Stockdale-Paradoxon – ein Schlüsselkonzept, um Krisen zu überstehen

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Das Stockdale-Paradoxon kann dir intensiv dabei helfen, schwierige Zeiten zu überstehen, ganz egal, ob es eine private, berufliche oder gesellschaftliche Krise ist. Ich weiß nicht, wie es in deinem Umfeld ist, aber die Corona-Krise hat wieder bewiesen, dass sich Menschen in Krisen in zwei Gruppen einteilen lassen: Optimisten und Pessimisten. Beides ist nicht gut! Warum, erkläre ich dir in diesem Artikel anhand des Stockdale-Paradoxons.


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Die Optimisten der Corona-Krise geben alle immer wieder denselben Satz von sich: „In zwei bis drei Monaten ist alles vorbei und wir leben unser ganz normales Leben wieder weiter.“ Die Pessimisten dagegen meinen: „Das wird uns jetzt jahrzehntelang begleiten, in eine tiefe wirtschaftliche Krise stürzen und nichts wird so sein wie vorher.“ Sowohl Optimisten wie auch Pessimisten tun sich mit diesen starren Ansichten nichts Gutes. Um das WARUM zu erklären, möchte ich dir zunächst einmal eine reale Geschichte erzählen.

Die Geschichte des James Stockdale

James Stockdale war einer der am höchsten dekorierten Offiziere in der Geschichte der United States Navy. Während des Vietnamkriegs geriet er als ranghöchster Marineoffizier vom 9. September 1965 bis 12. Februar 1973 in Gefangenschaft und verbrachte diese Zeit im Kriegsgefangenenlager „Hanoi Hilton“. 2006 wurde sogar ein Zerstörer der US Navy nach ihm benannt, die „USS Stockdale“.

Stockdale-Paradoxon
U.S. Navy File Photo

Das Stockdale-Paradoxon

Die Geschichte von James Stockdale hat Jim Collins in seinem Buch  „Der Weg zu den Besten“ aufgegriffen, indem er die Geschichte von der Gefangenschaft Stockdales darin erzählte.

Stockdale saß in Vietnam acht Jahre lang in Gefangenschaft, wurde regelmäßig gefoltert und hatte keine Chance, dieser Hölle zu entkommen. Aber er hat, im Gegensatz zu vielen seiner Mitgefangenen, diese acht Jahre Gefangenschaft überlebt. Wie zur Hölle noch mal hat er das geschafft?

  • Mit unerschütterlichem Optimismus? Nein, eben nicht!
  • Mit enormem Pessimismus? Nein, ebenso wenig!

Seine Rettung war, was Collins in seinem Buch als das Stockdale-Paradoxon beschreibt. Es handelt sich dabei um nichts anderes, als gleichzeitig zwar optimistisch, aber auch realistisch zu sein.

„Über den Glauben an ein gutes Ende – an dem du immer festhalten musst – darfst du nicht vergessen, dich mit den brutalen Tatsachen der momentanen Situation auseinanderzusetzen, so schlimm diese auch sein mögen.“ – James Stockdale

Der Fehler der Optimisten

Zwanghafte Optimisten, du kennst sie vielleicht, reden sich alles schön: ihre momentane Situation, ihre Misserfolge und teilweise auch ihre Fehler. Im Falle von Stockdale gab es viele andere Soldaten, die ebenfalls in Gefangenschaft waren und unheimlich optimistisch waren. Sätze wie „Spätestens zu Ostern sind wir frei“ oder „Wir feiern Weihnachten daheim bei unseren Familien“ waren regelmäßig zu hören. Spätestens, als die zweiten Ostern oder Weihnachten in Gefangenschaft ins Land zogen, gaben die Optimisten auf. Sie wurden zu Pessimisten und starben oftmals in Gefangenschaft.

Der Fehler der Pessimisten

Diese versperrten sich von Beginn an jeglichen Ausweg. Und dadurch, dass sie keinen Ausweg aus der momentanen Situation sahen, gaben sie ebenfalls recht schnell auf.

Beides ist also nicht optimal, der Pessimismus und auch nicht der Optimismus.

Das Stockdale-Paradoxon und die Corona-Krise

Lass uns beispielhaft die Corona-Krise, in der wir uns gerade befinden, hernehmen. Du kannst Corona aber gegen sämtliche privaten, beruflichen oder gesellschaftlichen Krisen austauschen. In dieser Krise haben es Optimisten und Pessimisten sehr schwer. Warum?

Es nutzt nichts, wenn du dir alles schönredest, denn es wird für viele Menschen sehr lange dauern, bis sie ihr Leben, das sie vor der Krise gelebt haben, wieder leben werden. Für manche wird das nie der Fall sein. Im Moment, in dem ich diesen Text tippe, ist es nicht absehbar, wie lange wir noch mit Einschränkungen leben müssen. Ob es vielleicht nicht sogar eine zweite und dritte Welle in dieser Krise gibt. Von den wirtschaftlichen Folgen ganz zu schweigen, denn die kann im Moment noch niemand absehen.

Natürlich kannst du dir das jetzt alles schönreden und dir immer wieder einreden, dass das alles in zwei bis drei Monaten vorbei ist. Aber was, wenn nicht?

Aber auch das Gegenteil, zu Tode betrübt sein, nützt dir nichts, denn in jeder Krise stecken Chancen. Diese kannst du aber nur erkennen, wenn du den Blick nach vorne und nicht nach unten gerichtet hast.

Wenden wir gemeinsam das Stockdale-Paradoxon für die momentane Situation an:

  1. Glaube stets an ein gutes Ende der Krise.
  2. Sieh aber den momentanen Fakten knallhart ins Auge und versuche, Lösungsstrategien zu erarbeiten.

Jede Krise ist auch eine Chance, diese musst du lediglich erkennen. In meinem Umfeld haben schon die ersten Menschen ihren Job verloren. Unternehmer wissen nicht, wie sie in zwei bis drei Wochen ihre Ausgaben noch decken können, weil der Umsatz bei 0,- € angekommen ist. Von Gewinnen ganz zu schweigen. Ja, das ist bittere Realität, aber die Situation nur durchzutauchen, nutzt nichts. Antizipieren lernen ist in diesem Zusammenhang übrigens ebenfalls eine gute Sache.

Ich möchte dir hier drei tolle Beispiele aus meinem Umfeld geben, die mich selbst inspirieren und die auch dir Mut geben sollen.

Paradonxon
ArtTower / Pixabay

Schneiderei übernommen

Ein sehr guter Freund ist Anfang 2020 mit 30 % in einer Schneiderei in Ungarn eingestiegen. Er hat einen Großteil seiner Ersparnisse dafür aufgewendet und hat das Unternehmen gemeinsam mit Partnern übernommen. Plötzlich brachen die Umsätze weg, Bestellungen wurden storniert und es kam zum totalen Stillstand.

Nico hat der Situation aber ins Auge gesehen und knallhart nach Lösungsstrategien gesucht. Gefunden hat er sie in der Produktion von Schutzmasken. Ein Großauftrag aus der Türkei sichert ihm und seinen Angestellten das Überleben. Dieser Auftrag ist ihm aber nicht zufällig in die Hände gefallen, er hat Tag und Nacht daran gearbeitet.

Café-Besitzer

Ein anderer Freund besitzt ein Kaffeehaus, das von heute auf morgen sperren musste. Keine Einnahmen bei gleichen Ausgaben, er konnte sogar den exakten Tag berechnen, an dem ihm das Geld ausgehen würde. Für das Jahr 2021 war eine komplette Renovierung des Cafés geplant. Die hat er jetzt vorgezogen! Für diese Renovierung hätte er sowieso zwei bis drei Wochen sperren müssen. Er nutzt den Lockdown, um das jetzt schon zu machen.

Seit Tagen arbeitet er mit seinem Bruder und anderen Helfern im Café an der Rundumerneuerung. Wenn der Lockdown beendet ist, sperrt ein generalsaniertes Café wieder auf!

Arbeitslos

Nadine hat als Erste in meinem Freundeskreis ihren Job verloren. Sie hat ihren Arbeitgeber kurz vor der Krise gewechselt und da sie noch in der Probezeit war, war es ein Leichtes, sie sofort wieder zu feuern. Natürlich ein Horrorszenario, vor allem, weil sie erst vor Kurzen ihr gesamtes Erspartes in ein neues Eigenheim gesteckt hat.

Daheim sitzen und trauern ist aber nicht die Sache von Nadine. Sie hat sich nach einer kurzen Schockstarre sofort umgesehen, wie sie die Chance jetzt nützen kann, hat eine Online-Fortbildung begonnen und es kann sein, dass sie demnächst in die Selbstständigkeit starten wird.

Was haben Nico, der Kaffeehausbesitzer (der nicht namentlich erwähnt werden will) und Nadine gemeinsam? Sie haben sich die Situation nicht schöngeredet, sondern sie haben das Stockdale-Paradoxon angewendet, gehandelt und Lösungsstrategien für sich erarbeitet.

Fazit für dein Selbstmanagement

Egal ob du eine persönliche, berufliche oder gesellschaftliche Krise durchlebst, nutze das Stockdale-Paradoxon, um Lösungen zu erarbeiten. Ja, eine Portion Optimismus ist gut, aber gepaart mit Realismus und dem Erarbeiten von Lösungsstrategien bist du im Handeln und hast alle Vorteile auf deiner Seite.

Ich wünsche dir viel Erfolg, gerade wenn dich im Moment die Corona-Krise enorm trifft. Aber natürlich auch bei allen anderen Krisen!

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Thomas

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Thomas Mangold, Autor, Podcaster, Keynote-Speaker

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