So arbeitest du im Flow – Interview mit Su Busson

Su Busson ist Business-Coach und Consultant, „be your best – Flow im Business“ ist ihr großes Thema. Neben 1:1-Coaching und Workshops, bietet sie auch die Erstellung von Persönlichkeitsprofilen an, inklusive Auswertung und Analyse. Aber in diesem Interview wird es nicht nur um Business, denn das Thema Flow ist auch für Privatpersonen sehr spannend.


 Der Podcast zum Artikel:

Hier findest du alle weiteren Infos zum Podcast sowie eine Übersicht aller Folgen!

Podcast kostenlos abonnieren via iTunes, Android, Spotify oder RSS Feed!


Links dieser Podcast-Folge:

Checkliste "Optimale Tagesplanung"

Hol dir die Checkliste für deine optimale Tagesplanung in dein Postfach. Kostenlos und unverbindlich!

Transkript dieser Podcast-Folge:

Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für dein Selbstmanagement. Damit du endlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben hast. #00:00:17-5#

Hallo und herzlich willkommen, Thomas Mangold hier. Ich freue mich, dass du wieder dabei bist. Heute wieder mit einem spannenden Interview, und zwar habe ich Su Busson zu Gast. Sie ist Business Coach und Consultant, und ihr Slogan lautet: „Be your best. Flow im Business“. Das sagt schon sehr viel darüber aus, um was es heute im Podcast gehen wird. Neben 1:1 Coachings und Workshops bietet Su auch die Erstellung eines Persönlichkeitsprofils inklusive Auswertung und Analyse an. Auch darüber werden wir natürlich plaudern. Aber, und das ist ganz, ganz wichtig, bei diesem Interview wird es nicht nur um das Business gehen, sondern eben auch um das Thema „Flow“. Damit ist das Interview auch für jede Privatperson spannend. Und wenn du diesen Podcast schon länger hörst, dann wirst du sicherlich wissen, dass das Thema „Flow“ sehr wichtig ist sowohl für dein Selbst- und Zeitmanagement als auch für deine Produktivität und alles was dazugehört.  #00:01:08-5#

Thomas: Aber jetzt genug der einleitenden Worte. Hallo Su, es freut mich, dass du dir Zeit für diesen Podcast genommen hast. #00:01:13-0#

Su: Hallo Thomas, vielen, vielen Dank für die Einladung und für diese großartige Vorstellung. Ich bin seit langem auf dieses Thema „Flow“ spezialisiert, weil es mich einfach begeistert und weil es ein großartiges Gefühl ist. Der Flow macht es mir und meinen Kunden möglich, glücklich zu arbeiten und auf entspannte Weise mehr zu schaffen, zu erreichen und in der Welt zu bewegen. #00:01:34-0#

Thomas: Das ist schon mal sehr, sehr spannend. Bevor wir näher ins Thema einsteigen, zunächst noch ein wenig zu dir. Du warst einige Jahre Kommunikationsberaterin in einer internationalen Werbeagentur und hast 2000 deine Karriere hingeschmissen und dein Leben radikal verändert. Vielleicht kannst du ein wenig erzählen, wie es dazu gekommen ist, und was man sonst noch über dich wissen muss. #00:01:56-8#

Su: Ich wollte mit achtzehn unbedingt in die Werbung, aber jeder hat mir gesagt, „Su, bitte lerne doch zuerst einmal etwas Gescheites“. Und so habe ich Wirtschaft gemacht, um „was Gescheites“ zu lernen. Ich bin dann in eine internationale Werbeagentur gegangen und hatte dort im Grunde das, von dem ich immer dachte, dass es mein Traumjob ist. Ich habe dort allerdings rund um die Uhr gearbeitet, war sehr erfolgreich und bin innerhalb kürzester Zeit von einer Assistentin zur Etatdirektorin aufgestiegen. Ich durfte in der Weltgeschichte herumfliegen und internationale Kunden betreuen. Aber das Drama war, dass ich mit meiner Traumkarriere, mit der ich auch gutes Geld verdient habe, innerlich immer leerer und unzufriedener wurde, bis ich kurz vorm Burnout die Notbremse gerissen habe und mich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich gefragt habe, was ich machen möchte, was ich eigentlich in die Welt bringen will und was mir wirklich wichtig ist. #00:02:53-3#

Thomas: Das ist schon mal sehr spannend. War damals der Flow bereits ein Thema für dich? #00:02:58-5#

Su: Noch nicht. Es ging eigentlich mehr um die Frage, wie zum Himmel kann man erfolgreich und gleichzeitig glücklich und innerlich zufrieden sein? Und wie können wir unser Bestes leben, unser Potenzial anzapfen, und wie kann es uns dabei gleichzeitig gutgehen? So bin zunächst Coach geworden und habe mich wirklich viel mit diesen Themen auseinandergesetzt und bin dadurch mehr und mehr zu diesem Thema „Flow“ hingekommen. Ich habe herausgefunden, dass es bei allen diesen Strategien, Methoden und Techniken das Einfachste ist, wenn wir im Flow Zustand sind, denn dann ist einfach die beste Version von uns selbst am Werk. Da wissen wir einfach, was zu tun ist.  #00:03:45-6#

Thomas: Das kann ich voll und ganz unterstreichen. War das ein schleichender Prozess bei dir oder hat es irgendwann „klick“ gemacht, und das Thema „Flow“ war da? #00:03:54-3#

Su: Nein, es war ein Hin und Her. Das hat damit zu tun, dass ich selbst oft neben der Spur war. Ich habe in meinem Leben oft extrem den Unterschied gespürt, wie sich mein Leben anfühlt, wenn ich neben der Spur bin und wie sich mein Leben, meine Arbeit und mein Business anfühlen, wenn ich im Flow bin. Das war einfach ein massiv wahrnehmbarer Unterschied, und so ist im Laufe der Zeit mehr und mehr dieses Thema „Flow“ entstanden. #00:04:26-6#

Thomas: Sehr spannend. Für alle Hörerinnen und Hörer da draußen, die mit den Begriffen „Flow“ und „Flow Zustand“ nicht so viel anfangen können, was sind die typischen Merkmale für den Flow beziehungsweise, wie kann man einen Flow Zustand am besten beschreiben? #00:04:41-2#

Su: Das ist eine super Frage. Ich sage immer „Flow“ ist ein Kofferwort, jeder packt dort sein Thema irgendwie hinein. Und es ist eigentlich auch ein Überbegriff für Zustände wie Glücklichkeit, Zufriedenheit, Leichtigkeit, Verbundenheit und innere Klarheit. Aber das Charakteristischste am Flow ist, dass wir aufmerksam im Hier und Jetzt sind, dass wir mit einer gefühlten Mühlelosigkeit und einer gefühlten Leichtigkeit unsere Bestleistung bringen und unser Potenzial abrufen können. Dass wir auch das Gefühl haben, genau zu wissen, was wir wie und wann zu tun haben. Oft kommt dazu, dass man das Zeitgefühl verliert. Nach drei Stunden fällt mir auf, „Jesses na, drei Stunden sind vergangen“.  #00:05:38-7#

Thomas: (Lacht) Ja, das kenne ich! #00:05:39-7#

Su: Man tritt in eine Selbstvergessenheit ein. Das heißt, wir gehen so auf in einer Sache und sind so mittendrin, dass dieses Ich-Gefühl verlorengeht und wir einfach ganz da sind. Das sind die typischen Merkmale. Und eines möchte ich noch dazu sagen, weil es wahrscheinlich viele Hörer kennen, ein für mich sehr typisches Merkmal ist, dass das Leben manchmal zaubert. In dem Sinne, dass oft Synchronitäten auftauchen, wenn wir im Flow sind. Dass wir Menschen begegnen, dass uns Situationen oder Dinge zufallen, die genau das Richtige liefern, nach dem wir gerade gesucht haben. Es ist dieses Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.  #00:06:22-1#

Thomas: Das kann ich alles voll und ganz unterstreichen. Ich komme am leichtesten beim Sport in den Flow. Im Business gelingt es mir auch, aber viel leichter fällt es mir im Sport. Und das ist super, wenn du von zu Hause wegläufst und plötzlich wieder zu Hause ankommst. Dieses Zeitgefühl ist dann tatsächlich weg, und das ist echt cool. Danke für die Beschreibung. #00:06:42-9#

Su: Es ist spannend, dass du das sagst, denn ursprünglich kommt dieses Thema „Flow“ aus dem Sport. Erstens ist der Sport etwas, was viele liebend gerne machen, und zweitens sind im Sport die wichtigsten Voraussetzungen sehr leicht gegeben, um in den Flow zu kommen. #00:07:03-5#

Thomas: Voraussetzungen, das ist ein gutes Stichwort. Bevor wir jedoch dazu kommen, muss ich einen kurzen Test mit dir machen. Es gibt dieses geniale Buch über den Flow. Kannst du den Autor aussprechen? (Lacht) #00:07:19-4#

Su: Mihaly Csikszentmihalyi. (Lacht) #00:07:23-0#

Thomas: Super! #00:07:24-8#

Su: Ich bin nicht sicher, ob man den Namen wirklich so ausspricht.  #00:07:30-7#

Thomas: Der Mann mit dem unaussprechlichen Namen, der hat die Rahmenbedingungen erforscht. Mittlerweile gibt es sicher schon weitere Forschungen zum Thema „Flow“, nicht nur von diesem Herrn, dessen Namen ich nicht aussprechen will. Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, damit man in den Flow kommen kann? Man kann es ein wenig beeinflussen, und da gilt es, gewisse Bedingungen einzuhalten. Kannst du dazu ein bisschen was erzählen? #00:07:55-9#

Su: Bei den klassischen Forschungen zum Thema „Flow“ sind vier ganz wesentliche Voraussetzungen gefunden worden. Eines ist schon kurz angeklungen, die so genannte „intrinsische Motivation“. Das heißt, dass wir etwas tun, was wir gerne tun, was wir von uns heraus und um der Sache willen tun. Der Sport ist der Klassiker, denn den will man in der Regel tun, beim Arbeiten ist das bei vielen schon wesentlich schwieriger. Jedenfalls ist es leichter, wenn wir nicht nur arbeiten, um Geld zu verdienen, sondern weil wir wirklich gerne mit dem beschäftigt sind, was wir da tun. #00:08:41-2#

Ein weiteres Merkmal ist, wenn wir ein klares Ziel vor Augen haben, das heißt, dass wir genau wissen, was wir vorhaben. Und wenn wir das Gefühl haben, dass das Ganze eine machbare Herausforderung ist. Wichtig ist vor allem, sich nicht überfordert zu fühlen, denn dann geraten wir bekanntlich sehr schnell in einen Stressmodus hinein. Auf der anderen Seite sollten wir jedoch nicht unterfordert oder gelangweilt sein. Man sollte auch ein gewisses Feedback haben in dem Sinne, dass man weiß, wie was zu tun ist. Und dann gibt es schließlich einen vierten Punkt, um den es auch ganz stark bei dir im Selbstmanagement geht, nämlich einen klaren Fokus zu haben und konzentriert bei der Sache zu sein. Das sind die notwendigen Grundvoraussetzungen, denn der Flow ist ein Zustand, in den wir quasi hineingeraten. #00:09:36-6#

Thomas: Und die kann man natürlich aktiv herbeiführen, und dann tut man sich viel leichter, in den Flow zu fallen. Da gebe ich dir vollkommen recht. Du gehst das Thema ein bisschen anders an als viele andere. Was sind aus deiner Sicht die wichtigsten Voraussetzungen, um in den Flow zu kommen? #00:09:50-9#

Su: Was beim Flow immer wieder wirkt, das ist, ein Ziel zu haben, das wir erreichen müssen oder ein Zustand, der nicht immer da ist. Jetzt komme ich ein bisschen aus der östlichen Philosophie, aus der Yoga-Philosophie und aus spirituelleren Ansätzen heraus, wenn ich sage, dass der Flow in Wahrheit unser Naturzustand ist. Das heißt, der Flow ist eigentlich unser natürlicher Zustand des Seins. Das kann man hervorragend bei Kindern beobachten. Die sind meist auf ganz natürliche Weise im Flow. Im Laufe des Älterwerdens verlernen wir das immer mehr. Das heißt, es geht weniger darum, diesen Zustand zu erreichen als vielmehr darum, diesen Zustand in uns freizulegen oder auch das wegzubekommen, was diesen Zustand überlagert. Und diese Überlagerung, die ist sehr oft im Kopf, wir stehen uns quasi im Kopf selbst im Weg. Und aus meiner Sicht ist einer der wichtigsten Dinge, um in diesen natürlichen Flow hineinzukommen, dass wir klar und ruhig im Kopf sind. #00:11:01-5#

Thomas: Wenn ich aktiv probiere, in den Flow zu kommen, dann gelingt es meist nicht, sondern das muss einfach irgendwie passieren.  #00:11:14-3#

Su: Eigentlich könnte man sagen, es ist nichts zu tun, sondern „sei einfach“. Wenn ich anfange, mich zu fragen, was ich tun muss, welche Technik und welche Methode wende ich an, dann bringt mich das vom Flow weg. Und wie du schon gesagt hast, den Kopf freizubekommen, das ist auch beim Sport der Klassiker. Wenn du laufen gehst, hilft das sehr oft dabei, den Kopf freizukriegen. #00:11:35-6#

Thomas: Absolut. An nichts denken, und dann passiert es von ganz alleine. Aber das Thema „Denken“ ist gleich ein sehr gutes Stichwort. Welche Rolle spielt das positive Denken beim Flow? #00:11:44-9#

Su: Auch eine super Frage, denn man hört sehr oft den Spruch, „du musst positiv denken“. Die Leute arbeiten mit Affirmationen und Veränderungen der Glaubenssätze und so weiter. Letztlich ist aber der Flow ein Zustand jenseits der Gedanken oder hinter den Gedanken. Das ist ein bisschen so wie die Vorstellung, dass die Sonne immer da ist, egal, wie die Wolken davor ausschauen. In der Praxis erlebe ich es sehr oft, dass Leute versuchen, positiv zu denken und sich damit erst recht in ihrem Gedankenzirkus verstricken. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich kenne zwar viele Möglichkeiten und Methoden, aber ich habe meine Gedanken nicht unter Kontrolle. Vor allem in Anbetracht dessen, dass 98 Prozent davon unbewusst ablaufen.  #00:12:39-3#

Und mit der Zeit stelle ich immer mehr fest, dass wir uns nicht so sehr im Denken verstricken, sondern dass sich das Denken von ganz alleine einstellt. Stell dir vor, du hast ein Glas, in dem Wasser und Sand vermischt sind, und der Sand, der ist aufgewirbelt. Das ganze Wasser ist unsauber. Durch das positive Denken passiert es oft, dass das Gemisch noch mehr durcheinanderwirbelt. Wenn sich der Kopf beruhigt, dann ist es so, als kämen wir an unsere innere Weisheit. Da kommen oft Inspirationen, Ideen oder Einfälle aus dem Nichts daher. Das ist so wie online zu sein, verbunden mit irgendeiner höheren Intelligenz oder wie immer du das nennen möchtest. Und dann sind wir einfach wesentlich genialer, als wenn wir uns in unserem eigenen Denken verfangen. #00:13:45-4#

Thomas: Das kann ich voll und ganz unterstreichen, und das Beispiel mit dem Glas und dem Sand finde ich echt gut. Das ist wirklich eine super Metapher. Gleich zu meiner nächsten Frage, du hast mehrmals erwähnt, dass es darum geht, ruhig zu werden und einen klaren Geist zu bekommen. Wie funktioniert das, wenn ich gerade nicht ruhig bin? Gibt es dazu Tipps von dir? #00:14:07-5#

Su: Da möchte ich mehrere Sachen nennen. Eines ist, das einzubringen, was wir vorhin bei den Herausforderungen genannt haben, nämlich ein Ziel zu haben, zu wissen, ich schaffe etwas. Das macht den Kopf oft bereits ruhiger. Typische Sachen sind zum Beispiel, wenn du ständig überlegst, „soll ich das jetzt machen oder was soll ich denn eigentlich machen? Ist das sinnvoll, was ich gerade tue oder sollte ich vielleicht doch lieber etwas Anderes machen?“ Es geht darum, die klassischen Rahmenbedingungen zu finden. Oder innerlich etwas gerne tun zu wollen, das ist auch etwas, was den Kopf ruhiger macht, weil man dann nicht ständig denkt, dass man etwas nicht machen will und eigentlich keinen Bock darauf hat, „und warum muss ich das jetzt schon wieder machen?“ Die klassischen Rahmenbedingungen, über die wir bereits gesprochen haben, helfen sehr dabei.  #00:14:59-4#

Etwas Anderes, was ich sehr spannend finde und was du bereits in der Einleitung genannt hast, das ist die Selbsterkenntnis. Das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um im Flow zu sein. Und ich meine das im doppelten Sinn. Ich arbeite mit Persönlichkeitsprofilen, und jeder Mensch kommt mit bestimmten Anlagen, Talenten und Stärken in diese Welt hinein. Und ganz oft erlebe ich es im Coaching, dass der Kopf extrem unruhig wird, wenn der Mensch das Gefühl hat, dass er einen Fehler hat oder dass etwas nicht mit ihm stimmt. Der Kopf versucht ständig, etwas an uns zu korrigieren und anders zu machen. Wir beginnen, uns mit anderen Menschen zu vergleichen oder meinen, irgendetwas beweisen zu müssen. Wir denken, dass wir unbedingt etwas tun müssen, weil es andere auch tun anstatt auf unser Innerstes zu hören, auf unser inneres Navi, das jeder von uns in sich trägt und die eigenen Stärken und Talente zu leben. Und das bringt extrem viel Unruhe in den Kopf und bringt uns um unsere eigene Kraft. #00:16:07-9#

Thomas: Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Du hast vorher „im doppelten Sinn“ gesagt, was ist der zweite Teil? #00:16:15-3#

Su: Der zweite Teil ist, dass wir uns daran erinnern, wer wir wirklich sind. Du kennst sicher das Zitat von – schon wieder so ein schwieriger Name – Pierre Teilhard de Chardin, der gesagt hat, „wir sind keine menschlichen Wesen, die eine spirituelle Erfahrung machen, sondern wir sind spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen“. Aus der Yoga-Philosophie beziehungsweise aus dem Buddhismus kommt die Philosophie, dass wir in Wahrheit wesentlich mehr sind als dieser menschliche Körper, in dem wir stecken oder als dieses kleine Ich, mit dem wir uns so oft identifizieren. Wie immer wir das nennen wollen, das Bewusstsein, die universelle Intelligenz, die in uns wohnt und die sich durch uns ausdrückt et cetera, also irgendetwas Größeres. Und wenn wir uns mit dem verbinden, was hinter unserem Denken ist, dann sind wir im Flow, und dann haben wir auch nicht mehr das Gefühl, immer kämpfen zu müssen, immer alles unter Kontrolle haben zu müssen. Und wenn wir uns wieder daran erinnern, wer wir wirklich sind und wie eigentlich alles miteinander verbunden ist, dann können wir uns mehr entspannen und einfach sein. #00:17:47-3#

Thomas: Ich denke, das ist für jeden nachvollziehbar. In unserem Gespräch ging es bis jetzt viel um Spiritualität, aber Spiritualität und Business, das war bis vor einigen Jahren noch völlig unvereinbar, zumindest, wenn man im Business ernstgenommen werden wollte. Hat sich dahingehend etwas verändert, und wie siehst du das Thema? #00:18:14-4#

Su: Das ist absolut richtig, und du wirst es heute auch noch oft erleben, dass Business Menschen mit den Augen rollen, sobald es um Spiritualität geht. Sobald es um materiellen Wohlstand und Erfolg geht, lehnen sie spirituelle Menschen ab. Das finde ich immer sehr spannend, zu beobachten. Es gibt Menschen, die zwar extrem erfolgreich, aber sehr unglücklich sind. Die eine innerliche Leere spüren. Das ist mir selbst so gegangen, aber du liest es auch immer wieder von irgendwelchen Business Managern, die plötzlich aussteigen und alles hinschmeißen. Umgekehrt, und das kennst du sicher auch, gibt es in der spirituellen oder esoterischen Szene Menschen, die nur noch meditieren und sich zurückziehen und gleichzeitig massive Probleme haben, im täglichen Leben ihre Rechnungen zu zahlen. Sie lehnen das Weltliche total ab.  #00:19:09-3#

Meine Erfahrung ist, dass die Leute, die sowohl erfolgreich als auch glücklich sind, beide Welten miteinander verbunden haben. Egal, ob es ein Deckmäntelchen der Spiritualität hat oder nicht, es ist einfach dieses Gefühl, dass es auch darum geht, ein inneres „Warum“ zu haben für etwas Größeres. Man will etwas bewirken, man will einen Beitrag leisten und das Gefühl haben, Teil eines großen Ganzen zu sein. Diese Menschen sind meiner Meinung nach am meisten im Flow und haben auch den befriedigendsten Erfolg damit.  #00:19:53-7#

Ich war letzte Woche in Hamburg auf der New Work Experience, wo es um die Zukunft der Arbeit geht und darum, dass sich die Business Welt einfach verändern muss oder sich bereits verändert hat. Durch die Digitalisierung, durch alles, was da draußen passiert, verändert sich die Arbeitswelt, und es geht eben nicht mehr um „härter, besser, schneller, mehr“, sondern es wird immer mehr notwendig, miteinander für ein größeres Ganzes zu arbeiten. Ich glaube, da spielt die Spiritualität oder auch eine Form von nachhaltigem Wirtschaften immer mehr eine Rolle. #00:20:28-8#

Thomas: Das ist ein sehr vernünftiger Ansatz. Eine Frage habe ich noch an dich, Su, beziehungsweise anderthalb Fragen. Wir haben bereits einiges über Persönlichkeitsprofile gehört. Vielleicht kannst du kurz erklären, was du dahingehend genau anbietest und machst? Das finde ich eine spannende Sache, die sicherlich viele Hörerinnen und Hörer interessiert.  #00:20:55-8#

Su: Und zwar ist das ein eigener Ansatz, denn Persönlichkeitsprofile gibt es relativ viele, wo man stundenlang Fragebögen ausfüllen und Interviewfragen beantworten muss. Ich habe einen anderen Zugang dazu, denn ich arbeite lediglich auf Basis der Geburtsdaten, der genauen Geburtszeit und dem genauen Geburtsort. Da sind wir wieder beim Thema, denn das finden viele ein bisschen spooky, „was, nur die Geburtsdaten?“ Ich finde es selbst auch extrem erstaunlich, was sich da alles zeigt, weil du sehr genau sehen kannst, welche Anlagen und Talente in einem Menschen liegen und wo die Schattenseiten und Fallen auftauchen, bei denen wir uns unabsichtlich von unserem eigenen Wesen verabschieden. Das passiert leider sehr oft. Wir werden uns sehr oft untreu und machen uns dadurch das Leben kompliziert. In der Persönlichkeitsanalyse kannst du dir auch anschauen, in welchem Arbeitsumfeld jemand am besten arbeitet, wie Teams am besten zusammenwirken, aber auch, wie man gut mit einem Partner in einer Beziehung zusammenkommt. Für mich ist das eines der besten Tools, um Menschen zu zeigen, wie sie in den Flow finden.  #00:22:16-3#

Thomas: Super. Wo findet jemand, der mehr darüber wissen will, der Infos möchte und das vielleicht sogar machen will, im Netz mehr über dich heraus? #00:22:27-5#

Su: Am einfachsten auf meiner Homepage www.beyourbest.at. #00:22:36-1#

Thomas: Die werden wir in den Show Notes verlinken. Su, das war ein wirklich spannendes Gespräch, und das Thema „Flow“ ist immer ein spannendes. Ich denke, wir hätten sicherlich noch eine Stunde darüber plaudern können, aber vielleicht machen wir irgendwann einen zweiten Teil und gehen dann noch mehr ins Detail. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast für dieses Interview, und ich wünsche dir noch einen schönen Tag. #00:22:59-8#

Su: Vielen Dank für die Einladung, lieber Thomas. #00:23:02-0#

Thomas: Gerne. Und wie gesagt, wer mehr über Su erfahren will, der kann das auch in den Show Notes tun. Die Show Notes findest du unter selbst-management.biz/227 für die 227. Podcastfolge. Damit sage ich vielen Dank fürs Dabeisein, machs gut und genieße deinen Tag. #00:23:22-3#

Effizienter arbeiten, lernen und leben, der Podcast für dein Selbstmanagement. Damit du endlich mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben hast. #00:23:40-2#

Flow

2018-03-17T06:41:22+00:00 2 Comments

2 Comments

  1. Karl 18. März 2018 at 11:31 - Reply

    Guter Beitrag – das (Mode-) Wort „spannend“ kommt ein bisschen sehr oft vor…

    • Thomas 18. März 2018 at 14:36 - Reply

      Ja aber es ist ja wirklich spannend 😉

      Danke für dein Feedback.

      lG Thomas

Leave A Comment