Wie du durch Sport beruflich erfolgreicher wirst

Durch Sport beruflich erfolgreicher werden, diese Erkenntnis haben schon viele Menschen am eigenen Leib miterlebt. Einer von ihnen ist Torsten Pretzsch vom Ausdauer-Blog, der seine Geschichte und die Erkenntnisse daraus in einen genialen Gastartikel gepackt hat. Also Bühne frei für Torsten:

Sport und Beruf stehen in einer engen Wechselwirkung. Nicht wenige beruflich erfolgreiche Menschen treiben jede Menge Sport und nicht wenige Sportler sind nach ihrer Karriere auch beruflich erfolgreich.

Ich habe diese Wechselwirkung am eigenen Leib gespürt und möchte sie dir in diesem Artikel analysieren. Eines schon einmal vorweg – Sport war für mich der Auslöser für weit mehr als nur Bewegung, Fitness und Gesundheit. Sport war für mich der Türöffner für ein bewussteres und besseres Leben.

Mein Weg zum Sportler (und zum beruflichen Erfolg)

Blicken wir einmal zurück. Als Ingenieur war ich mit Mitte 30 bereits einige Jahre in einem spannenden Job aktiv. War beruflich viel unterwegs und hab viel gearbeitet. Zu viel – denn 50-60 Stunden-Wochen waren die Regel und nicht die Ausnahme.

Ich mochte die Herausforderungen, die der Job mit sich brachte, war hoch engagiert, mit viel Fachwissen ausgestattet, aber auch absolut ineffizient. Natürlich wusste ich das zum damaligen Zeitpunkt noch nicht und hätte es auch nie zugegeben.

Statt meine tägliche Arbeit zu hinterfragten, arbeitete ich einfach immer mehr. Ist schließlich der einfachste Weg. Mein Fokus auf den Job führte dazu, dass ich immer unfitter wurde und die Spirale begann sich abwärts zu drehen.

Mein Gewicht stieg und selten gewordene Erfolgsmomente beschränkten sich fast nur noch auf die Arbeit. In der Freizeit umgab mich eine latente Antriebslosigkeit – ich musste mich schließlich vom Job erholen und ich wurde insgesamt immer müder. Mit jeder Stufe, die die Spirale sich abwärts drehte, sank auch die Zufriedenheit mit mir, meinem Leben und meinem Job.

So sollte es jedenfalls nicht weitergehen und ich begann, wieder etwas nur für mich zu tun – ich fing mit dem Laufen an. Anfangs war ich nicht einmal in der Lage 15 Minuten am Stück zu laufen, ohne das meine Raucherlunge zu platzen drohte.

Doch ein kleines Ziel vor Augen weckte meinen Ehrgeiz und nach einigen mühsamen Wochen hatte ich Lunte gerochen. Ich wollte mehr, spürte, dass Sport mir guttat. Doch wie? Ich hatte schließlich keine Zeit dafür! Wirklich?

Ich begann zu hinterfragen, was ich tagtäglich im Job und auch privat tue und befasste mich erstmals mit den Methoden des Zeit- und Selbstmanagement. Klar, hatte ich schon früher hier und da davon gehört, es aber größtenteils als Hokuspokus und Spinnerei abgetan. Welch ein Trugschluss!

Angefangen mit den klassischen Elementen, wie der Eisenhower-Matrix, Zeitmanagement-Papst Lothar Seiwert und dem von mir nach wie vor sehr geschätzten Pareto-Prinzip begann ich alsbald auch mit Getting Things Done von Brian Tracy zu experimentieren.

Und hier gelang mir nach vielen Experimenten schließlich der Durchbruch. Plötzlich erledigte ich meine Arbeit in viel kürzerer Zeit und die paar Stunden Zeit fürs Training waren plötzlich überhaupt kein Thema mehr.

Die meiste Veränderung fand jedoch nicht mittels Tools und Methoden statt, sondern in meinem Kopf. Mehr Zeit für Sport bedeuteten schnell erste Erfolgserlebnisse, ich wurde selbstbewusster und vor allem viel optimistischer. War ich jahrelang eher der Zweifler und Grübler wurde mein Glas plötzlich immer mehr halb voll statt halb leer.

Der Sport lehrte mich, sich durchzubeißen und nicht gleich aufzugeben. Beharrlichkeit und Beständigkeit – Tugenden von denen ich auch im Job profitierte. Ich wagte endlich den nächsten Karriereschritt und wurde zum Projektleiter. Mein damaliger Chef traute mir diesen Schritt nicht zu und hat das im Nachgang mir auch offen kommuniziert. Nun – heute sitze ich auf seinem Stuhl…

Doch genug von mir und meiner Geschichte – es geht schließlich um dich. Wenn du eines aus der Geschichte lernen kannst, dann das, dass Überstunden nicht erfolgreich machen. Im Gegenteil – du musst effektiver und effizienter arbeiten und leben. Dann schaffst du mehr in kürzerer Zeit und bekommst einen freien Kopf für viele spannende Dinge in deinem Leben, beim Sport und auch abseits davon.

Gratis Checkliste "Optimale Tagesplanung"

Hol dir die Checkliste für deine optimale Tagesplanung in dein Postfach. Kostenlos und unverbindlich!

Durch deine Anmeldung stimmst du zu, dass ich dir mehrmals wöchentlich meinen Newsletter mit Tipps und Angeboten rund um die Themen Produktivität, Zeitmanagement und Selbstmanagement per Mail zusende und die von dir angegebenen Daten zu diesem Zwecke verarbeite. Du kann diese Einwilligung jederzeit mit einem Klick widerrufen und Dich aus dem Newsletter austragen. In diesem Fall werde ich Deine Daten löschen und Du erhältst keinen Newsletter mehr.

Was dir Ausdauersport für den Job lehrt

Marathon ist der Job der Manager, das haben zahlreiche Studien bewiesen. Während 10% der Führungskräfte Ausdauersport wie Marathon oder Triathlon machen, sind es im Rest der Bevölkerung ganze 0,2%. Doch warum ist das so?

In erster Linie sind für den Ausdauersport Eigenschaften notwendig, die auch im Berufsleben maßgeblich für deinen Erfolg sind. Eigenschaften wie…

  • Motivationsfähigkeit
  • Durchhaltevermögen
  • Grenzen erkennen und verschieben
  • Ausdauer und Beharrlichkeit
  • Selbstdisziplin, Fleiß und Willensstärke
  • Zielstrebigkeit

Doch da ist noch mehr – viel mehr, was dir Sport für deinen Job bringt.

 

  • Mehr Energie

Gerade Training am frühen Morgen gibt dir einen Energiekick. Du hast deinen Körper auf Trab gebracht. Der Tag beginnt mit einem Erfolgserlebnis. Diesen Kick kann dir kein Kaffee der Welt geben. Nicht nur am Morgen bringt dir Sport etwas. Langfristig erhöht regelmäßiger Sport dein Energieniveau um ein Vielfaches. Ein weiteres gutes Beispiel: Nach einem anstrengenden Vormittag voller schwieriger Diskussionen schnürst du in der Mittagspause deine Laufschuhe – der Nachmittag ist gerettet! Während deine Kollegen nach einem ausgiebigen Mittagessen ins Suppenkoma fallen, bist du konzentriert und fit für die zweite Runde.

 

  • Mehr geistige Frische

Die Steigerung deiner Konzentrationsfähigkeit habe ich gerade angesprochen. Der Grund dafür ist, dass beim Sport mehr Sauerstoff aufgenommen wird. Deine Durchblutung wird angeregt und davon profitieren nicht nur deine Muskeln, sondern auch dein Geist. Ein durchlüftetes Gehirn denkt einfach besser und schneller – weiterer Vorteil der Sportler gegenüber den Couchpotatos.

 

  • Mehr Selbstbewusstsein

Nicht nur kurzfristig bringt dir Sport einen Vorteil. Langfristig steigt durch Erfolgserlebnisse beim Sport dein Selbstbewusstsein. Du erreichst Dinge, die dir noch vor Jahren unerreichbar erscheinen. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich einmal Marathon oder gar Langdistanz-Triathlon machen kann. Die Distanzen erschienen mir einfach unvorstellbar groß. Doch mit jedem Schritt und jedem Kilometer mehr verschob sich meine Grenze und schließlich war beides erreichbar. Mit diesen vielen kleinen und großen Erfolgen stieg mein Selbstbewusstsein. Ich wurde vom Grübler und Zweifler zum Macher! Und so kann es auch dir gehen. Doch nicht nur das Selbstbewusstsein steigt, auch deine Ausstrahlung und dein Körpergefühl verbessern sich durch regelmäßigen Sport und das spüren auch deine Kollegen.

 

Lektionen fürs Leben – was mir Sport gelehrt hat

Die Welt ist nicht rosarot und natürlich klappt nicht immer alles. Das gilt insbesondere auch für den Sport, weil hier negative Erlebnisse oftmals ein direkteres Feedback haben, als es im Job der Fall ist.

Niederlagen gehören einfach dazu und du musst lernen, damit umzugehen. Auch wenn Winston Churchill ein bekennender Antisportler war, seine Zitate sind so wahr wie legendär:

Erfolg haben heißt, einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist. (Winston Churchill)

Und noch eine Lektion gilt für Sport wie für den Job: Sport ist wichtig, aber nicht dein Leben! Eine Lektion, die ich schmerzhaft zu spüren bekam. Euphorisiert von den ersten Erfolgen nahm Sport in meinem Leben eine immer wichtigere Rolle ein.

Ich war süchtig nach dem Kick im Training und vernachlässigte mein Umfeld sehr stark. Schwerer Fehler! Zum Glück haben Freunde und Familie nicht geschwiegen, sondern mir sehr deutlich klargemacht, dass das so nicht auf Dauer funktionieren kann.

Was für den Sport gilt, gilt auch für deinen Job. Niemals kann ein Job zwischenmenschliche Beziehungen ersetzen und so gilt es deine Balance zu finden.

Die dritte Lektion hat es etwas mit dem Aufstieg zu tun. Ich begann meine sportliche Karriere mit genannten 15 Minuten Laufen – mehr war nicht drin. Schritt für Schritt ging es dann weiter und die Distanzen wurden mehr. Der Vorteil der langsamen Steigerung – ich blieb von Verletzungen verschont, die Rückschläge hielten sich in überschaubaren Grenzen und so konnte ich mich langsam, aber dafür stetig verbessern.

Gleiches gilt für deine Karriereleiter – es ist besser und sicherer, wenn du diese Schritt für Schritt erklimmst. Zwei oder mehr Schritte auf einmal zu gehen, bringt dich aus der Stabilität und kann zum Sturz führen. Das Risiko ist einfach um ein Vielfaches höher. Dessen solltest du dir immer bewusst sein.

 

Tipps & Tricks für mehr Sport

Die Theorie ist dir so weit klar, aber wie sollst du nun eigentlich mehr Sport machen, wo du doch ohnehin 50 und mehr Stunden arbeitest?

Sieh den Sport als Teil deiner Arbeit an

Ich sehe deine Fragezeichen, aber du kannst den Sport in deine Arbeit integrieren. Gerade Führungskräfte müssen oft nachdenken und an Konzepten arbeiten. Das geht beim Sport besser als auf deinem Bürostuhl. Ich nehme dazu mein Smartphone mit auf die Laufrunde und notiere mir dann unterwegs kurz meine Gedanken oder spreche sie ein – dank Evernote funktioniert das einfach und schnell.

Auch der Großteil meiner Weiterbildung findet beim Sport statt. Wenn ich mir nicht ein Thema zum Nachdenken mit auf den Lauf oder die Radtour nehme, so höre ich Podcasts oder Hörbücher.

 

Starte dein Training direkt vom Büro aus

Seit ich mein Sportprogramm oft direkt im Anschluss an die Arbeit noch vom Büro aus starte, habe ich einen erstaunlichen Effekt entdeckt. Die Trainingseinheit beendet meinen Arbeitstag. Anfangs denke ich noch stark an die Arbeit, doch mit jedem Kilometer rückt der richtige Feierabend näher.

Es ist der perfekte Abschluss des Arbeitstages, die Grübeleien auf dem Nachhauseweg entfallen und damit nehme ich auch deutlich weniger geistige Arbeit mit nach Hause. Und ein ebenso angenehmer Nebeneffekt – die Straßen sind auch schon viel leerer.

 

Sport in der Mittagspause

Ich habe es bereits angedeutet – Sport in der Mittagspause kann dir einen echten Wettbewerbsvorteil gegenüber deinen Kollegen verschaffen. Du spülst dein Gehirn frei, schaffst Platz für neue Gedanken und sitzt am Nachmittag wieder voller Energie am Arbeitsplatz.

Natürlich braucht es hierfür eine Dusche im Büro. Falls das bei dir nicht der Fall ist – ein flotter Spaziergang hat einen ähnlichen Effekt!

 

Sabbatical – gehe neue Wege

Zum Schluss noch ein ungewöhnlicher Tipp. Nach ein paar Jahren im Sport reifte in mir der Gedanke, auch mal etwas Außergewöhnliches zu leisten und mir einen großen Traum zu verwirklichen – einmal im Leben einen Langdistanz-Triathlon schaffen. Doch um 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren und 42km Laufen am Stück zu können, bedarf es extrem viel Training.

Triathlon ist eine der trainingsintensivsten Sportarten, die es gibt und um vernünftig eine solche Strapaze zu schaffen, sollte man mindestens 12-15 Stunden in der Woche trainieren. So viel Zeit konnte ich mir aber unmöglich frei schaufeln, ohne das mein Umfeld darunter leidet. Zumal die Regenerationszeit noch dazu kommt.

Was tun? Da kam mir der Gedanke, ein Sabbatical zu nehmen. 3 Monate Auszeit, um zu trainieren und zu reisen und damit fragte ich in der Firma an. Natürlich hatte es so etwas noch nie gegeben und von den Kollegen bekam ich nur ein „unmöglich“ als mögliche Antwort.

Das Gegenteil war der Fall – die Geschäftsleitung stimmte unter bestimmten, leicht zu vereinbarenden Bedingungen, ohne großem Zögern zu. Und wer jetzt denkt, dass das der Karriere schadet, täuscht sich. Auch hier ist das Gegenteil der Fall – drei Monate aus dem Hamsterrad, welches auch der beste Job der Welt manchmal ist, auszusteigen, wirkt unheimlich horizonterweiternd, lässt dich geistig regenerieren und so tausend neue Ideen entstehen. Ideen von denen auch deine Firma und damit deine Karriere profitiert.

 

Sport macht dich beruflich erfolgreicher

Nicht nur mein Weg zeigt es – Sport macht dich beruflich erfolgreicher. Besonders Ausdauersport wie Marathon oder Triathlon ist bei Managern und Führungskräften sehr beliebt.

Und falls du noch eine besondere Motivation brauchst, um endlich durchzustarten: Sportliche Menschen verdienen auch mehr als ihre Couchpotao-Kollegen. Auch das beweisen zahlreiche Studien.

Also auf geht’s werden dauerhaft zum Sportler und dadurch auch beruflich erfolgreicher

Dein Torsten

 

Über mich:

Ich bin Torsten Pretzsch, Buchautor und Blogger auf www.ausdauerblog.de. 2008 bin ich von der Couch aufgestanden, um meine Unzufriedenheit und den körperlichen Verfall zu stoppen und ein sportlicheres Leben zu führen.

Begonnen mit einer Laufrunde von nur 15 Minuten war ich Jahre später am Ziel. Ich lief Marathon und erfüllte mir mit einem Ironman einen Lebenstraum.

Als vielbeschäftigter und vielseitig interessierter Mensch war dieser Weg nur durch gutes Selbstmanagement möglich. Ich probierte viel aus, scheiterte nicht selten und suchte weiter. Das perfekte System habe ich nicht gefunden, ein für mich gut funktionierendes System dagegen schon. Besuche mich doch auf meinen ausdauerblog und lass dich mit 15 bewährten Methoden für mehr Sport dabei unterstützen, endlich dauerhaft durchzustarten.

2018-06-01T06:37:53+00:006 Comments

6 Comments

  1. Pascal 26. April 2016 at 14:25 - Reply

    Sport ist für mich ein Muss als Ausgleich. Wenn ich mal ein paar Tage nix mache, merke ich das direkt und werde total aufgedreht und unruhig. Ich versuchte aktuell jeden Tag was zu machen, Schwimmen gehen oder ein paar Hanteln stemmen im Fitness-Studio.

    Das ist nicht immer einfach das im Arbeitstag unterzubringen, denn dafür muss ich mich immer nach den Öffnungszeiten vom Schwimmbad und dem Fitness-Studio richten. Zum Glück arbeite ich von zu Hause und kann mir meine Arbeitszeit selber einteilen.

    Mit ner 40h Woche im Büro würde ich garantiert keinen Sport mehr unterbringen!

    • Thomas 26. April 2016 at 15:21 - Reply

      Hallo Pascal!

      Finde ich super wie du das löst. Ja im 40 Stunden-Job ist es sicher schwieriger, aber auch nicht unmöglich 😉

      lG Thomas

  2. Torsten 5. Mai 2016 at 22:21 - Reply

    Natürlich ist es mit einem 40h-Job absolut möglich, Sport in den Alltag zu integrieren. Mit Fahrzeit sind es bei mir eher 55h+X und das klappt wunderbar – zumindest bis zu 10h die Woche.
    Alles eine Frage der Prioritäten, weil TV&Co. gibts bei mir dann halt nicht. Kenne übrigens nicht wenige, die haben neben dem Job Zeit, 15-20h die Woche zu trainieren.

    Aber egal ob 3 oder 20h – Hauptsache bewegt!

    Viele Grüße
    Torsten

    • Thomas 6. Mai 2016 at 08:10 - Reply

      So sehe ich das auch Thorsten!

      lG Thomas

    • Martin Feigenwinter 1. Juli 2016 at 22:46 - Reply

      Hallo Ihr Zwei

      Bin eins mit euch. Sport und Beruf geht gut nebeneinader her. Sofern der Sport wichtig genug ist. Für die wichtigen Dinge (oder was ich als wichtig definiere) gibt es (fast) immer Zeit.

      2009 habe ich mit einer 42 Stunden Woche + 3h pendeln/Tag Tag gut auf die Transalp Challenge (Bike Etappenrennen) vorbereitet. Das ging gut, weil es mir wichtig war.

      Lieber Gruss

      Martin

      • Thomas 2. Juli 2016 at 06:20 - Reply

        Hallo Martin!

        Genau so ist es 😉

        lG Thomas

Leave A Comment