Natalia war im Staatsdienst und dann in der Privatwirtschaft, beides hat sie nicht wirklich befriedigt. In einem 9-monatigen Sabbatical hat sie sich vollkommen neu orientiert und den Schritt in die Selbstständigkeit geplant. Dabei hat sie auch ihr Zeit- und Selbstmanagement auf den Kopf gestellt. Wie sie das alles angestellt hat, darüber plaudern wir in dieser Podcast-Folge.


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Transkript dieser Podcast-Folge:

Effizienter arbeiten, lernen und leben, der Podcast für dein Selbstmanagement. Damit du endlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben hast.  #00:00:17-2#

Hallo und ein herzliches Willkommen zur 278. Podcastfolge. Mein Name ist Thomas Mangold, und ich freue mich sehr, dass du wieder bei mir hineinhörst. Heute gibt es ein spannendes Interview mit Dr. Natalia Wiechowski. Natalia lebt in Dubai. Früher war sie im Staatsdienst, ist dann in die Privatwirtschaft gewechselt und hat sich irgendwann einmal gedacht, „ich mache jetzt ein neunmonatiges Sabbatical und richte mich vollkommen neu aus! Ich baue mir mein eigenes Business auf und verändere viel in meinem Zeitmanagement, in meinem Selbstmanagement und natürlich auch im Business.“ Über all das sprechen wir heute in diesem Podcast. Wir werden darüber plaudern, was sie in Punkto Selbst- und Zeitmanagement radikal geändert hat. Wir sprechen über Meditation, über Gewohnheiten, über den Stellenwert von Zeit, über Zeitverschwender und über Fragen, die man sich häufiger stellen sollte.  #00:01:22-7#

Natalia lebt mittlerweile seit zehn Jahren in Dubai und erzählt uns, wie in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Zeit umgegangen wird. Sie berichtet uns von ihrem Alltag und von ihrem Business als Personal Branding Expertin, das sie sich aufgebaut hat. Das ist wirklich eine spannende Sache. Deswegen will ich gar nicht mehr lange plaudern. Hör einfach hinein in dieses Interview mit Dr. Natalia Wiechowski. #00:01:50-1#

Thomas: Hallo Natalia, es freut mich sehr, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Ich habe im Intro schon ein wenig über dich erzählt. Aber es gibt niemanden, der dich besser kennt als du selbst, deshalb sei doch so lieb und stell dich kurz vor. Wer bist du, und was genau machst du? #00:02:04-6#

Natalia: Vielen lieben Dank für diese Möglichkeit, Thomas. Danke, dass ich hier bin, und danke, dass ich deine Zeit mit meinem Wissen und mit meinen Geschichten füllen kann. #00:02:15-6#

Thomas: Sehr gerne! #00:02:15-7#

Natalia: Ich bin eine Keynote Speakerin, also eine Sprecherin. Ich bin eine Personal Branding Strategin und ein LinkedIn Einhorn. Was mache ich? Ich helfe Leuten, sich selbst zu vermarkten. Ich bringe ihnen bei, wie man eine authentische und professionelle Selbstmarke aufbaut, idealerweise auf der Plattform LinkedIn, um damit Leads zu generieren und kostenfreie öffentliche PR zu bekommen, besseren Content zu erstellen und dadurch ein gesünderes, glücklicheres und erfüllteres Leben zu leben. #00:02:56-8#

Thomas: Das ist optimal! Darauf werden wir auf alle Fälle noch zu sprechen kommen. Starten wir mit einer Frage. Es hat einen Grund oder einen Ausgangspunkt gegeben, warum du dein Zeit- und Selbstmanagement radikal verändert hast. Vielleicht magst du dazu ein wenig mehr erzählen? #00:03:14-1#

Natalia: Ich bin ein Typ, der gerne viele Dinge ausprobiert und dann entscheidet, ob es passt oder nicht. Warum mag ich etwas oder warum mag ich es nicht? Ich habe nach meinem Studium für das Bildungsministerium gearbeitet, also im Öffentlichen Dienst. Das hat mir nicht gepasst. Danach bin ich in die Privatwirtschaft gegangen, und dort hat es für mich auch nicht gepasst. Ich habe aber auch festgestellt, dass ich nicht weiß, wer ich bin und warum ich mache, was ich mache. Ich habe mich selbst nicht erfolgreich gefühlt, ich war nicht glücklich, und ich wusste nicht, was Glück und Erfolg überhaupt bedeutet. Irgendwann habe ich mir gesagt, ich kündige meinen Job, nehme ein neunmonatiges Sabbatical, mache meine Hausaufgaben und baue mir ein neues zweites Leben auf, basierend auf meinen eigenen Werten, die ich jedoch erst herausfinden musste. Dadurch habe ich meine Routinen, mein Denken, mein Handeln und mein Sprechen umgestellt.  #00:04:18-9#

Zeit ist für mich einer meiner größten Werte, und das hat mich in den Wahnsinn getrieben, wie im Öffentlichen Dienst beziehungsweise wie in der Privatwirtschaft mit Zeit umgegangen wird. Großraumbüros, Büros, arbeiten ohne Ziele, im Stau stehen – das treibt mich in den Wahnsinn, und davon bekomme ich Pickel und werde zum Monster!  #00:04:37-0#

Thomas: Willkommen im Club, kann ich nur sagen. (Lacht) #00:04:39-0#

Natalia: (Lacht)  #00:04:41-6#

Thomas: Du hast auch einen sehr spannenden Artikel über dein Sabbatical geschrieben, den wir natürlich verlinken werden. Es gibt einige Konzepte und Ideen, die du in deinem Leben grundlegend verändert hast. Welche waren das? #00:04:57-5#

Natalia: Ich habe zunächst verstanden, dass wir alle Zeit haben und auch immer Zeit haben werden, wenn wir es uns erlauben. Es ist nicht so, dass die Zeit irgendwann einmal an die Tür klopft und sagt, „hey, ich bin da, du hast auf mich gewartet! Hier bringe ich dir fünf Stunden mehr pro Tag“. Das funktioniert nicht. Es gibt Leute und Aktivitäten, die Zeit stehlen oder Zeiten, die ziel- und sinnlos sind. Es geht darum, sich zunächst selbst zu beobachten und sich dessen bewusst zu werden. Wenn man das erreicht hat, dann kann man seinen gesamten Zeitplan umstrukturieren, und dadurch hat man sehr viel mehr Zeit. Das war eine der größten Lernerfahrungen, die ich anfangs hatte. #00:05:51-9#

Dann habe ich als Zweites festgestellt, dass alles Wichtige im Leben und im Geschäft vor 12:00 Uhr mittags erledigt sein muss. Das heißt, früh aufstehen, idealerweise um 05:00 Uhr oder 05:30 Uhr, dann meditieren und danach an den Dingen arbeiten, die besonders wichtig sind. Handy zur Seite, E-Mails ignorieren und knallhart den Fokus auf „machen, machen, machen“ legen, und zwar bis 12:00 Uhr.  #00:06:25-3#

Das dritte Konzept ist, dass ich fast alle externen Meetings und Treffen doppelt und dreifach und vierfach hinterfrage und prüfe, ob man die Angelegenheit nicht auch mit einer E-Mail, einem Telefonat oder einer Voice Note erledigen kann. Und in gefühlten 80 Prozent der Fälle ist das tatsächlich so. #00:06:47-0#

Thomas: Da gebe ich dir absolut recht, genauso spielt sich mein Leben auch ab. Ich hoffe, dieser Podcast zählt trotzdem zu den wichtigen Dingen, auch wenn wir schon nach 12:00 Uhr mittags haben. (Lacht) #00:06:58-0#

Natalia: Ja! #00:06:58-1#

Thomas: Aber das liegt an meinem Terminkalender, das passt schon. Du hast die Meditation angesprochen. Welche Rolle hat die Mediation in dieser Veränderung gespielt? #00:07:06-5#

Natalia: Ich war ein Mensch mit einem sehr, sehr lauten Verstand. Ich habe zum Beispiel als Jugendliche wahnsinnige Probleme gehabt, einzuschlafen, weil mir mein Verstand permanent Sachen erzählt hat. „Oh, du musst noch das und jenes machen. Hättest du mal das nicht gemacht. Du solltest mal… Du kannst ja nicht… und wie spät ist es eigentlich?“ Das hat mich krank gemacht und hat meinem Selbstwertgefühl und meiner Karriere nicht gutgetan. Meditation hat mir beigebracht, dass mein Ich nicht nur meine Gedanken sind. Der Verstand kann die Art und Weise, wie wir als Menschen sozialisiert und programmiert worden sind, nicht ausschalten, aber man kann lernen, damit zu leben und sich selbst und die eigenen Gedanken nicht so sehr wahrzunehmen. Das war für mich lebensverändernd, und dadurch bin ich heute viel balancierter und geerdeter. Ich glaube, ich bin dadurch auch als Mensch viel angenehmer geworden. #00:08:24-5#

Thomas: (Lacht) Sehr spannend! Wie hast du dir das Meditieren beigebracht, mit einer App? #00:08:34-3#

Natalia: Der folgende Satz hat komplett alles umgestellt: Wir können nicht im Hier und Jetzt sein, wir werden immer entweder in die Vergangenheit oder in die Zukunft gehen. Und ich dachte, „aha, okay, aber das glaube ich nicht!“ Dann habe ich mich hingesetzt und versucht, meine Gedanken zu beobachten. Das ging anfangs nicht, aber irgendwann habe ich es gelernt und dabei festgestellt, dass ich entweder immer in die Vergangenheit gehe und mich gedanklich und emotional für etwas zusammenschlage, was ich getan oder nicht getan habe oder aber in die Zukunft schaue und Panik davor habe, dass ich allein und nutzlos sterben werde. Großartig! Das war der Ausgangspunkt. Irgendwann habe ich damit begonnen, all diese Ängste niederzuschreiben und sie Stück für Stück abzuarbeiten. Irgendwann zeigt das Meditieren seine Wirkung, weil ich mein Bestes geben konnte, um im Hier und Jetzt zu sein. Ich denke, es ist sehr viel besser geworden. #00:09:31-6#

Thomas: Perfekt, so soll es sein. Meditieren bedeutet, Gewohnheiten zu implementieren. Es gibt sicher einige neue Gewohnheiten, die du implementiert hast. Wie bist du vorgegangen, und wie empfiehlst du anderen, neue Gewohnheiten umzusetzen? #00:09:49-7#

Natalia: Mir war es sehr wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was ich täglich automatisch mache, sozusagen im Leerlauf und ohne nachzudenken und mich dabei zu beobachten. Ich habe mir ein Tagebuch genommen und genau aufgeschrieben, was ich wann getan habe. So ist mir bewusst geworden, wie ich meine Zeit verbringe und was ich mache. Dann habe ich ganz viel über die Routinen von Weltklassesportlern gelesen, von Athleten und Denkern. Das waren dann die Gewohnheiten, die ich gerne in meinen Tag, in meinen Morgen implementiert hätte. Um das umzusetzen, musste ich zunächst alle schlechten Routinen aus meinem Alltag herauskriegen, und dann habe ich Stück für Stück diese neuen Dinge umgesetzt.  #00:10:49-6#

Ich gehe von Meilenstein zu Meilenstein und feiere jeden von ihnen, den ich erreicht habe. Ich belohne und motiviere mich. Und wenn ich etwas versaue, dann nehme ich mir Sachen weg. Wenn ich zum Beispiel vier Tage nicht meditiert hatte, dann gab es keine Pizza oder kein Shopping, so lange, bis mein Vorhaben umgesetzt war. Anders funktioniert es bei mir nicht, denn ich muss das Gute mit dem Schlechten abwägen. #00:11:15-6#

Thomas: Engerl und Teuferl auf der Schulter. (Lacht) #00:11:20-3#

Natalia: Richtig! #00:11:20-4#

Thomas: Belohnungen sind ganz wichtig, aber nur wenige wenden sie an. Viele legen Belohnungen fest, konsumieren sie dann aber nicht, weil sie gleich zum nächsten Ziel weitergehen. Ich glaube, dass das ein ganz wichtiger Punkt ist, den man nicht unterschätzen darf. Jetzt haben wir schon einiges über den Stellenwert von Zeit geplaudert, und du hast gesagt, dass er für dich sehr wichtig ist. Erzähl doch mal, was die Eckpfeiler des erfolgreichen Selbstmanagements sind. Was sind für dich dabei die wichtigen Hard Facts? #00:11:56-6#

Natalia: Es ist wichtig zu erkennen, dass man für seine Zeit selbst verantwortlich ist. Jedes Mal, wenn jemand versucht, dir deine Zeit zu stehlen und Sachen in deine Richtung zu schieben, musst du eine Strategie finden, mit der du auf diplomatische Art und Weise Grenzen setzt, „bis hierhin und nicht weiter“. Das ist für mich die Basis. Dann muss man meines Erachtens auch ganz bestimmte Ziele und langfristige Ergebnisse vor Augen haben, denn sonst macht das ganze Zeitmanagement überhaupt keinen Sinn. Es kann zum Teil auch sehr anstrengend sein. Manchmal muss man unhöflich sein oder Dinge umplanen und umschmeißen, aber das wird alles machbar, wenn man weiß, warum man das Ganze macht und was die eigenen Meilensteine und Ziele sind. #00:13:01-9#

Ich bin so ein Typ, ich setze mich abends hin und mache eine To-do-Liste und arbeite diese dann ab. Abends kontrolliere ich, welche Aufgaben ich geschafft habe. Gibt es Dinge, die am nächsten Tag erledigt werden oder weitergeführt werden müssen? Diese Planung ist für mich auch sehr wichtig, und auch hier muss man eine Fähigkeit entwickeln, um „nein“ zu sagen. Man muss erkennen, was an einem Tag erreichbar ist und wofür man womöglich eine Woche benötigt. Fokus und die Fähigkeit, „nein“ zu sagen, das sind die wichtigsten Aspekte. #00:13:37-1#

Thomas: Das kann ich voll und ganz unterstreichen. Wir sind ziemlich auf einer Wellenlänge, ich bin nämlich auch ein Frühaufsteher, und ich sehe einige Parallelen, die sehr spannend sind. In deinem früheren Leben hat es sicherlich Zeitverschwender gegeben, die du inzwischen eliminiert hast. Magst du einige Beispiele nennen, was du alles aus deinem Leben hast verschwinden lassen, um mit der Ressource „Zeit“ besser umgehen zu können? #00:14:04-3#

Natalia: Sehr gerne. Meetings habe ich fast ganz aus meinem Leben eliminiert, das habe ich bereits erzählt. Es gibt E-Meetings, es gibt Telefonate und Social Media, das ist der erste Punkt. Der zweite Punkt ist das Einkaufen. Ich gehe so gut wie nie einkaufen, um Nahrungsmittel zu kaufen, weil Lebensmittel hier in Dubai an die Haustür geliefert werden, und das zu einem besseren Preis, weil die Sachen direkt von einem Großhändler kommen. Man muss sich nicht ins Auto setzen, irgendwohin fahren, einen Parkplatz finden, durch den Supermarkt gehen, in der Schlange stehen, alles einpacken und wieder nach Hause fahren. Grausam! #00:14:47-4#

Dann gibt es Routinetätigkeiten wie das Putzen des Hauses, bügeln und so weiter, das habe ich irgendwann ausgelagert. Ich bin dabei, mir ein internationales Business aufzubauen und möchte keine drei, vier Stunden durch verlieren, die ich viel sinnvoller nutzen kann. Ich schaue auch kein Fernsehen mehr und vermeide sinnlose Treffen wie feiern und Party machen.  #00:15:26-3#

Thomas: Gar nicht mehr oder weniger? #00:15:26-2#

Natalia: Das macht mir keinen Spaß mehr. Mir macht es Spaß, Dinge zu kreieren, zu erschaffen, zu reisen, Erfolge zu haben und Menschen zu helfen. Aber in einem Club zu stehen und sich mit der Musik berieseln zu lassen? Nein, nein! #00:15:44-3#

Thomas: Die Zeiten sind bei mir auch schon vorbei. (Lacht) Du hast über das Outsourcing gesprochen, ich glaube, dass das generell ein wichtiger Faktor ist, den sogar viele Privatpersonen unterschätzen, weil sie meinen, dass sei nur etwas für Geschäftsleute. Aber auch als Privatperson kann man mit seiner Zeit etwas Sinnvolleres anstellen, also warum nicht? Wir haben bereits die Reflexion kurz angesprochen, die auch ein wichtiges Thema ist. Gibt es Fragen, die du dir häufiger stellst oder die wir uns generell häufiger stellen sollten?  #00:16:24-4#

Natalia: Es gibt einen Satz im Englischen, den ich sehr spannend finde, „am I busy being busy?“ Bin ich damit beschäftigt, beschäftigt zu sein? Es gibt viele Leute, die sich viele Dinge auf ihre To-do-Listen schreiben, um nicht den Schmerz zu fühlen, dass sie etwas machen, was mir keinen Spaß macht oder um sich wichtig und gebraucht zu fühlen. Wir tun häufig Dinge, die keinen Sinn ergeben, die nicht effizient und nicht effektiv sind, Hauptsache, wir arbeiten viel, denn dann sind wir busy. Und wenn wir busy sind, dann sieht es so aus, als ob wir wichtig wären. Und das ist absoluter Schwachsinn. #00:17:18-1#

Man sollte sich regelmäßig die Frage stellen, ob das, was ich gerade tue, wirklich notwendig ist oder ob ich es tue, weil es vielleicht ein größeres Problem gibt oder eine größere Angst, der ich mich nicht stellen möchte? Das wird mir klar, sobald ich mir drei Minuten Zeit nehme, um nichts zu machen.  #00:17:33-6#

Thomas: Das kann ich empfehlen, denn nichts zu machen, das ist ein sehr schöner Filter. Du sitzt in Dubai und hast den Vergleich zwischen zwei Kulturen, nämlich der deutschen und der in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Geht man in Dubai anders mit Zeit um? Hat sie dort einen anderen Stellenwert? #00:18:03-6#

Natalia: Oh ja! (Lacht) Als ich vor zehn Jahren hier ankam, hatte ich einen kleinen Kulturschock, denn die Leute sind viel lockerer im Umgang mit der Zeit. Mittlerweile ist es nicht mehr so extrem, aber vor zehn Jahren war es tatsächlich so, wenn man sich für 10:00 Uhr verabredet hatte, dann war das 10:15, 10:30 Uhr oder auch 10:45 Uhr, bis die Person auftauchte, und zwar ohne sich zu entschuldigen. Es gibt ganz viele Gründe, warum diese Person um 10:00 Uhr nicht dort sein könnte. Die Mama hat sich schlecht gefühlt, der Fahrer war noch nicht da oder man stand im Stau.  #00:18:57-6#

Mittlerweile ist hier in Dubai alles viel internationaler, und man muss konzentrierter arbeiten. Ich habe in einer eher kleineren und konservativeren Stadt angefangen, und die dortigen „Locals“ sind sehr viel gechillter und relaxter, und vielleicht ist das gar nicht so schlecht, um ab und zu mal runterzukommen. Mir persönlich ist die Pünktlichkeit allerdings immer noch sehr wichtig.   #00:19:34-9#

Thomas: Das kann ich mir gut vorstellen, denn mit Unpünktlichkeit kann ich auch nur schwer umgehen. Wie sieht dein Arbeitsalltag in Dubai aus? Du hast schon erzählt, dass du zeitig aufstehst. Magst du uns durch einen durchschnittlichen Tag bei dir mitnehmen und deinen Schwerpunkt ein wenig herauskitzeln? #00:20:01-8#

Natalia: Ich wache um 05:30 Uhr auf und meditiere zunächst zwanzig Minuten. Dann setze ich mich an meinen Schreibtisch und schaue, ob die To-do-Liste, die ich am Abend zuvor erstellt habe, Sinn macht. Wenn es sein muss, stelle ich sie um. Dann setze ich mich einige Stunden an das Ding, was für mein Business und für mich am wichtigsten ist, was ich verstehen und fertigstellen muss. Danach mache ich eine Frühstückspause. Nach einer weiteren Stunde Arbeit ist es Zeit für Social Media. Ich poste auf Facebook, Instagram und LinkedIn. Diese Posts habe ich vorher bereits erstellt, das heißt, es geht nur noch um Copy & Paste. Dann interagiere ich mit meiner Gemeinschaft und beantworte netzwerkstrategische Nachrichten und verbinde mich mit Leuten. #00:21:10-9#

Als nächstes folgt das Mittagessen. Meistens koche ich am Abend zuvor, das heißt, es wird mittags nur schnell aufgewärmt. Wenn der Tag besonders hart ist, gönne ich mir nach dem Essen ein zwanzigminütiges Nickerchen. Dann werden E-Mails und Calls beantwortet. Anschließend kommen Podcast Interviews und das Coaching meiner Kunden. Wenn ich aus dem Haus muss, weil ich einen Termin für eine Keynote oder eine Mastermind habe, erledige ich das in der Regel am späteren Nachmittag. Oder wenn ein Kunde hier vor Ort ist, dann treffe ich ihn nach seiner Arbeit, und das kann dann auch um 18:00 oder 19:00 Uhr sein. Ich gebe mein Bestes, alle zwei bis drei Tage Sport zu machen, High Intensity Training, das brauche ich für meine Balance. Abends wird gekocht, und gegen 21:45 Uhr bin ich im Bett. #00:22:14-8#

Thomas: Diese Aktivitäten bezeichne ich mit „Fokuszeit“, „Aktivitätszeit“ und „Reaktionszeit“. Liebe Natalia, du hast uns bereits sehr viel Input gegeben. Eine letzte Frage habe ich noch, bevor wir auf dein Business genauer eingehen. Gibt es ein Buch, das du uns zum Thema Zeitmanagement empfehlen kannst? #00:22:41-4#

Natalia: Das ist „The 4-Hour-Workweek“ von Tim Ferriss. Er stellt komplett alles in Frage, was Karriere, Zeit und Produktivität betrifft. Das finde ich sehr spannend. Wenn es mehr um die Meditation geht, dann würde ich mir das Buch „The untethered Soul“ von Michael A. Singer anschauen, ein ganz, ganz großartiges Buch.  #00:23:16-4#

Thomas: Das sind tolle Tipps. Die „4-Hour-Workweek“ ist eines meiner Lieblingsbücher. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich heute mein Business mache. Tim Ferriss hat einen großen Anteil daran. #00:23:26-8#

Natalia: Ah! Ja, er ist brillant. #00:23:28-1#

Thomas: Ja, absolut. Du hast uns schon viele Sachen zum Zeit- und Selbstmanagement erzählt. Lass uns noch ein wenig in dein Business Einblick nehmen, Natalia. LinkedIn ist endlich auch auf meiner To-do-Liste gelandet. Erzähl uns über dein Business, und vielleicht baust du auch gleich ein, wo man mehr über dich erfahren kann und wo es weitere Infos gibt? #00:23:56-8#

Natalia: Sehr gerne. Ich arbeite primär mit Leuten, die jahrelang für jemanden gearbeitet haben. Das sind oft Experten in einem ganz bestimmten Bereich. Diese Menschen werden in ihrem zweiten Leben meist Coaches, Berater, Trainer, Speaker und Autoren. Ihnen geht es darum, wie sie eine authentische, professionelle Marke aufbauen, und dafür habe ich ein Programm auf LinkedIn entwickelt. Dort zeige ich ihnen von Anfang an, wie sie vorgehen müssen. Das geht bei Routinen und beim Aufbau eines LinkedIn-Profils los. Wie erzähle ich meine Geschichte, und wie erstelle ich Content? Wie verbinde ich mich mit Leuten, wie generiere ich Leads? Wie erstelle ich mein eigenes Video? Wie erhalte ich kostenfreie Öffentlichkeitsarbeit? Was muss ich machen, damit ich als Vordenker wahrgenommen werde? Und noch vieles mehr! Das ist ein 1:1-Coaching, durch das ich dich führe, und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest, dann schau auf thinknatalia.com vorbei. Am 15. Februar launche ich meinen deutschsprachigen Think-Natalia-Podcast, und wenn du mehr zu diesen Themen erfahren möchtest, dann höre doch mal hinein! #00:25:13-5#

Thomas: All diese Infos werden wir natürlich in den Show Notes verlinken. Dein Podcast wird sicher sehr spannend werden, und ich kann dir jetzt schon versprechen, dass ich auf jeden Fall einer deiner ersten Hörer sein werde. Natalia, das war viel interessanter Content, und ich denke, wir könnten noch eine lange Zeit über alles plaudern. Vielleicht schaffen wir in einem halben Jahr eine Fortsetzung dieses Podcasts, um noch ein bisschen tiefer ins Detail zu gehen. Ich sage vielen lieben Dank. In meinem Podcast ist es Tradition, dass der Gast das letzte Wort hat. Wenn du noch irgendwelche Messages an meine Hörerinnen und Hörer da draußen hast, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sie loszuwerden. #00:25:58-0#

Natalia: Meine Kernmessage ist, dass Authentizität heutzutage wichtiger ist als Perfektionismus. Authentisch ist das neue perfekt, höre auf, Dinge endlos zu polieren und zu denken, dass du noch nicht weit genug bist. Gib dein Bestes, um die beste Version von dir selbst zu sein, um ein Mensch zu sein. Stell dich vor die Kamera, geh raus und netzwerke. Der Rest wird sich von allein ergeben. #00:26:25-7#

Soweit also das Interview mit Dr. Natalia Wiechowski. Es waren einige spannende Informationen und Links dabei, die ich dir nicht vorenthalten möchte. Du findest sie unter selbst-management.biz/278. Ich bedanke mich fürs Zuhören und freue mich schon, wenn wir uns nächste Woche mit einem spannenden Podcast zum Thema „Team Meetings“ wiederhören. In diesem Sinne, machs gut und genieße deinen Tag! #00:27:10-4#

Effizienter arbeiten, lernen und leben, der Podcast für dein Selbstmanagement. Damit du endlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben hast.  #00:27:27-9#

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