Geldprobleme ade – Methoden zum Verbessern des eigenen Finanzmanagements

Zum erfolgreichen Selbstmanagement gehört es auch, die Kontrolle über die eigenen Finanzen zu behalten und reflektiert und organisiert mit Geld umzugehen. Theoretisch scheint es als erwachsener Mensch, der ein vernünftiges Gehalt bezieht, recht einfach zu sein, nicht über die eigenen Verhältnisse zu leben und sich dennoch ein angenehmes Leben mit dem eigenen Einkommen zu ermöglichen.

Die Praxis aber ist für viele Menschen Monat für Monat immer wieder ein Schlag ins Gesicht. Diese oder jene Kosten wurden vergessen, Schulden müssen beglichen werden, spontane, vermeintlich wichtige Käufe kommen dazu. Im Extremfall muss das Konto ab und an überzogen werden oder es wird zumindest bis zum Monatsende knapp. Um aus diesem ewigen Kreislauf herauszukommen, gilt es, methodisch vorzugehen und das eigene Finanzmanagement nachhaltig zu verbessern.

Ohne das richtige Finanzmanagement folgt am Monatsende oft eine böse Überraschung. fotolia.de © BillionPhotos.com (#217352614)

Der altbewährte Klassiker: Das Haushaltsbuch

Eine einfache und kostengünstige Methode, den Überblick über den Kontostand zu behalten und die eigenen Finanzen zu managen, bildet heute wie früher das Haushaltsbuch. Mit Hilfe des Haushaltsbuches, in welches die Ein- und Ausgaben in diverse vorher festgelegte Kategorien eingeteilt und notiert werden, kann zu jedem Zeitpunkt etwa das Restbudget für den Monat ausgerechnet werden. Außerdem kann immer auf einen Blick gesehen werden, welche Posten besonders hoch sind und an welcher Stelle eventuell noch gespart werden kann. Natürlich ist das klassische und von Hand geführte Haushaltsbuch sehr einfach aufgebaut und in seiner Funktionalität begrenzt. Dabei nimmt es mitunter auch noch eine Menge Zeit in Anspruch, da bei jedem Einkauf die Belege und Quittungen aufgehoben werden und eingetragen werden müssen; außerdem muss alles per Hand gemacht und im Kopf oder mit Taschenrechner manuell ausgerechnet werden. Der Vorteil dabei ist jedoch, dass man sich dadurch automatisch Zeit nimmt, um sich mit seinen Finanzen auseinanderzusetzen.

Mögliche Kategorien für das Haushaltsbuch können übrigens sein:

  • Haushalt
  • Lebensmittel
  • Essen/ Trinken auswärts
  • Arbeit
  • Transportmittelkosten
  • Fixkosten (Miete, Ratenzahlungen, Abonnements usw.)
  • Unterhaltung
  • Hobby
  • Hygiene und Kosmetik

Wem das handschriftliche Führen eines Haushaltsbuches zu anstrengend ist, der kann natürlich auch auf die digitale Variante zurückgreifen und seine Finanzen etwa mittels einer Excel-Tabelle verwalten. Da sich die Excel- Tabelle vollständig individualisieren lässt, steht sie dem handschriftlichen Haushaltsbuch in nichts nach. Sie bietet zusätzlich unterschiedliche automatisierte Funktionen, um beispielsweise Teil- und Endsummen errechnen zu lassen oder Vergleiche zwischen mehreren Wochen oder gar Jahren anzustellen. Dies wird durch Statistiken, die das Programm für ausgewählte Zeiträume erstellen kann, ermöglicht. Die Entwicklung der finanziellen Situation wird durch Vergleiche somit transparent und es lässt sich so beispielsweise analysieren, wie finanzielle Tiefpunkte in bestimmten Monaten zustande kommen konnten.

Vorausschauend planen

Einfach in den Tag hineinzuleben und sich keine Gedanken um die Zukunft zu machen kann ein angenehmer und entspannter Lebensstil sein. Und sicherlich laufen manche Menschen damit bis zum Ende ihres Lebens gut. Dennoch bilden sie in der Regel die Ausnahme. Denn die Inflation, die aktuell in Deutschland besonders durch den Anstieg der Verbraucherpreise für Energie und Nahrungsmittel sowie Dienstleistungen und Wohnungsmieten verursacht wird, sorgt dafür, dass das eigene Geld immer weniger Wert ist. Wer dann für eine bestimmte größere Investition, die vielleicht einmal unerwartet auf einen zukommt oder die man sich plötzlich doch leisten möchte, nicht vorgesorgt und geplant hat, steht dumm da. Es gilt daher, am besten schon ab dem ersten eigenen Einkommen ein wenig zu sparen und nicht alles Geld gleich wieder in Umlauf zu bringen. Und wer sich bislang immer gegönnt hat, worauf er gerade Lust hatte und meint, auf diesen Luxus nicht verzichten zu können, dem sei gesagt: Verzichten kann jeder. Es muss nur trainiert werden. Dann kann letztlich sogar der bewusste Verzicht eine Art Luxus sein.

Vorausschauend planen

Eine Finanzplanung für die Zukunft ist in den meisten Fällen unumgänglich. fotolia.de © Wellnhofer Designs (#189104180)

Neben Bausparverträgen, Sparverträgen, Sparbriefen, Fonds, Aktien, Festgeldanlagen usw. kann übrigens auch das private Sparen und Zurücklegen auf einem einfachen Tagesgeldkonto eine Möglichkeit der Planung für die Zukunft sein. Dann ist natürlich etwas mehr Eigenkontrolle gefragt, um das (am besten monatlich beiseitegelegte) Geld tatsächlich auch nicht anzurühren. Um sich im Selbst- und Finanzmanagement zu üben, ist das aber gar keine schlechte Methode.

Für alle, die sich selbst weniger trauen, gilt: Eine individuelle Anlagestrategie mit einem Experten zu besprechen, ist nie verkehrt. Am besten ist es, wenn man jemanden kennt, der Anlageberater ist oder zumindest jemanden, der empfohlen wird, um auch wirklich eine vernünftige und individuell passende Beratung zu erhalten.

Richtig und reflektiert investieren

Um beim Thema Investitionen zu bleiben: Auch das Investieren muss, selbst wenn Kapital vorhanden ist, reflektiert und gut überdacht werden. Ansonsten kann die falsche Investition schnell dazu führen, dass auf einen Schlag eine Menge Geld abgegeben wird und kaum später die Erkenntnis folgt, dass dies vielleicht ein Fehler gewesen sein könnte und man sich eventuell völlig verschätzt hat. Dann ist es aber meistens schon zu spät. Zum erfolgreichen Finanzmanagement gehören daher unter anderem die Fragen:

  • Welche Investitionen müssen tatsächlich getätigt werden? Aus welchen Gründen müssen sie das?
  • Gibt es Alternativen?
  • In welche Dinge sollte, aktuellen Expertenmeinungen zufolge, für die Zukunft investiert werden? Und was sagt das eigene Bauchgefühl dazu?
  • Muss ein Kredit aufgenommen werden? Gemessen am eigenen Einkommen und den Möglichkeiten: Wie hoch kann dieser maximal sein? Soll er eine eher kurze oder lange Laufzeit haben und warum?
  • Ist nach der Investition noch genug Geld übrig für beispielsweise mögliche spontan anfallende, ebenfalls nicht ganz geringe Ausgaben?

Übrigens kann es auch nie schaden, die alte Methode des „Geldvergessens“ anzuwenden, um in Notfällen noch etwas Puffer für Investitionen zur Verfügung zu haben. Früher war es durchaus üblich eine Art Sparschwein im Haushalt zu haben, in das regelmäßig ein wenig Geld eingezahlt wird. Es ging nicht darum, immer wieder zu schauen, wieviel sich angesammelt hat, sondern darum, irgendwann auf das Gesparte zurückgreifen zu können, wenn es denn einmal sein musste. Auch heute kann sich diese Methode lohnen. Wem das Ganze mit Geld zu umständlich ist, weil man sich dann spontan vielleicht doch etwas davon abzweigt, der kann beispielsweise auch kleine Mengen Gold an einem sicheren Platz Zuhause aufbewahren. Dieses kann nicht für eine unbedachte Ausgabe sofort ausgegeben werden und verliert zudem – im Gegensatz zum Geld – auch langfristig wohl kaum an Wert.

Bar bezahlen

Nur mit einer visuellen Wahrnehmung des Betrages, der für etwas ausgegeben wird, erfasst ein durchschnittlicher Mensch auch wirklich den Wert des Geldes, das er investiert. Geldprobleme entstehen daher tatsächlich schon alleine oftmals deswegen, weil jemand durch die diversen Möglichkeiten, sich das Barbezahlen zu sparen und stattdessen auf eine der anderen Varianen des Bezahlens zurückzugreifen, kein „echtes“ Geld mehr vor sich liegen sieht und so die Höhe des Preises gar nicht richtig einschätzen kann. Der Überblick über die eigenen Ausgaben geht somit leichter verloren, indem etwa nur noch mit der Kreditkarte bezahlt wird. Besteht also die Möglichkeit, nur Bargeld einzusetzen, sollte diese immer wahrgenommen werden. Sich am Anfang der Woche beispielsweise einen bestimmten Betrag abzuheben, der für Einkäufe & Co. ausreichen soll und nicht mehr auszugeben, ist eine wunderbare Möglichkeit, zu vermeiden, über die eigenen Grenzen hinaus zu leben.

Muss dennoch einmal eine Geldkarte benutzt werden, sollte immer darauf geachtet werden, dass der Gegenwert auch tatsächlich auf dem Konto vorhanden ist. Das gilt nicht zum Zeitpunkt der Kartenabrechnung, sondern zum Zeitpunkt des Einkaufs. Am besten ist es, sich zu überlegen, dass je häufiger die Karte benutzt wird, desto weniger zukünftige Investitionen erfolgen können für beispielsweise das eigene Hobby oder Ausflüge mit der Familie usw. Die Karten sollten also ausschließlich genutzt werden, wenn der Kontostand im Plus ist. 

Spontankäufe

Zu Spontankäufen gibt es zwei Dinge zu sagen:

  1. Sollten sie minimiert werden
  2. Sollte für sie dennoch ein kleines Budget eingerichtet werden

Zu 1.: Spontankäufe folgen vor allem auf ein spontanes Bedürfnis nach etwas. Man kann sie in der Regel auch als Lustkäufe zusammenfassen. Selbst wenn es bei einem dieser Käufe noch nach nichts aussieht, fällt auf den Monat gesehen durch derlei Käufe oft eine Menge an. Sie sollten daher minimiert werden. Für den Einkauf von Lebensmitteln gibt es dafür beispielsweise einen recht einfachen Trick: Es sollte ganz einfach vor dem Besuch des Supermarkts gegessen werden. Dadurch wird nicht zu viel gekauft, was letztlich vielleicht sogar nicht einmal verwertet wird und im Müll landet. Außerdem ist es sinnvoll, sich einen Einkaufszettel zu schreiben und sich strikt an diesen zu halten. Wenige Ausnahmen sind natürlich erlaubt. Womit wir zu Punkt 2 kommen.

Zu 2.: Einer spontanen Lust nachzugehen kann manchmal natürlich auch gesund und beglückend sein. Deshalb schadet es nicht, sich auch monatlich ein kleines Budget einzurichten, das vollkommen zur freien Verfügung steht, ohne dass darüber Rechenschaft abgelegt werden muss. Denn effektives Finanzmanagement und Haushalten heißt nicht, dass man sich nicht ab und an auch einmal etwas gönnen darf. 

Apps zum Managen der Finanzen

Neben einem Haushaltsbuch oder Excel-Tabellen, die zum digitalen Verwalten der Finanzen genutzt werden, können auch einige Apps dabei behilflich sein. Drei wirklich sinnvolle Apps stellen wir abschließend im Folgenden vor:

  • Evernote ist eine komplexe App mit vielfältigen Funktionen, auf die überall zugegriffen werden kann, wo ein technisches Gerät (egal ob Smartphone, Tablet oder Laptop) und eine Internetverbindung vorliegen. Mit ihr können die eigenen Konten gemanagt werden, genau wie Geldkarten, Versicherungen, Verträge, Wertpapiere, Immobilien, Steuern usw. Als Allrounder ist sie das optimale System fürs Finanz- sowie fürs Selbstmanagement.
  • Mit der App Mint lässt sich einfach ein Budget festlegen, an das man sich im Monat halten muss. Wer sich seinen Limits nähert oder eine Rechnung begleichen muss, bekommt Unterstützung von der App in Form von Warnungen und Erinnerungen. Praktisch ist die Möglichkeit, die App in die bestehenden Bank-, Kredit- und Darlehenskonten zu integrieren.
  • Die App Splitwise eignet sich für all diejenigen, die regelmäßig gemeinsam mit anderen Investitionen tätigen, dabei aber einfach nicht den Überblick behalten können, bzw. sich ständig verschulden oder von anderen noch Geld bekommen. Splitwise setzt dem ein Ende, indem etwa eine Gruppe erstellt wird, in der jeder seine Ausgaben hinzufügen kann. Bilder der entsprechenden Rechnungen können beigefügt werden. Nach Belieben kann schließlich der Gesamtbetrag aufgeteilt werden und jeder kann seine separate Überweisung machen. Auch komplexere Probleme, wie etwa der Fall, dass eine Person nur einer anderen und nicht der ganzen Gruppe etwas schuldet, kann die App verarbeiten.

Mit der richtigen App lässt sich viel besser die Überblick etwa über Ein- und Ausgaben und noch anfällige Rechnungen behalten. fotolia.de © NicoElNino (#209435512)

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2018-10-12T11:52:57+00:001 Comment

One Comment

  1. Lydia 3. November 2018 at 13:34 - Reply

    Lieber Thomas, als treuer Leserin muss ich leider sagen, dass dieser Artikel einer der schlecht geschriebensten ist, den ich auf deinen Blog bisher so gelesen habe. Total unpersönlich und der Inhalt ist leider ziemlich 0815.
    Ich selbst habe mich in den letzten Wochen auch intensiv mit meinen Finanzen auseinander gesetzt, da ich jetzt nach meinem Studium wieder eine gewissen Geldfreiheit genieße und um diese Freiheit nicht mit vollen Händen auszugeben und weil ich mich selber auch zu gut kenne, musste ein Plan her. Geholfen hat mir das 7-Konten-System. Ich habe drei Bankkonten, bei denen eins als Inbox dient, dort geht das Geld ein und die fixen monatlichen Kosten gehen von dort auch wieder herunter (Miete, Versicherung etc), ein weiteres Konto dient mir für Rücklagen und das dritte Konto (N26) ist für meine variablen Ausgaben (Lebensmittel, Haushalt, Mobilität etc). Der Vorteil bei N26 ist, dass ich die Ausgaben in der App schön Kategorisieren kann. Es gibt auch andere Banken, die das anbieten, aber mich spricht N26 eben besonders an (nein ich werde nicht für die Werbung bezahlt, ist meine ehrliche Meinung) und ich werde per Push Nachricht über jede Abbuchung sofort informiert.

    Ich bin gespannt auf deine weiteren Artikel/Podcastfolgen und wünsche ein schönes Wochenende.

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