Störende Gedanken loswerden – der Zeigarnik-Effekt hilft dir dabei

Störende Gedanken loswerden ist eine extrem wichtige Sache, denn sie sind der größte Feind von Fokus und Konzentration. Vielleicht kennst du die folgende Situation: Du versuchst, hochfokussiert an einer Aufgabe zu arbeiten, aber immer wieder kommen Störgedanken, die deine Konzentration massiv stören. Teilweise können solche störenden Gedanken auch den Schlaf rauben und das ist alles andere als schön, denn um am nächsten Tag hochkonzentriert arbeiten zu können, benötigt man eben ausreichend Schlaf. Ein Teufelskreis, aus dem es zu entkommen gilt.

Weil gerade so oft von Fokus und Konzentration die Rede war, kennst du schon mein neues Buch „Konzentration steigern & Fokus erhöhen: Der Leitfaden für mehr Konzentration, maximale Produktivität und schnellen Erfolg“? Falls nein, hol es dir, denn Fokus und Konzentration sind die Wunderwaffen des 21. Jahrhunderts und werden deine Produktivität massiv steigern.


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Der Zeigarnik-Effekt

Wir schreiben das Jahr 1927, die Psychologin Bljuma Zeigarnik sitzt in einem Berliner Restaurant und beobachtet einen Kellner, der jede Menge Bestellungen aufnehmen kann, ohne sich Notizen zu machen. Er serviert diese Bestellungen auch vollkommen korrekt, hat sie aber wenige Sekunden nach dem Servieren schon wieder vergessen. Warum? In den nächsten Monaten und Jahren ging Bljuma Zeigarnik genau dieser Frage nach und die einfache Antwort lautet:

An Unvollendetes erinnern wir uns besser

Das ist mitunter auch der Grund, warum störende Gedanken loswerden so schwierig ist. Zeigarnik untermauerte diese These mit einem Experiment, das sie an der Uni Berlin durchführte.

Probanden wurden Aufgaben zugeteilt, die sie zu erledigen hatten. Das waren recht einfache Aufgaben wie Tiere nachkneten, eine Blume zeichnen oder häkeln. Einige dieser Aufgaben durften die Probanden beenden, einige nicht. Im Anschluss wurde überprüft, woran sich die Probanden noch erinnern konnten.

Das Ergebnis:
Alle Probanden konnten sich an jene Aufgaben besser erinnern, die sie NICHT erledigt haben, mit 90 % sogar erheblich besser! Und das vollkommen unabhängig vom Alter oder dem Bildungsgrad der Versuchsteilnehmer. Bedeutet: Wir erinnern uns immer und immer wieder selbst an unerledigte Aufgaben und das ist auch die Ursache, warum wir so große Probleme beim störende Gedanken loswerden haben.

In weiteren Forschungen wurde festgestellt, dass nicht die Unterbrechungen selbst schuld daran waren, sondern die nicht fertiggestellte Aufgabe. Es tritt dann nämlich ein sogenannter Cliffhanger-Effekt ein, den du aus dem TV kennst (Serien hören immer auf, wenn es spannend ist, um den Zuschauer zum Weitersehen zu motivieren). Ähnlich ist es bei diesen Aufgaben.

Ich hab dir aber noch ein weiteres Beispiel mitgebracht: Ohrwürmer sind meistens Musikstücke, die man nicht fertig gehört hat (zum Beispiel, weil man am Fahrtziel angekommen und aus dem Auto ausgestiegen ist). Daher sind Ohrwürmer auch oft schreckliche Musikstücke, die einem gar nicht so wirklich gefallen.

störende Gedanken loswerden

Störende Gedanken loswerden – das Problem

Prinzipiell hätten wir weder mit dem Zeigarnik-Effekt noch mit dem störende Gedanken loswerden ein Problem, würden wir jede Aufgabe, die wir anfangen, auch gleich abarbeiten und zu Ende bringen. Dem ist aber nicht so, denn wir leben in einer extrem schnelllebigen Gesellschaft und machen uns das Leben auch oft selbst sehr schwer.

Multitasking

Paralleles Abarbeiten von Projekten, paralleles Abarbeiten von Aufgaben, gleichzeitig mehrere Dinge tun sind der fruchtbare Boden des Zeigarnik-Effekts. Je mehr Multitasking wir betreiben, umso öfter unterbrechen wir eine Aufgabe für eine andere und umso schwerer wird es damit, auch diese störenden Gedanken loszuwerden. Denn die vermehren sich ja schließlich zumindest in der gleichen Menge, in der wir nicht fertiggestellte Aufgaben haben.

Wir starten vieles, bringen aber nichts zu Ende

Die Idee, die ich jetzt in dem Moment habe, ist immer spannender, als die Idee, die ich vor ein paar Tagen hatte. Also warum nicht das Umsetzen der Idee, die ich bereits angefangen habe, auf später verschieben und gleich mit der neuen Idee starten? So schaffen wir offene Enden ohne Ende und störende Gedanken loswerden wird damit umso schwieriger.

Bei so vielen offenen Baustellen ist es also kein Wunder, das der Zeigarnik-Effekt immer und immer wieder zuschlägt und störende Gedanken loswerden immer schwieriger wird. Was also tun?

Störende Gedanken loswerden – der Plan

Ich habe dir hier drei Möglichkeiten oder Ideen mitgebracht, wie du störende Gedanken loswerden kannst.

Möglichkeit 1: Erledige deine offenen Aufgaben

Einfacher gesagt als getan, aber auf alle Fälle die beste Möglichkeit von allen. Daher ist es auch so wichtig, möglichst viele (am besten alle) Aufgaben, die auf deiner To-do-Liste stehen, zu erledigen. Das ist nicht nur motivierend, sondern du bekommst auch den Kopf frei. Wie dir dieses Kunststück gelingt, erkläre ich unter anderem im Kurs „Wochen- und Tagesplanung, die hält“ auf Selbstmanagement.rocks!

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Möglichkeit 2: Du hast so wenige offene Baustellen wie möglich

Je mehr offene Enden, umso mehr Störgedanken. Je weniger offene Enden, umso weniger wirst du Probleme beim störende Gedanken loswerden haben. Wie ich dieses Problem löse, erkläre ich dir im Artikel „Zu viele offene Baustellen“. Hier auch alles im Video erklärt:

Möglichkeit 3: Du planst die Erledigung

Ja, du kannst dem Zeigarnik-Effekt ein Schnippchen schlagen, indem du die Aufgabe nicht erledigst, sondern nur mal die Erledigung planst. Das musst du aber so tun, dass du dir selbst glaubhaft vermittelst, dass du diese Aufgabe auch abarbeiten wirst.  Dazu gehört, die Aufgabe auf die To-do-Liste zu setzen, eine Liste der nächsten Schritte zu planen und natürlich auch das Abarbeitungsdatum zu fixieren.

Fazit für dein Selbstmanagement

Du hast nun einen großen Vorteil, denn du kennst den Zeigarnik-Effekt und dessen Auswirkungen. Du kennst also die Ursache für deine Störgedanken und ich habe dir drei Möglichkeiten mitgegeben, die dir beim störende Gedanken loswerden unheimlich helfen werden. Alles, was du jetzt noch tun musst, ist dieses Wissen einzusetzen. Dabei wünsche ich dir viel Erfolg.

Genieße deinen Tag.

Liebe Grüße

Thomas

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2019-01-06T18:39:49+00:003 Kommentare

3 Comments

  1. Mahashakti Uta Engeln 6. Januar 2019 um 08:03 Uhr - Antworten

    Für unerledigte Dinge mit ihrem Störeinfluss sind das sehr gute Ansätze, unbedingt.
    Dein Kurs, den ich vor einiger Zeit genutzt habe, ist beim Organisieren und Erledigen auch wirklich hilfreich. Ich spüre den Nutzen jeden Tag, immer wieder. So sind wir weiterhin verbunden. 🙂

    Unabhängig davon gibt es eine weitere Gruppe von Störgedanken, die sich nicht mit Selbstorganisation abfangen lassen. Das ist die Gruppe der Gedanken rund um unsere unerledigten Bedürfnisse, sozialen Rollen und weiteren Anforderungen. Die lassen sich weder abarbeiten, noch wegorganisieren.

    Bei diesen Gedanken hilft es zu akzeptieren was ist. Es als gegeben hin zu nehmen, und loszulassen.

    Das bedeutet keinesfalls, das man seine Orientierung und Eigenständigkeit aufgeben würde.

    Es bedeutet, dass man seine Energien aus einer toxischen Bindung befreit, und auf das Finden alternativer Ansätze richtet. Das hier gemeinte Loslassen ist vergleichbar mit der Wegkorrektur auf einer Wanderung, wenn man eine Sackgasse erwischt hat, und nun ein Stück zurück geht.

    Damit kommt man sehr sicher aus den schwierigsten Situationen raus. Es ist eine bewährte Vorgehensweise, die mir schon oft geholfen hat mich aus den Fängen der inneren Unruhe zu befreien und auf inspirierte Weise völlig neue Wege zu suchen.

    Danke nochmal für deine tolle Arbeit.

    • Thomas 6. Januar 2019 um 13:35 Uhr - Antworten

      Vielen Dank für dein Feedback 🙂

      lG Thomas

  2. Philipp 6. Januar 2019 um 23:01 Uhr - Antworten

    Hallo Thomas,

    sehr interessant mit diesem Zeigarnik-Effekt. Ist mir vorher noch nicht so bewusst gewesen, aber macht definitiv Sinn, wenn man so darüber nachdenkt.

    Das beigefügte Video erinnert mich vom Prinzip her an dieses Ablage-System, das mal in einem Buch beschrieben wurde. Da ist mir aber leider der Name entfallen. Mache das so ähnlich wie du, nur dass ich dafür meistens eine Kombination aus Evernote und OneNote verwende.

    Vielen Dank für die Tipps!

    LG Philipp von pheellikeapro

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