Tipps für eine bessere Selbstkontrolle

Selbstkontrolle ist ein extrem wichtiger Faktor für ein gutes Selbstmanagement, denn nur wer sich selbst „unter Kontrolle“ hat, der wird auch erfolgreich damit sein sich selbst zu managen. Daher freut es sich besonders, dass Bloggerkollege Benedikt Ahlfeld sich dieses Thema im heutigen Gastartikel angenommen hat.

Es war ein wunderschöner Mittwoch Morgen und gerade, als Sabine sich aus dem kuscheligen Bett herausschälte, kam ihr der Gedanke: heute wird ein GUTER Tag!

Und noch während sie beim Zähneputzen vor dem Badezimmerspiegel stand wusste sie auch: heute ist der PERFEKTE Tag um mit dem Abnehmen zu beginnen. Sie hatte es sich sowieso schon lange vorgenommen und jetzt, wo die Tage wieder länger werden war der optimale Zeitpunkt um noch ein paar Kilo zu verlieren.

Drei Stunden später sitzt Sabine im Büro und ist gut gelaunt. Die Arbeit geht heute besonders leicht von der Hand und sie vergisst sogar auf’s Essen, so vertieft ist sie in ihr neues Projekt. Als ihr Kollege Andreas nach der Mittagspause zurück kommt fällt ihr erst auf, dass sie selbst noch gar nichts gegessen hat. „Kein Problem“ sagt Thomas, „ich habe sowieso noch etwas Kuchen dabei. Du kannst dir gerne ein Stück nehmen!“ Schon wedelt er mit der herrlich duftenden süßen Versuchung vor ihrer Nase herum. Und da ist es schon zu spät…

Die Begriffe Selbstkontrolle und Erfolg sind eng miteinander verknüpft. Nur wer es schafft, morgens aus dem Bett zu kommen, der kann auch das neue Projekt erledigt bekommen. Gleiches gilt natürlich auch für das Umstellen der Ernährung oder das erfolgreiche Bestehen einer Diät. Populäre Methoden für erfolgreiches Selbstmanagement sind NLP oder auch Hypnose. Denn nur wer an dieses Unterfangen mit größter Selbstkontrolle herangeht, der kann am Ende erfolgreich bestehen.

Selbstkontrolle ist immer dann entscheidend, wenn es darum geht, Hindernisse zu überwinden und auf keinen Fall einzuknicken. Doch nicht immer ist es leicht, einer Versuchung zu widerstehen, etwa wie länger im Bett zu bleiben oder den herrlichen Kuchen anstatt eine gesundes Mittagessen zu verputzen.

Deswegen hier eine kleine Auflistung mit ein paar Tipps, wie du eine bessere Selbstkontrolle und Disziplin erlangen kannst.

Selbstkontrolle kann trainiert werden

Wer seine Selbstkontrolle und Disziplin besser in den Griff bekommen möchte, der sollte diese wie einen Muskel trainieren. Der Sozialpsychologe Dr. Roy Baumeister von der Florida State University beispielsweise sagt, dass ein Muskel bei Gebrauch zwar ermüden, aber bei einer regelmäßigen Beanspruchung aber auch gleichzeitig gestärkt werden kann. Wird er beispielsweise in einem Fitnessstudio immer wieder gefordert, so wird er immer strapazierfähiger und ermüdet weniger schnell.

 

Wer zum Beispiel mit dem Essen von Süßigkeiten aufhören möchte, der sollte damit nicht sofort Tabula Rasa machen, sondern diese vielleicht erst einmal nur in der Fastenzeit vor Ostern oder nur jeden zweiten Tag weglassen und sich dann so nach und nach steigern.

Versuchungen vermeiden

Psychologen sprechen oft von dem Phänomen der Ego-Depletion. Gemeint ist damit die Selbsterschöpfung. Wer gleichzeitig mit zu vielen Selbstkontrollübungen beginnt, der läuft Gefahr zu scheitern. Zu viele Vorhaben auf einmal, die ein gewisses Maß an Selbstkontrolle verlangen, können sich gegenseitig schwächen, und es kommt schneller zur Frustrationen und Ermüdungserscheinungen. Schnell kann es passieren, wenn nur etwas Kleines scheitert, dass das Ganze infrage gestellt und hingeworfen wird.

 

Im Zusammenhang mit dem Erlernen von Diziplin sprechen Experten immer wieder gerne von den sogenannten „leeren Tanks“. Erkennt jemand, dass der Tank leer ist, dann sollte er in jedem Fall versuchen, Versuchungen zu vermeiden. Ein Beispiel: Ist jemand gerade auf Diät, dann sollte er sich auf keinen Fall mit einem Freund in einem Fast-Food-Restaurant zu einer Verabredung treffen. Stattdessen sollte lieber ein Lokal aufgesucht werden, in dem gesunde und leichte Speisen ausgesucht werden können, so dass hier ohne ein schlechtes Gewissen etwas von der Karte bestellt werden kann.

Sich nicht überschätzen

Empfohlen wird auch immer, sich nicht zu überschätzen, sondern realistisch darüber nachzudenken, was machbar und was nicht. Wer beispielsweise mit dem Rauchen aufhören möchte, der sollte sich lieber darüber klar werden, dass dies ein ganz schön hartes Stück Arbeit bedeutet, anstatt zu denken, dass man mit dem Rauchen immer dann aufhören kann, wann man es nur will. Das machen Raucher sowieso mehrmals am Tag. Das Problem ist nur, dass sie dann wieder mit dem Rauchen anfangen! 😉

 

Außerdem sollten Deadlines und konkrete Verpflichtungen (Stichwort: Commitment) eingeplant und vor allem eingehalten werden. Hier ein ganz einfaches Beispiel: wer plant mehr Sport zu machen, beispielsweise zu Joggen, der sollte sich konkret zu einem festen Termin mit einem Laufpartner verabreden und diese Entscheidung nicht vage etwa von den Wetterbedingungen abhängig machen.

 

Ein sehr gutes Hilfsmittel ist auch die Verschriftlichung der Ziele. Diese rückt die Ziele in den Fokus, dient als externer Speicher und hilft bei der Visualisierung. Vielen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge ist dieses Visualisieren für eine Menge Menschen enorm wichtig, um sich gewisse Dinge wirklich ernsthaft klar zu machen. Daneben sollte auch immer wieder über die Ziele mit anderen Menschen gesprochen werden. So geht man nicht nur gegenüber sich selbst eine Verpflichtung ein, sondern will sich auch von anderen Selbstbestätigung einholen und sich vor diesen nicht mit einem Scheitern blamieren.

 

Zu guter Letzt sollten sich nach dem Erreichen von deinen Zielen auch Belohnungen vorgenommen und diese ohne schlechtes Gewissen genehmigt werden. Wer vier Wochen lang auf Kuchen und Torte verzichtet hat, der darf sich durchaus dann einmal auch eine schöne Leckerei gönnen.

Disziplin im Kontext Online Business

Genau so wichtig wie die Tipps die ich oben für den Alltag angeführt habe ist es natürlich auch, beim eigenen Business diszipliniert zu sein. Hier passiert es den Menschen dann häufig, dass sie ins andere Extrem schwanken: sie wollen alles ZU perfekt machen.

 

Dadurch baut sich jedoch ein so großer Druck in uns auf, dass wir oftmals bald keine Kraft mehr haben. Plane dir deshalb Etappenziele ein und belohne dich – täglich im Kleinen und alle paar Monate im Großen – mit ordentlichen Pausen. Es muss nicht immer die Fernreise sein auf die du „hin arbeitest“! Auch ein schöner Nachmittag den du dir frei nimmst (oder selber frei gibst) kann schon für viel Erholung sorgen. Mein Tipp für alle motivierten Selbstständigen und Unternehmer (oder wie meine Freundin sagen würde: die Workaholics unter uns 😉 lautet also, mit Disziplin an deine Pausen heranzugehen. Ich rufe quasi aus:

„Ich wünsche dir mehr Disziplin dafür zu haben, weniger diszipliniert zu sein!“

 

So, und jetzt mach ich mal eine kleine Pause. Bevor du an deine gehst hinterlasse mir bitte noch einen kurzen Kommentar: wann bräuchtest du mehr Disziplin und in welchen Fällen ist ein „zu viel“ an Selbstkontrolle eher kontraproduktiv gewesen?

Über Benedikt Ahlfeld:

Benedikt Ahlfeld ist Trainer, Autor und Entscheidungsmacher. Er zeigt, wie man selbstbestimmte Entscheidungen trifft und damit seine volle innere Kraft nutzt. Besuche ihn auf www.BenediktAhlfeld.com und finde heraus, wie du dein Leben nach eigenem Standard gestalten kannst.

ahlfeld

2017-09-29T11:05:54+00:006 Comments

6 Comments

  1. Arthur 25. März 2015 at 11:05 - Reply

    Hallo Benedikt,

    Der Vergleich von Disziplin zwischen Business und Abnehmen klappt wie immer verdammt gut!

    Ich bräuchte mehr Disziplin, wenn ich zu Besuch in meiner alten Heimat bin. Wenn ich in einer anderen Umgebung bin, habe ich das Gefühl nichts tun müssen.

    Manchmal habe ich aber auch das Gefühl alles perfekt machen zu müssen, was einen wirklich viel Zeit kosten kann.

    Cooler Artikel!

    Lieber Gruß
    Dein “ VertriebsJunkie! „

    • Benedikt Ahlfeld 25. März 2015 at 12:40 - Reply

      Hallo Arthur,

      danke für dein Feedback! Schön, dass der Vergleich gefällt. Ja die Perfektion kann oft viel Zeit rauben. Lieber einfach anfangen „and fix it on the way“ wie die Amis sagen 🙂

  2. Johannes 25. März 2015 at 13:46 - Reply

    Lieber Ben,

    Ein wirklich sehr guter Artikel zum Thema Selbstkontrolle.

    Disziplin ist sicherlich das Zauberwort,das kenne ich selbst aus dem Spitzensport wo es ohne Selbstkontrolle keinen Erfolg zu feiern gibt.

    Danke, dass du mir das immer wieder ins Gedächtnis rufst.

    LG

    • Benedikt Ahlfeld 26. März 2015 at 00:56 - Reply

      Hallo Johannes, danke für deinen fortwährenden Support! Freut mich, dass du dich im Artikel wieder gefunden hast.

  3. Maximilian Bregenz 5. April 2015 at 11:53 - Reply

    Schöner Artikel. Ich finde wenn man für etwas eine Leidenschaft hat fällt es immer leicht dranzubleiben. Wenn man mit Fitness anfängt, beschäftigt man sich automatisch mit Ernährung, Regeneration usw.

    Das nimmt irgendwann alle Lebensbereiche ein und man bleibt clean.

    Ich habe zum Beispiel vor einem Jahr auf vegane Ernährung umgestellt. Das viel mir aufgrund der vielen positiven Aspekte im vergleich zu dem tierleid auch gar nicht schwer.

    Man muss sich selber einfach den höchsten Wert geben. Noch über Arbeitgeber, Freunde, Familie usw. wenn man selbst den höchsten Wert hat, gibt man seinem Körper auch nur das beste.

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