter oder Tool anzumelden.  #00:15:53-3#

Das ist leider ein Spagat, den wir in der Schule haben. Ich würde gerne viel mehr Tools nutzen, aber meist sind sie mit Anmeldungen verbunden.   #00:16:01-5#

Thomas: Ja, das ist natürlich problematisch. Aber du hast viele spannende Ideen und Tools angesprochen. Wenn du so lieb bist und mir alle Links zu den Tools schickst, dann werde ich sie gerne in den Show Notes verlinken. Es ist sehr spannend zu sehen, wir ihr alles macht. Bei meinem Neffen ist es so, dass sie in seiner Klasse nur ein einem einzigen Fach den Computer verwenden, und zwar beim geometrischen Zeichnen. Die Schule ist also nicht sehr digitalisiert (lacht). Deutschland und Österreich sind wahrscheinlich nicht gravierend unterschiedlich, und es wird sicher gute Schulen wie die deine geben, die sehr fortschrittlich sind und andere, die noch wenig digital arbeiten.

Wenn Eltern oder Lehrer das Lernen digitalisieren wollen, was kannst du empfehlen, was sie zu Hause in Eigenregie machen können? Wie kann das funktionieren, und wie kann ich die Kids dazu anhalten, digital zu lernen? Wie hat bei euch dieser Prozess ausgesehen? #00:17:06-3#

Kathrin: Die Lehrer können mit ganz kleinen Veränderungen anfangen, digital zu unterrichten. Zum Beispiel, wie gerade erwähnt, einfach mal einen QR-Code auf ein Arbeitsblatt draufzupacken. Das ist einfach. Oder eben ein kleines Tool wie Padlet nutzen, denn das geht auch über die Handys der Schüler, das heißt, ich benötige kein WLAN in der Schule und keine riesengroße PC-Ausstattung. Das kann ich in jedem Unterricht machen.  #00:17:45-4#

Am Ende einer Unterrichtssituation kann das, was gelernt wurde, von den Schülern als kleines Filmprojekt darstellen lassen. Man kann zum Beispiel einen Legefilm erstellen, indem man Bilder, die man ausgedruckt hat, aus verschiedenen Richtungen ins Bild hineinschiebt. Die Schüler müssen jeweils die Bilder erklären und somit ein bestimmtes Thema besprechen. Man kann auch mit Legofiguren witzige Stop-Motion-Videos machen. Auch das geht mit dem Handy. Dafür gibt es viele kostenlose Apps, die man benutzen kann. Und die Schüler sind bei diesen Dingen auch schnell bei der Sache und sehr motiviert, weil es Spaß macht. Dabei kommt ein spielerischer Ansatz zum Tragen.  #00:18:44-9#

Natürlich kann ich auch einen echten Film machen. Die Schüler können außerhalb der Schule andere Menschen zu einem bestimmten Thema befragen, zum Beispiel zur Altersvorsorge. Sie können die Lehrer auf dem Pausenhof interviewen oder die Eltern zu Hause, und daraus wird dann ein kleiner Film produziert.  #00:19:10-6#

Du hattest auch danach gefragt, wie Eltern bei diesem Thema mitwirken können. Es ist wichtig, dass man thematisiert, wie man als Erwachsener selbst die digitalen Medien nutzt, und zwar produktiv und nicht nur für den Konsum. Man kann Kindern und Jugendlichen zeigen, dass man einen bestimmten Kalender benutzt und seine Termine digital organisiert. Oder auch, dass man das Internet ganz selbstverständlich als Informationsquelle nutzt. Ich habe selbst zwei kleine Kinder. Mein Sohn ist jetzt sechs Jahre alt, und der stellt mir immer witzige Fragen, zum Beispiel, „Mama, wie entsteht denn überhaupt Strom?“ Schöne Frage, die ich ad hoc natürlich auch nicht beantworten kann. Das ist eine gute Gelegenheit, um das Tablet in die Hand zu nehmen und gemeinsam der Frage auf den Grund zu gehen.  #00:20:13-2#

Natürlich ist es für Eltern auch wichtig, Gefahren und Probleme zu thematisieren. Leider sind auch Online-Mobbing und Kriminalität ein Thema sowie natürlich auch der Umgang mit den eigenen personenbezogenen Daten. Und ich finde, dass es wichtig ist, den Kindern einen gesunden Umgang vorzuleben. Das gilt auch für die Handynutzung. Man kann ihnen zeigen, dass es Zeiten gibt, in denen digitale Geräte genutzt werden und andere, wo ich das Smartphone weglege oder es in den Flugmodus schalte. Zum Beispiel, wenn ich arbeiten möchte, damit ich keine Ablenkung habe. #00:21:01-2#

Thomas: Das sind sehr gute Ideen. Ich bin bei meinem Neffen für Mathe zuständig, ich gebe quasi Nachhilfe in Mathe. Und dabei haben wir dieses System auch implementiert. Er bekommt elektronische Termineinladungen von mir, wenn er zum Mathelernen kommen soll. Vielen Dank für deine spannenden Inputs und die vielen coolen Ideen. Kathrin, zum digitalen Lernen gibt es sicher sehr viele Bücher. Hast du eine Buchempfehlung für uns? #00:21:37-8#

Kathrin: Mir gefällt das Buch „Mehr als 0 und 1“ von Beat Döbeli Honegger sehr gut. Das ist sehr kurzweilig geschrieben. Dann gibt es das Buch „SmartSchool – Die Schule von morgen“ von Detlef Steppuhn. In diesem Buch sind Tipps, Ideen und Anregungen zu finden, wie der Weg zur digitalen Schule ablaufen kann. Das ist recht praxisorientiert. Was ich selber noch auf meinem Wunschzettel habe, ist das Buch „Routenplaner digitale Bildung“. Ich habe es selbst noch nicht gelesen, aber es soll sehr gut sein.  #00:22:25-6#

Thomas: Diese Buchtipps werden wir natürlich alle verlinken. Wenn du ein wenig in die Glaskugel hineinsehen würdest, um dir das digitale Lernen in zehn oder zwanzig Jahren anzusehen, was würdest du sehen? Es gibt verschiedene Ansätze. Elon hat Musk gesagt, dass in zwanzig Jahren nur noch die Computer mit uns plaudern werden. Ich hoffe, dass das nicht so sein wird. Wo wird deiner Meinung nach die Reise zum Thema digitales Lernen hingehen?  #00:23:00-6#

Kathrin: Ich glaube auch nicht, dass nur noch Computer mit uns reden werden und dass wir nur noch Technologie zum Lernen verwenden. Ich hoffe aber, dass es in zehn bis zwanzig Jahren definitiv eine Selbstverständlichkeit sein wird, „Bring your own Device“ an Schulen zu etablieren. Natürlich hoffe ich, dass es flächendeckendes WLAN geben wird, weil das viele Dinge einfacher macht. Ich fände es praktisch, wenn viel mehr eLearning-Angebote, also Online-Kurse in der Schule eingesetzt werden würden, um das reine Faktenwissen zu vermitteln. Die sollten dann auch individuelle Rückmeldungen geben können, welche Themenbereiche noch nicht so gut laufen und wo es schon gut klappt.  #00:23:57-8#

Das gibt es bereits bei kleinen Tools, wenn man sich zum Beispiel die Vokabeltrainer-Apps anschaut. Da kommen die Vokabeln, die man nicht gewusst hat, ganz schnell wieder nach vorne, und die, die von Anfang an fluppen, die werden erst in einigen Tagen oder Wochen wieder abgefragt.  #00:24:17-3#

Ich hoffe, dass solche Aufgaben, also das reine Faktenwissen, mehr auf die Technologie verlagert werden und dass dadurch dann viel mehr Zeit dafür bleibt, dass man projektorientiert arbeitet und offene Arbeitsformen hat, bei denen die Schüler ihre Projekte selbständig umsetzen können. Wenn wir in der Schule nicht die Möglichkeit geben, dass jemand etwas selbst planen und umsetzen muss, vielleicht mit einem externen Kooperationspartner wie beispielsweise einem Betrieb, wie soll er es dann lernen? #00:24:54-9#

Da muss sich noch viel tun, finde ich. Auf die Digitalwerkstatt bezogen wäre es super, wenn wir an unserer Schule einen großen Projektraum zur Verfügung gestellt bekommen, um nur noch Digitalwerkstattunterricht zu machen, und dass uns die Schulklassen jeweils für zwei Wochen im Jahr besuchen, um diesen speziellen Unterrichtsansatz umsetzen zu können. Die restliche Zeit kann dazu genutzt werden, um das reine Faktenwissen zu pauken. Das wäre meine Traumvorstellung. #00:25:36-7#

Thomas: Ich hoffe, dass diese Vorstellung in Erfüllung geht. Es wäre auch für die Gesellschaft ein großer Nutzen, wenn das schnell passieren würde. Super, Kathrin, da waren viele spannende Infos dabei, und ich habe wieder einiges dazugelernt. Vielen Dank für das Gespräch. Wenn uns Lehrer, Eltern oder andere Interessierte zuhören und mehr über dich und deine Projekte erfahren möchten, wo im Netz können sie dich finden? #00:26:05-5#

Kathrin: Auf digitaleslernen-bonn.de findet man den Blog, den mein Kollege und ich als Lehrer ins Leben gerufen haben, um unser Wissen und unsere Erfahrung mit Lehrern, Eltern und Interessierten zu teilen. Dort haben wir auch den Blog der Digitalwerkstatt, der von unseren Schülern geführt wird, verlinkt. Wir wollen dort kostenfrei Unterrichtsmaterialen zum Thema digitaler Unterricht zur Verfügung zu stellen, so dass man einen einfachen Einstieg finden kann. Natürlich sind wir auch auf Instagram. Ich würde mich freuen, wenn uns dort ganz viele folgen, und zwar unter „digitaleslernen“.  #00:26:54-8#

Und seit letztem Monat haben wir außerdem einen Upspeak-Kanal, den findet man unter meinem Namen „Kathrin Friedrich“.  #00:27:01-8#

Thomas: Das werden wir natürlich alles verlinken. Den Upspeak-Kanal kann ich sehr empfehlen. Ich habe ihn abonniert, und Instagram sowieso. Vielen Dank, liebe Kathrin, ich werde auf jeden Fall den einen oder anderen Tipp mit meinem Neffen umsetzen und natürlich weiterempfehlen. In meinem Podcast gehören die letzten Worte immer dem Gast, und wenn du noch eine Message an meine Hörerinnen und Hörer rausbringen möchtest, dann ist jetzt dafür der richtige Zeitpunkt.  #00:27:33-6#

Kathrin: Gerne. Ich empfehle, einfach mal Dinge auszuprobieren und mutig zu sein. Man kann mit ganz kleinen Schritten anfangen, den Unterricht zeitgemäßer zu gestalten. Ich finde, wir Lehrer müssen weg von der Rolle, immer alles können und wissen zu müssen. Wir sollten unsere Schüler dahingehend begleiten, dass sie lernen, sich die Dinge selbst beizubringen. Sie brauchen mehr Raum für Kreativität und selbständiges Arbeiten.  #00:28:12-1#

Thomas: Nochmals vielen lieben Dank, Kathrin, das waren echt viele spannende Informationen. Wenn dich das Thema und alle erwähnten Links interessieren, dann schau einfach in die Show Notes. Die findest du unter selbst-management.biz/335.  #00:28:44-7#

Das solls für heute schon gewesen sein. Ich sage vielen lieben Dank fürs Zuhören, machs gut und genieße deinen Tag! #00:28:53-6#

Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für dein Selbstmanagement. Damit du endlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben hast.  #00:29:11-5#

8 extrem wichtige Produktivitäts-Tipps

Um produktiver zu werden, musst du mehr Aufgaben in weniger Zeit abarbeiten. Logisch! Das Problem, das sich daraus aber ergibt ist, dass Anspannung und Druck massiv steigen.

Wenn du aus diesem Teufelskreis aussteigen willst, dann musst du deine Produktivität auf andere Art und Weise steigern. Wie das für dich funktionieren kann? Genau dazu habe ich ein Video abgedreht, in dem ich dir 8 extrem wichtige Produktivitäts-Tipps verrate.

Alles, was du dazu tun musst, ist deine E-Mail-Adresse hier unterhalb einzutragen und schon erhältst du den Link zum Video in deinem Posteingang.

Durch deine Anmeldung stimmst du zu, dass ich dir mehrmals wöchentlich meinen Newsletter mit Tipps und Angeboten rund um die Themen Produktivität, Zeitmanagement und Selbstmanagement per Mail zusende und die von dir angegebenen Daten zu diesem Zwecke verarbeite. Du kann diese Einwilligung jederzeit mit einem Klick widerrufen und Dich aus dem Newsletter austragen. In diesem Fall werde ich Deine Daten löschen und Du erhältst keinen Newsletter mehr.

Genieße deinen Tag!

Liebe Grüße

Thomas

Weitere Informationen zu diesem Thema findest du auch auf meiner Premium-Plattform SelbstmanagementRocks!