Nullbasiertes Denken ist eine extrem spannende Sache, wenn es darum geht, Entscheidungen, die du in der Vergangenheit getroffen hast, nochmals zu überdenken und zu analysieren.

Vielleicht geht es dir ja auch so, aber viele Entscheidungen, die ich in der Vergangenheit getroffen habe, stellten sich im Nachhinein betrachtet als falsch heraus.

Prinzipiell ist das jetzt nichts Schlimmes, denn falsche Entscheidungen trifft jeder und aus Fehlern lernt man. Schlimm wird es aber dann, wenn man diesen Fehler über Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte mitschleppt, anstatt ihn so schnell wie möglich zu korrigieren.

Damit du solche Fehler zukünftig einfacher erkennen und schneller korrigieren kannst, hilft dir die Strategie des nullbasierten Denkens.


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Nullbasiertes Denken

Bevor ich dir diese Strategie aber nun näher vorstelle, möchte ich noch darauf hinweisen, dass nullbasiertes Denken keine Idee von mir ist, sondern dass ich sie aus dem Buch „Ziele: Setzen. Verfolgen. Erreichen“ von Brian Tracy übernommen habe.

Außerdem ist nullbasiertes Denken ein Teil des Kurses „Jahresplanung live“ auf SelbstmanagementRocks. Bevor du das neue Jahr nämlich planst, solltest du das alte ordentlich abschließen und genau dazu gehört nullbasiertes Denken.

Allerdings habe ich diesen Ansatz an meine Bedürfnisse angepasst. Wie, das verrate ich dir in den kommenden 4 Leseminuten.

Der Ansatz

Nullbasiertes Denken basiert auf einer ganz simplen, aber extrem wertvollen Frage. Diese lautet:

„Würde ich – ausgehend vom heutigen Kenntnisstand – irgendetwas von dem, was ich heute tue, nicht noch einmal beginnen, wenn ich noch einmal von vorne anfangen könnte?“ Brian Tracy

Eine unglaublich einfache Frage, die schonungslos aufdeckt, was du vielleicht vom Bauchgefühl her ohnehin schon längst ahnst, das du dich aber – aus welchen Gründen auch immer – nicht umzusetzen traust.

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Die Bewertung

Nun gilt es, durch nullbasiertes Denken alle deine Lebensbereiche zu bewerten. Ich möchte dir hier ein paar Beispiele aus meinem Leben erzählen:

Die Menschen in meinem Umfeld

Regelmäßig stelle ich mir die Frage, ob ich mich mit denselben Menschen nach heutigem Wissensstand nochmals umgeben würde. Ich analysiere also regelmäßig, ob ich mich von Menschen wieder trenne oder nicht.

Ja, ich weiß, dass sich das für viele vielleicht schräg anhört, aber ich halte es für sehr wichtig, sich diese Frage zu stellen. Ich sehe in meinem Umfeld viele Menschen, deren Freundschaft oder Beziehung nur noch deshalb besteht, weil sie auf längst vergangenen Entscheidungen beruht.

Wirklich glücklich ist keine der beteiligten Parteien mit der Situation. Etwas zu unternehmen, um die Situation einer Lösung zuzuführen, bringt aber auch niemand zustande.

Ja, ich habe mich von Menschen getrennt, wenn die Beziehung zu ihnen dieser Analyse nicht standgehalten hat. Darunter waren viele Nörgler, Jammerer und Menschen, die mich zurückgehalten haben, anstatt mich zu unterstützen.

Hätte ich das nicht getan, würde ich heute nicht da stehen, wo ich bin. Denk darüber, wie du willst, aber auch Freundschaften und Beziehungen gehören für mich regelmäßig überprüft.

Der Job

Auch im Job solltest du dich selbst, deine Aufgaben, deine Projekte, deine Verantwortungsgebiete und deine Kooperationen regelmäßig durch nullbasiertes Denken überprüfen.

Würdest du diesen Job, den du im Moment machst, nach heutigem Wissensstand nochmals anfangen?

Ich habe mir diese Frage schon 2015 gestellt. Damals hieß die Antwort nein. Und zwar nicht, weil mir der Job keinen Spaß machte, sondern weil ich zu unflexibel dadurch war und schlicht und einfach mein eigener Chef sein und von überall aus arbeiten wollte. Wie sieht die Antwort auf diese Frage bei dir aus?

Würdest du dieselben Projekte nochmals starten?

Für mich eine extrem spannende Frage, denn nullbasiertes Denken bringt hier oft überraschende Erkenntnisse. Bevor ich diesen Blog hier gestartet habe, hatte ich auch einen Blog für Fußballtrainer. Es war mir gar nicht so bewusst, aber als ich bei diesem Blog-Projekt nullbasiertes Denken anwendete, kam doch etwas überraschend ein „Nein“ als Antwort. Also habe ich ihn eingestellt.

Würdest du dieselben Kooperationen nochmals eingehen?

Ich gehe selten Kooperationen ein, denn damit mache ich mich wieder ein Stück weit von jemand anderem abhängig und das will ich nicht.

Aber ich kann mich auch an zwei Kooperationen erinnern, die dieser Frage nicht standgehalten haben.

Gibt es Produkte oder Dienstleistungen, auf die du aus heutiger Sicht verzichten würdest?

Auch diese Frage stellte ich mir vor nicht allzu langer Zeit. In diesem Fall hat mich nullbasiertes Denken dazu veranlasst, keine neuen Klienten für das Selbstmanagement-Training anzunehmen.

nullbasiertes Denken

brenkee / Pixabay

Das Privatleben

Natürlich gibt es auch im Privatleben viele Dinge, die du durch nullbasiertes Denken hinterfragen solltest.

Gibt es Aktivitäten, auf die du aus heutiger Sicht verzichten würdest?

Ich war knapp 20 Jahre mit Leib und Seele Fußballtrainer. Aber vor ein paar Jahren kam der Zeitpunkt, an dem ich durch nullbasiertes Denken damit aufgehört habe.

Mein Fokus war inzwischen auf meine Selbstständigkeit gerichtet und daher war die Entscheidung auch nachvollziehbar.

Gibt es Gewohnheiten, auf die du aus heutiger Sicht verzichten solltest?

Über Jahre hinweg bin ich mit meinem MacBook in ein nahes Café gewandert, um da zu arbeiten. Immer öfter wurde ich da aber von anderen Stammgästen „gestört“ und in Gespräche verwickelt. Daher wurde es Zeit, das zu ändern.

Gibt es Verpflichtungen, die du nicht nochmals annehmen würdest?

Vor Jahren bin ich für einen Freund, der sehr viel auf Geschäftsreisen ist, die Verpflichtung eingegangen, mich um seine Pflanzen und Haustiere zu kümmern, wenn er länger weg war.

Da seine Reisen immer mehr wurden und er dann irgendwann binnen eines Jahres fast fünf Monate unterwegs war, war für mich der Zeitpunkt gekommen, diese Verpflichtung abzugeben.

Die Analyse

Du siehst anhand meiner Beispiele, dass es durchaus sinnvoll ist, nullbasiertes Denken des Öfteren anzuwenden. Ich versuche generell, viele Dinge immer wieder zwischendurch durch nullbasiertes Denken zu überprüfen. Aber einmal jährlich kommt eine große Aktion, in der ich möglichst alles in meinem Leben neu hinterfrage.

Optimalerweise kannst du das in Verbindung mit der Analyse deines Zeitprotokolls machen (mehr dazu im Kurs „Mehr freie Zeit“ auf SelbstmanagementRocks).

Ich nehme mir rund um den Jahreswechsel meistens einen ganzen Tag Zeit, um in aller Ruhe nullbasiertes Denken anzuwenden. Dabei gehe ich alle Lebensbereiche (Umfeld, Job, Privatleben, Hobbys usw.) durch.

nullbasiertes Denken

brenkee / Pixabay

Fazit für dein Selbstmanagement

Du wirst sehr schnell Dinge in deinem Leben finden, die du mit heutigem Wissensstand nicht nochmals so tun würdest. Mit dem Finden dieser Dinge alleine ist es allerdings nicht getan, du musst sie dann auch loswerden.

Wie du das zum Beispiel mit Verpflichtungen tun kannst, erfährst du im Kurs „Mehr freie Zeit“ auf SelbstmanagementRocks.

Hast du nullbasiertes Denken schon mal angewandt? Falls ja, in welchen Bereichen? Falls nein, findest du das Thema interessant? Ich freue mich auf deinen Kommentar dazu.

Jetzt aber viel Erfolg beim nullbasierten Denken.

Genieße deinen Tag!

Liebe Grüße

Thomas

PS: Weitere Informationen zu diesem Thema findest du auch auf meiner Membership-Plattform SelbstmanagementRocks und in meinem Newsletter.

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