Risiko: Warum wir es so oft so falsch einschätzen und wie du das änderst!

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Wie können wir Risiko besser einschätzen?  11. September 2001. Über 3000 Menschen kommen beim Anschlag auf das World Trade Center und das Pentagon um das Leben. Ein Datum, das sich bei vielen von uns in den Kopf gebrannt hat. Vielen Amerikanern war nach diesem schlimmen Anschlag das Fliegen mit zu viel Risiko verbunden – sie sind vermehrt auf das Auto umgestiegen. 

Die Folge war ein Anstieg von verunglückten Verkehrsteilnehmern in den USA. Über 1600 sollen um das Leben gekommen sein, weil sie vom Flugzeug auf das Auto ausgewichen sind. Dieses Beispiel stammt aus dem Buch „Risiko: Wie man die richtigen Entscheidungen trifft“ von Gerd Gigerenzer.  Wir wollen uns auf Basis dieses Buches genauer ansehen, wie wir Risiken besser einschätzen können und wieso das für unsere Entscheidungen so wichtig ist.


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Wir Menschen haben Angst, Risiken richtig einzuschätzen

Oft haben wir Angst vor Dingen, die wahrscheinlich nicht eintreffen. Ein gutes Beispiel ist die Angst vor dem Fliegen. Betrachten wir Statistiken, erkennen wir, dass das Flugzeug das sicherste Fortbewegungsmittel ist.Auf 1 Millionen Starts von Flugzeugen, kommen 1,75 Unfälle. Das Risiko geht gegen Null.

Wiederum haben wir oft keine Angst vor Dingen, die besorgniserregender sind. Fußgänger haben neben Motorradfahrern das höchste Risiko im Verkehr. Es ist weit risikoreicher zu Fuß unterwegs zu sein, als mit dem Flugzeug zu fliegen. Warum schätzen wir die verschiedenen Gegebenheiten in Bezug auf das Risiko so unterschiedlich ein: Das Risikoreiche als risikoarm und das Risikoarme als risikoreich?

Risiko einschätzen

Probleme beim Einschätzen von Risiken

1. Wir interpretieren und verstehen Statistiken falsch

Der Wetterbericht sagt eine Regenwahrscheinlichkeit von 50% voraus – was bedeutet das? Bedeutet es, dass es 50% des Tages regnet? Oder wenn für Wien eine Regenwahrscheinlichkeit von 50% vorausgesagt wird, dass es in 50% des Stadtgebietes regnen wird?  Was genau bedeutet die Wetterprognose? Vielleicht weißt du es?

Keine meiner genannten Antworten ist richtig. 50% Niederschlagswahrscheinlich bedeutet, dass es an 50% der Tage geregnet hat, die dieselbe Wetterlage hatten. 

2. Wir verwechseln Risiko mit Ungewissheit

Laut dem Autor Gerd Gigerenzer ist die Unsicherheit, anders als Risiko, nicht berechenbar. Eine Situation ist ungewiss, wenn es in einer Situation mehrere Möglichkeiten gibt und du nicht weißt, wie hoch ihre Wahrscheinlichkeiten sind. Gewissheit heißt, dass es nur eine Möglichkeit gibt und diese zu 100% eintritt. 

Ungewissheit ist natürlich gut und macht unser Leben lebenswert. Stell dir vor, wir wüssten schon den Tag unseres Todes oder was in 2 Jahren passieren wird. Ich persönlich finde, dass Ungewissheit etwas Wunderschönes ist, das den Reiz des Lebens ausmacht.

Heute erleben wir öfter Ungewissheit, weil wir über Medien stets informiert werden und diese vor allem tragische Nachrichten veröffentlichen, die sich gut verkaufen. Früher hat niemand mitbekommen, wenn in Hawaii ein Mensch von einem Hai angegriffen wurde. Heute geht dieses tragische Ereignis um die ganze Welt und verfälscht unsere subjektive Wahrnehmung. 

Plötzlich haben immer mehr Menschen die Angst, von einem Hai attackiert zu werden, sobald sie im Meer schwimmen. Dabei handelt es sich nicht um ein ernstzunehmendes Risiko, sondern um eine gefühlte Ungewissheit. 

3. Wir wegen uns auf der sicheren Seite

Der Autor Gerd Gigerenzer schreibt in seinem Buch „Risiko“ über einen Truthahn, der jeden Tag gefüttert wird. Das Tier ist sich sicher, dass es auch am 500. Tag seines Lebens noch gefüttert wird. Für den Truthahn ist alles bestens und er wiegt sich auf der sicheren Seite.

Doch eines Tages steht Thanksgiving am Kalender und der Hahn wird plötzlich nicht mehr gefüttert, sondern geschlachtet. Ein weiteres Beispiel aus dem Buch ist ein wenig erschreckend: Einer von 26 positiven HIV-Tests zeigt ein falsches Ergebnis. Nach einem positiven Testergebnis wird das Leben umgestellt, doch die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch, dass das unbegründet ist.

Das wirft natürlich die Frage auf, wie es diesbezüglich um die Covid-19-Tests bestellt ist. Im November 2020 gibt es zahlreiche Studien, die auf eine hohe Fehlerquote schließen lassen. Wir wegen uns oft auf der sicheren Seite und müssen uns bewusst sein, dass es anders sein könnte, als wir denken.

4. Wir wissen nicht, wie Risiko berechnet wird

Diese Tatsache macht uns manipulierbar, weil wir Informationen oft blind vertrauen. Deshalb empfiehlt Gerd Gigerenzer, wir sollen Informationen immer hinterfragen.

  • Woher kommt die Information?
  • Wen könnte die entsprechende Auslegung nützen?
  • Woher kommen die Zahlen?
  • Worauf beziehen sie sich?
  • Wie wurden die zugrundeliegenden Daten geprüft?
  • Wie groß waren die Testgruppen?

5. Wir empfinden komplexe Dinge als sicherer, als einfache

Oft sind Faustregeln eine gute Variante, um sich verschiedensten Aufgaben, Fragen und Risiken anzunähern. Ein schönes Beispiel ist der US Airways-Flug 1549 der am Airport LaGuardia gestartet ist und bei dem kurz darauf beide Triebwerke ausgefallen sind. Die beiden Piloten hatten keine Zeit, eine lange Checkliste durchzuarbeiten. Vermutlich wären sie bereits auf den Boden gekracht, bevor sie auf der 2. Seite angekommen wären. 

Was haben die Piloten gemacht? Sie haben eine Faustregel angewandt. 

Eine Faustregel beim Fliegen: Du kannst mit einem beschädigten Flugzeug nur Orte erreichen, die du aus dem Cockpit siehst.

Der Flughafen war nicht mehr zu sehen und so sind sie im Hundson River in New York gelandet. Alle Beteiligten (Passagiere, Crew-Mitglieder, Piloten usw.) haben diese Notlandung überlebt. Hinterfrage immer wieder: Wann sind es die einfacheren Herangehensweisen, die uns helfen? Anstatt die komplexen, in die wir uns verliebt haben, die jedoch die schlechtere Alternative wären. 

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6. Falsche Entscheidungen werden meist negativ gesehen

Columbus suchte den Seeweg nach Indien – entdeckt hat er Amerika. Habe keine Angst, Entscheidungen zu treffen. Selbst wenn es eine falsche war, wirst du daraus lernen. Ein Beispiel aus dem Buch „Risiko“ von Gerd Gigerenzer: Ein Arzt hat eine Klemme im Körper eines Patienten vergessen. 

Daraufhin hat er eine Regelung etabliert, die weltweit in Krankenhäusern und Operationssälen zum Einsatz kommt. Vor und nach jeder Operation muss sämtliches OP-Besteck gezählt werden. Aus einem gemachten Fehler entstand etwas Nützliches – ein wichtiger Standard, der bei allen Operationen berücksichtigt wird und Patienten schützt. Hinzu kommt: Wenn wir Angst vor Fehlern haben, treffen wir öfter schlechte Entscheidungen. 

Ich bin mittlerweile wieder sehr aktiv beim Geldanlegen und auf der Börse. Klar mache ich dabei Fehler und verliere manchmal Geld. Doch Angst vor diesen Fehlern zu haben, würde mich blockieren und Fehlentscheidungen fördern. Das betrifft die verschiedensten Lebensbereiche. Sei es in Beziehungen, im Beruf oder der Gesundheit. 

Risiko einschätzen

7. Risiken werden oft so präsentiert, dass sie Angst schüren

Viele nutzen di Darstellung von Risiken, um die Meinung in eine bestimmte Richtung zu lenken. Das Committee on Safety of Medicines veröffentlichte eine Warnung über die 3. Generation einer Antibabypille. Die Pille soll das Risiko einer Thrombose um 100% erhöhen. Wer diese Warnung liest, wird diese Pille vermutlich nicht mehr kaufen. 

Jedoch muss man sich die Zahlen hinter dieser Studie ansehen. Es wurden 14.000 Frauen untersucht. Die Hälfte der Gruppe nahm die Pille der 2. Generation und die andere Hälfte die der 3. Generation. 

  • Frauen aus der ersten Testgruppe die Thrombose bekamen: 1 Frau
  • Frauen aus der zweiten Testgruppe die Thrombose bekamen: 2 Frauen

Die Aussage der Studie stimmt demnach. Aber wie sieht das Gesamtrisiko aus, von dem in den Medien nirgendwo die Rede war? Inwieweit beeinflusst die Darstellung der Studie unsere Wahrnehmung des Risikos? Was steht wirklich dahinter? Wie wird das Risiko wahrgenommen? Wie stellt es sich bei genauerer Betrachtung dar? 

Das eruierte Gesamtrisiko von 0,03% wird mit den Worten kommuniziert, dass das Risiko an Thrombose zu erkranken, um 100% gestiegen sei. Im Jahr nach der Veröffentlichung der Warnung wurden in England 13.000 mehr Abtreibungen durchgeführt. 

Der Autor Gerd Gigerenzer empfiehlt, stets nach der Referenzklasse von Studienergebnissen zu fragen. Wie viel Prozent von was? Worauf beziehen sich Prozentsätze? Wer wurde getestet? Wie häufig wurde getestet?

8. Du brauchst die richtigen Informationen

Du kannst Risiken nur richtig einschätzen, wenn du die richtigen Informationen erhältst. Diese sind natürlich nicht immer leicht zu bekommen –doch nur, wenn wir sie haben, können wir uns ein relevantes und wahrheitsgemäßes Bild machen.

Dieser Punkt ist sozusagen eine logische Folgerung von Punkt 7. 

Fazit

Eigne dir die Fähigkeit an, Risiko richtig zu bewerten, empfiehlt der Autor Gerd Gigerenzer. 

Seit ich das Buch „Risiko“ gelesen habe, habe ich schon viele Aha-Erlebnisse gehabt. Ich empfehle dir, dir dieses Buch zu holen und tiefer in den Inhalt einzutauchen, als ich es in diesem kurzen Artikel machen kann. 

Und natürlich: Hinterfragen, hinterfragen, hinterfragen…

Nimm nicht alles unreflektiert hin, was dir präsentiert wird. Um Risiken einschätzen zu können, ist es notwendig, einen kritischen Blick walten zu lassen und alle notwendigen Informationen gründlich zu recherchieren. 

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Thomas

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Thomas Mangold, Autor, Podcaster, Keynote-Speaker

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