Meditation und Achtsamkeit entstauben – Interview mit Stefan Kollewe

Stefan’s Mission ist es, Meditation und Achtsamkeit zu entstauben, um sie ins verdiente Spotlight zu rücken. In diesem Interview erklärt er, was ein erfülltes Gehirn ausmacht. Ganz ohne Esoterik und lahmer Theorie. Also hör unbedingt rein.


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Ich will rocken!

Transkript des Interviews:

Intro: Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für dein Selbstmanagement. Damit du endlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben hast.  #00:00:17-7#

Hallo und herzlich willkommen zur 215. Podcastfolge. Ich freue mich, dass du mit dabei bist. Heute gibt es wieder ein Interview, nämlich mit Stefan Kollewe. Stefan ist Gründer von „PeaceLife“, und seine Mission ist, Meditation und Achtsamkeit zu entstauben und sie ins verdiente Spotlight zu rücken. In seiner Arbeit erklärt er, was ein erfülltes Gehirn ausmacht, und was mir besonders gut gefällt, er macht das ohne Esoterik und lahme Theorie. Stefan ist gerade in Vietnam, also nicht wundern, wenn ein paar Nebengeräusche zu hören sind, zum Beispiel vorbeifahrende Autos. Aber wir werden damit klarkommen. Zunächst einmal hallo und herzlich willkommen, Stefan. #00:00:53-8#

Stefan: Hallo Thomas, vielen Dank für die Einladung. #00:00:55-5#

Thomas: Gerne, freut mich sehr. Ein bisschen was habe ich schon über dich erzählt. Sei doch bitte so lieb und stell dich meinen Hörerinnen und Hörern kurz vor. Wer bist du, und was machst du? #00:01:06-8#

Stefan: Hi liebe Zuhörer, mein Name ist Stefan. Ich komme aus Hamburg und lebe immer ein halbes Jahr in Vietnam, weil meine Frau Vietnamesin ist. Und beruflich in meiner Arbeit geht es um die Entwicklung der Persönlichkeit. Ich bin Coach und lehre Meditation. Meine Arbeit nenne ich „PeaceLife“, weil das auch mein eigener Lebensstil und Antrieb ist. Die Mission von PeaceLife ist es im Prinzip, Leuten zu helfen, ein rundum erfülltes Leben zu führen beziehungsweise, es zu gestalten. Und das tue ich. #00:01:41-8#

Thomas: Das hört sich sehr spannend an. PeaceLife.de ist Web-Adresse, die werden wir natürlich auch in den Show Notes verlinken. Bei dir geht es natürlich viel um das Thema „Meditation“. Ich selbst meditiere auch ab und zu, aber nicht regelmäßig, muss ich gestehen. Ich bin aber kein Profi darin. Jetzt meine Frage, was ist für dich Meditation, und wie kam es überhaupt dazu, dass du Meditation lehrst? #00:02:05-2#

Stefan: Das ist eine gute Frage, die man gar nicht so schnell beantworten kann. Es ist im Prinzip so, Thomas, wenn ich nach hinten gucke, kann ich die Punkte ganz gut für mich verbinden. Ich war schon immer auf der Suche. Auch als Kind hatte ich schon viele Fragen ans Leben, und das hat sich durch meinen ganzen Lebensweg hindurchgezogen. Ich habe eigentlich immer danach gesucht, wie kann ich glücklich leben, und was ist „Leben“ überhaupt? Was soll ich als Mensch hier, was soll ich tun? Was ist richtig, was ist falsch, und gibt es überhaupt „richtig“ und „falsch“? Wie entwickle ich mich? Es waren viele Sinnfragen. In mir brennt immer eine kleine Flamme der Spiritualität, und ich bin der Meinung, dass sie in allen von uns brennt. Ich habe immer mehr hingehört und mich auf meinem Weg weiterentwickelt. Ich habe früher viel Musik gemacht, auch da habe ich nach Antworten gesucht. Außerdem habe ich studiert, ich bin Psychologe und habe eine Coaching Ausbildung gemacht. Ich habe angefangen, zu coachen und war im Kern immer noch nicht richtig angekommen, so kann man es sagen. Mir fehlten immer noch einige Puzzleteile. #00:03:18-3#

Und wie das Leben so spielt, bin ich über einige Umwege auf die Meditation gestoßen und auf das ganze gedankliche Konstrukt, das sich um die Meditation herum aufbaut. Ich habe für mich erkannt, dass dies das fehlende Puzzleteil war, zumindest an dem Punkt, an dem ich damals im Leben war. Das habe ich aufgegriffen, aufgesaugt, und seit einiger Zeit nähre ich das auch, weil es mir so viel geholfen hat in meinem eigenen Leben. #00:03:45-4#

Thomas: Kannst du dich noch daran erinnern, wann du das erste Mal mit Meditation begonnen hast? #00:03:49-7#

Stefan: Intensiv habe ich damit vor viereinhalb Jahren begonnen, als ich meine Frau kennengelernt habe. Ich hatte sie eben schon erwähnt, sie ist als Vietnamesin im buddhistischen Kontext aufgewachsen. Dazu kann ich später noch erzählen, warum das so wichtig ist, ohne Religion. Und als ich das bei ihr gesehen habe, habe ich auch damit begonnen, zu meditieren. Ich bin natürlich vorher schon über das Studium und durch meine eigene Wissbegierde über das Thema gestolpert, doch für mich war die Meditation bis zu diesem Zeitpunkt ein Mysterium, sage ich mal. In unserem Kulturkreis ist es noch ein bisschen esoterisch angehaucht, mit Räucherstäbchen umlagert es sozusagen unsere mentale Welt. Genauso war es für mich auch noch lange. Aber irgendwann habe ich es für mich geknackt, das Geheimnis der Meditation, und als ich das verstanden hatte, Thomas, dieser Zeitpunkt war ein echtes Aha-Erlebnis für mich. Ab da war für mich klar, das ist es, was ich immer suchte, und das ist, was ich machen muss. Ich war so beeindruckt und begeistert davon, und seitdem mache ich das und versuche, es in meiner Arbeit als Coach immer mehr an andere Leute heranzutragen. #00:05:16-7#

Thomas: Das ist cool und führt mich gleich zu meiner nächsten Frage. Warum fällt es vielen Menschen so schwer, mit der Meditation zu beginnen? #00:05:26-1#

Stefan: Dazu müssen wir kurz erklären, was Meditation ist. Meditation bedeutet da sein, wach sein im gegenwärtigen Moment. Das ist die klassische Vipassana Meditation. Und dieses Wachsein, dieses Dasein im gegenwärtigen Moment, das ist es, was uns eigentlich schwerfällt. Das ist etwas, was wir uns abgewöhnt haben. Von Geburt an, als Kinder, sind wir eigentlich noch viel mehr da, wo wir gerade sind, in der Gegenwart des Moments. Über die Jahre entwickelt sich dann sozusagen unser Verstand und unser Ego, und die mögen es gar nicht so gerne, da zu sein, wo wir eigentlich sein sollten, nämlich in der Gegenwart. Du musst dir vorstellen, der Verstand mag zwei Sachen gerne, er mag die Vergangenheit gerne, und er mag die Zukunft gerne. Dort hält er sich am allermeisten auf. Das ist aber nicht da, wo das Leben stattfindet. Zum Beispiel überlegen wir, was wir heute Abend essen oder was wir morgen erledigen müssen. Oder wir erinnern uns an irgendwelche schönen oder auch negativen Dinge aus der Vergangenheit.  #00:06:38-5#

Es gibt Studien, die sagen, dass man ungefähr zu neunzig, fünfundneunzig Prozent am Tag mit dem Verstand nicht in der Gegenwart ist, sondern in irgendwelchen Zukunftsplänen oder Träumereien aus der Vergangenheit. Wie alt bist du, Thomas? #00:06:56-6#

Thomas: Zweiundvierzig. #00:06:58-9#

Stefan: Dann hast du vielleicht vierzig Jahre fleißig daran gearbeitet, nicht im Moment zu sein. Das werfe ich dir jetzt mal vor. Du hast zwar gesagt, du meditierst, aber jetzt mal als Beispiel. Und es ist natürlich extrem schwer, das dann wieder zu ändern. Und deswegen kann ich auf deine Frage antworten, dass es schwierig ist, weil wir es uns abgewöhnt haben. Wir müssen es uns erst wieder angewöhnen. Und mit der Meditation tun wir genau das, wir versuchen, unsere Aufmerksamkeit in den gegenwärtigen Moment zu bringen. #00:07:28-1#

Thomas: Das ist jetzt sehr schön erklärt gewesen, aber das mit den vierzig Jahren erschreckt mich jetzt ein wenig! (Lacht) Aber das ist gut zu wissen. #00:07:37-3#

Stefan: Es ist leider so. #00:07:38-9#

Thomas: Ich glaube es dir sofort. Welchen Nutzen hat die Meditation für dich beziehungsweise, was kann sie in deinem oder in meinem oder im Leben der Zuhörerinnen und Zuhörer bewirken? Was sind die Benefits der Meditation? #00:07:52-6#

Stefan: Meditation ist so wunderbar, und wenn man das Thema ein bisschen überfliegt, kommt es einem am Anfang so vor, dass es wie eine Wunderpille oder wie ein Schweizer Taschenmesser mit tausend Funktionen ist. Aber genauso ist es auch, und das ist ganz einfach zu erklären, denn es spielt sich in unserem Gehirn ab, und unser Gehirn ist nun einmal die Schaltzentrale. Unser Leben ist zum Großteil gestaltbar. Alles, was wir sagen, führt zu etwas Neuem. Alles was wir tun, führt zu etwas Neuem. Auch das, was wir denken, führt zu etwas Neuem. Im stressigen Alltag ist uns nicht bewusst, dass wir diese Gabe besitzen, diese Gestaltungsfähigkeit, diese Möglichkeit des Mitgestaltens. Durch die Meditation werde ich mir dieser Fähigkeit wieder bewusst, und deswegen ist ein meditativer Geist für mich ein Gestaltungswerkzeug. Um es ein bisschen vereinfacht zu sagen, du nimmst mehr davon wahr, was passiert, und darauf basierend kannst du viel besser eine Aktion wählen anstatt blind und automatisiert zu reagieren. #00:09:05-0#

Ich gebe dir ein Beispiel. Du fährst im Auto und willst zu einem wichtigen Termin. Plötzlich kommst du in einen Stau. Automatisch kommt ein Gefühl in dir auf, dass Stress bereitet. Du wirst sauer, die Autofahrer können sich alle nicht benehmen, und es baut sich Wut und Stress auf. Das ist einfach ein ganz automatisierter Prozess, den du irgendwann einmal gelernt hast. Das ist die Reaktion namens Stress, eine Emotion, die auf einen äußeren Reiz folgt. Wenn du durch längere Meditation geübter bist, dann gehst du anders mit diesem Moment um. Du siehst, es gibt einen Stau, und der wird dich stressen. Aber in dem Moment, wo du merkst, dass diese Emotion aufkommt, kannst du dieses Gefühl ausbremsen. Du kommst mental zu dir und sagst, „warte mal, da ist ein Stau, ich kann nichts daran ändern, ich kann den Termin höchstens noch verschieben“. Du hast die Chance, eine Aktion zu wählen und nicht mehr automatisiert zu reagieren. Dieses Thema war jetzt auf den Stress bezogen, das kannst du aber natürlich auf alle Facetten deines Lebens übertragen, auf die Ernährung, auf die Beziehung, die du führst, auf dein Geld und auch auf dein eigenes Thema, Thomas, das Selbstmanagement. Auch die Produktivität gehört dazu. Ich unterrichte in Unternehmen die Manager, wie sie ihre Produktivität steigern können, weil auch das eingefahrene Muster sind. #00:10:29-4#

Im Grunde genommen ist die Meditation dazu da, deine Muster, die du eingefahren hast, die Gewohnheiten und Fähigkeiten, die dir nicht mehr förderlich erscheinen, aufzubrechen, sie zu erkennen und in neue Bahnen zu lenken. Deswegen sage ich immer, Meditation ist das Gestaltungstool für uns Menschen, und deshalb ist sie so wunderbar. #00:10:50-2#

Thomas: Deine Worte kann ich voll und ganz unterschreiben, das ist sehr, sehr spannend. Ich hänge gedanklich noch immer bei den vierzig Jahren fest. (Lacht) #00:10:56-5#

Stefan: (Lacht) #00:10:56-8#

Thomas: Daher meine Frage, wie oft und wie lange meditierst du selbst? #00:11:05-1#

Stefan: Man muss sich zunächst eine Praxis angewöhnen. Ich selbst meditiere zwischen dreißig und sechzig Minuten am Tag, meist morgens. Das ist schon viel, aber es ist schließlich mein Job, und ich möchte mich auch tiefer in die Materie entwickeln, als es für die meisten notwendig ist, um davon einen Benefit zu haben. Meinen Klienten rate ich zu fünfzehn Minuten. Anfangs beginnen wir jedoch mit drei Minuten. Wichtig ist, dass es regelmäßig passiert. Es ist viel wichtiger, täglich drei Minuten zu meditieren als dreimal die Woche fünfzehn Minuten. Und wenn etwas wie die Meditation so einen großen Impact auf das eigene Leben haben kann, dann finde ich, dass drei Minuten geschenkt sind. #00:11:52-5#

Thomas: Da hast du recht, das unterschreibe ich sofort. Ich werde mich wieder an der Nase nehmen und es regelmäßig machen, du hast mich jetzt dazu motiviert.  #00:12:00-2#

Stefan: Das ist cool! #00:12:00-8#

Thomas: Du siehst, das Podcast interview hat bereits einen Benefit gehabt, zumindest für mich. #00:12:06-3#

Stefan: Sehr gut. #00:12:07-0#

Thomas: Wo wir gerade beim „Machen“ sind, was macht man eigentlich, während man meditiert oder aus deiner Sicht erklärt, wie funktioniert Meditation? #00:12:15-3#

Stefan: Es dauert länger, um es richtig zu verstehen. Um es ganz kurz zu machen, in meinen Kursen erkläre ich es so: Du versuchst, nichts zu machen, außer deinem Atem zu folgen. Du versuchst, einer sehr konkreten Wahrnehmung zu folgen, und das ist der Atem. Der Atem ist sehr konkret, weil er immerzu da ist, und weil er immer im Moment ist. Wir wollen schließlich versuchen, immer in den gegenwärtigen Moment zu kommen, das heißt, bei der reinen Achtsamkeitsmeditation beginnst du mit der Wahrnehmung deines Atems. Das klingt ein bisschen langweilig, ist es vielleicht am Anfang auch, bis man jedoch merkt, was dadurch passiert. Du schließt deine Augen, setzt dich aufrecht hin und folgst immer wieder der Bewegung deines Atems. Du nimmst die Nase wahr, den zentralsten Punkt. Wir atmen zwar durch den Bauch, aber du gehst zur Nase, atmest ein, und das merkst du, und dann atmest du aus, und das merkst du. Deine Gedanken werden sehr schnell irgendetwas anderes machen wollen, aber du versuchst, deine Gedanken wieder zurück zur Atmung zu bringen. Dieses Spiel spielst du immer und immer wieder. #00:13:22-7#

Thomas: So mache ich es auch. (Lacht) #00:13:29-4#

Stefan: Sehr gut. #00:13:30-0#

Thomas: Manchmal funktioniert es besser, manchmal weniger gut, ich glaube, das kennst du auch. #00:13:35-3#

Stefan: Ja, richtig. #00:13:35-9#

Thomas: Ich glaube, die Antwort auf die nächste Frage kenne ich bereits, aber trotzdem möchte ich sie stellen. Dass es Tools, Programme und Apps für Meditation gibt, weiß ich. Die Frage ist, empfiehlst du sie, nutzt du sie, und ergeben sie für dich einen Sinn? #00:13:50-7#

Stefan: Das beste Tool ist im Prinzip dein Atem, und dafür braucht man keine App. Der Atem ist einfach da, und das ist das Schöne, du kannst dich tagsüber immer wieder auf deinen Atem zurückbesinnen. Beginne ganz klein und etabliere eine Meditationspraxis von fünf Minuten täglich. Wenn du dann in einer Situation bist wie der vorhin beschriebenen im Stau oder wenn du Hunger hast und etwas essen möchtest, dann konzentriere dich auf deinen Atem. Er bringt dich immer wieder in die Gegenwart zurück, und deswegen ist der Atem das stärkste Tool und die stärkste App. Das ist auch eine coole Headline für deinen Podcast!  #00:14:38-6#

Es hilft natürlich, wenn man sich anfangs solcher Apps bedient. Mir haben diese jedoch nicht geholfen, weil mir bei Apps immer das Wissen drumherum fehlt. Als ich damit begonnen habe, gab es noch keine Apps, aber meine Klienten haben mit Headspace oder mit irgendetwas angefangen, haben aber nach drei Wochen damit aufgehört, weil eigentlich nichts passiert ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir dabei das ganze große Bild rund um die Meditation fehlt. Eine App kann das nicht so gut kommunizieren, und deswegen mache ich meine Kurse live. Wenn du dir Asien anschaust, wo die Meditation herkommt, dann siehst du, dass die Meditation als solche einfach nur ein Training ist, so ähnlich, wie wenn du Liegestütz machst. Aber die ganzen Bücher, die Geschichten und die Vorträge und alles, was drumherum existiert, das gibt es nur, um dich zur Meditation hinzuführen. Es ist viel wichtiger, das „Warum“ zu kennen, zu verstehen, warum du dich hinsetzt, warum du das machst und was es dir bringt. Meiner Meinung nach ist es schwierig, dies durch Apps zu kommunizieren.  #00:15:53-3#

Thomas: Das unterstreiche ich voll und ganz, da hast du recht. Jetzt geht es bei dir nicht nur um Meditation, sondern auch um Persönlichkeitsentwicklung generell. Wie viel Zeit sollte man deiner Meinung nach in seine persönliche Weiterentwicklung stecken? Hast du dazu einen Ratschlag oder ist das individuell? Wie siehst du das? #00:16:13-0#

Stefan: Das ist eine lustige Frage, Thomas. Um das auch mal für die Zuhörer einzusortieren, in meiner Arbeit geht es immer um die Entwicklung der Persönlichkeit. Die Meditation ist einfach nur ein Tool beziehungsweise, sie ist das zentrale Tool für diesen Zweck. Und dafür muss man sich schon hinsetzen, sich auf die Meditation einlassen und täglich zehn Minuten Zeit dafür einplanen. Was aber das ganze Spektrum der persönlichen Entwicklung angeht, sind wir als Menschen, seitdem wir auf die Welt kommen, ein einziger Prozess. Wir sind nicht fertig. Und das fasziniert mich so am buddhistischen Mindset. Die Buddhisten werden geboren und beginnen, zu sterben. Das klingt in unserem Kulturkreis ein bisschen strange, denn der Tod ist etwas, was wir wegschieben. Er ist wie eine schwarze Tarotkarten. Die Wahrheit ist, sobald wir auf die Erde kommen, beginnen wir schon wieder, zu gehen. Ich finde, das ist ein starkes, schönes Bild, denn es bedeutet, dass wir die ganze Zeit im Werden sind. Wir sind die ganze Zeit ein einziger Prozess, wir sind nie der gleiche Mensch. Jede Sekunde verändern wir uns, es fühlt sich lediglich für uns nicht so an. Für uns fühlt sich das Leben oft sehr statisch an, weil um uns herum alles sehr statisch wirkt. Aber das ist es nicht.  #00:17:50-3#

Und um deine Frage zu beantworten, Persönlichkeitsentwicklung findet immer statt, und wenn du irgendwann in dieses Mindset hineinkommst, zum Beispiel, wenn du meditierst, dann merkst du, wie Moment um Moment verstreicht. Dann weißt du auch, dass du in jeder Sekunde die Chance hast, dich zu entwickeln, eben, weil du dich entwickelst. Einer meiner Lieblingssprüche ist, „du kannst dich nicht nicht entwickeln“, weil du nämlich genau das die ganze Zeit tust. Die Frage ist nur, und da ist jetzt der große Unterschied, tust du es unbewusst oder tust du es bewusst? Und in meiner Arbeit möchte ich die Menschen dazu bringen, dass sie es bewusst tun. Und das ist es, was dir die Meditation lehren kann, dass du einfach bewusster wirst für deine täglichen Entscheidungen, für deine Handlungen, für deine Gedanken. Denn alles auf diesen Ebenen gestaltet und entwickelt dich in deiner Persönlichkeit. Von daher kann ich deine Frage verstehen, aber sie ist schwer zu bemessen, weil es einfach ein Grad der Wachheit ist.  #00:18:50-5#

Thomas: Die Definition ist super und beantwortet im Prinzip auch schon meine Frage. Wir sind schon fast bei den neunzehn Minuten angelangt, Stefan. Eine spannende Frage hätte ich noch, und zwar, welches Buch hat dich am meisten inspiriert, und warum hat es das getan? #00:19:11-9#

Stefan: Oh Thomas, das tut mir leid, das kann ich gar nicht beantworten, und zwar aus dem Grund, weil ich extrem viele Bücher gelesen habe und auch weiterhin lesen werde. Mit jeder Stufe meiner persönlichen Entwicklung tut sich immer wieder ein neues Thema und ein neues Buch auf. Ich kann dir aber sagen, dass ich aktuell fast alles von Osho lese, einem spirituellen Weisheitslehrer, der auch aus unserer Zeit ist. Er ist 1990 gestorben. Er war ein indischer Weisheitslehrer und Philosoph, der Meditation gelehrt hat, auch in Amerika. Da fühle ich mich gerade zu Hause, seine Bücher bereichern mich Zurzeit am meisten. Osho hat unfassbar viele Werke geschaffen. Er hat gar nicht selbst geschrieben, sondern seine Vorträge wurden mitgeschrieben und dann als Bücher verfasst. Das wäre aus jetziger Sicht, was ich empfehlen würde. #00:20:25-0#

Thomas: Werden wir auf alle Fälle verlinken. Stefan, vielen Dank für dieses spannende Interview. Wenn jemand sagt, „das war cool, ich will mehr über Stefan und seine Arbeit erfahren“, wo im Netz kann er dich finden? #00:20:37-3#

Stefan: Das Allereinfachste ist peacelife.de, dort gibt es alles, meinen Podcast, meine Artikel, meine Posts, everything! #00:20:46-8#

Thomas: Das werden wir in den Show Notes verlinken. Und wer das Interview nachlesen will, der kann das natürlich auch tun unter selbst-management.biz/215. Dort gibt es auch alle Links. Stefan, vielen, vielen lieben Dank für deine Zeit und für das Interview. Es hat mich sehr gefreut. Dir noch viel Spaß in Vietnam. #00:21:06-1#

Stefan: Besten Dank und auch danke an die Community, die zugehört hat. Thomas, wir hören und sehen! Ciao. #00:21:12-4#

Thomas: Okay, ciao. #00:21:13-7#

Outro: Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für dein Selbstmanagement. Damit du endlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben hast. #00:21:31-8#

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2018-01-04T11:46:59+00:000 Comments

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