FAQ-Session 012: Dokumente in der Cloud sicher nutzen

Mein Podcast und Artikel „14 Gründe + 14 Anwendungsbeispiele: Wie du Evernote nutzen solltest“ entfachte eine kleine Datenschutz-Diskussion auf meinem Blog. Da ich immer noch Themen und Anfragen bekomme, bin ich froh das mich Datenschutz-Experte Stefan Schindler angeschrieben hat.
Stefan hat nicht nur eine Anleitung erstellt, wie du in Evernote verschlüsseln kannst (du findest sie am Ende dieses Artikels), sondern auch gleich ein ganzes Buch über Datenschutz geschrieben: Einfach verschlüsseln – Dokumente sicher in der Cloud nutzen!
Daher freue ich mich besonders, dass er mir heute für ein kurzes Interview zur Verfügung steht.


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Wie man Evernote verschlüsselt

Verschlüsselung – Ein Thema, mit dem ich mich bereits länger intensiv beschäftige. Du willst deine Daten ebenfalls sicherer machen? Es ist relativ leicht, wenn man weiß WIE! So ist mein eBook „Einfach verschlüsseln – Dokumente sicher in der Cloud nutzen“ entstanden. Ein leichter Einstieg in das Thema Verschlüsselung. Du erfährt in erster Linie, wie du die Dropbox verschlüsseln kannst. Das Tolle daran ist, weiterhin flexibel zu sein und von unterwegs mit dem Smartphone auf die Daten zu zugreifen.

Neben der Dropbox bin ich auch ein Evernote-Power-User. Hier speichere ich jede Menge Informationen, zum Teil sehr persönliche Gedanken, Ideen, Projekte und To-Do Listen, ab. Die Antwort auf die Frage “Kann ich meine Evernote Notizen verschlüsseln?“ lautet „Ja. Evernote-Notizen können verschlüsselt werden.“ Und zwar gratis und mit wenig Aufwand.

Wenn z.B. dein Smartphone verloren gehen sollte, sind deine wichtigsten Inhalte durch Verschlüsselung geschützt. Denn zum Öffnen der Evernote App wird in der Regel kein Login-Passwort abgefragt. Better safe than sorry.

So gehst du vor, um deine Inhalte in Evernote zu verschlüsseln:

Nutze die Evernote Software für den Windows PC oder den Mac. Öffne eine vorhandene Notiz oder erstelle eine Neue mit schützenswerten Inhalt.

Evernote Verschlüsseln

Markiere den gesamten Text (z.B. mit STRG-A). Mit den Tastenkürzel STRG-SHIFT-X (Windows) oder ein rechts-Klick & „Ausgewählten Text verschlüsseln…“ (Mac) startest du die Verschlüsselung. Vergebe nun ein Passwort. Wie du dir ein sicheres Passwort ausdenkst, dass du dir merken kannst, erfährst du übrigens auch in meinem eBook.

Evernote verschlüsseln

Danach erscheint ein grauer Botton mit einem Schloss-Symbol bzw. Punkten. Der Inhalt ist jetzt verschlüsselt.

Öffnen lässt sich der Inhalt, indem du auf den Botton klickst und das Passwort eingibst. Das Öffnen funktioniert am Windows PC, Mac, Smartphone oder im Web-Client.

Evernote verschlüsseln

Neue Inhalte kannst du nur mit der Windows oder der Mac Software verschlüsseln, nicht mit dem Smartphone oder dem Web-Client. Das Passwort wird nur verschleiert übertragen, so dass die Verschlüsselung nur einseitig funktioniert. Diese Einschränkung erhöht jedoch die Sicherheit. Ebenso wird die Notiz erst verschlüsselt und dann in die Cloud übertragen.

Das solltest du noch wissen.

  • Die Verschlüsselung funktioniert nicht mit der Evernote Touch Version für Windows 8.
  • Du kannst nur Texte verschlüsseln. Dokumente lassen sich nicht verschlüsseln.
  • Du kannst über Smartphone und Web-Clients nur entschlüsseln.
  • Du kannst nur innerhalb einer Notiz verschlüsseln.
  • Die Verschlüsselung basiert auf dem System von Evernote.

Wenn du Dokumente verschlüsselt ablegen möchtest, ist wahrscheinlich die Dropbox als reine Online-Festplatte die bessere Lösung.

Über den Autor

Stefan Schindler ist 33, wohnt in München, ist Blogger und Autor zum Thema Verschlüsselung.

Auf seinem Blog einfachverschlüsseln.de (www.einfachverschluesseln.de) schreibt er über alles, womit man seine Internet Welt sicherer machen kann. Dort findest du viele nützliche Tipps, Tricks und Informationen rund um Online-Sicherheit. Eine Schritt-für-Schritt Anleitung wie du deine Dropbox verschlüsselst, bekommst du in seinem eBook  (Einfach verschlüsseln – Dokumente sicher in der Cloud nutzen). Damit wird Verschlüsselung zum Kinderspiel.

Stefan Schindler

Das Interview mit Stefan Schindler

Wie stehst du generell zum Thema Datenschutz? Wird da viel Angst und Panik gemacht, oder ist da wirklich was dahinter?
Die Medien heizen bei dem Thema oft gut an. Da ist schon was dahinter, aber für den Privatanwender ist das nicht alles übertragbar. Bei Industriespionage sieht das sicher anders aus, dort geht es um Geld.
ABER, jeder sollte seit Edward Snowden mitbekommen haben, dass man sich im digitalen Zeitalter ein paar Gedanken über Datenschutz machen sollte.
Das tun aber Viele nicht so lange das Internet funktioniert. Und Verschlüsselung ist sowieso etwas für Leute die sich damit auskennen. Angst sollte man meiner Meinung nach keine haben. Aber man sollte sich mehr mit Datenschutz befassen und nicht jedem Onlinedienst alle Daten einfach so anvertrauen. Das wird in Zukunft wichtiger werden.

Wie bist du zum Thema Verschlüsselung gekommen?
Ich habe Kommunikationstechnik studiert und viel über sichere Übertragung gelernt. Aber, was hilft die sicherste Übertragungstechnik, wenn der Inhalt unverschlüsselt transportiert oder gespeichert wird? Als ich früher auf Reisen war, habe ich mir z.B. meinen Reisepass als Datei selbst per E-Mail geschickt. Aber sicherer ist es, wenn ich diese Dinge verschlüssle. Also wollte ich wissen, wie das geht.

Kannst du vielleicht auch gleich ein wenig zum Thema sichere Passwörter“ sagen?
Gern. Denn hier gilt: „Was nützt mir Verschlüsselung, wenn das Passwort schlecht ist?“ Wenn ich das außer Acht lasse, benötige ich keine Verschlüsselung. Ein sicheres Passwort zu nutzen ist keine hohe Kunst.
Aber den Meisten ist nicht klar was z.B. passieren kann wenn sie immer wieder das selbe (schlechte) Passwort nutzen. Denn wenn die Kombination aus E-Mail Adresse und Passwort bekannt ist, ist im Grunde genommen die Shopping-Tour auf Amazon ein Kinderspiel. Aber zurück zum Thema.
Passwörter sind dann sicher, wenn sie aus mehr als 8 Zeichen bestehen. Dabei ist es wichtig, keine Namen oder Wörter die in einem  Wörterbuch stehen zu wählen. Und genau da wird es schwierig. Ein gutes Passwort ist eine Abfolge  verschiedener Zeichen, welches sich nicht so leicht merken lässt. Wie man es dennoch schaffen kann, erkläre ich in meinem Buch.

Was ist Verschlüsselung und wo kann man als Privatanwender es anwenden?
Man kann so gut wie alles verschlüsseln. E-Mails, Chats, USB-Sticks, Cloud-Speicher und und und.  Besonders Sinn macht Verschlüsselung bei USB-Sticks, externen Festplatten oder im Zusammenhang mit Smartphones.
Denn diese kann man verlieren. Ist der Inhalt verschlüsselt und mit einem Passwort geschützt, kann niemand etwas damit anfangen.
Verschlüsselung macht auch im Internet Sinn. Vor allem bei Cloud-Diensten wie z.B. Dropbox oder Evernote, denn man kann sie nicht ausschalten oder in den Safe legen.

Warum sollte ich eigentlich verschlüsseln? Ich habe doch nichts zu verbergen.
Sicherlich hast du nichts zu verbergen. Ich würde davon ausgehen, dass Geheimdienste Mittel und Wege besitzen, um an die gewünschte Informationen zu gelangen. Aber es geht hier mehr um die Kontrolle der eigenen Daten. Es gibt genügend politische Diskussionen für strengere Datenschutzregeln und Reformen. Warum nicht selbst einfach etwas dafür tun? Wir schliessen immerhin auch unser Auto und die Wohnung ab. Das Sicherheitsbedürfnis eines Jeden variiert sicherlich. Wie weit man es treibt, muss jeder selbst entscheiden. Das Auto oder die Wohnung kann man auch unverschlossen lassen, ohne dass etwas passiert. Aber verschlossen ist es einfach sicherer.

Macht es überhaupt einen Sinn Evernote Notizen zu verschlüsseln?
Auch das muss jeder für sich selbst entscheiden. Entweder vertraut man Evernote oder man hat eine gesunde Skepsis. Die Verschlüsselung kostet ja keinen Cent extra. Für mich ist es wichtig, bei Bedarf Notizen separat mit einem Passwort zu sichern. Immerhin speichere ich viele Ideen und persönliche Gedanken in Evernote.

2017-09-29T11:06:03+00:00 5 Comments

5 Comments

  1. Michael 25. März 2014 at 07:31 - Reply

    Vielen Dank für den aufschlussreichen Podcast und die Anleitung. Ich bin der Meinung Datenschutz wird immer wichtiger und aus diesem Grunde bin ich für Anleitungen wie dieser sehr dankbar.
    lG Michael

    • Thomas 25. März 2014 at 07:38 - Reply

      Danke Michael! Freut mich sehr, dass es dir weiterhilft!
      lG Thomas

  2. Axel 5. Mai 2014 at 21:31 - Reply

    Hallo Thomas,
    vielen herzlichen Dank für diesen Artikel/den Podcast und die hilfreichen Tipps zum Thema Datenschutz in der Cloud.
    Weltpremiere auf deinem Blog! Nach langem zögern – seit fast sieben Monaten verfolge ich deine Podcasts und seit Jahresbeginn lese ich aufmerksam deine Blogartikel – habe ich meinen inneren Schweinehund überwunden und komme endlich ins Handeln. Nun möchte ich die Chance nutzen und etwas zum Thema Datenschutz im allgemeinen beitragen.
    Wie schon meine Vorredner Michael und dein Gastautor Sven Schindler, bin ich der Meinung das Datenschutz in unserem Bewusstsein eine immer größere Rolle spielen wird und muss. Bevor man sich jedoch gezielt Fragen zum Datenschutz im Cloud-Computing stellt, muss man sich den Gesamtkontext vor Augen führen, denn Cloudcomputing ist nur die Spitze des Eisbergs.
    Ansonsten ist jegliche Diskussion wirklich sinnlos. Genausowenig wie wenn man ständig alles schwarz-weis bzw. Böse-Gut sieht.
    In Zeiten der digitalen Manie vergessen wir, wo wir überall unsere Daten und damit unsere Privatsphäre, meist unüberlegt, preisgegeben. Bankdaten, Einkaufs-Präferenzen, Ortsangaben, usw.
    Das erschreckende daran ist, mit welcher Unbekümmertheit wir mit unserem Wissen vom Missbrauch umgehen. Alle meckern aber keiner handelt. Wir sind einfach zu bequem geworden.
    Es ist ja auch total easy, wenn ich in den Supermarkt gehe, die Preisvergleich App (barcoo,YouPickIt) öffne und schaue ob der Kaffee hier am günstigsten ist. Ab in den Warenkorb. Payback geöffnet, Coupon/Gutschein aktiviert. Ab zur Kasse. Paypack-Treuekarte gezückt und dann den Einkauf mit EC oder Kreditkarte gezahlt. Juhu ich habe sämtliche Daten bereits offenbart. Jetzt kann jeder Datensammler ein detailiertes Shopping- und Bewegungs-Profil erstellen. Und um noch einen draufzusetzen, ist man zu jeder Zeit über sein Handy ortbar und das ganz ohne GPS oder WLAN. Jeder kennt die klassische Funkzellen-suche aus den diversen Krimis. Ja es funktioniert. Das erinnert alles ein bisschen an den Staatsfeind Nr. 1 mit Will Smith…
    Und was lernen wir daraus?
    Wenn wir unüberlegt handeln, sind wir angreif- und verletzbar. Unsere Daten können jederzeit gegen uns verwendet werden. Wenn wir allerdings bewusst Daten veröffentlichtlichen, können wir die von uns wahr genommen Daten und damit Andere gezielt lenken. Damit könnten wir Ihnen eine andere Realität suggerieren resp. vorgaukeln…

    Beste Grüße nach Wien
    Axel

    • Thomas 5. Mai 2014 at 22:44 - Reply

      Hallo Axel!

      Ein sehr guter Beitrag. Ich muss dir da voll zustimmen.
      Aber gibt es Alternativen?

      lG Thomas

      • Axel 8. Mai 2014 at 17:45 - Reply

        Hallo Thomas,
        Natürlich gibt es Alternativen. Nachfolgend möchte ich Dirdrei Möglichkeiten auflisten. Natürlich muss jeder für sich selbst, seine Lebenssituation und die betreffenden Daten (Gesundheitsdaten, Shopping-Präferenzen, Standort, Finanzdaten, eigene Interessen-Hobbies, Freunde, etc. ) eine gesunde Mischung finden. Denn eine Variante alleine schränkt zu sehr ein und könnte unter Umständen zu einer Verdächtigung durch Überwachungsorgane führen.

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