Der CEO seines eigenen Lebens sein und ein selbstbestimmtes Leben führen, dass ist der Wunsch vieler Menschen. Das Problem: es scheitert an der Umsetzung. Mein heutiger Interviewpartner, Dr. Aaron Brückner, hat ein Buch genau zu diesem Thema geschrieben. Aaron ist aber nicht nur mehrfacher Buchautor, sondern auch Fotomodell, Wirtschaftswissenschaftler, Speaker, Blogger und Podcaster.

Wenn du die Erfolgsrezepte der Wirtschaft (Blue-Ocean-Strategie, BCG-Matrix, Stakeholder-Analyse oder die Ansoff-Matrix) auf dein Privatleben übertragen willst, dann solltest du in dieses Interview unbedingt reinhören.


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Transkript des Interviews:

Thomas: Hallo Aaron, es freut mich sehr, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Ich habe dich im Intro schon ein bisschen vorgestellt, aber sei doch mal so lieb und erzähl etwas über dich. Wer bist du, und was machst du? Ich glaube, niemand kennt dich besser als du selbst, deswegen bin ich auf deine Beschreibung gespannt.

Aaron: Ich bin gespannt, wie du mich im Intro beschrieben hast! (Lacht) Ich mache sehr unterschiedliche Dinge, und es ist nicht einfach, sie mit einem Wort zu beschreiben, so wie es andere machen. Zum einen bin ich Berater. Ich habe früher administrative Geschäftsprozesse optimiert, habe jedoch gemerkt, dass das nicht zu 100 Prozent meins ist. Ich habe mich dann neu aufgestellt und berate heute Unternehmen dabei, dass ihre Mitarbeiter gerne zur Arbeit gehen. Ich habe Wirtschaftswissenschaften studiert und über Familienunternehmen promoviert. Im Laufe meines Studiums habe ich meine Leidenschaft zum Schreiben wiederentdeckt, denn bereits als kleiner Junge habe ich gerne geschrieben. Ich habe verschiedene Bücher geschrieben, und eines davon, nämlich mein viertes Buch, ist der Anlass unseres heutigen Interviews.  

Die Schreiberei ist also ein weiterer Baustein. Ein nächster Baustein ist das Podcasten, eine Gemeinsamkeit, die wir beide haben. Ich habe deutlich später damit angefangen als du, nämlich erst Mitte letzten Jahres. Ich interviewe Andersmacher. Andersmacher sind Menschen, die in keine Schublade passen. Und um es abzurunden, mein vierter Baustein ist das, was meine Biografie bunt macht: Ich darf seit über dreizehn Jahren als Model arbeiten. Durch diese wunderbare nebenberufliche Tätigkeit habe ich meine gesamte akademische Laufbahn finanziert und in dieser Branche sehr viel fürs Leben lernen dürfen. Man denkt, das sei ein sehr oberflächlicher Pillepalle-Job, aber diese Arbeit hat mich geprägt wie nichts Anderes in meinem Leben. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich das seit so vielen Jahren machen kann.

Das ist in aller Kürze das, was ich mache.

Thomas: Sehr gut! Ein guter Freund von mir hat auch einen Model-Job, und das ist wirklich eine Knochenarbeit. Das hätte ich mir gar nicht so vorgestellt.  

Aaron: Absolut.

Thomas: Aaron, du hast es schon angesprochen, wir plaudern ein wenig über dein neues Buch beziehungsweise über das, was alles dazugehört. Es heißt „Sei der CEO deines Lebens – 33 wirksame Business Tools, die dich im Leben erfolgreicher machen“. Bevor ich ein bisschen näher darauf einsteige und konkrete Fragen stelle, erzähl einfach mal, worum es in dem Buch geht, wer die Zielgruppe ist und welche Dinge du mit deinem Buch transferieren willst.

Aaron: Ich möchte zunächst davon erzählen, wie das Buch entstanden ist. Die Idee hatte ich nach einer Reise nach Marrakesch. Ich war mit meinem guten Freund Philipp dort. Wir brauchten beide eine Auszeit. Philipp war sehr mit seinem Job und ich mit einem langen Beratungsprojekt beschäftigt. Wir wollten ein bisschen rauskommen und Ruhe haben. Und wenn wir unterwegs sind, dann lesen wir viel. Philipp hatte ein Buch dabei, das sich um Persönlichkeitsentwicklung dreht und in dem es auch um die Leidenschaft geht. Der Autor ruft die Leser dazu auf, sich Gedanken über ihre Leidenschaft zu machen. Wir lagen am Pool, die Sonne schien, wir hatten gerade einen Cappuccino bestellt, und Philipp hatte ein schickes, ledernes Notizblöckchen dabei, in das er seine Gedanken hineinschrieb. Ich konnte das aus der direkten Nachbarschaft ganz gut beobachten. Er schlug eine neue Seite auf und schrieb als Überschrift „Leidenschaft“ hinein.  

Nach zehn Minuten bestellte er den nächsten Cappuccino, und nach einer Viertelstunde drehte er sich zu mir um und sagte, „Aaron, ich habe keine Ahnung, was ich hinschreiben soll“. Und da wurde mir klar, dass es ein Problem gibt. Es gibt viele Menschen, die uns sagen, was wir machen sollen, aber es gibt ganz wenige, die uns konkret sagen, wie es funktioniert. Die großen Fragen des Lebens haben wir alle irgendwie schon einmal gehört. Genau genommen wissen wir alle, was wir machen sollen: Wir sollen unsere Leidenschaft finden, wir sollen unserer Berufung folgen und unserer Träume verwirklichen. Das steht überall. Aber wie funktioniert das? Und da ist mir aufgefallen, dass das viel mehr mit meinem Job als Unternehmensberater zu tun hat, als ich es anfangs dachte. Diese gesamten Tools, die 33 Business Tools, das sind keine Werkzeuge, die ich mir ausgedacht habe, sondern das sind etablierte Techniken, die jeder Berater benutzt, weil sich Unternehmen dieselben Fragen stellen.  

Auch Unternehmen stellen sich solche Fragen wie „was ist unsere Leidenschaft?“ In einem Business heißt das nicht „Leidenschaft“, sondern „USP“, die Unique Selling Proposition. Das sind ähnliche Inhalte. Und für Unternehmen, für Manager und Berater ist das selbstverständlich, dass diese Fragen beantwortet werden oder zumindest bearbeitet werden. Und dafür gibt es Tools und Techniken, um diese Fragen zu beantworten, beispielsweise die Ansoff Matrix, die Blue Ocean Strategie, eine Stakeholder Analyse und so weiter und so fort, um nur einige Beispiele zu nennen.

Und wenn wir uns dieselben Fragen wie die Unternehmen stellen, dann können wir auch dieselben Tools benutzen. Aufgrund dieser Feststellung habe ich dieses Buch entwickelt. Es ist quasi ein persönliches Beratungsprojekt, mit dem die 33 Tools auf 5 grundlegende persönliche Fragen aufgeteilt werden.

Thomas: Extrem spannender Ansatz! Du hast einige Strategien angesprochen, die es in Unternehmen gibt und die du auf wichtige Lebensfragen der Menschen überträgst, zum Beispiel die Blue Ocean Strategie, die Ansoff Matrix und die Stakeholder Analyse. Bei meinem Podcast geht es um Produktivität, Selbstmanagement und Zeitmanagement. Gibt es Strategien, Matrizen oder Analysen, die in diese Richtung gehen? Falls nicht, dann nimm dir einfach eine heraus, die du spannend findest.  

Aaron: Die Frage ist, wie wir „Selbstmanagement“ definieren. Wenn der Titel „Sei der CEO deines Lebens“ lautet, dann könnte man vermuten, dass der gesamte Inhalt darauf ausgerichtet ist, dass wir in der Lage sein sollten, unser Leben zu managen. Das Wort „managen“ hat, wenn es um persönliche Dinge geht, eine gewisse Grenze. Es ist nicht jedermanns Sache. Ich habe damit kein Problem, denn ich komme aus dieser Welt, und von daher kann ich mit betriebswirtschaftlichen Begriffen gut umgehen.  

Im Kontext des Selbstmanagement ist das allerdings schwieriger, denn worum es in dem Buch nicht geht, das ist, effizienter und leistungsgetriebener zu werden. Das ist vielleicht der Unterschied zu deinen Themen. Mir geht es nicht um Optimierungen. Ich habe das Wort „optimieren“ nur an einer Stelle benutzt, aber dort in einem anderen Kontext. Es geht tatsächlich darum, sich Klarheit über gewisse Dinge zu verschaffen. Um mal konkret zu werden, es gibt beispielsweise ein sehr mächtiges Tool, mit dem man sich selbst besser kennenlernen und besser managen kann, und zwar ist es das Hedgehog Konzept oder so genannte Igel-Prinzip, das der berühmte Jim Collins entwickelt hat. Jim Collins hat sich gefragt, was alle erfolgreichen Unternehmen gemeinsam haben, und seine Untersuchungen haben herausgefunden, dass sie sich alle auf eine Sache konzentrieren, die sie besonders gut können.

Darüber hat er einen Bestseller geschrieben. Das Hedgehog Konzept besteht aus einem Drei-Kreise-Modell. Der erste Kreis beschäftigt sich mit der Frage, was unsere Leidenschaft ist. Diese Frage stellt er dann auch im Business Kontext, also wofür brennen wir, und was machen wir am liebsten? Der zweite Kreis dreht sich um die Frage, worin wir besser als alle anderen sind. Was sind meine Stärken und Talente? Und beim dritten Kreis geht es betriebswirtschaftlich gesehen um den wirtschaftlichen Motor. Womit können wir Geld verdienen, welchen Mehrwert stiften wir, und wer würde uns dafür bezahlen? Auch diese Fragen lassen sich auf unser Leben übertragen, wenn wir herausfinden, wem helfe ich eigentlich gerne? Wessen Problem löse ich mit den Fähigkeiten und mit den Leidenschaften, die ich habe? Und wenn wir diese drei Kreise übereinanderlegen, ergibt sich eine Schnittstelle, in der wir unser „Element“ finden. So könnte man es etwas pathetisch sagen. Das ist eines der gängigen Tools, die auch im Alltag des Managements und Consultings genutzt werden, um einen Schritt in die Richtung zu gehen, der CEO seines Lebens zu werden.

Thomas: Sehr spannend. Beim Thema „Leidenschaft“ geht es immer wieder um die Zielsetzung. Inwiefern sprichst du das im Buch an beziehungsweise, gibt es wichtige Faktoren, auf die man besonders achten sollte, wenn man seine Leidenschaft gefunden hat und sich entsprechende Ziele setzt? Gibt es Strategien oder Analysen, die man darauf aufbauend verwenden kann? Ich bekomme immer wieder mit, dass sich die Menschen zwar Ziele setzen, für die sie brennen, aber trotzdem auf dem Weg zum Ziel scheitern.  

Aaron: Ich hatte gerade von „fünf grundlegenden Fragestellungen“ gesprochen, die in meinem Buch in Form von 33 Tools beantwortet werden. Da ist zunächst die Frage, wie geht es mir? Wir stellen unser Leben auf den Prüfstand wie beim TÜV. Dann kommt die Frage, was kann ich? Als nächstes kommt die Frage, wohin will ich? Dabei geht es um meinen Lebensentwurf. Die nächste Frage lautet, was genau will ich? Hier fragen wir danach, welche Entscheidungen ich treffen muss. Am Schluss steht die Frage, wie ich dort hinkomme. Und das ist genau die Frage, die du ansprichst. Da geht es natürlich um Ziele, und da geht es auch um Pläne. Ich überlege gerade, aus welcher Dimension ich auf deine Frage antworte, ob ich rein aus dem Buchinhalt heraus oder auch aus meiner eigenen Erfahrung antworte, denn die Antwort ist eine Mischung.  

Aus dem Lean Management gibt es die berühmte Technik des Kaizen. Das ist die Philosophie der kontinuierlichen Verbesserung. Wir erreichen unsere Ziele viel eher, wenn wir kleine Schritte machen, anstatt auf die großen Quantensprünge zu hoffen und dass alles ganz plötzlich vom Himmel fällt. Und dieses Lean Management oder das Kaizen wird in Unternehmen in Form eines so genannten „Shopfloor Managements“ angewandt. Das ist eine Art Austauschplattform. In Shopfloor Boards werden die wichtigsten Kennzahlen, Probleme und Lösungsvorschläge auf Tages- oder Wochenbasis in kleinen Teams diskutiert, so dass alle immer auf dem aktuellen Stand der Dinge sind. Diese Besprechungen werden auch „Stand-up Meetings“ genannt, weil sie nur zehn bis fünfzehn Minuten dauern. Dabei soll man sich nicht hinsetzen, damit alles agil bleibt. Deshalb der Name „Stand-up Meeting“. Durch diese Technik wird sichergestellt, dass es kontinuierlich vorangeht.  

Diese Philosophie können wir auf unser Leben übertragen, und zwar in Form eines Daily Life Managements. Mithilfe verschiedener Reflexionsfragen gehen wir unsere tägliche Gedankenstruktur durch, um zu überprüfen, ob wir unseren Zielen einen Schritt nähergekommen sind. Das ist sicherlich eines der mächtigsten Tools, um im Leben voranzukommen. An der Stelle möchte ich nochmal betonen, dass dies nichts ist, was ich mir ausgedacht habe, sondern das sind etablierte Methoden, mit denen große Konzerne ebenso wie Familienunternehmen arbeiten. Und es hat seinen Grund, warum sie damit arbeiten.

Thomas: Ist das Scrum oder geht es in die Richtung des Scrums?

Aaron: Scrum ist die modernere Interpretation davon. Es gibt immer eine nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Heute heißt alles „agil“, und letztendlich steckt dahinter, dass man eine große Schnittmenge zum sehr klassischen und für viele sehr langweiligen Lean Management hat. Das Problem mit „lean“ ist, dass es häufig missverstanden und falsch umgesetzt wird, vor allem hier in der westlichen Welt. So, wie die Japaner es sich ausgedacht haben, ist es eine sehr menschliche Verbesserungsphilosophie, deren Umsetzung sich sowohl im unternehmerischen als auch im privaten Kontext lohnt.  

Thomas: Das kann ich voll und ganz unterstreichen. Ein nächstes wichtiges Wort, das du angesprochen hast, ist „Reflexion“. Über meine Plattform „Selbstmanagement rocks“ bekomme ich immer wieder mit, dass sich die Menschen sehr schwertun, zu reflektieren beziehungsweise, dass sie das Mindset dahinter unterschätzen. Wie sieht das bei dir persönlich aus, blockierst du dir Zeit für Reflexion? Hast du ein besonderes Ritual, um deine Ziele zu reflektieren?

Aaron: Du sprichst einen sehr guten Punkt an, denn das Reflektieren ist eines der Hauptmotive meines Buches. Wir wissen, dass wir reflektieren sollten, aber wie geht das denn eigentlich? Aus meiner Sicht fehlt vielen Menschen die Struktur dafür. Sich hinzusetzen und sich Gedanken über sein Leben zu machen, was soll dabei schon herauskommen? Dabei hilft es, eine gewisse Struktur zu nutzen, möglicherweise in Form von Reflexionsfragen oder Techniken. Wie mache ich selbst das? Ich glaube, ich bin ein Dauerreflektierer, ich bin durchaus ein sehr nachdenklicher Mensch, der sich viele Gedanken macht. Das hat seine Vor- und Nachteile. Auf der anderen Seite nehme ich mir ganz gezielt Pausen dafür. Zum Jahresende ziehe ich mich immer eine Woche zurück. In den letzten Jahren habe ich das in den Schweizer Bergen getan. Diese Zeit nutze ich ganz gezielt, um runterzufahren. Ich arbeite mein vergangenes Jahr auf. Ich gehe meinen kompletten Kalender durch und schreibe mir alle Highlights und Lowlights heraus. Ich habe mein Leben in Bereiche unterteilt, und gehe jedes Thema durch. Ich überlege mir, was gut gelaufen ist, was besser laufen könnte und was ich im nächsten Jahr anders machen möchte. Das mache ich sehr gezielt, und das verändert mein Leben.  

Das ist wie eine Art Bestandsaufnahme nach jedem Jahr beziehungsweise, manchmal schaue ich mir die Bilanz auch halbjährlich an. So mache ich das. Das heißt aber nicht, dass diese Strategie zu jedem passt. Ich brauche dieses kontinuierliche, sehr intensive neue Ausrichten auf das, was für mich wichtig ist.

Thomas: Absolut. Ich mache das so ähnlich wie du, meist in Form eines Thermenaufenthaltes zum Jahresende für ein paar Tage. Darüber hinaus setze ich mich regelmäßig zwei- bis dreimal im Monat hin und reflektiere im kleinen Rahmen über die vergangenen Wochen. Das hat den großen Vorteil, dass ich am Jahresende die Wochenreflektionen als Grundlage nehmen kann. Das kostet zwar ein bisschen mehr Zeit, ist aber nicht weniger spannend. Dafür braucht es keine Woche in den Schweizer Bergen, sondern es reichen drei Tage in der Therme. (Lacht)

Ein nächstes Schlagwort, das du angesprochen hast, ist das Thema „Tools“. Es gibt viele Tools in Form von Matrizen, Strategien und Analysen. Verwendest du selbst auch irgendwelche technischen Tools wie Apps und Programme, die einen dabei unterstützen können, seine Leidenschaft zu finden oder seine Ziele zu erreichen? Kommen in deinem Buch auch solche Tools vor?

Aaron: Im Buch nicht, dafür schreibst du ja deine Bücher! (Lacht)

Thomas: (Lacht) Auch, ja.

Aaron: Im meinem Buch nicht, aber mit großer Liebe zum Analogen. Natürlich habe ich Evernote, aber ich nutze es bei Weitem nicht so intensiv wie du. Es ist eine Datenbank für meine Gedanken. Seit anderthalb Jahren arbeite ich mit MeisterTask. Damit verwalte ich die verschiedenen Lebensbereiche, die ich gerade angesprochen habe und die ich in meiner Jahresreflexion bearbeite. Ansonsten arbeite ich nicht mehr so sehr mit Wunderlist, mit den To-do-Listen, sondern ich bin mittlerweile wieder vollständig auf anlog umgestiegen. Für mich ist das Mächtigste, mir alles aufzuschreiben. Ich habe immer einen DIN A 4 Zettel auf meinem Tisch liegen, und dort notiere ich mir alles Querbeet, was gerade anliegt. Und das gehe ich immer wieder durch. Und wenn mir der Zettel nicht mehr gefällt, weil er hässlich aussieht, schreibe ich ihn neu. Auch das ist gut, denn es sortiert nochmal neu und ist damit ebenso ein ständiges neues Ausrichten.  

Thomas: Sehr gut. Jeder muss sein eigenes System finden, und wenn es funktioniert, dann ist es das Beste, was es gibt. Niemals ein funktionierendes System verändern! Eine Frage noch zum Buch. Ich bin auch ein großer Leser und Fan davon, wenn ich ein Buch in einzelne Abschnitte herunterbrechen kann. Wie empfiehlst du, dass man dein Buch liest? Ist es sinnvoll, das Buch auf einmal durchzulesen oder sollte man lieber die verschiedenen Business Tools nach und nach durcharbeiten? Was ist die Anleitung für das Lesen deines Buches?

Aaron: Es baut aufeinander auf, deshalb ergibt es Sinn, das Buch von vorne nach hinten zu lesen. Manche Leute lesen gerne quer und suchen sich Stück für Stück heraus. Wenn das jemand machen möchte, dann wünsche ich viel Erfolg dabei, aber dann bitte auch nicht beschweren, wenn das Buch nicht gefällt! (Lacht) Es ist tatsächlich so aufgebaut, dass es wie ein persönliches Beratungsprojekt einen sinnvollen Anfang und ein sinnvolles Ende hat. Wie schnell oder wie lange man dann dafür braucht, dafür gibt es aus meiner Sicht kein Patentrezept. Für den einen oder anderen kann ein Tool schnell verständlich sein, und der andere braucht länger oder probiert die Anwendung mehrmals aus. Vielleicht überspringt auch jemand eine Anwendung, auch das ist kein Problem. Da gibt es kein Patentrezept.  

Thomas: Es gibt Bücher, da ergibt es Sinn, sich drei Tage in die Therme oder in die Schweizer Alpen zurückzuziehen und sie an einem Stück durchzuarbeiten. Dein Buch kann man jedoch Step by Step durcharbeiten.

Aaron: Ich glaube, dass es schwer ist, mein Buch komplett an einem Stück durchzuarbeiten. Eines der Tools ist beispielsweise darauf angelegt, sich mit anderen Leuten auszutauschen. Du überlegst dir, mit wem und über was du dich austauschen möchtest, und dann suchst du das Gespräch, kontaktierst den jeweiligen Partner und fragst nach Feedback. Das kannst du in den drei Tagen in der Therme nicht machen, weil die Leute wahrscheinlich nicht so schnell antworten. Von daher wäre das in der Realität sehr schwierig.

Thomas: Dann eine sehr persönliche Frage, weil es bei dir auch um Ziele geht. Wie sieht dein eigenes Leben in zehn Jahren aus? Wenn wir in zehn Jahren noch einmal ein Podcast Interview machen würden, was würdest du mir erzählen, was passiert ist?

Aaron: Das ist eine wunderschöne, große Frage. Dabei ist es wieder wichtig, wie wir Ziele definieren. Wie sieht das Objekt aus, das ich dann haben oder machen will? Das weiß ich nicht. Dafür ist das Leben zu bunt, und ich lasse mich lieber auf die Überraschungen des Lebens ein. Was ich jedoch weiß, und das ist mein ständiges Ziel, dass ich das machen möchte, was mir Freude macht und was ich bin. Ich halte nicht viel von Work-Life-Balance, denn das ist für mich ein fauler Kompromiss. Wenn wir das, was wir sind, mit dem, was wir machen, in Einklang bringen, dann ist das eine viel mächtigere Balance als irgendeine Work-Life-Balance, die nur ein Kompromiss in unserer Lebenszeit ist.  

Ich hoffe und bin mir ziemlich sicher, dass ich auch in zehn Jahren noch das beruflich ausdrücken kann, was in mir ist, wie auch immer das aussieht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das, was ich gerade mache, also das Beraten, das Schreiben und auch das Sprechen im Podcast, dass das die Dinge sind, mit denen ich mich auch noch in zehn Jahren beschäftigen werde, denn sie sind ein Teil meines roten Fadens.  

Thomas: Das ist eine großartige Antwort. Das Buch werden wir natürlich in den Show Notes verlinken. Wenn jemand mehr über dich erfahren möchte, wo im Netz kann man mehr zu dir finden?

Aaron: Natürlich auf meiner Webseite unter meinem Namen aaronbrueckner.de oder auf LinkedIn und Instagram. Dadurch bekommt man beide Welten mit, denn das sind sehr unterschiedliche Plattformen. Dadurch lernt man mich ganz gut kennen.

Thomas: Ich war schon auf deinem Instagram Profil (lacht). Sehr spannend, das kann ich auf jeden Fall empfehlen. Aaron, wir könnten wahrscheinlich noch weitere dreißig Minuten plaudern, aber meine Podcasthörer haben es gerne kurz. Ich würde sagen, wir hören uns sicherlich in einem halben Jahr oder Jahr mit einem Update wieder.

Aaron: Gerne.

Thomas: Vielleicht ist dann auch schon das nächste Buch von dir da. Mal schauen. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn wir das Gespräch fortsetzen würden. In diesem Sinne bedanke ich mir bei dir dafür. In meinem Podcast ist es so üblich, dass die letzten Worte immer dem Gast gehören. Wenn du noch eine Message an meine Community hast, an meine Hörerinnen und Hörer, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Ich sage danke und verabschiede mich schon einmal.  

Aaron: Ich danke dir auf jeden Fall für deine Zeit und für die Gelegenheit, hier bei dir aufzutauchen. Ein abschließendes Wort? Lass mich kurz überlegen. Ein ganz einfaches gedankliches Experiment: Es lohnt sich häufig zu fragen, was macht mir eigentlich Freude? Worin gehe ich auf? Was macht mir Spaß? Bei welcher Tätigkeit gehe ich abends ins Bett und habe das Gefühl, das war gut, und das hat sich rund angefühlt? Wenn du darauf eine Antwort hast, dann stellt sich die nächste Frage, wie du davon noch mehr machen kannst. Ich rede nicht davon, dass du dich unbedingt selbständig machen und ein Business aufbauen musst, sondern mach einfach mehr von den Dingen, die dir guttun. Das wünsche ich den Zuhörern und danke für die Zeit mit dir, Thomas.

 

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Thomas

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