Guten-Morgen-Ritual: Nein danke?

Was steht da? Guten-Morgen-Ritual: Nein danke? Wie kann der Thomas das nur behaupten, wo doch in fast allen Büchern Guten-Morgen-Rituale als Allheilmittel für einen produktiven Tag angepriesen werden. Dieser Gedanken könnte dir jetzt, wenn du dich schon etwas in das Thema eingelesen hast, wohl gekommen sein. Hab ich Recht?

Aber einmal der Reihe nach. Eigentlich stimmt der Titel nicht ganz, denn auch ich habe mein Guten-Morgen-Ritual. Auch wenn ich es nicht so nennen würde! Jetzt bist du vermutlich total verwirrt. Ok dann werde ich jetzt mal für ein wenig Licht am Ende des Tunnels sorgen.

Mein Guten-Morgen-Ritual

Nein ich habe kein spezielles Guten-Morgen-Ritual, was aber nicht heißt, dass ich gar keines habe. Hier einmal eine Auflistung der Dinge die ich jeden Tag in der Früh mache:

  1. Aufstehen
  2. Das hier und jetzt genießen (mehr dazu später)
  3. Klo gehen
  4. Frühstück machen
  5. Frühstücken und gleichzeitig Podcast hören
  6. Körper-Hygiene
  7. Mit der ersten (unangenehmsten, schwierigsten) Aufgabe in den Tag starten

Streng genommen ist das natürlich ein Ritual, weil es Tag für Tag nahezu identisch abläuft. Rein praktisch gesehen würde ich jetzt aber nicht Guten-Morgen-Ritual dazu sagen.

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Warum mein Guten-Morgen-Ritual so kurz ist

Ich habe mit diesem Thema wirklich viel experimentiert. Ich habe Vorschläge aus Büchern und Seminaren ausprobiert, Guten-Morgen-Rituale anderer Blogger kopiert und  mich mit allem sehr intensiv beschäftigt.

Bis ich zum Entschluss gekommen bin, für mich persönlich ist ein spezielles Guten-Morgen-Ritual nicht notwendig. Das hat mehrere Gründe:

  1. Ich bin in der Früh ohnehin voller Power:
    Ich bin ein Morgen-Mensch. Ich brauche nicht großartige Rituale um in die Gänge zu kommen und ich bin den ganzen Tag sehr produktiv und aktiv (natürlich mit kleinen Höhen und Tiefen wie bei jedem anderen Menschen auch)!
    Also wozu unnötig viel Zeit in ein Guten-Morgen-Ritual investieren wenn ich in der Früh ohnehin Top-Fit bin und auch genügend Energie und Ausdauer habe um den Tag gut über die Bühne zu bringen?
  2. Das Problem der unterschiedlichen Orte und Aufgaben:
    Ich hab da ein wenig ein Nomadenleben. Das hat damit zu tun, dass ich 24-Stunden-Dienste habe und aus familiären Gründen teilweise am Land schlafe. Das bedeutet aber auch, dass ich überall andere Aufgaben habe und damit verbunden auch unterschiedliche Aufsteh-Zeiten.
    Alles in allem also eher hinderlich für immer das gleiche Morgenritual.
  3. Ich liebe die Abwechslung:
    Immer das gleiche zu tun, zipft mich sehr schnell an. Vor allem wenn es über einen längeren Zeitraum geht.

Dein Guten-Morgen-Ritual

Nur weil ich ein sehr kurzes Morgenritual habe, muss das noch lange nicht heißen, dass für dich nicht ein wesentlich längeres einen Sinn macht.

Hier kommt wieder das zu tragen, was ich in meinem Podcasts und auch hier in den Artikeln immer wieder sage: Es gibt kein Patentrezept. Du musst einfach herausfinden, was für dich am besten funktioniert. Wir Menschen sind viel zu unterschiedlich um alle über einen Kamm scheren zu können.

Aus diesem Grund will ich dir hier jetzt ein paar Grundlagen zu Guten-Morgen-Ritualen geben und dir das Ritual eines Freundes vorstellen.

Dinge die ein Morgenritual enthalten kann

Ein gemütliches Erwachen

Die Augen aufzuschlagen und sofort aus dem Bett zu springen wird wohl außer Kindern ohnehin kaum jemand machen.  Nur die Augen aufzumachen ist aber auch zu wenig.

Gib dir noch ein wenig Zeit, strecke dich, nimm ein paar tiefe Atemzüge, bewege dich ein wenig im Bett und wenn du soweit bist, dann steh auf.

Mediation

Einen sanften Start in den Tag bringt auch das Meditieren. Ich möchte hier nicht näher darauf eingehen, aber einfach ein paar Minuten seinen Gedanken freien Lauf zu lassen und sich treiben zu lassen ist sicher eine interessante Sache.

Ich habe das eine Zeit lang probiert, jedoch ohne einen Nutzen daraus ziehen zu können. Daher habe ich es wieder gelassen. Ich würde dir aber auf alle Fälle vorschlagen, es einmal zu versuchen.

Selbsthypnose

Ist zwar so ähnlich wie Mediation, allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass du dir gewisse Dinge selbst suggerierst. Ich verwende die Selbsthypnose um mir neue, förderliche Glaubenssätze zu installieren. Allerdings tue ich das selten in der Früh.

Ich werde das Thema Selbsthypnose in einem eigenen Artikel nochmals genauer unter die Lupe nehmen.

In die richtige Stimmung bringen

Ebenfalls den Themen Mediation und Selbsthypnose sehr ähnlich, allerdings mit dem Unterschied, dass du das auch mittels Videos, Bildern oder Musik machen kannst.

Sport

In vielen Morgenritualen ist auch der Sport fest verankert. Auch ich habe damit experimentiert, allerdings habe ich auch diesen Punkt wieder aus meinem Ritual herausgenommen, weil mir Sport zu einer anderen Tageszeit wesentlich mehr bringt.

Hier kann angefangen von Yoga, über leichte Dehnungsübungen bis hin zu joggen, Radfahren oder ins Fitnesscenter gehen alles beinhaltet sein. Auch hier gilt, versuche einfach, was für dich am besten geeignet ist!

Lesen

Lesen entspannt und man hat auch einen Lerneffekt davon. Daher integrieren es viele in ihr Guten-Morgen-Ritual.

Tagesablauf planen

ToDo-Liste schreiben, Termine ausmachen, Blockzeiten für diverse Arbeiten festlegen, usw. Ich mache das aber meistens schon am Vorabend.

Die optimale Aufsteh-Zeit

Je nachdem wie lange dein Guten-Morgen-Ritual ist und wann dein erster Termin des Tages ist, kannst du deine optimale Aufstehzeit berechnen. Hier ein kleines Beispiel:

Das Guten-Morgen-Ritual eines Freundes

  1. Aufstehen (2 Minuten)
  2. Kaffee machen (2 Minuten)
  3. An einem speziellen Platz setzen und leise das Meeresrauschen anhören und an nichts denken (15 Minuten)
  4. ToDo-Liste des Tages schreiben und nach Prioritäten ordnen (10 Minuten)
  5. Bibel lesen (15 Minuten)
  6. Tagebuch schreiben (10 Minuten)
  7. Podcast hören (45 Minuten)
  8. Training im Fitnesscenter (der glückliche hat ein Fitnesscenter direkt im Wohnhaus) und Audio-Book hören (60 Minuten)
  9. Frühstücken (30 Minuten)
  10. Duschen, Anziehen (20 Minuten)

Du siehst also, auch solche Morgenrituale gibt es. Dieses hier dauert ganze 3:25 Minuten. Er steht als jeden Tag um 5 Uhr auf und beginnt um 9 Uhr mit seiner Arbeit.

Dann hat er aber vieles schon erledigt, was andere erst im Laufe des Tages machen, zum Beispiel körperliche Ertüchtigung oder Fortbildung.

Guten-Morgen-Ritual

© Marco2811 Fotolia

Wie findest du dein optimales Guten-Morgen-Ritual

Bringe dein bisheriges Ritual zu Papier

Ja ob du es glaubst oder nicht, du hattest auch bisher schon ein Ritual. Zumindest bist du auf alle Fälle mal aufgestanden, ziemlich sicher wirst du dich auch waschen und möglicherweise was Frühstücken. In der Regel wird dieser Ablauf in der Früh immer in der gleichen Reihenfolge ablaufen.

D.h. du hast schon ein Morgenritual, warst dir, zumindest bis jetzt, aber nicht bewusst darüber.  Also geh dein eigenes Ritual einmal durch und schreib es nieder.

Das kannst du natürlich auch gerne morgen früh machen und einfach bei all deinen Handlungen mitschreiben.

Analysiere dein bisheriges Ritual

Jetzt wo du dein Morgenritual aufgeschrieben vor dir liegen hast, geh jeden Punkt durch und mach ein Pluszeichen zu jenen Punkten die dich produktiver machen und ein Minuszeichen vor jene die dich unproduktiver machen. Alternativ kannst du dann noch einen Kreis vor die neutralen Punkte deiner Liste setzen.

Bei mir ergab diese Analyse folgendes Ergebnis:

+: Aufstehen, das hier uns jetzt genießen, Podcast hören, Frühstücken

O: Klo gehen, Frühstück machen

-: Handy nehmen, Mails checken, News-Seiten mit dem Handy lesen, PC starten und dabei Frühstücken

Eliminieren

Jetzt gehst du daran, alles was Energie kostet und dich unproduktiver mach zu eliminieren. Dazu gehören auf alle Fälle jene Punkte, die du mit einem Minus markiert hast.

Wenn möglich, eliminiere auch jene Punkte die du mit einem Kreis versehen hast. In meinem Fall ist das nicht möglich, denn sowohl auf Klo gehen (sonst geht’s in Hoserl) als auch Frühstück machen (sonst gibt es nichts zu beißen) kann ich nicht streichen.

Experimentelles Hinzufügen

Nachdem du nun dein Guten-Morgen-Ritual von all jenen Dingen bereinigt hast, die dir Energie kosten, kannst du jetzt ein wenig experimentieren und versuchen Dinge hinzuzufügen von denen du glaubst, dass sie dir helfen mit mehr Energie in den Tag zu starten.

Im oberen Teil des Artikels habe ich dir ja ein paar Punkte genannt, die du in dein Morgenritual integrieren kannst.

Ich würde dir empfehlen, immer einen dieser Punkte eine Woche lang zu testen. Bringt er dir was, behalte ihn bei, bringt er dir nichts, verwirf ihn wieder.

Die optimale Reihenfolge

Hast du jene Dinge die dich produktiver machen herausgefiltert, kannst du dich noch ein wenig mit der optimalen Reihenfolge spielen.

Auch hier gilt es möglichst alle Varianten zu testen und sich dann für die optimale zu entscheiden.

Fazit für das Selbst-Management

Es ist völlig egal ob dein Guten-Morgen-Ritual kurz oder lang ist und welche Inhalte es hat. Alles was zählt ist, dass es dich den ganzen Tag über Produktiver macht.

Also teste, teste, teste und finde so die FÜR DICH optimale Lösung!

Genieße deinen Tag!

Liebe Grüße,

Thomas

P.S.: Weitere Informationen zu diesem Thema findest du auch auf meiner Membership-Plattform SelbstmanagementRocks und Invalid shortcode attributes.

2017-09-29T11:06:14+00:006 Comments

6 Comments

  1. […] wir da zum Beispiel die Morgenroutine, zu diesem Thema habe ich ja erst vergangene Woche einen Artikel veröffentlicht. Die Morgenroutine […]

  2. […] Guten-Morgen-Ritual: Nein danke? […]

  3. […] Zeit lang habe ich die Selbsthypnose in mein Guten-Morgen-Ritual verpackt. Das hat aber für mich nicht so gut funktioniert. Dann habe ich es beim Einschlafen […]

  4. […] positive Gewohnheiten die du Tag für Tag automatisch ausführst. Für manche ist es ein Guten-Morgen-Ritual, für andere etwas vor dem Einschlafen oder einfach ein Ritual oder eine Gewohnheit die du unter […]

  5. Karin 14. Dezember 2014 at 14:27 - Reply

    Hallo Thomas,

    für mich ist das Guten Morgen-Ritual auch ganz wichtig, und das sieht etwa so aus:

    1. 5 Uhr aufstehen
    2. Vorbereiteten Kaffee trinken und Müsli essen (nebenbei)
    3. Haustiere versorgen
    4. Diverse Hausarbeiten (eat the frog) wie Geschirr wegräumen/spülen, Wäsche machen, Eingang fegen etc. mit dem Ziel, dass ich beim Nachhausekommen so gut wie fertig bin.
    5. Waschen/anziehen (ja, ich lege vorher mit den anderen Punkten erstmal los, das klappt am besten)
    6. Spätestens um 6:50 mit dem Auto zur Arbeit fahren, sonst ist viel mehr Verkehr und die Zeit bleibt auf der Straße liegen. Dabei Podcast oder Hörbuch hören.
    7. Eintreffen im Büro, E-Mails und Work-Items checken. Schnelle Sachen gleich erledigen, andere in den Todo-Ordner verschieben. WartenAuf-Ordner prüfen.
    8. Neue Gewohnheit, die gerade installiert wird: ca. 15 Minuten Weiterbildung, Thema je nach Bedarf, z.B. lernen bisher nicht gekannter Fähigkeiten des benutzten Textverarbeitungsprogrammes.

    Was dabei generell für mich wichtig ist ist Musik, obwohl ich sonst nicht sehr viel Radio höre. Aber morgens bringt mich das in Schwung.

    Analog zum Morgen-Ritual finde ich ein Abend- oder Gute Nacht-Ritual auch wichtig, um den Tag entspannt abzuschließen und den nächsten Tag in Ruhe vorzubereiten.

    LG Karin

    • Thomas 14. Dezember 2014 at 20:09 - Reply

      Hallo Karin!

      Super, gefällt mir!!!! 😉

      lG Thomas

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