Emotional erfolgreich mit angewandtem NLP – ein Interview mit Tom Oberbichler

NLP! Die einen lieben es, die anderen sprechen von einer Manipulationstechnik. Tom gibt in diesem Interview einen tollen Überblick, das NLP alles kann, wie er es einsetzt und wie jeder davon profitieren kann. Außerdem sprechen wir über sein neues Buch „Be wonderful! Emotional erfolgreich mit angewandtem NLP!“. Mein Tipp: Diese Podcastfolge solltest du auf keinen Fall verpassen.


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Transkript dieser Podcastfolge:

Intro: Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für dein Selbstmanagement. Damit du endlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben hast.  #00:00:17-0#

Thomas: Hallo und herzlich willkommen zur 217. Podcastfolge. Heute wieder mit einem sehr, sehr spannenden Interview zum Thema „NLP“ und zu einem Buch. Aber bevor ich mehr darüber erzähle, möchte ich meinen Interviewgast vorstellen: Tom Oberbichler, Buchmentor, Buchautor und mit mir gemeinsam sehr umtriebig. Wir haben schon einige Veranstaltungen in Wien gemeinsam absolviert, auch zum Thema Online Business, und sind mittlerweile gut befreundet. Deswegen freue ich mich, dich hier in meinem Podcast wieder einmal herzlich begrüßen zu dürfen. Hallo Tom! #00:00:51-7#

Tom: Grüß dich Thomas, danke für die Einladung und hallo an alle da draußen. Ich freue mich, dass ich mit dir und für euch ein bisschen über NLP sprechen darf.  #00:01:02-3#

Thomas: Super. Das ist ein spannendes Thema, das ich selbst im Podcast noch nicht hatte, zumindest, wenn ich mich an die letzten 216 Folgen erinnere. (Lacht) #00:01:10-5#

Tom: (Lacht) #00:01:11-8#

Thomas: Das ist das eine, und das andere ist, ich hoffe, dass man uns zwei Wiener auch im Norden Deutschlands versteht. Aber wir werden uns bemühen. Steigen wir gleich ein. Zu dem Zeitpunkt, an dem wir diesen Podcast ausstrahlen, wird dein Buch bereits erhältlich sein. Es heißt „Be wonderful – emotional erfolgreich mit angewandtem NLP“. Für alle, die nicht wissen, was NLP ist: Was ist denn NLP überhaupt? #00:01:37-3#

Tom: NLP ist die Abkürzung für „Neurolinguistisches Programmieren“. Kurz zusammengefasst ist es eine Technik oder eine Sammlung von Strategien und Methoden zur positiven Persönlichkeitsentwicklung.  #00:01:57-4#

Thomas: NLP wird oft mit Manipulationen in Verbindung gebracht. Was hat es damit auf sich, kannst du das auflösen? #00:02:11-8#

Tom: Für mich habe ich es aufgelöst, und dazu kann ich etwas sagen. Gerade bei uns in Österreich ist NLP insofern teilweise negativ belegt, weil es in der öffentlichen Diskussion stark mit den politischen Kräften im Rechtsaußen in Beziehung gebracht wird, ganz konkret mit der österreichischen FPÖ. Man sagt, dass sie es in ihrer Taktik verwenden, um über Sprache ihres verbalen und schriftlichen Auftritts Leute zu manipulieren. Das war es auch, was mich ganz lange davon abgehalten hat, obwohl es mich immer ein bisschen gereizt hat. Ich bin lange Jahre um das Thema herumgetanzt, bis ich dann endlich eine positive Öffnung gefunden habe. #00:03:08-8#

Was ist Manipulation? Manipulation ist, wenn du einen Menschen dazu bringst, etwas zu tun, was er oder sie gar nicht tun will, um es mal ganz vereinfacht zu sagen, und zwar, ohne dass die Person es merkt. Ich glaube, dass das Manipulativste, was es in unserer Gesellschaft gibt, die eigenen Gewohnheiten sind. Tag für Tag machst du etwas, ohne darüber nachzudenken, ob es richtig oder falsch ist und vor allem, ob es für die Situation passend ist, in der du gerade bist. Auf der anderen Seite könnte ich Manipulation auch so definieren, dass es darum geht, dir bestimmte Ziele zu setzen und die dann auch zu erreichen, auch wenn es Ziele sind, die du bisher nicht kanntest. Das wäre ein positiver Blick auf das Thema. Und dafür steht der Zugang zum NLP, für den auch ich stehe. Wenn du bereit bist, die Verantwortung für dein Leben zu übernehmen und Lust hast, selbst zu bestimmen, in welche Richtung dein Leben geht, dann ist NLP etwas, was für dich sehr hilfreich sein kann. Es ist ein guter Weg, um verstehen zu lernen, wie du selbst funktionierst und wie die anderen Menschen funktionieren, mit denen du zu tun hast. Ich glaube, dass ein bisschen mehr Wissen und Einsicht in die Abläufe der menschlichen Persönlichkeit grundsätzlich hilfreich sind. Welche Werte du dann selbst in deinem Leben hast, worum es dir geht und wie du sie einsetzt, das liegt natürlich bei dir. #00:04:55-0#

Richard Bandler, der Mitbegründer des NLP, von dem ich auch gelernt habe, der sagt am Ende seiner Seminare immer, „und wenn du jetzt irgendwas Böses im Schilde führst, dann funktioniert das Ganze nicht, was du hier gelernt hast“. Und das gilt auch für mein Buch. #00:05:11-5#

Thomas: Sehr gute Definition. Bevor wir ein wenig tiefer in das Thema NLP einsteigen, erzähle uns doch, wie du zum Thema „NLP“ gekommen bist. #00:05:20-2#

Tom: Ich habe im Laufe meines Lebens einige Dinge gemacht und bin dann irgendwann Anfang der 2000er Jahre in die Richtung gegangen, dass ich nach Kommunikationstraining geschaut habe und was es im Bereich Persönlichkeitsveränderung gibt. Das hat mich interessiert. Ich war vorher lange als Übersetzer unterwegs und wollte aus diesem Beruf heraus. Ich habe damit begonnen, mir einen Job zu bauen, wo ich mehr mit Menschen zu tun habe. Und da bin ich auf NLP gestoßen. Ich bin ein Mensch, der stark wissenschaftlich interessiert ist. Mit diesem esoterischen Kram kann ich nichts anfangen. Das NLP hat mir deswegen gefallen, weil ich mitbekommen habe, dass es auch darum geht, wie das Hirn funktioniert. Es geht mehr um materialistische, greifbare Dinge. Dabei bin ich auch auf diese Vorurteile gestoßen, dass NLP etwas Rechtes im politischen Sinne ist. Ich bin immer wieder zu Infoabenden gegangen und habe mir die Typen oder Damen angeschaut, und das hat mir nicht gefallen. Und dann bin ich auf Gloria Pettermann gestoßen, sie war meine erste NLP-Trainerin. Eine total lebensbejahende, positive und liebenswerte Frau, die das super gemacht hat. Gleich am ersten Tag merkte ich, okay, das ist es! Das war der Anfang einer Reise, die ich 2008 begonnen habe und die bis heute weitergeht. Mittlerweile bin ich auch NLP-Trainer. Ich lehre den Leuten nicht NLP, sondern ich wende NLP an bei dem, was ich mache.  #00:07:10-3#

Thomas: Das merkt man auch, wenn man mit dir zusammenarbeitet. Du bist sehr geerdet und siehst das Ganze immer aus einer relativ entspannten Sichtweise. Wenn andere verkrampfen, dann bist du noch immer locker, das finde ich sehr cool. Ob das jetzt mit NLP oder mit dir zu tun hat, das weiß ich nicht, aber das auf jeden Fall als kleines Feedback noch an dich. #00:07:33-5#

Tom: Danke. #00:07:33-7#

Thomas: Gerne. Erzähl mal, Tom, welche sind die wichtigsten Grundannahmen von NLP, was muss man darüber wissen? #00:07:42-5#

Tom: Das Wichtigste ist der Satz, „die Landkarte ist nicht das Gebiet“. Wenn du dir eine Landkarte anschaust, zum Beispiel bei Google Maps, dann erhältst du dort ein Abbild von der Erdoberfläche mit den ganzen Dingen, die dort drauf sind. Du hast aber auf dieser Landkarte nie alle Einzelheiten, die es in der Wirklichkeit gibt, sondern es sind immer nur ausgewählte Punkte. Bei einer Straßenkarte beispielsweise sind vor allem die Straßen drauf, und die sind viel größer eingezeichnet, als sie in Wirklichkeit sind. Das sind irrsinnig viele Sinneseindrücke, und wir speichern eine Auswahl davon ab. Das bedeutet, dass ich eine andere Auswahl abspeichere als du beispielsweise oder als du da draußen, wenn du gerade zuhörst. Wir haben alle eine andere Geschichte, eine andere soziale Herkunft, vielleicht sind wir sogar in einer anderen Kultur aufgewachsen. Schon alleine zwischen Österreich und Deutschland gibt es manchmal recht große Unterschiede, wie ich merke.  #00:08:50-7#

Das brauchen wir, um uns orientieren zu können, um uns zurechtzufinden in der Welt, in der wir leben. Das bedeutet aber auch, dass es nicht immer darum geht, wer Recht hat, wenn es unterschiedliche Meinungen gibt. Man muss akzeptieren, dass der andere Mensch einen anderen Blick auf die Wirklichkeit hat. Er bietet mir diesen Blick an, und dann kann ich mir überlegen, ob er mir gefällt oder nicht. Auf jeden Fall ist er eine Bereicherung, weil ich durch ihn ein Mehr an Informationen über die Welt bekomme. Und du merkst schon, dahinter steht ein gewisser Relativismus in dem Sinne, dass wenn ich schon eine Auswahl von der Wirklichkeit mache, die ich dann auch bei mir abbilde und mit der ich denke und arbeite, dann kann ich absichtlich und bewusst mitbestimmen, in welche Richtung ich den Schwerpunkt legen will, indem ich mir Ziele setze, sowohl für das Business und den Job als auch für mich in meiner Wirklichkeitswahrnehmung. #00:09:56-0#

Das bedeutet außerdem, dass du alle Ressourcen, die du zur Lösung der Aufgaben brauchst, vor denen du stehst, bereits in dir trägst. Das ist in der Arbeit mit Menschen sehr interessant, weil darin ein sehr positives Menschenbild steckt. Du hast bist jetzt dein Leben gelebt und dabei viele Sachen gelernt. Mancher deiner Stärken und Fähigkeiten, die du erworben hast, bist du dir bewusst, aber bei vielen Sachen wissen die Leute gar nicht, dass sie das können oder dass die dazu in der Lage sind. Das merkst du immer daran, wenn man wirklich muss, dann gehen auf einmal Dinge, die sonst unvorstellbar waren. Ich glaube, dass es darum geht, den Menschen ein bisschen zu helfen, und bei diesem Prozess finde ich NLP hilfreich. Zu schauen, wie sie aus einer gegebenen Ausgangssituation das Beste aus sich herausholen können, ohne von außen allzu viel fremde Hilfe zu benötigen. Das wäre ein zweiter Aspekt, den ich wichtig finde. #00:11:11-3#

Und vielleicht noch ein dritter Aspekt: Der Flexiblere führt! Ich weiß von dir, Thomas, dass du auch die Zusammenarbeit von Teams untersuchst, egal in welcher Situation. Das gilt für ein Ehepaar, für eine Familie oder für ein Unternehmen gleichermaßen. In einem gegebenen Setting gibt es immer einen Teil, der oder die am ehesten bereit oder in der Lage ist, sich an neue Situationen anzupassen. Und wenn du ein bisschen darauf schaust über einen längeren Zeitraum, wer dann wirklich die Richtung bestimmt in solchen Zusammenhängen, dann ist es immer der Mensch, der sich am flexibelsten auf die neue Lage einstellen kann. Es ist nicht der, der am lautesten ist, der das meiste Geld hat oder der physisch am stärksten ist. Das sind drei wichtige Dinge. Es gibt natürlich noch mehr, ich habe ein ganzes Buch darüber geschrieben, und ich bin nicht der einzige. Das zunächst als Einstieg.  #00:12:14-3#

Thomas: Wir wollen auf keinen Fall alles verraten, schließlich sollen die Menschen das Buch kaufen. Als wir die Fragen vorbesprochen haben, ist mir aufgefallen, dass ich bereits ein NLP-Prinzip beim Erlernen meines Selbstmanagements anwende, und zwar „test, operate, test, Erfolg“. Wofür steht diese Strategie auf dem NLP? #00:12:40-1#

Tom: Vielleicht noch einmal ein kleiner Rückblick zu der Frage, was NLP ist. NLP ist nicht aus dem Nichts entstanden, sondern es setzt auf ganz viele menschliche Erfahrungen, die bereits vorher gemacht wurden. Dieses Prinzip „test, operate, test, Erfolg“ bedeutet, wenn du eine Aufgabe oder Herausforderung hast, dann kannst sie nicht im Kopf alleine lösen. Du kannst dir super Sachen ausdenken und tolle Theorien entwickeln, aber dann musst du hinausgehen in die Praxis und sie ausprobieren und tun und machen. Im nächsten Schritt muss du offen sein für das Feedback, das du bekommst. Und dabei musst du schauen, wie geht es dir bei dem, was du machst? Das ist für mich ein ganz wichtiger Faktor. Im nächsten Schritt geht es darum, wie reagiert meine Umwelt darauf, und natürlich, bekomme ich das Ergebnis, das ich mir vorgestellt habe? Mit diesem Ergebnis kann ich dann einen neuen Ansatz formulieren, gehe wieder raus und mache einen nächsten Test. Und dieses Spiel mache ich so lange, bis ich zum gewünschten Resultat komme.  #00:13:49-5#

Thomas: So funktioniert es bei mir im Selbstmanagement auch. Kommen wir zu den Emotionen und Gefühlen. Ist es sinnvoll, auf die Qualität deiner Gefühle zu achten? #00:14:09-0#

Tom: Ich finde schon, denn deine Lebensqualität ist davon geprägt, wie es dir geht bei dem, was du machst. Grundlage des NLP ist, dass du bereits einen Gedanken hast, bevor das Gefühl auftaucht. Wie du über etwas denkst, hat eine starke Auswirkung darauf, wie es sich für dich anfühlt. Das klassische Beispiel sind unangenehme Situationen wie Trauer oder Ärger. Je nachdem, was passiert ist, dauert dieses Gefühl von ein paar Stunden bis zu einem oder gar zwei Jahren. Ich hatte mal einen Unfall, und danach habe ich relativ lange gebraucht, bis ich darüber lachen konnte. Aber es kam der Moment. Die Frage ist, warum soll man so lange warten, bis es lustig wird, warum nicht diesen Prozess beschleunigen? Schmerzen, egal ob körperlich oder emotional, sind immer ein Hinweis darauf, dass irgendetwas nicht passt und dass du etwas anders machen sollst als vorher. Und in dem Moment, wo du begonnen hast, die Veränderung einzuleiten, hat der Schmerz keine Funktion mehr für dich. Das heißt aber auch, dass es dann nicht mehr weiter so wehtun muss wie vorher.  #00:15:55-6#

Thomas, du machst viel Sport, und wenn du bestimmte Fitnessziele erreichen willst, egal, ob das beim Laufen oder in der Kraftkammer ist, brauchst du einen Plan. Du gehst nicht einfach hin und denkst, „schauen wir mal, was heute geht“. Du wirst dich aufwärmen, bevor du an die Hantel packst und wo weiter. Und genau diese Art des Herangehens empfehle ich für die eigene Gedanken- und Gefühlswelt.  #00:16:21-8#

Thomas: Das ist sehr sinnvoll, klar. Damit hast du das Thema „Trainieren“ angesprochen. Dahingehend gleich die Frage, warum geht es bei Verhaltensänderungen immer auch um das Trainieren? #00:16:31-4#

Tom: Wie funktionieren Menschen? Ich habe am Anfang bereits über Gewohnheiten gesprochen und darüber, dass sie dich manipulieren und bestimmen, ohne dass du dich bewusst für sie entscheidest. Wenn du etwas hast, was dir eher schadet oder dir nicht mehr nützt, dann ist das blöd, aber wenn du eine Gewohnheit entwickelst, die dir guttut und die dir hilft, deine Ziele zu erreichen und dich in die Richtung zu bewegen, die du dir ausgesucht hast, dann ist das natürlich cool. Wenn du Lust hast, einen Halbmarathon zu laufen, ist das keine Entscheidung, die du einmal triffst und sagst, dass du im nächsten Halbmarathon im Mai in Wien mitmachst, und dann ist es weg, und wenn es soweit ist, läufst du dorthin. Es gibt Leute, die das machen, und die liegen dann nachher irgendwo auf der Erde. Ich war früher Rettungssanitäter und habe vieles erlebt, es ist unglaublich, was die Menschen mit sich machen. Wenn du Nachhaltigkeit haben willst, dann brauchst du Krafttraining, um einen Marathon durchzustehen, du musst laufen gehen, und du brauchst das entsprechende Schuhmaterial. Du musst dich darauf vorbereiten. Und wenn du Lust hast, fokussierter zu arbeiten und zu lernen, dich besser zu konzentrieren, dann sind das keine Sachen, die du einmal beschließt und ab dann machst, sondern du musst dich langsam steigern. Du musst es regelmäßig tun, damit es irgendwann wie von selbst passiert, damit du dich selbst in die richtige Richtung manipulierst, wenn du so willst.  #00:18:26-2#

Thomas: Ich sage immer, dass alles, was du machst, wie ein Muskel ist. Den Muskel muss man trainieren, und wenn er eine gewisse Größe hat, dann führt er die gewünschte Übung automatisiert aus. Tom, ich habe noch einige spannende Fragen. Inhalt oder Form, was ist entscheidend bei deinen Gedanken? #00:18:49-3#

Tom: Das war für mich eine der größten Überraschungen, die Auslöser für mich war, NLP zu lernen und anzuwenden. Traditionell glauben wir, dass es die Inhalte sind, die die Qualität der Gefühle ausmachen, also das, was wir denken. Wenn ich an Urlaub denke, geht es mir gut, und wenn ich an einen Streit mit meiner Frau denke, geht es mir schlecht. Ein anderer Ansatz wäre, in diesen Situationen einfach mal den Inhalt komplett auszublenden und dir anzuschauen, wie du etwas machst, also wie du über etwas denkst. Menschen denken ganz stark in Bildern. Bei dem genannten Beispiel „Urlaub“ hast du sicher das eine oder andere Bild vor Augen, für den einen wird es ein Strand sein, für den anderen ein Berg und für den nächsten vielleicht ein Museum in einer großen Stadt. Wenn du jetzt an deinen letzten Urlaub denkst und dieses Bild ganz nahe an dich ranholst, es großmachst und ihm schöne Farben gibst, dann siehst du vielleicht nicht nur ein Bild, sondern eine ganze Szene, die wie ein Film abläuft. Du siehst beispielsweise, wie die Wellen sanft an den Strand gespült werden. Dann wirst du merken, dass das angenehme Gefühl, dass du damit verbindest, stärker wird. Und wenn du dir dieses gleiche Bild in schwarz-weiß vorstellst und wegschiebst, so dass es irgendwo in weiter Ferne ist wie in Briefmarkengröße, dann fühlt es sich nicht mehr so gut an, weil es einfach viel weniger stark ist.  #00:20:44-3#

Das ist die eine Ebene, wo du wirklich viel machen kannst. Und das funktioniert auch, wenn du viele Aufgaben gleichzeitig hast. Wenn deine Aufgaben ganz groß und ganz nah bei dir sind, dann wird es dir sehr schwerfallen, das zu fokussieren. Und wenn du eine dieser Aufgaben im Mittelpunkt hast und alle anderen sind irgendwo im Hintergrund, dann bist du viel produktiver. Das war ein kurzes Beispiel für das Visuelle. Das Ganze funktioniert auch mit der Stimme. Es gibt diesen inneren Kritiker. Wenn du mal wieder nicht genug weitergebracht hast am Tag, wie redest du dann mit dir? Ist es eine nette Stimme, die dich fragt, wie dein Tag war oder ist es ein Nörgler, der irgendwo sitzt und auf dich einredet? Und das Coole ist, wenn du anfängst, daran zu arbeiten, dann ist das, wie du vorhin gesagt hast, wie ein Muskelaufbautraining. Es ist immer noch die gleiche Situation, es ist der gleiche Chef oder der gleiche Untergebene, er macht den gleichen Unsinn wie früher, aber auf einmal fühlt es sich für dich anders an. Der Klassiker ist, dass du dem Chef in Gedanken ein Ballerina Röckchen und Stöckelschuhe angezogen hast.  #00:21:58-9#

Thomas: Kann ich gut nachvollziehen aus früheren Zeiten, hoffentlich hört keiner meiner Ex-Chefs zu. Eine Frage habe ich noch an dich, Tom, warum brauchen wir immer Zwischenschritte, um von einem Verhalten oder von einem Zustand zu einem gänzlich anderen zu kommen? Warum funktioniert das nicht in einem Schritt? #00:22:19-7#

Tom: Nehmen wir als Beispiel die Steuer, um die müssen sich sowohl Selbständige als auch Angestellte kümmern. Das ist ein Bereich, den viele nicht gerne haben und den sie erstens vor sich herschieben und zweitens dann richtig leiden, wenn sie es machen. Und wenn es dein Ausgangspunkt und auch dein Ziel ist, dass du jedes Mal, wenn du deine Steuer machst, dich darauf freust und total happy bist, dann wirst du dieses Vorhaben nicht mit einem einzigen Entschluss ändern, sondern du brauchst Zwischenschritte. Das ist eine Strategie, eine Methode, die wir „Chaining“ nennen, also eine Verkettung. Wir gehen graduell von einem Zustand zum nächsten. Das hat damit zu tun, dass es ein Naturgesetz ist, dass sich alles auf der Welt verändert. Und wir Menschen sind ein Teil davon. Du machst gerne quantitative Schritte, die irgendwann dazu führen, dass etwas plötzlich umschlägt und eine neue Qualität hat.  #00:23:37-6#

Nehmen wir das Beispiel Laufen, über das wir vorhin gesprochen haben. Wenn du anfängst, laufen zu gehen und nur einmal im Monat übst, dann wird sich körperlich nicht viel bei dir tun. Wenn du anfängst, einmal pro Woche zu laufen, dann ist das schon eine andere Geschichte. Läufst du allerdings dreimal die Woche, dann bist du viel fitter als vorher und merkst das auch schnell. Du brauchst jedoch eine Annäherung dazwischen, und die Menschen sind im Prinzip recht einfach gestrickt, obwohl sie manchmal sehr kompliziert wirken. Wenn du Situationen hast, die von stark negativen Gefühlen wie Wut, Trauer, Angst, Ohnmacht oder Zweifel bestimmt sind und du von dort zu Zuversicht oder Motivation kommen möchtest, dann ist der erste Schritt oft eine Frustration. Das ist der Moment, wo du keinen Bock mehr hast, schon wieder eine neue Hose kaufen zu gehen, weil die alte nicht mehr passt. Das geht dir einfach tierisch auf die Socken. Das ist noch kein gutes Gefühl, denn du bist immer noch sehr verärgert, aber du hast bereits damit begonnen, diesen alten Zustand infrage zu stellen. Von dort ist es nicht mehr weit bis zu dem Moment, wo Neugier und Vorfreude entstehen. Du beginnst dich zu fragen, ob es noch einen anderen Weg gibt, das Ganze zu lösen. Muss ich immer zu McDonalds gehen oder gibt es noch eine andere Möglichkeit, satt zu werden und mich gleichzeitig gesund zu ernähren? Dann könnte diese Vorfreude kommen, wo du irgendwann einmal auf „Selbstmanagement rocks“ stößt. Du merkst, es gibt eine coole Möglichkeit, dein Selbstmanagement in den Griff zu bekommen. Du machst das, bist total motiviert, und auf einmal merkst du, wie die ganzen Aufgaben, die du früher nicht unter einen Hut bringen konntest, dir plötzlich leicht von der Hand gehen.  #00:25:45-0#

Thomas: Super, das ist ein sehr schöner Abschluss gewesen, freut mich sehr. Du hast recht, es ist genauso, wie du es erklärt hast, wirklich super. Wer Lust bekommen hat, mehr vom Tom über NLP zu lesen, das Buch „Be wonderful – emotional erfolgreich mit angewandtem NLP“ werden wir natürlich in den Show Notes verlinken. Tom, wenn jemand noch mehr über dich erfahren möchte und sich vielleicht sogar beim Buchschreiben von dir begleiten lassen möchte, wo kann derjenige mehr über dich finden? #00:26:20-9#

Tom: Wenn es um das Thema „Buchschreiben und Selbstpublishing“ geht, dann schau auf www.mission-bestseller.com, dort habe ich meinen Zugang zusammengefasst. Ich habe auch einen Podcast und einen Blog, wo du dir ein gratis E-Book herunterholen und hineinschauen kannst, wenn dich das interessiert. Zum Buch wollte ich noch sagen, ich habe kein Lehrbuch geschrieben, sondern es ist eine Sammlung von verschiedenen Lehrgeschichten. Das ist ein Buch, das sich leicht lesen lässt und für das du keine Vorkenntnisse brauchst. Im Prinzip ist es die Fortsetzung des Gesprächs, das wir jetzt geführt haben. Du erhältst einige Strategien, Tipps und Tricks, wie du deinen Alltag praxisorientiert umgestalten kannst, ohne einen NLP Kurs machen zu müssen. Wenn du Lust darauf hast und noch eine kleine Portion Humor verträgst, dann bist du dort richtig. #00:27:29-5#

Thomas: Super, das glaube ich auch auf alle Fälle. Für alle, die jetzt nicht mitschreiben konnten, du findest die Links natürlich auch unter selbst-management.biz/217 für die 217. Podcastfolge. Tom, vielen lieben Dank für das tolle Interview. Es hat wie immer riesigen Spaß gemacht. Ich bedanke mich recht herzlich bei dir, und die letzten Worte in diesem Podcast, die gehören dir. #00:27:56-0#

Tom: Danke für die Gelegenheit, Thomas, und dir da draußen danke fürs Zuhören. Ich freue mich immer, wenn ich die Botschaft ein bisschen verteilen kann. Ich glaube, dass es die Welt einfach braucht, gerade heute, dass Menschen nicht nur die Verantwortung für das eigene Business, für den eigenen Job übernehmen, sondern auch für die eigenen Gedanken und Gefühle, damit wir gemeinsam die Welt zu einem besseren Platz machen können. #00:28:25-0#

Thomas: Super, ich glaube, dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen. Vielen Dank für das Interview, Tom. #00:28:30-8#

Outro: Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für dein Selbstmanagement. Damit du endlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben hast. #00:28:46-9#

2018-04-22T07:37:12+00:000 Comments

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