Wenn du es eilig hast, handle langsam

Klingt eigenartig diese Überschrift oder? Aber ich werde dir in diesem Artikel anhand von drei Beispielen beweisen, dass diese Headline durchaus ihre Berechtigung hat und es durchaus sinnvoll ist langsam zu handeln, auch oder vor allem wenn man es eilig hat. Außerdem zeige ich dir wie du dieses Vorhaben praktisch umsetzen kannst. Los geht’s!


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Warum du langsamer treten solltest

Der menschliche Organismus kann mit enormen Stress fertig werden. Nehmen wir beispielhaft an, dass du von einem wilden Tier verfolgt wirst. Das wäre eine unheimliche Stresssituation, mit der du aber den umständen entsprechend gut zurecht kommen würdest.

Jedoch stellt die Tatsache, durch ständige Überforderung gestresst zu sein, den Organismus vor ein massives Problem. Es ist also nicht kurzzeitiger Stress der uns killt, sondern es ist die Dauerbelastung!

Es geht also darum Tempo rauszunehmen und es mal ein wenig ruhiger angehen zu lassen. Ich werde dir nun Beispiele aus drei Lebensbereichen bringen, in denen du das umsetzen kannst. Diese drei Beispiele stehen stellvertretend für alle Lebensbereiche und Aufgaben, die du zu bewältigen hast.

Langsamer Arbeiten – weniger Arbeiten

Langsamer arbeiten und doch produktiver sein, klingt nach einem Widerspruch, muss aber keiner sein. Wichtig ist nämlich nicht wie viel du arbeitest, sondern woran. Es gilt nämlich sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ein auf meinem Blog schon oft erwähntes Konzept wäre da die 80/20-Regel, auch bekannt als Pareto-Prinzip. Achte also nicht auf jene Aufgaben und ToDo’s die dir nur kurzfristig helfen, sondern auf jene die dich langfristig gesehen weiterbringen.

Durch diese Sichtweise fallen extrem viele Aufgaben weg, die Arbeit wird weniger und somit kannst auch du den einen oder anderen Gang zurück schalten.

Außerdem solltest du unbedingt Ablenkungen vermeiden. Ganz egal ob Ablenkungen durch Telefonate, Social Media, Internet, oder Kollegen. Versuche die Konzentration und den Fokus stets auf deine Arbeit zu richten. Nur so wirst du in den Flow kommen, produktiver sein und so mit deiner Arbeit wesentlich schneller fertig.

Das Ergebnis aus all dieses Maßnahmen: Keine Dauerbelastung und damit auch kein Stress.

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Langsamer Essen

Auch das ist so ein Punkt, bei dem wir uns in der Regel stressen. Nahrungsaufnahme passiert oft nebenbei, ohne so wirklich darauf zu achten. Und genau das hat oft verheerende Folgen.

Kleinere Bissen zu sich nehmen, langsamer und länger Kauen, schlicht gesagt: das Essen genießen. Das hat nämlich zur Folge, dass du das Essen wesentlich besser verdaust. Die Mahlzeit liegt dir also weniger lange im Magen und du wirst leistungsfähiger. Somit erledigst du deine Arbeit schneller und hast damit auch weniger Stress.

Langsam und aufmerksam zu essen benötigt aber deine Achtsamkeit. Einfach so nebenbei was in den Mund stecken, das funktioniert nicht.

Nimmst du dir also die nötige Zeit um langsam zu Essen und die Mahlzeiten zu genießen, bist du im Anschluss wesentlich leistungsfähiger. Vielleicht kennst du ja die Müdigkeit oder Trägheit die dich nach der Mittagspause überkommt. Das liegt meist auch daran, dass der Magen nun viel Energie braucht um das Essen zu wenig zerkaute Essen zu verdauen.

Außerdem gibt es da noch einen zweiten gravierenden Vorteil: Viele Studien haben bewiesen, dass man weniger Kalorien zu sich nimmt, wenn man langsamer isst. Das reicht aus, um zehn Kilo im Jahr zu verlieren, ohne irgendetwas anderes zu tun, oder seine sonstigen Essgewohnheiten zu ändern. Es liegt daran, dass das Gehirn etwa zwanzig Minuten braucht, bis es merkt, dass man satt ist. Wenn wir langsam essen, haben wir Zeit zu registrieren, dass wir satt sind, und hören rechtzeitig auf.

Fazit: Langsamer Essen – weniger Gewicht – weniger Stress.

Langsamer Autofahren

Früher war ich ein rasanter Fahrer. Heute fahre ich viel ruhiger und gelassener. Ich lache über Leute die drängeln oder die es eilig haben. Es stellt sich doch die Frage: Wenn du so rasant dahinfährst, kannst du dann dein Tempo drosseln wenn du angekommen bist?

Hier meine fünf Gründe warum ich es vorziehe gemütlich anstatt rasant zu fahren:

  • Treibstoff sparen
  • Leben bewahren
  • Rasante Fahrer sind nicht wirklich schneller: Dieser in der Regel winzige Zeitvorteil lohnt sich nicht wirklich, wenn man die anderen Punkte auf der Liste bedenkt.
  • Gelassen bleiben: Man hat viel weniger Stress, weil es viel seltener zu heiklen Situationen kommt.
  • Man kommt wesentlich gelassener und ruhiger am Ziel an.

Hier einige Tipps zum langsamer fahren die sich für mich bewährt haben:

  • Entspannte Musik hören
  • Podcasts hören
  • Hörbücher hören
  • Nicht über andere Fahrer ärgern, sondern über sie lachen.
  • Rechtzeitig losfahren
  • Die Zeit am Lenkrad zum Nachdenken und für das Brainstorming verwenden.
  • Auf der rechten Spur bleiben, oder zumindest nicht auf der ganz linken fahren.
  • Fahrt genießen
  • Aussicht genießen

Du siehst also, langsamer fahren bedeutet nur unwesentlich später am Ziel ankommen, dafür aber viel ruhiger und viel entspannter!

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Fazit für dein Selbstmanagement

Es geht beim Thema Langsamkeit auch sehr um das Thema Aufmerksamkeit. Wenn du dich also dabei ertappst es wieder mal eilig zu haben, gehe es ganz bewusst ruhiger an. Die Vorteile überwiegen doch klar. Erkenne einfach, dass du zu schnell bist und bremse dich wieder ein.

Anfangs wirst du dir dabei vielleicht ein wenig schwerer tun, aber je öfter du es übst, umso leichter wird die Umsetzung, umso ruhiger wirst du und umso effizienter und produktiver bist du wiederum.

Kennst du weitere Beispiele für Verlangsamung? Wenn ja welche? Hast du Erfahrungen mit Entschleunigung in den von mir erwähnten Bereichen (Arbeiten, Essen, Auto fahren)? Hinterlass mir doch einen Kommentar mit deinen Erfahrungen zu diesem Thema. Ich freue mich über jedes einzelne Kommentar!

Genieße deinen Tag,

Thomas

P.S.: Die Idee zu diesem Artikel entstammt aus dem Buch „Weniger ist mehr. Die Kunst sich auf das Wesentliche zu konzentrieren“ von Leo Babauta. Sehr empfehlenswert!

2016-08-13T10:27:10+00:00 12 Comments

12 Comments

  1. Rolf 11. Dezember 2014 at 07:05 - Reply

    Hallo Thomas!

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel, der gerade in die Hektik der Vorweihnachtszeit passt.
    Hat mir die Augen geöffnet und ich werde gleich heute damit starten etwas achtsamer zu sein.

    Genieße die Adventszeit.
    VG Rolf

    • Thomas 11. Dezember 2014 at 07:06 - Reply

      Freut mich, dass er dir gefällt Rolf.

      Auch dir eine Schöne Vorweihnachtszeit.

      lG Thomas

  2. Andrea 11. Dezember 2014 at 08:14 - Reply

    Hallo Thomas,

    so paradox es klingt – es funktioniert wirklich! Langsamer zu arbeiten, wirkt gefühlsmäßig zunächst völlig falsch, schließlich will ich ja zum Ziel kommen. Dein Artikel bestätigt aber genau meine Erfahrung: Wenn ich mit Ruhe an die Sache herangehe, arbeite ich viel produktiver.

    Das „langsamer Essen“ nehme ich mir auch immer vor – aber hier gibt´s noch Optimierungsbedarf 😉 Zu häufig gibt´s das Essen einfach am Schreibtisch nebenbei. Nun ja, wäre ja ein Vorsatz für´s neue Jahr 😉

    Liebe Grüße
    Andrea

    • Thomas 13. Dezember 2014 at 07:53 - Reply

      Hallo Andrea!

      Ja langsamer Essen ist auch noch eine Schwäche von mir. Ich bin leider oft nicht achtsam genug.

      Aber ich bleib da dran.

      lG Thomas

  3. Glücksdetektiv 12. Dezember 2014 at 14:52 - Reply

    Hallo Thomas,

    besonders gut gefällt mir die Anwendung aufs Autofahren. Ich beobachte immer wieder wie einige Autofahrer wie von der Tarantel gestochen losdüsen. Das lustige ist, dass man sich meistens an der nächsten roten Ampel gleich wieder trifft.
    Schneller sind die garantiert auch nicht. Die haben nur mehr Stress, mehr schlechte Laune, ein größeres Krankheits- und Unfallrisiko und somit am Ende des Tages auch nichts davon.

    Liebe Grüße, Katharina

    • Thomas 13. Dezember 2014 at 07:50 - Reply

      Hallo Katharina!

      So ist es ;-).

      lG Thomas

  4. Matthias 15. Dezember 2014 at 20:58 - Reply

    Hallo Thomas,
    ich habe mir in den letzten Monaten angewöhnt in Besprechungen langsammer und auch ordentlicher mit zu schreiben. Ich komme ja eh nicht eher aus dem Raum. Meine Mitschriften sind genauer geworden und mein Erinnerungsvermögen ist auch gestiegen. Ich muss weniger in meinen Mitschriften nachlesen.

    • Thomas 17. Dezember 2014 at 11:44 - Reply

      Hallo Matthias!

      Super Idee.

      lG Thomas

  5. Thomas 20. Dezember 2014 at 17:47 - Reply

    Also Podcast hören hilft mir total um entspannt Auto zu fahren. Das kann ich nur jedem empfehlen.

    Über was beziehst Du Deine Hörbücher? Amazon?

    fg
    Thomas

  6. Christina 17. Januar 2015 at 17:52 - Reply

    Hallo Thomas,

    vielen Dank für die Erinnerung an die Langsamkeit, die ich selbst so schätze und die mir zur Zeit wieder durch die Finger zu gleiten scheint.
    Das Pareto-Prinzip habe ich selbst noch nicht angewandt, werde es gleich Montag aber „mit zur Arbeit nehmen“.
    Langsamer essen. Ja, das hat bei mir seit Weihnachten nicht mehr so gut geklappt. Ich werde mich ab jetzt sofort wieder daran halten.
    Auto fahre ich nicht, aber mit dem Rad. Ich habe ein Lastenfahrrad. Deshalb ist schnell fahren nicht drin und das will ich auch gar nicht.
    Aber Du fragst nach anderen Dingen zur Verlangsamung… Da fällt mir der TED talk mit Bruder David Steindl-Rast ein, der viel über Dankbarkeit gesagt hat. In diesem Talk sagt er zur Achtsamkeit, dass wir öfter mal stehenbleiben sollten. So, als würden wir über die Straße gehen. Wir sagen unseren Kindern, wenn sie über die Straße gehen, sollen sie STEHENBLEIBEN – SCHAUEN – GEHEN. Wir sollten das auch öfter beherzigen. Hier der Link zum Youtube-Video: https://www.ted.com/talks/david_steindl_rast_want_to_be_happy_be_grateful?language=de
    Liebe Grüße,
    Christina

    • Thomas 17. Januar 2015 at 18:06 - Reply

      Hallo Christina!

      Vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag.
      Ja das mit dem Essen ist gar nicht so einfach 😉

      Vielen Dank auch für das Video, werde ich mir ansehen sobald ich daheim bin 😉

      lG Thomas

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