Nein, nicht ich bin es, der in 6 Monaten 3 Bücher geschrieben hat, sondern Walter Epp, der den Blog Schreibsuchti betreibt. Walter erzählt in diesem Gastartikel seine Geschichte, wie er vom unproduktiven Buchautor zum Superschreiber wurde. Genial erzählt und geschrieben, aber vor allem sehr lehrreich. Also Bühne frei für Walter.

„Jeder kann ein Buch schreiben. Heute ist es leichter als je zuvor – dank des Internets.“

So oder so ähnlich werden viele Buchkurse beworben.

Ich glaube das ist nicht ganz richtig.

Das Publizieren ist leichter geworden. Das Schreiben nicht.

Denn dank des Internets leben wir zwar alle im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aber das Ganze hat auch einen Haken: Wir leben damit im Land der unbegrenzten Ablenkung.

Ablenkung ist das größte Problem moderner Autoren und Blogger, wenn es um den Schreibprozess geht.

E-Mails, Facebook, Twitter und „Artikel, die dich zu Tränen rühren werden“ fordern deine Aufmerksamkeit.

Neben all den spaßigen Dingen gibt es dann noch ganz viel geschäftliche Ablenkung: Projekte, Aufträge, Kundenwünsche, E-Mails, etc. Die Liste ist unendlich.

Das wertvollste Gut unserer Zeit

Vor 100 Jahren waren Produkte selten und deshalb wertvoll. Heute bekommst du ein Hemd für 2,49 €. Danach waren Informationen selten. Heute ertrinken wir in Informationen.

Was ist heute selten und besonders wertvoll geworden?

Aufmerksamkeit.

Ein Buch besteht aus mehreren Faktoren und der wichtigste davon ist die Aufmerksamkeit. Dein Buch, dein Blog, dein Schreibleben – sie alle fordern deine Aufmerksamkeit.

Es Menschen, die lassen sich niemals ablenken. Respekt. Ich gehöre nicht dazu. Mein Interesse schwankt schnell von einem Projekt zum nächsten und mein Gehirn hüpft wie ein nervöser Hase von einer Idee zur nächsten.

Auf meinem Macbook lagen mehr als drei angefangene Bücher. Kein einziges wurde fertig. Projekte über Projekte stapelten sich – keins wurde abgeschlossen.

Etwas musste sich ändern.

Dann las ich das Buch „The One Thing“ von Gary Keller. Zweimal.

Das Buch veränderte mein Denken und mein Handeln bezüglich Produktivität komplett.

Das Ergebnis: Innerhalb von sechs Monaten schrieb ich drei Bücher von A bis Z. Von Null auf insgesamt 250 Seiten.

Ich dachte immer, um mehr zu schaffen, müsste ich mehr tun. Doch der Trick wahrhaft produktiver Menschen liegt darin, dass sie nicht mehr tun, sondern weniger.

Wie?

Indem sie sich an die Taktik von „The One Thing“ halten.

Diese Taktik ist einfach und doch so mächtig.

Wie sie funktioniert?

Hier sind die einzelne Schritte, die du gehen musst, um diese Taktik umzusetzen.

Danach wirst du so produktiv sein wie nie zuvor.

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Schritt 1: Finde dein „One Thing“

Wir alle haben wichtige Projekte – wir alle haben 23 Prioritäten auf unserer To-Do-Liste.

Der erste Schritt ist deshalb: Schreibe alle wichtigen Dinge auf und entscheide dich, welches das wichtigste ist. Welches Projekt ist wichtiger als alle anderen.

Gary Keller sagt es so:

Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig.

Dass in unserer Arbeitswelt etwas schief läuft, siehst du schon an dem Wort „Prioritäten“. Prior heißt „der Erste“ und deshalb ist dieses Wort schon eine große Lüge.

Es kann nur eine Priorität geben. Der Plural dieses Wortes ist totaler Humbug.

Genauso sollte es in deinem Leben nur eine Sache geben, die wichtiger ist alle anderen.

Diese Sache ist dann dein „One Thing“.

Bei mir war es: Fertigstellung und Verkauf meines Buches innerhalb von drei Monaten.

Sei bei der Zielsetzung so konkret wie möglich und denke ruhig groß. In der Regel erreichst du nämlich immer weniger – egal wie hoch dein Ziel gesteckt ist.

Beispiele:

  • Den Umsatz um 100% innerhalb eines Jahres steigern
  • 10 Kilogramm innerhalb von sechs Monaten abnehmen
  • 1.000 E-Mail-Abonnenten zum Ende des Jahres haben

Schritt 2: Definiere dein tägliches Brot

Bei diesem Schritt musst du jetzt rückwärts denken.

Nehmen wir an, dein Ziel ist es, einen Baum zu fällen.

Die Frage: Was muss ich jeden Tag tun, damit der Baum fällt?

Die Antwort ist leicht: Du musst mit der Axt dagegen schlagen.

Ein Schlag mit der Axt, einen Tag nach dem anderen.

Ohne Ausnahme.

Eines Tages wird der Baum fallen.

Die Frage ist nicht, ob er fallen wird, sondern wann.

Du musst für dein Ziel also herausfinden, was dieser „eine Schlag“ gegen den Baum ist.

Beim Schreiben meines Buches war es:

  • Schreibe jeden Tag 500 Wörter.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Die Kunst ist hier, eine tägliche Aufgabe zu finden, die nicht zu groß, aber auch nicht zu klein ist.

Zu klein (Schreibe 1 Wort pro Tag) = Es dauert ewig.

Zu groß (Schreibe 1.000 Wörter pro Tag) = Du machst es nicht.

Diese tägliche Aufgabe, die dich deinem Ziel näher bringt ist für den Tag, deine Priorität.

Diese Aufgabe ist dein tägliches Brot.

Es ist die Aufgabe, mit der du deinen Arbeitstag beginnst.

Ohne Ausnahme.

Dieses tägliche Brot isst du immer als Erstes – vor allen anderen „To-Dos“.

Da wir gerade dabei sind: Vergiss To-Do-Listen. Ich sage dir warum.

Schritt 3: Verabschiede dich von der To-Do-Liste

Ich war lange Zeit ein Fan von To-Do-Listen.

Eines Tages merkte ich aber, dass die Listen nie kürzer, sondern immer nur länger werden.

Ich wurde nicht produktiver, sondern depressiver. Dieser Haufen unerledigter Aufgaben drückte auf meine Stimmung.

Die Taktik von „The One Thing“ verzichtet auf To-Do-Listen.

Warum?

Weil auf To-Do-Listen meist Aufgaben und Projekte anderer Menschen stehen – nicht deine eigenen.

Auf der To-Do-Liste steht so ziemlich alles, nur nicht dein „One Thing“.

Stattdessen empfiehlt Gary Keller, dass man sich eine „Success-Liste“ zulegt, also eine Erfolgsliste.

To-Do-Listen sind lang. Success-Listen sind kurz.

Auf einer Success-Liste steht, was du brauchst, um dein wichtigstes Ziel, deine wichtigstes Ding, durchzuziehen. Und nicht, was andere von dir wollen.

Die Success-Liste hilft dir dein „One Thing“ zu verfolgen. To-Do-Listen lenken dich davon ab.

Was gehört auf eine Success-Liste?

Du kennst bestimmt das Pareto-Prinzip: Es besagt, dass 20 Prozent der Aktivitäten 80 Prozent der Ergebnisse liefern. Diese 20 Prozent gehören auf deine Success-Liste.

Alle anderen 80 Prozent haben auf der Liste nichts verloren.

Deshalb sind Success-Listen kurz.

Also: Schreibe deine Success-Liste.

Bei einem Projekt wie einem Buch, ist es klar, welche Aktivität am wichtigsten ist:

  • Das Manuskript schreiben
  • Das Cover designen lassen
  • Sales Page aufsetzen

Mehr stand bei mir nicht auf der Success-Liste.

Schritt 4: Entscheide dich, was du NICHT tun willst

Die große Kraft dieser Taktik liegt in dem ungeheuren Fokus.

Fokussiert arbeiten wird heutzutage immer schwieriger und ist in größeren Unternehmen und Großraumbüros eine Seltenheit.

Du kannst deshalb schon zum oberen Drittel gehören, wenn du einfach nur fokussierst arbeitest.

Aber wie?

Mit einer Not-To-Do-Liste. Es ist eine Anti-Liste auf der all die Dinge stehen, die eben nicht mehr tun wirst.

Hier geht es nicht um lustige Katzenvideos, sondern um projektbezogene Dinge.

Bei mir hieß das:

  • Keine Kundenaufträge annehmen
  • Keine Blogartikel schreiben
  • Keine Gastbeiträge schreiben
  • Kein Social Media Marketing betreiben
  • Kein neues Buch anfangen
  • Kein neues Projekt beginnen

Das sind alles Dinge, mit denen ich mein Geld verdiene und die auch wichtig sind. Aber sie sind nun mal nicht das Wichtigste.

Ich durfte auf die Not-To-Do-Liste erst zurückgreifen, wenn ich mein „tägliches Brot“ zu mir genommen hatte.

Vorher nicht.

Schritt 5: Befreie dich von Dieben

Es gibt Dinge und Menschen, die stehlen deine Zeit. Sie stehlen deine Produktivität und am Ende stehlen sie dir eins: dein „One Thing“.

Du hast dir bestimmt schon mal vorgenommen morgens als Erstes deine Priorität zu verfolgen – doch es kam ständig etwas dazwischen.

Dieses Problem hatte ich auch.

Ich musste mich von all der Ablenkung und all den Zeitdieben befreien.

Die beste Methode dazu:

Time Blocking.

Häufig behandeln wir unser Projekt wie ein „Hobby“ und geben Kundenprojekten und Aufträgen den Vorrang. Das ist falsch.

Du musst dein Projekt, dein Buch, deinen Blog – was auch immer – dagegen wie ein Präsidentenprojekt behandeln.

Das heißt: Mache einen Termin, der in Stein gemeißelt ist.

Blockiere dir jeden Tag diese Zeit.

Bei mir hieß das:

Die erste Stunde meines Arbeitstages schrieb ich an meinem Buch.

Die erste Stunde gehörte immer meinem „täglichen Brot“.

Dieser Termin war unverrückbar. Nichts durfte sich davor schieben. Keine E-Mails, kein Facebook, kein Chat.

Diese Zeit musst du Blockieren als ob du einen Termin mit dem Präsidenten hast.

Der nächste Punkt beim Time Blocking ist nicht nur die Zeit zu blockieren, sondern auch jegliche Ablenkung von Außen auszusperren.

Gary Keller nennt das den „Bunker“. Du musst dir einen Bunker erschaffen, in dem du absolut ohne Ablenkung an deinem „One Thing“ arbeiten kannst.

Dazu meine besten Tipps:

  • Ich schalte immer das Internet ab (ich trenne das „Schreiben“ immer vom „Recherchieren“, damit ich mich nur auf eine Sache konzentriere).
  • Ich schalte immer das Handy auf Flugmodus. Nicht einmal meine Frau kann mich in diesem Moment erreichen.
  • Ich checke keine Mails, Chats oder Nachrichten. Ich beginne sofort mit meinem „One Thing“.

Sobald du dein täglich Brot zu dir genommen hast, darfst du den Bunker verlassen.

Dann dürfen alle anderen Aufgaben kommen – die wichtigste hast du dann schon erledigt.

Der unterschätzte Domino-Effekt

Am Domino-Day wurden 4,8 Millionen von Dominosteine umgestoßen. Gemeinsam hatten sie eine Masse von 33 Tonnen. 33 Tonnen!!!

Diese Masse kann ein Mensch unmöglich alleine stemmen. Und doch kann ein einziger Mensch all diese Domino-Steine einen nach dem anderen aufstellen.

Deine tägliche Aufgabe, dein „täglich Brot“, ist solch ein Domino-Stein.

Unterschätze deshalb die Macht der konstanten kleinen Aufgabe nicht.

Du wirst langfristig mehr erreichen als du dir jetzt vorstellen kannst.

So habe auch ich es geschafft innerhalb von 3 Monaten 250 Seiten zu schreiben – drei ganze eBooks.

Alles dank der Taktik von „The One Thing“.

Hier nochmal die Schritte, die du gehen musst, um außergewöhnlich produktiv zu sein:

1) Finde dein „One Thing“ (Was ist meine Priorität?)

2) Finde dein „täglich Brot“ (Was kann ich täglich tun, um die Priorität zu verfolgen?)

3) Mache dir eine Success-Liste (Vergiss die To-Do-Liste)

4) Entscheide, was du NICHT tun willst (Fokus entsteht, wenn wir andere Dinge bewusst ignorieren)

5) Befreie dich von Dieben (Habe einen unverrückbaren Termin mit deiner Priorität und schalte jegliche Ablenkung während dieser Zeit ab).

Wenn du diese fünf Schritte umsetzt, dass wirst du garantiert dein Projekt beenden.

Unterschätze niemals den Domino-Effekt.

Über den Autor:

Walter Epp ist Autor und Blogger. Auf seinem Blog hilft er Bloggern besser zu schreiben, ein Publikum aufzubauen und damit auch Geld