Wer bist du, jenseits deines Terminkalenders

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In diesem Gastartikel spricht Robert Kraxner ein sehr wichtiges Thema an, dem viele Menschen leider viel zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Vielen Dank Robert, dass du deine wichtigen Gedanken hier teilst.

Am Anfang meines beruflichen Weges haben sie mich beeindruckt, die Führungskräfte mit einem vollen Terminkalender, die von Besprechung zu Besprechung liefen und stets ein volles E-Mail-Postfach hatten.


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Ihre Geschäftigkeit vermittelte mir den Eindruck, diese Menschen seien etwas Besonderes.

Mit dieser Haltung schien ich nicht alleine zu sein. Unabhängig vom Alter, der Berufserfahrung und der Branche schienen Personen all jene auf ein Podest zu stellen, die ständig beschäftig waren.

Als ich mich 2013 selbstständig machte, beobachtete ich zunehmend, dass hohe Arbeitszeiten auch in der Welt der Unternehmer ein Statussymbol zu sein scheinen.

Unternehmer die weniger als 70 Stunden pro Woche arbeiten, scheinen nicht ernst genommen zu werden.

Geschäftigkeit als Statussymbol

Wir leben in einer Gesellschaft und arbeiten in einer Wirtschaftswelt, in der ein voller Terminkalender als ein Statussymbol gilt.

Dabei zählt nicht die tatsächliche Leistung oder die Qualität der Ergebnisse. Als Gradmesser gilt der Zeiteinsatz pro Tag und Woche.

Es ist simpel: Je länger du im Büro bist und je beschäftigter du wirkst, desto besser.

Dein Selbstwert – Bist du auch wertvoll, wenn du nicht arbeitest?

Wir sind es von klein auf gewohnt geworden, für unsere Leistungen anerkannt und geliebt zu werden. In der Schule wurden wir gelobt, wenn wir etwas gut gemacht haben und abgewertet, sobald wir aus der Reihe tanzten oder nicht wie erwünscht funktionierten.

„Du wirst nur geliebt, wenn du funktionierst und leistet“, ist der Leitsatz, der sich so oder so ähnlich in unseren Geist eingebrannt hat.

Und so laufen wir auch noch heute von Termin zu Termin. In der Hoffnung, dadurch unseren Selbstwert aufzupolieren und von den anderen die Anerkennung zu erhalten, nach der wir uns sehnen.

Wer bist du?

Das beste Selbst- und Zeitmanagement macht keinen Sinn, wenn wir uns künstlich beschäftig halten, nur um auf ein hohes Arbeitspensum zu kommen und somit unsere Selbstwert-Themen kaschieren zu können.

Geschäftigkeit, ständige Erreichbarkeit und volle Terminkalender wurden zum Teil der eigenen Identität – ein fixer Bestandteil des eigenen Selbstbilds.

Du kennst bestimmt auch Menschen, die stets über Zeitmangel jammern, ganz egal wann und wo du diese antriffst. Schlichtweg wissen viele überhaupt nicht, wer sie sind, jenseits ihres vollen Terminkalenders.

Keine Zeit zu haben und stets busy zu sein, ist eine Geschichte, die wir uns selbst erzählen. Ein Teil der nicht zu uns gehört und den wir anziehen, wie ein Kleidungsstück.

Du bist nicht deine Geschäftigkeit. Dein Wert und dein Sein sind unangetastet von der Dichte deiner Termine.

Wer bist du…

… jenseits deiner Termine?

… jenseits deiner Jobbeschreibung bzw. deines Unternehmens?

… jenseits von 70-Stunden-Wochen?

Vieles ist Schein, viele Termine sind sinnlos

Aus dieser Perspektive lohnt es sich, die täglichen Termine genauer unter die Lupe zu nehmen. Wie viele der täglichen Besprechungen und Telefonate sind wirklich wesentlich? Welche sollten gehalten werden? Wer muss wirklich anwesend sein? Wie kann effektiver gearbeitet werden?

Ich möchte ganz ehrlich sein. Meiner Meinung und Beobachtung nach ist das Selbst- und Zeitmanagement in europäischen Konzernen und Unternehmen eine Katastrophe.

E-Mails werden inflationär versendet, zu Besprechungen werden sicherheitshalber zu viele Menschen eingeladen und alle Aufgaben werden durch Prozesse geschleust, ganz egal ob diese wesentlich oder unwichtig sind.

  • Unwichtiges und Sinnloses sollte eliminiert werden und niemals ein To-do werden.
  • Lerne, effektiv mit E-Mail umzugehen.
  • Arbeite fokussiert und mit Plan.
  • Sorge für klare Führung und Abläufe in deinen Besprechungen.
  • Sprich ein Nein aus, wenn dieses angebracht ist.

Was wirklich sexy ist

Zugegeben, ich selbst liebe den Fortschritt und meine Arbeit, sodass ich regelmäßig ein hohes Arbeitspensum habe.

Doch ich habe aufgehört, mich über dieses zu definieren und mit anderen über meine Arbeitszeiten etc. zu sprechen. Für mich war es ein Befreiungsschlag, nicht mehr über die Zeit zu jammern und nicht mehr mit meinem Terminkalender anzugeben.

Dieses Beklagen hat sich nämlich subtil in mein Verhalten eingeschlichen und ich beobachte es fast täglich bei Mitmenschen.

Und es langweilt mich mittlerweile, wenn sich Menschen damit schmücken, ein hohes Arbeitspensum zu haben.

Lange Arbeitszeiten sind keine Leistung. Beschäftigt zu sein ist einfach.

Von Bedeutung sind Ergebnisse, die wirklich wesentlich sind.

Raum für Schwäche zulassen

Die ständige Geschäftigkeit und der künstlich erzeugte Stress in Unternehmen hat eine fatale Schattenseite.

Eine vom österreichischen Bundesministerium beauftragte Repräsentativerhebung zur Häufigkeit von Burnout in Österreich lässt darauf schließen, dass 52% der Bevölkerung als gesund zu betrachten sind. 8% sind im Stadium III, also betroffen. Der Rest befindet sich in einem frühen Problemstadium oder bereits im Übergang zu einem Burnout.

Solange wir Geschäftigkeit und einen vollen Terminkalender als Statussymbol annehmen und das ständige Streben nach mehr unterstützen, treiben wir unsere Kollegen und Mitarbeiter in Herausforderungen, die auf Stress und konstanter Überforderung basieren.

Es darf und muss in unserer Wirtschaft ein Umdenken stattfinden.

Es braucht Räume und eine Art des Zusammenarbeitens, bei denen Stärke, Status und Ziele nicht über einen vollen Terminkalender definiert werden.

Ein möglicher nächster Schritt

In meinem Buch „JENSEITS DER NORM – Werde der Mensch, der du sein kannst“ unternehme ich den Versuch, Leistung neu zu definieren und praktische Wege aufzuzeigen, wie wir unsere Arbeit und unser Leben auf zeitgemäße Weise gestalten können.

Es ist ein Buch für Querdenker und Macher, die bereit sind sich kritischen Fragen zu stellen und nach Möglichkeiten suchen, wieder mehr Leichtigkeit, Sinn und nachhaltigen Erfolg in ihrem Leben zu integrieren.

Über den Autor

Robert Kraxner – www.robertkraxner.com

Robert Kraxner dient der Mission, neue Lebens- und Businessentwürfe zu ermöglichen.

Von seinen Kunden wird er als Mensch geschätzt, der mit enormem Einfühlungsvermögen agiert und zugleich die Fähigkeit besitzt, Sachverhalte höchst präzise auszudrücken.

Ihm wird nachgesagt, dass er Klarheit zur Meisterschaft bringt.

Er ist Autor des Buches „JENSEITS DER NORM – Werde der Mensch, der du sein kannst

Quelle: [Repräsentativerhebung] Österreichisches Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz: Verlaufsformen und relevante Präventions- und Behandlungsstrategien. – Österreich, Repräsentativerhebung 2016/17

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Thomas Mangold, Autor, Podcaster, Keynote-Speaker

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