Steigert Meditation die Produktivität?

Heute gibt es einen spannenden Artikel von Nicolai zu einem Thema bei dem, ich gebe es offen und ehrlich zu, ich ziemlich schwach und ziemlich nachlässig bin. Eigentlich wollte ich Meditation schon des öfteren über einen längeren Zeitraum ausprobieren, habe es aber nie wirklich geschafft. Dieser Gastartikel von Nicolai motiviert mich es erneut zu versuchen und wird auch dir jede Menge Mehrwert bringen. Viel Spaß damit!

Wir alle haben unsere Träume, unsere Ziele, Dinge die wir erreichen wollen. Dies kann im privaten Umfeld sein oder im beruflichen. Doch nicht immer behalten wir unseren Fokus. Wir kommen schnell vom Weg ab. Wir verlieren uns in unserer täglichen Routine!

„Ich habe den Tag über nicht genug Energie und fühle mich oft erschöpft.“

„Wenn ich meinen Kaffee am Morgen nicht trinken kann, bin ich den ganzen Tag müde.“

„Ich fühle mich als ob ich noch hundert Dinge zu tun hätte, die ich gar nicht tun möchte.“

Ich kenne das. Ständig habe ich neue Dinge begonnen und meinen Alltag immer mehr mit Aktivitäten gefüllt. Ich könnte ja irgendetwas verpassen. Meine persönlichen Ziele wollte ich immer schnell und effizient erreichen.

Da blieb nicht viel Zeit für Pausen. Meine Erwartungshaltung an mich selbst stieg von Woche zu Woche. Ich verlangte immer mehr von mir. Überall gab es Aktivitäten die ich noch optimieren konnte und die persönliche To-do-Liste wurde niemals leer. Das habe ich gelernt. 😉

Ich wollte genug Zeit, um mit meinen Freunden einmal die Woche einen schönen Abend zu verbringen.

Ich wollte genug Zeit mit meiner Familie verbringen.

Ich wollte genug Zeit haben, für meinen Sport und meine Hobbys haben.

Die Liste war lang und irgendwie wollte ich immer allen Menschen um mich herum gerecht werden. Alle Erwartungen erfüllen. Meine eigenen besonders.

Doch so wirklich konnte ich mich auf nichts lange konzentrieren. Mein Kopf war voll mit Gedanken. Ich war ständig am denken und das war ganz schön anstrengend.

Wie ich auf Meditation aufmerksam wurde

Es war November und zusätzlich zu meinem vollen Tagesplan hatte ich mich noch für einen Onlinekurs angemeldet. Ein 6-Wochenprogramm, ausgerichtet auf das Mindset von Pokerspielern.

Bereits am zweiten Tag gab es das Thema „Achtsamkeit und Meditation“.

„Wofür habe ich mich denn hier angemeldet? Wie soll mir das denn helfen?“

Ich hatte mich für den Kurs angemeldet, um meine Fähigkeiten als Pokerspieler zu verbessern, nicht um zu meditieren.

„Meditation ist etwas für Mönche. Ich bin doch kein Mönch. Das wird mir sowieso nicht helfen.“

Ich hatte also direkt eine sehr positive Einstellung zu dem Thema. Nun ja, ich hatte mich für den Kurs angemeldet, also werde ich die Aufgaben auch ausführen. Wer weiß ob ich das getan hätte, wenn ich nicht für den Kurs bezahlt hätte. Wahrscheinlich nicht. Ich wäre am Schreibtisch sitzen geblieben hätte meine Augen für eine Minute geschlossen und dann zu mir selbst gesagt:

„Das funktioniert ja nicht. Hatte ich also Recht.“

Mein Ego wäre zufrieden gewesen und alles wäre weiter gegangen wie bisher. Mein Kopf hätte immer mehr Input bekommen und der tägliche Druck hätte sich ganz langsam erhöht. Jeden Tag ein bisschen mehr.

Doch zum Glück kam alles ein wenig anders…

Meine erste Meditation

Ich erstellte also ein Dokument auf meinem Rechner. Mein Meditationstagebuch. Für die nächste Woche war meine Aufgabe jeden Tag für 10 Minuten zu meditieren. Es gab dazu eine MP3 und anschließend sollte ich alle Probleme, Gedanken und Emotionen notieren, die ich in dieser Zeit wahrgenommen hatte.

„Wenigstens durfte ich selbst bestimmen, welche Position ich beim Meditieren einnehme.“

Da ich wusste, dass ich im Liegen sofort einschlafe, entschied ich mich zunächst dagegen. Ich setzte mich einfach sehr bewusst auf mein Sofa und versuchte zu entspannen.

Sobald ich meine Augen schloss, ging meine Gedankenspirale los. Es war wie ein Feuerwerk.

Meditation Produktivität

„Was mache eigentlich? Ich wollte gleich noch Alex anrufen. Brauche ich noch Brotaufstrich für morgen? Ich muss gleich noch dran denken, die Eventtickets zu bestellen. Man das nervt. Ich kann die Zeit doch viel intensiver nutzen, anstatt hier zu sitzen. Mein Bein zwickt ein wenig. Ich würde meinen Rücken lieber anlehnen. Soll ich mich doch lieber auf den Boden setzen? Jetzt sitze ich erstmal hier. Wie lange dauert das noch? Ich sollte was essen nach der Sitzung.“

„Bin ich gerade wirklich soviel am Denken?“

Ich nahm noch einen tiefen Atemzug und versucht meine ganze Aufmerksamkeit auf meine Atmung zu lenken. Doch bereits nach wenigen Sekunden schossen die nächsten Gedanken durch meinen Kopf.

„Mache ich das überhaupt richtig? Was soll das denn jetzt bringen. Wirklich geändert hat sich nichts. So ein bisschen komme ich mir komisch vor. Wann sind die 10 Minuten endlich vorbei?“

„Wow, bin ich immer soviel am Denken? Wahrscheinlich bin ich der einzige Mensch der sich so viele Gedanken macht.“

„Ist das normal?“

Ich wurde ein wenig ungeduldig. Es wurde ziemlich anstrengend, ganz ruhig zu sitzen. Mein Körper wollte schon den nächsten Schritt gehen, das konnte ich spüren. Auch meine Atmung war ziemlich unregelmäßig. Manchmal machte ich ein paar tiefe und lange Atemzüge, dann wurden sie wieder schneller.

Auszüge aus meinem Meditationstagebuch:

Meditation Tag 1

Schon ziemlich ungewohnt. Der Anfang war hart. Die ersten Minuten hatte ich ständig irgendwelche Gedanken. Ich mache mir ganz schön viele Gedanken. Vielleicht sollte ich diese mal aufschreiben. Später hatte ich ein ganz angenehmes Gefühl. Es war sehr intensiv, ich kann es aber nicht genau beschreiben.

Meditation Tag 2

Ich hatte zuerst nur einen Gedanken. Warum liege ich in meinem Bett?

Das heutige Gefühl war nicht so intensiv wie gestern. Die Zeit hat sich ziemlich gezogen und ich hatte ständig Gedanken. Ein wirklich positives Gefühl hatte ich nicht. Ich bin immer noch sehr skeptisch, was das genau bewirken soll.

Meditation Tag 3

Heute habe ich das erste Mal nach der Arbeit meditiert. Es war wieder super schwer eine angenehme Position zu finden und ich habe dauernd meinen Körper ein wenig bewegt. Dann wurde ich etwas ruhiger und mein Fokus hat sich verstärkt.

Immer noch habe ich große Probleme mit den langen Atemzügen. Es war heute sehr angenehm.

Meditation Tag 4

Erster Tag mit dem Kissen auf dem Boden.

Wow, die Mediation hat mir viel neue Energie gegeben und meine Konzentration ist nun besser. Ich spüre immer noch ein Gefühl von Leichtigkeit. Mein Körper hat sich enspannt.

Mediation Tag 5

Bin kurz eingeschlafen.^^

Kann mich gar nicht mehr an viel erinnern.

Mediation Tag 6

Nice! Heute war es richtig gut. Ich war sehr müde vor dem Meditieren und nun habe ich neue Energie. Ich war kurz in einem Dämmerzustand, wie in einem Klartraum. Es war super angenehm.

Meditation Tag 7

Die Meditation war in Ordnung. Nichts besonders. Ich merke aber wie meine Gedanken ein wenig zur Ruhe kommen.

Aller Anfang ist schwer

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich den Mehrwert einer täglichen Meditation richtig gespürt habe. Viele Male habe ich meine Position gewechselt, bis ich zufrieden war.

  • Liegen auf dem Bett
  • Liegen auf dem Boden
  • Sitzen auf der Sofa
  • Sitzen mit dem Rücken an der Wand
  • Sitzen auf dem Schreibtischstuhl
  • Sitzen auf dem Boden
  • Sitzen mit Kissen, Sitzen ohne Kissen

Auch habe ich einige MP3 Files getestet, vom autogenen Training, über geführte Meditation, Naturklänge…

Es ist wie mit allen Dingen im Leben. Es braucht ein wenig Zeit. Knapp zwei Jahre später möchte ich das tägliche meditieren nicht mehr missen. Ich habe für dich eine kleine Liste zusammengestellt wie Meditation mein Leben positiv beeinflusst hat.

Wie Meditation mein Leben verändert hat

  1. Meditation schärft meinen Fokus

Ich meditiere in der Regel jeden Morgen, bevor ich frühstücke. Es hilft mir mein Zentrum zu finden. Das ist meine Zeit. Während ich meditiere ist mein Fokus nur auf mich und meine Atmung gerichtet. Ich schenke meinem Körper Aufmerksamkeit und nehme meine Stimmung war. Meine Gedanken kommen zur Ruhe und mein Geist ist bewusster.

Sobald ich anfange zu arbeiten bin ich sehr bewusst. Ich nehme mir Zeit mich auf meine Aufgaben und Projekte zu konzentrieren. Meine Produktivität nimmt zu.

 

  1. Meditation regeneriert meinen Körper

Was gibt es schöneres als einen erholsamen Schlaf nach einem anstrengenden Tag?

Eine Meditation hat eine ähnliche Wirkung wie ein Power-Nap. Dadurch nehme ich mir ganz bewusst eine Pause, um wieder neue Energie zu tanken. Ich trete in Kontakt mit meinem Körper.

Früher habe ich ganz oft diese Verbindung verloren. Besonders oft ist dies an Tagen passiert, an denen ich viel zu tun hatte. Ich habe mir selbst Druck gemacht und dies führte schnell zu Stress.

 

  1. Meditation hilft mir gesünder zu leben

Wenn ich früher Stress hatte, habe ich mich kaum um meine Ernährung gekümmert. Ich habe das gegessen was schnell ging und gut schmeckte, ohne dabei auf meinen Körper zu achten.

Nun merke ich, wenn ich schlechte Nahrung zu mir nehme. Ich fühle wie mein Körper kraftlos und schwer wird. Früher ist mir das nie bewusst geworden. Wenn ich mich nach dem Mittagessen müde gefühlt habe, empfand ich das als normal. Mir war gar nicht bewusst wie sehr eine gesunde Ernährung zu meiner Energie und meiner Produktivität beiträgt.

 

  1. Meditation hilft mir mich auf meine Ziele zu konzentrieren

Mir fiel es lange Zeit schwer „Nein“ zu sagen, obwohl ich genau wusste: „Ein „Ja“ zu einer Sache, bedeutet zu vielen anderen Dingen automatisch „Nein“ zu sagen.“

Nun mache ich mir öfter bewusst was ich erreichen möchte. Dadurch fällt es mir einfacher die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ich verliere mich nicht mehr so oft und stärke mich dadurch für meinen Weg. Besonders hilfreich ist es, wenn man sich seine Ziele visualisiert und sich in die Situation hineinfühlt.

 

  1. Meditation hilft mir mich besser zu verstehen

Ich bin kein einfacher Mensch und selbst einfache Situationen haben mich öfter überfordert. Danach war ich sauer auf mich selbst und ein wenig wütend. Wieso muss alles immer so kompliziert sein?

Ich habe mich viel kritisiert, weil ich immer eine hohe Erwartungshaltung an mich selbst hatte. Meditation hat mich gelehrt mein Leben mit mehr Ruhe und Lockerheit zu gestalten. Ich nehme viele Sachen nicht mehr so ernst und habe auch gelernt, wieder mehr über mich selbst zu lachen.

 

  1. Meditation ist ein Wegweiser in meinem Leben

Ich bin immer wieder überrascht, wenn ich plötzlich ein neues Geschäft entdecke, obwohl ich die Straße schon zwanzig Mal entlang gegangen bin. Unser Gehirn hat eine begrenzte Kapazität und wir blenden viele Dinge in unserem Leben aus.

Beim Meditieren begebe ich mich gerne nochmal bewusst in bestimmte Situationen. Ich lerne loszulassen und weniger zu urteilen.

 

  1. Meditation hilft mir mein Leben nach meinen Vorstellungen zu gestalten

Als ich angefangen habe zu meditieren, habe ich eine bessere Verbindung zu mir selbst aufgebaut. Mir wurden viele meiner Ziele klarer. Ich wusste auf einmal wieso ich etwas mache.

Früher war ich sehr stark in Abhängigkeiten von meinem Umfeld und habe mich zu wenig auf mein eigenes Leben konzentriert. Wenn ich meditiere visualisiere ich öfter meine Ziele, Träume und meine Vision. Ich lenke meine Aufmerksamkeit in die richtige Richtung!

Wann hast du dir das letzte mal eine richtige Pause gegönnt?

Hast du Kontrolle über deine Gedanken oder kontrollieren deine Gedanken dich?

Wann konntest du das letzte Mal den ganzen Stress von dir lösen?

Fazit

Vielleicht ist es ganz gut von einem ehemaligen Zweifler über das Thema der Meditation zu lesen. 😉

Ich kann zum Thema Meditation nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. Für mich ist es eine der effektivsten Möglichkeit meine Produktivität langfristig zu steigern. Vor allem hat meditieren mir geholfen, mich auf meine Ziele und meine Vision zu konzentrieren!

Wir alle haben unser persönliches Selbstmanagement und unsere eigenen Methoden die wir für einen proaktiven Arbeitstag verwenden. Promodoro-Technik, Eat the frog, Pareto-Prinzip, 2-Minuten-Regel…Meditation gehört für mich genau so dazu!

Willst du deine Produktivität steigern und mehr über Meditation erfahren? Willst du dich wieder auf die wichtigen Dinge in deinem Leben konzentrieren und mehr aus deinem Leben machen?

Dann besuche doch einfach meinen Blog. Ich habe einen kleinen Guide zusammengestellt, indem du fünf wichtige Hinweise erfährst zu einem erfolgreichen Start!

nico

-Nico

 

2018-09-09T07:05:43+00:002 Comments

2 Comments

  1. Robert Kraxner 15. März 2015 at 13:08 - Reply

    Lieber Nico,

    schön, dass du deine Erfahrung hier mit uns teilst.

    Um auf deine Frage zu antworten: Ja, ich bin davon überzeugt, dass Meditation produktiver machen kann.

    Das ist zumindest meine Erfahrung. Ich bin ein Mensch, der ständig mehrere Projekte zur selben Zeit am Start hat. Mein Gehirn rattert oft ununterbrochen und möchte alle Projekte voran bringen. Wenn dieser Zustand länger andauert, ist ein produktives Arbeiten nicht mehr möglich. Dann ist es wichtig, den Kopf auszuschalten und sich wieder zu sortieren.

    Meditation, in welcher Form auch immer, kann hier Wunder bewirken.

    DANKE
    Alles Liebe
    Robert

  2. Nico 15. März 2015 at 20:42 - Reply

    Hey Robert,

    vielen Dank für deinen Kommentar.

    Für mich war Meditation die Lösung zu vielen Problemen. Einfach mal tief durchatmen und zur Ruhe kommen, bewirkt manchmal Wunder. Besonders dann, wenn das Stresslevel besonders hoch ist. Kann dich da gut verstehen.

    Ich wünsche dir eine schöne Woche.

    Beste Grüße,
    Nico

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