Was du über guten Schlaf noch nicht weißt – ein Interview mit Jan Herzog!

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Jan unterstützt Unternehmer, Selbstständige und Menschen mit Schlafproblemen durch gesunden Schlaf ihre Energie und Lebensqualität enorm zu steigern. Er ist überzeugt: Der gesunde, bio-energetische Schlaf ist der wichtigste Erfolgsfaktor für Menschen im 21. Jahrhundert.  Was du dazu brauchst und was du vermutlich noch nicht darüber wusstest, darüber erzählt Jan im Interview.


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Transkript dieser Podcast-Folge

Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für ein besseres Selbstmanagement. Das Ziel: Mehr Zeit für dich und für die wirklich wichtigen Dinge in deinem Leben. Weil deine Zeit wertvoll ist!  00:00:25-7#

Hallo und herzlich willkommen zu dieser Podcastfolge. Mein Name ist Thomas Mangold, und ich freue mich, dass du wieder mit dabei bist. Wenn du meinen Podcast schon länger hörst, dann weißt du, dass Schlaf enorm wichtig ist, denn er wirkt sich positiv auf die Produktivität, die Konzentration sowie auf unsere Willensstärke aus. Mein heutiger Interviewgast Jan Herzog ist Schlafexperte. Er hilft Unternehmern, Selbständigen sowie Menschen mit Schlafproblemen, ihre Energie zu guten Schlaf zu steigern und die Lebensqualität zu verbessern. In unserem Gespräch wird es jedoch nur am Rande um den Schlaf gehen, denn es gibt noch viele weitere Aspekte, die in das Thema mit hineinfließen. Bevor wir ins Interview einsteigen, möchte ich den Sponsor unserer heutigen Podcastfolge vorstellen.  00:01:28-2#

Partner dieser Podcastfolge ist Braineffect. Mit den Gut Care Kapseln von Braineffect sorgst du für eine gute Nährstoffaufnahme und für ein ausgezeichnetes Wohlbefinden. Für beides ist dein Darm zuständig. Gerade in der Urlaubszeit, wenn wir in fremde Länder reisen und Speisen zu uns nehmen, die der Körper nicht gewohnt ist, kommt es vor, dass unser Darm sensibel reagiert. Die Gut Care Kapseln eignen sich wunderbar als Begleiter für die Reise, denn sie bieten einen optimalen Support für deinen Darm. Die Kapseln enthalten Vitamin B6 und B12 für ein stabiles Immunsystem, außerdem Kalzium für die Verdauungsenzyme, Ballaststoffe für die Darmflora sowie Niacin, das für gesunde Schleimhäute sorgt. Du siehst, es ist ganz einfach, dich gut vorzubereiten, denn wer will sich schon im Urlaub unwohl fühlen? Halte deswegen am besten die Braineffect Gut Care Kapseln bereit, um deinen Darm im Gleichgewicht zu halten, die Bakterienkulturen zu pflegen und damit Futter für die Darmflora bereitzustellen.  00:02:50-7#

Das Ganze gibt es inklusive eines digitalen Wellbeing-Coaches jetzt bei Braineffect. Wenn du den Code „THOMAS20“ nutzt, dann erhältst du 20 Prozent Rabatt nicht nur auf die Gut Care Kapseln, sondern auf alle Einzelprodukte von Braineffect. Alle Infos dazu findest du natürlich auch in den Show Notes.  00:03:11-6#

Bevor Jan gleich zu Wort kommen wird, möchte ich noch ein wichtiges Statement an alle Hörerinnen und Hörer meines Podcasts loswerden. Seit mittlerweile acht Jahren sende ich durchgehend ohne Unterbrechung jeden Sonntag, egal ob Ferien oder Feiertage anstehen. Nun ist es an der Zeit, eine Sommerpause einzulegen, nämlich in den Monaten Juli und August. Eine Ausnahme gibt es: Am 31. Juli wird eine weitere spannende Podcastfolge herauskommen, die meine Pause kurz unterbrechen wird. Sinn und Zweck meiner Auszeit ist es, aus dem Alltagsrad auszubrechen, in dem ich in den letzten Monaten gefangen war. Es ist wichtig, frische Energie zu tanken, um meiner Kreativität einen neuen Schub zu geben. Ich weiß auch schon, wie mir das gelingen wird, nämlich indem ich mich mit neuen Ideen beschäftige, mehr lese, recherchiere und tiefer in die unterschiedlichsten Bereiche eintauche. Das hat mir die Zeit in den letzten Wochen nicht erlaubt. Um neue Impulse zu erhalten, werde ich meinen Podcast bis in den September hinein pausieren. Am ersten Sonntag im September geht es wie gewohnt weiter. Die Unterbrechung am 31. Juli werde ich nutzen, um euch ein kurzes Zwischenfazit zu übermitteln. Das wird sicher sehr spannend, und darauf darfst du dich schon freuen. Ansonsten hast du die nächsten zwei Monate Ruhe vor mir. Vielleicht hast du Lust und Laune, dir die älteren Podcastfolgen noch einmal anzuhören. Ich freue mich schon riesig auf die anstehende Kreativpause und auf die vielen Ideen, die hoffentlich sprudeln werden. Auch dieser Podcast wird mit einigen neuen Impulsen in den September starten. Einige Inspirationen sind bereits notiert, und ich freue mich schon darauf, im September wieder bei euch zu sein.  00:05:22-7#

Auch im folgenden Gespräch geht es um Kreativität und um Pausen. Jan Herzog ist ein Experte, der mit Spitzensportlern und mit Menschen aus der Wirtschaft zusammenarbeitet. Die Zeit ist viel zu kurz, um über alles zu sprechen, was Jan zu sagen hat. Wir werden uns deshalb sicher im Herbst ein weiteres Mal treffen, um tiefer in die Materie einzusteigen. Jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim Interview mit Jan. #00:06:09-7#

Thomas: Hallo Jan, es freut mich, dass du dir Zeit für diesen speziellen Podcast genommen hast, den letzten vor der Sommerpause. Bevor wir ins Thema einsteigen, sei doch so lieb und stell dich kurz vor. Wer bist du, und was machst du?  00:06:26-5#

Jan: Lieber Thomas, ich freue mich, und es ist mir eine große Ehre, bei der letzten Folge vor der Sommerpause dabei zu sein. Ich bin Schlaf- und Performance-Experte. Gemeinsam mit meinem Team kümmere ich mich vor allem um Menschen, die viel Leistung bringen. Dazu zählen Unternehmer, Selbständige und Spitzensportler. Ich helfe ihnen, besser zu performen und ihre Energie zu steigern. Wir betreiben ein Institut, das sich um funktionelle Medizin kümmert. Dort arbeite ich mit meinem Partner Felix Neuhaus, einem Experten der Stressmedizin. Wir führen außergewöhnliche Untersuchungen durch, zum Beispiel die Sauerstoff-Hypoxie-Therapie, Training auf dem Himalaya und Infusionstherapien. Wir schauen in den Körper hinein und überprüfen das Blut auf Genmarker. Wir setzen auf fundiertes wissenschaftliches Know-how, und das führt zu konkreten Ergebnissen. Ein Formel 1-Fahrer beispielsweise findet damit heraus, welche Leistung er abrufen kann.  00:07:32-8#

Thomas: Formel 1-Fahrer, das ist gleich ein gutes Stichwort. Mit meiner bevorstehenden Auszeit steige ich auf die Bremse. Das Spiel von Gas geben und Bremsen scheint mir sehr wichtig zu sein.   00:07:50-7#

Jan: Das ist ein ganz wichtiges Thema. Die meisten Menschen kommen zu uns, weil ihr Leben zu vollgepackt ist. Sie sind erfolgreich, aber der Erfolg hat seinen Preis. Ihr Schlaf wird schlechter, sie sind erschöpft und antriebslos. Der Drive fehlt, weil die Neurotransmitter zu wenig Dopamin ausschütten. Meist ist die Waage aus dem Gleichgewicht geraten. Dieses Gleichgewicht nennen wir „das professionelle Spiel mit Gas und Bremse“. Denken wir an die Formel 1. Thomas, du bekommst das neueste Modell von McLaren, allerdings hat es keine Bremse. Stell dir vor, du fährst die erste Runde mit Vollgas. Was passiert?  00:09:11-7#

Thomas: Wahrscheinlich werde ich spätestens in der zweiten Kurve rausfliegen.  00:09:16-6#

Jan: Sehr scharf kombiniert! Wenn man passiv fährt, ist man draußen. Wenn man fährt wie die Verrückten mit 354 km/h Spitze, dann ist man in der zweiten Kurve tot. Immer mehr Menschen verfolgen das Konzept „Gas geben“. In meinen Seminaren stelle ich gerne die Frage, „wer will mehr Energie?“ Es gibt fast niemanden, der nicht die Hand hebt. Selbst Oma Erna, 82 Jahre alt sagt, dass es schön wäre, die Häkelarbeiten etwas schneller fertig zu haben. Alle wollen mehr Leistung bringen, aber die Wenigsten verstehen, dass die Bremse der Schlüssel zum Erfolg ist. Es ist wichtig zu verstehen, dass sich die Energie in unserem Körper nicht linear verbraucht. Angenommen, du fängst um 09:00 Uhr morgens an zu arbeiten, dann hast du um 11:00 Uhr nicht 20 Prozent deiner Energie verbraucht, sondern meist schon 45 Prozent. Du verbrauchst nicht 10 Prozent pro Stunde, sondern die Kurve verläuft exponentiell. Das heißt, dass du um 12:00 Uhr bereits bei einem Verbrauch von 65 bis 70 Prozent angekommen bist.  00:10:36-5#

Was steckt hinter dieser Bremse? Die Bremse ist der Gegenpol von Energie und Stress. Anatomisch spielen dabei der Vagusnerv und das Parasympathische System eine große Rolle. Der Vagusnerv ist der längste unserer Hirnnerven. Als Teil des sogenannten Parasympathikus ist er an der Funktion fast jedes inneren Organs beteiligt. Er kontrolliert Ruhe, Erholung und Verdauung des Körpers. Das Leistungssystem Vagusnerv und Parasympathikus sind trainierbare Systeme. Nehmen wir einen Unternehmer, zum Beispiel den Inhaber eines Burger-Ladens. Er ballert sieben bis acht Stunden durch und wundert sich abends, warum sein Körper nach Schokolade und Weizenbier verlangt und er am nächsten Tag erschöpft ist. Kein Wunder, denn weder ein Körper noch ein Auto kann auf Dauer funktionieren, wenn die Bremse nicht adäquat betätigt wird. Bei den meisten Menschen klemmt diese Bremse. Ihr Leben besteht zu 90 Prozent aus Stress und nur zu 10 Prozent aus der Bremse. Mit unseren Methoden finden wir heraus, welcher Typ du bist und was dafür verantwortlich ist, dein Nervensystem zu bremsen. Bremsen bringt dem Körper frische Energie.  00:12:41-1#

Thomas, du hast angekündigt, dass du bald eine Sommerpause einlegen willst. Sicher kommst du mit vielen neuen Ideen zurück, hast dann wieder richtig Lust auf das Projekt und kannst vieles in Angriff nehmen.  00:12:50-6#

Thomas: Das klingt sehr gut, und ich gehe davon aus, dass du recht haben wirst. Lass uns ein bisschen ins Detail gehen. Welche Möglichkeiten gibt es, die Bremse zu betätigen? Gibt es vielleicht sogar verschiedene Optionen?  00:13:16-6#

Jan: Mit diesen Möglichkeiten hat sich unser Institut lange befasst, und gerne teile ich unsere Erkenntnisse mit euch. Es fängt damit an, dass die meisten Menschen heutzutage rufen, „das kenne ich schon!“ Ich sage, okay, du kennst es, aber kannst du es denn auch? Erst in der Umsetzung entsteht das Gold. Wir haben uns unzählige Stunden mit der Erforschung und mit dem Verstehen der unterschiedlichen Denkmuster beschäftigt. Das Ergebnis: Es geht um simple Strategien. Einige davon werde ich erläutern, und anschließend können wir sie den verschiedenen Typen zuordnen.  00:14:27-3#

Wir haben herausgefunden, dass es sehr effektiv ist, wenn du innerhalb von zehn Arbeitsstunden acht- bis neunmal für drei bis fünf Minuten auf die Bremse trittst. Diese kleinen Auszeiten nennen wir „Mikropause“. Regel Nummer 1 lautet: Intention und Bewertung entscheiden. Was bedeutet das? Nehmen wir als Beispiel wieder ein Auto. Mein Lieblingssportwagen ist der Jaguar F-TYPE. Es macht unglaublich Spaß, ihn zu fahren. Der F-TYPE ist ein relativ lautes Auto, ähnlich wie ein 911. In meinen Ohren ist das jedoch kein Lärm, sondern Musik. Stellen wir uns vor, meine Frau steht in der Küche und kriegt einen Anfall, „immer dieser Lärm!“, und die Nachbarn drehen völlig durch. Egal ob man die Geräusche als Lärm oder als Musik empfindet, der Reiz ist immer derselbe. Warum werden bei mir Glückshormone ausgeschüttet, während bei meiner Frau der pure Stress ausgelöst wird? Warum entspricht dieser Reiz einer Bremse für mich, aber einem Gaspedal für meine Frau? Weil die Intention entscheidet. Nicht der Reiz, sondern die Bewertung macht die Reaktion aus.  00:16:02-4#

Denken wir an eine Situation im Büroalltag. Du musst auf Toilette, aber diese 90 Sekunden, die du dafür benötigst, können eine mega Bremse sein. Du siehst den Gang zur Toilette entweder als willkommene kleine Auszeit oder du lässt dich dadurch total stressen, weil du weißt, dass es deinen Arbeitsfluss unterbricht. Aus der Stressforschung wissen wir, dass die Intention für die Bremse das Wichtigste ist. Du kannst dich fünf Minuten hinsetzen, dir einen Kaffee nehmen und aus dem Fenster schauen. Dabei passiert nichts in deinem Körper. Oder du machst dir ganz klar bewusst, dass du dir jetzt eine Auszeit nimmst. Die Systeme im Körper regulieren sich. Du atmest bewusster, du schaust in die Ferne, und das Gehirn vernetzt sich wieder neu. Du trinkst genüsslich einen Kaffee und nimmst ihn über die Sinne wahr. Und das reguliert dein System komplett. Punkt Nummer 1, es geht nicht um die Tätigkeit, sondern es geht um die Intention dahinter.  00:17:21-0#

Punkt Nummer 2 ist die Frage, wann wir bremsen sollten. Wir können nicht nur bremsen, sondern auch Gas geben. Dieses Zusammenspiel beschreiben wir AP und EP: ktivierungspause und Erholungspause. Gas geben, das sympathische Nervensystem stimulieren, das ist immer dann angebracht, wenn du in einer Hochenergiephase bist. Es ist deshalb wichtig zu erkennen, wann man sich in einer solchen Phase befindet. Jeder sollte wissen, ob er oder sie selbst ein Morgen-, Mittags- oder Abend-Typ ist. Wenn du ein Morgentyp bist, dann würde ich dir nicht empfehlen, am Vormittag zu meditieren oder viele Meetings abzuhalten. Nutze die Energie deines Körpers, um Gas zu geben. Anstatt zu meditieren ist es für Morgenmenschen empfehlenswert, den Tag mit leichtem Sport zu beginnen, zum Beispiel mit 20 Liegestütze und 20 Squats.  00:18:25-2#

Multifunktionale Bewegungen, Seilspringen oder ein Mini-Trampolin funktioniert hervorragend. Sehr spannend ist auch das Jonglieren, denn es vernetzt die rechte und die linke Gehirnhälfte miteinander, und gleichzeitig werden die Gelenke trainiert. Die meisten Menschen bremsen zum falschen Zeitpunkt. Sie wollen das Richtige tun, aber sie achten nicht auf ihren Körper. Sicher kennt ihr das Suppenkoma, das sich nach dem Mittagessen einstellt. Der Körper ist dann auf Verdauung gepolt. Das hat auch etwas mit deinen Essgewohnheiten, mit deinem Chronotyp und Energietyp zu tun. Es ist kontraproduktiv, gegen den eigenen Körperrhythmus zu kämpfen. Wenn du nach einem Meeting erschöpft bist, dann nutzt es nichts, das System weiter herauszufordern. Besser ist es, sich zu erholen, zum Beispiel mit einem Spaziergang um den Block. Damit gibst du einem individuellen System alles, was es braucht.  00:20:35-8#

Die Bremsen kommen immer dann zum Einsatz, wenn sich deine körpereigene Energie in einer Tiefphase befindet. Dadurch verkürzen sich die Zeiten, in denen sich der Körper in einem Loch befindet. Das passiert übrigens mehrmals pro Tag. Wie kann man dem am besten entgegnen? Zunächst gilt es herauszufinden, welcher Sensorik- und Sinnestyp man ist. Es gibt Menschen, die sehr auditiv sind. Andere sind eher visuell, geistig orientiert oder fühlen am intensivsten über den Körper. Eine Methode, die wir bei unseren Kunden anwenden, ist eine Atemtechnik, die an das Box Breathing angelehnt ist. Einatmen wird über Kontraktion aktiviert. Der Brustkorb wird vom Druck her verändert, wenn er Luft einatmet und muss einer größeren Spannung standhalten. Die Muskulatur zieht sich zusammen, weil Luft in den Brustkorb gelangt, und darüber wird der Sympathikus animiert.  00:21:59-6#

Wenn man bewusst ein- und ausatmet, kann man innerhalb von einer Minute entspannen. Diese Minute muss fokussiert und mit Intention ausgeführt werden. Die Technik eignet sich besonders für Menschen wie den erwähnten Chef der Burger-Bude, der seinen Laden nicht eben mal für eine Viertelstunde allein lassen kann, weil die Kunden Schlange stehen. Beim Box Breathing atmet man vier Sekunden ein, hält den Atem für vier Sekunden an, atmet vier Sekunden lang aus und hält dann noch einmal den Atem für vier Sekunden an.   00:22:44-6#

Meine Variante ist das so genannte Triangle-Breathing. Dabei lässt man das erste Halten weg und hält den Atem nur nach dem Ausatmen an. Du atmest vier Sekunden ein und atmest direkt vier Sekunden lang aus. Jetzt hältst du vier Sekunden. In der zweiten Runde steigerst du das Halten auf fünf Sekunden, also vier Sekunden einatmen, vier Sekunden ausatmen und fünf Sekunden halten. In der nächsten Runde steigerst du auf sechs Sekunden, dann auf sieben und schließlich auf acht Sekunden. Mit dieser Übung findest du heraus, welche Phase die ideale für dich ist. Sind es sechs, sieben oder acht Sekunden? Oder vielleicht nur fünf? Das hat etwas mit der Grund-Atemfrequenz und mit Training zu tun.  00:24:08-2#

Was ist der große Vorteil dieser Übung? Sie fährt den Körper unmittelbar herunter und nimmt jeglichen Stress weg. Ein Freund von mir ist Elitesoldat, der viele Einsätze in Afghanistan absolviert hat. Die Truppe flog im Hubschrauber zum Einsatz. Innerhalb von 20 Minuten ging es zum großen Gefecht, und diese Zeit nutzen die Kameraden, um Atemübungen durchzuführen. Dabei schlafen sie fast ein. Ich fragte meinen Freund, wie sie das hinbekommen haben, und er antwortete mir, dass es reines Training sei. Außerdem nutzten sie die Technik der Visualisierung. Mein Freund ist Jäger, und er fokussierte sich in diesen Momenten auf eine Szene im Wald. Er visualisierte die Bäume, und gleichzeitig wandte er die Atemtechnik an. Und innerhalb von zwei Minuten fiel er in einen dösenden Schlaf. #00:24:52-7#

Das ist wie bei der Formel 1, wenn du darauf wartest, dass in drei Minuten die roten Lichter angehen. Wenn du in diesen drei Minuten bereits unter Stress stehst, verlierst du wertvolle Energie. Dein Körper schüttet das Stresshormon Cortisol aus, was sich negativ auf die Aktivität der Nebennieren auswirkt. Auch Adrenalin wird ausgeschüttet, und das verbraucht ebenfalls wertvolle Energie. In einem solchen Moment solltest du in der Lage sein, auf die Bremse zu treten, um die Energie für die kommende Leistungsspitze aufzusparen.  00:25:41-9#

Thomas: Sehr spannend. Ich könnte bestimmt nicht schlafen, wenn ich im Hubschrauber zu einem Kampfeinsatz unterwegs wäre. Wie lange hat dein Freund gebraucht, um sich diese Fähigkeit anzueignen? Es hat sicher sehr viel Zeit in Anspruch genommen. #00:25:52-4#

Jan: Es hat einige Jahre gedauert, bis er soweit war. Wir machen immer gerne die deutsche Bundeswehr schlecht, aber das ist oft nur Propaganda und Politik. Die Bundeswehrsoldaten werden mit exzellenten Trainingsprogramm auf ihre Einsätze vorbereitet, nicht nur körperlich, sondern auch psychisch und mental. Bei Unternehmern und High Performern ist es dasselbe. Die meisten Menschen vergessen, dass es dabei auch um den Körper geht. Sie beschäftigen sich mit Energie, mit Mindset und mit Spiritualität, aber wenn der Körper kaputt ist, fehlt dir das Vehikel, das dich durchs Leben transportiert. Wenn der Darm nicht funktioniert, wenn dein Nervensystem nichts mehr leistet, dann kann das ganze System nicht zielführend zusammenarbeiten. Bei einer Blutuntersuchung kann man diese Defizite feststellen.  00:27:20-6#

Beim Militär wird vieles ausprobiert, was anschließend an die zivile Bevölkerung rausgeht. Denken wir an die amerikanischen Navy Seal Tricks, die mental stark machen sollen, zum Beispiel „mach Dinge, vor denen du Angst hast“ oder „such dir einen Helden oder ein Vorbild“. Solche Methoden werden auch in Deutschland angewandt.  00:27:43-7#

Thomas: Das ist ähnlich wie bei der Formel 1. Dort werden technische Neuerungen eingesetzt, die erst später auf die Straße kommen.  00:28:10-4#

Jan: Zu diesem Thema gibt es auf unserer Webseite einen kostenfreien Download, den wir gerne verlinken können. Es ist ein Test, mit dem man seinen eigenen Chronotypen und Schlaftypen erkennen kann. Damit geht alles los. Es ist ein umfangreicher Test, der einem hilft, sich selbst besser zu verstehen. Gerne stelle ich ihn der Community zur Verfügung.  00:28:35-0#

Thomas: Das ist lieb dir, und ich werde das Dokument natürlich verlinken. Kannst du uns noch etwas zur ultradianen Rhythmik erzählen? #00:28:56-4#

Jan: Ich habe mit 18 mein Abitur verschlafen, weil ich es nicht geschafft habe, um 07:00 Uhr morgens aufzustehen. Das war ein echtes Debakel, und meine Eltern, oh je, waren die sauer! Einerseits bin ich in der Schule oft aus der Klasse rausgeflogen, weil ich zu viel Energie hatte, und andererseits gab es Phasen, in denen ich im Unterricht eingeschlafen bin. Nach Vorträgen werde ich oft gefragt, wie ich es durchhalte, zwei Stunden lang zu sprechen. Wenn wir uns die Energiezyklen anschauen, dann erkennen wir, dass es verschiedene Kreisläufe gibt. Es gibt den großen Jahreszyklus, und jeder weiß, dass im Winter andere Dinge passieren als im Sommer. Darauf haben wir keinen Einfluss, es sei denn, wir verbringen den Winter auf der Südhalbkugel der Erde. Der nächste Zyklus ist der so genannte circadiane Rhythmus. Das ist die Fähigkeit des Organismus, physiologische Vorgänge auf eine Periodenlänge von 24 Stunden zu synchronisieren. Dieser Zyklus legt zum Beispiel fest, wann der Mensch ins Bett geht. Es ist übrigens nicht richtig, dass der Schlaf vor 24:00 Uhr der erholsamste ist. Wer das erfunden hat, hat einen wunderbaren kollektiven Glaubenssatz in die Gesellschaft eingebracht, aber er hat nicht recht. Der Schlaft ist dann am erholsamsten, wenn dein Chronotyp schlafen will. Bei mir ist das gegen 02:45 Uhr, und wenn möglich, stehe ich am nächsten Tag zwischen 10:45 und 11:30 Uhr wieder auf.  00:30:46-4#

Weiterhin gibt es kleinere, untertägige Zyklen, die so genannten ultradianen Zyklen. In der Chronobiologie wird er ultradian genannt, weil seine Periodendauer kürzer als 24 Stunden ist. Wir messen den Energieverlauf während des Tages, bis hin zum kleinsten relevanten Zyklus, dem so genannten Basic Rest-Activity Cycle (BRAC) des Gehirns. Man sagt, dass ein Schlafzyklus 90 Minuten dauern würde, aber das ist Quatsch, denn er kann zwischen 80 und 110 Minuten lang sein. Man kann die Uhr nicht danach stellen, weil er veränderlich ist. Es ist wahnsinnig schwer, das ganze Schlaflabor-Thema ins wahre Leben zu übertragen. Aber auch da sehen wir, dass der Körper in 100 Minuten eine komplette Phase durchläuft, in der sich Mini-Loch und Mini-Hoch abwechseln. Auch das hat wieder etwas mit dem Stoffwechsel und mit der Energieproduktion zu tun.  00:31:48-7# 

Diesen Erkenntnissen kann man sich wissenschaftlich nähern, zum Beispiel mit dem Messen von Biomarkern und dem Verhältnis von Sympathikus zu Parasympathikus. Durch diese Untersuchungen findet man schnell die richtigen Antworten und versteht viel besser, wie man bis zu 200 Prozent mehr aus seinem Körper herausholen kann, ohne viel zu ändern.  00:32:11-9#

Thomas: Jan, wir werden heute nicht mit der Zeit auskommen, um alles zu besprechen, was für uns interessant ist. Deshalb freue ich mich schon darauf, wenn wir uns im Herbst wieder hören und tiefer in das Thema einsteigen. Das ist ein guter Cliffhanger für meinen Neustart nach der Pause. Die ganzen Links, auch zu deinem Institut, werde ich gerne in die Show Notes einstellen. Ich danke dir für das wunderbare Gespräch, das mir neue Impulse für meine Recherche gegeben hat. In meinem Podcast hat der Gast immer das letzte Wort. Wenn du jetzt noch ein Shout-Out an meine Community hast, dann freue ich mich darüber.  00:33:12-6#

Jan: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, lieber Thomas. Die meisten Menschen haben jemanden, der sich um ihre Krankheit kümmert. In unserer Kultur ist das der Arzt. Sie haben aber niemanden, der sich um die Gesundheit kümmert, wenn die Krankheit nicht mehr da ist. Wer sich darum kümmert, seine Gesundheit zu erhalten und zu verbessern, der wird weniger krank, glücklicher, erfolgreicher und energiegeladener durchs Leben gehen. Das ist unsere Philosophie. Bis zu 80 Prozent unserer Klienten kommen krank zu uns. Wir schlagen ihnen vor, langfristig zusammenzuarbeiten und einen so genannten „Wartungsvertrag“ mit uns einzugehen. Es wäre sehr schlau, mehrmals pro Jahr das Blut zu untersuchen, einmal jährlich den Darm zu checken und die Ernährung zu überprüfen. Wer sich um seine Gesundheit kümmert, muss am Ende nicht den Preis für die Krankheit bezahlen.  00:34:40-9#

Thomas: Vielen Dank lieber Jan, auch noch im Nachgang für die tollen Inputs. Wir werden diese Themen auf jeden Fall weiter verfolgen und freuen uns auf ein weiteres Gespräch mit Jan in diesem Podcast. Die Infos, die Jan mit uns geteilt hat, findest du in den Show Notes. In diesem Sinne bedanke ich mich fürs Zuhören im letzten Podcast vor der Sommerpause. Ich wünsche dir einen wunderschönen Sommer, genieße ihn und erhole dich gut. Ich freue mich, wenn wir uns zu einem Zwischenfazit im Juli und dann im Herbst wieder hören. Machs gut und genieße die Zeit. Ciao.  00:35:28-1#

Hallo & herzlich willkommen

Thomas Mangold, Autor, Podcaster, Keynote-Speaker

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